Frankreich: Stichwahl mit Trump-Effekt?

Marine Le Pen holt in den Umfragen auf, doch Emmanuel Macron liegt noch in Führung. Allerdings könnte es schlussendlich doch noch ähnlich wie in den USA zwischen Trump und Clinton ausgehen.

Von Marco Maier

Frankreich ist nicht die USA und Marine Le Pen nicht Donald Trump, doch viele Unwägbarkeiten sorgen dafür, dass man den aktuellen Umfragen nicht wirklich trauen kann und es bei der Stichwahl in einer Woche anders kommt als erwartet. Der Establishment-Kandidat Emmanuel Macron gilt – wie Hillary Clinton – als Favorit, aber man kann nicht davon ausgehen, dass die Umfragen tatsächlich die Realität widerspiegeln werden.

Derzeit steht es noch mit 61-59 zu 39-41 Prozent für Macron, dem man noch nach der Verkündigung der Ergebnisse in der Wahlnacht bei einer Umfrage mit 63 Prozent deutlich mehr Stimmen zusprach. Grund dafür ist auch der Umstand, dass viele Wähler des linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon sich wohl nun doch der Stimme enthalten wollen. Andererseits könnten nicht wenige von ihnen zwar sagen, nicht wählen zu wollen, dann aber doch für Le Pen stimmen, weil sie keinen wirtschaftsliberalen Banker an der Staatsspitze haben möchten. Da sind die gesellschaftspolitischen Positionen Le Pens für nicht wenige von ihnen nur zweitrangig.

Die etablierte Medienlandschaft versucht zwar nicht denselben Fehler zu machen wie schon bei der US-Präsidentschaftswahl, als Hillary Clinton schon vorzeitig faktisch zur Siegerin erklärt wurde – doch man erkennt eindeutig die Parteinahme für Macron. Le Pen könnte durchaus für einen "Trump-Effekt" in Frankreich sorgen, indem sie den Favoriten schlussendlich doch noch besiegt.

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5 Kommentare

  1. Bemerkenswert an der Entwicklung finde ich auch den Wahltrend.

    Während der FN früher kaum Stimmen bekam, liegt er heute ganz vorn. Das zeigt, dass das Internet mit seiner Gegenöffentlichkeit eine schrittweise Veränderung der Volksmeinung bewirkt – trotz aller Hetzerei der Systempresse.

    Man kann vermuten, dass es nicht mehr lange dauert, bis die Stimmung komplett umkippt und das Establishment abgewählt wird. Also selbst wenn LePen jetzt die Stichwahl verlieren sollte, kann es bei der darauf folgenden Wahl schon ganz anders aussehen. Der Trend läuft für LePen.

    Solche Webseiten wie CM tragen erkennbar zur politischen Meinungsbildung der Bevölkerung bei und wir sollten uns Gedanken machen, ob wir solche Seiten nicht finanziell unterstützen. Es müssen ja keine großen Beträge sein. Jeder nur einen Euro oder so.

    1. @Richard

      Und es ist ein erfreulicher Wandel eingetreten. Viele Bürger bekennen sich offen und ganz selbstverständlich dazu, dass sie Le Pen und damit den FN gewählt haben.

      Damit wurde diese Partei, von ihren eigenen Wählern, wirksam aus der "Schmuddelecke" geholt.

      Das kann andere, bisher unentschlossene Bürger dazu bewegen, ebenfalls Le Pen zu wählen.

      Gleichfalls sollte das linke Wählerspektrum sich genau überlegen, ob es für Macron stimmt. Denn damit würde es sich ganz offen, für jeden erkennbar auf die Seite des internationalen Finanzkapitals schlagen.

      Es spricht einiges dafür, dass es eine interessante Wahl wird. Die Wähler haben es in der Hand, ob sie eine Chance ergreifen oder in dem schneller werdenden Abwärtsstrudel verbleiben wollen.

      Wie die Wahl auch ausgeht, Le Pen und der FN werden aus ihr gestärkt hervorgehen.

    2. Ich habe meiner Bank schon einen monatlichen Dauerauftrag erteilt! Bei dem demokratiegefährlichen Zustand der System Presse muß alles unterstützt werden was dagegen arbeitet.

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