EU: Ost gegen West, Nord gegen Süd

Wie lange kann die EU noch überleben, wenn faktisch jeder gegen jeden kämpft? Es gibt immer mehr Trennendes denn Verbindendes. So kann die Europäische Union nicht funktionieren.

Von Marco Maier

Ein Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre zeigt einen klaren innereuropäischen Kurs auf: Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 brach die Europäische Union faktisch in eine Nord- und eine Südhälfte auseinander. Die Migrationskrise ab 2015 sorgte dann für einen Bruch zwischen Ost und Westeuropa. Denn die südeuropäischen Länder fühlen sich von jenen im Norden mit ihren (wenngleich auch selbstverschuldeten) wirtschaftlichen und finanziellen Problemen im Stich gelassen. Dasselbe gilt auch für die Westeuropäer, die sich wegen der (ebenfalls selbstverschuldeten) Migrationskrise von den Osteuropäern im Stich gelassen fühlen.

Bezeichnenderweise sind es jedoch vor allem die wohlhabenderen mittel- und nordeuropäischen Staaten, die von den Osteuropäern Solidarität zur Bewältigung der Migrationskrise einfordern, welche sie jedoch den Südeuropäern im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise kaum gewährten. Eine Europäische Union, die sich mit solch großen innenpolitischen Problemen herumschlagen muss, kann auf Dauer nicht funktionieren. Vor allem werden so bei jedem weiteren Krisenfall neue Spannungsfelder erzeugt, die den politischen Zusammenhalt der EU noch mehr erodieren lassen.

Für die Europäische Union heißt dies: Jeder weitere Versuch der Zentralisierung der Macht in Brüssel wird das gesamte Projekt noch schneller an jenen Punkt bringen, an dem der Staatenverbund endgültig auseinanderbricht. Schlussendlich muss man sagen: Die EU scheitert an der Machtgeilheit Brüssels und jener politischen Klasse des "politischen Nordens", die anderen Ländern ihre Vorstellungen aufdrücken will.

Über kurz oder lang wird man auch zur Erkenntnis gelangen müssen, dass die Vielfalt des europäischen Kontinents nicht in einer Union gewahrt werden kann, in der eine kleine Gruppe von Menschen den Ton angeben wollen, dem sich hunderte Millionen von Menschen gegen ihren Willen fügen sollen. Um eine Zusammenarbeit im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Bereich zu gewährleisten, braucht es keinen zentralistischen Moloch, sondern gemeinsame Übereinkommen, die von den einzelnen Ländern je nach Bedarf unterzeichnet oder eben auch ignoriert werden können.

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8 Kommentare

  1. au da wird das heulen groß, wenn deutschland nicht mehr zahlt.ich seh die flüsse und bäche über die ufer treten, der meeresspiegel hebt sich um 10 zentimeter, stimmungs und klimakatastrophe

  2. So braucht man doch nur den Ausführungen eines Frank Walter Steinmeiers in Straßburg zu folgen, der ebenfalls jetzt, sogar als Bundespräsident, nicht erkannt hat, daß sich diese 'EU' zu einem Verein von eifrigen Europa-Fahnenschwenkern entwickelt hat, die unfähig sind, die überfälligen Reformen im politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Bereich, wenigstens nur ansatzmäßig, in Angriff zu nehmen. Sowas ist zum Scheitern verurteilt, was George Orwell mit seiner 'Animal Farm' bereits beschrieben hat.

     

  3. Auf Deutschland bezogen kann man nur noch von einer unbeschreiblichen Ignoranz hinsichtlich der Gegenüberstelllung und Definition von Partriotismus und Nationalismus sprechen. So kann nur noch davon ausgegangen werden, falls es die etablierten Parteien von CDU/CSU/SPD es nicht fertig bringen sollten ein entsprechendes fehlendes deutsches Einwanderungsgesetz, welches immer wieder irrtümlicherweise mit einer Genfer Konvention verwechselt wird, die Etablierung einer deutschen Souveränität, sowie das lückenhafte Grundgesetz durch eine wirksame deutsche Verfassung zu ersetzen, einzurichten, dann muß das eben im Herbst mit einer entsprechenden alternativen politischen Initiative vorangetrieben werden mit der Aushandlung eines Friedensvertrags mit den Alliierten.

    So können diese Versäumnisse auch nicht durch Fußballspielbesuche einer Kanzlerin kompensiert werden, die meint, dadurch die Wähler in Nordrhein Westfalen für die kommenden Landtagswahlen beeinflussen zu können.

    1. So haben wir das besonders einer Angela Merkel zu verdanken, die auch noch das 'unconditional surrender' von 1945 mit dem Ausspruch Obamas akzeptierte, daß Deutschland ein besetztes Land sei und das für alle Zeiten so zu bleiben habe. Was für eine erbärmliche Einstellung!

  4. "…………dem sich hunderte Millionen von Menschen gegen ihren Willen fügen ."                                 Europa stellt sich seit Jahren als eine Ansammlung von Willenlosen dar, die konsumierend in Egoismus und Eigennutzgedanken verharrend, ihren gewählten Politdarstellern freie Hand lassend, das die ihre Nationalstaaten zersetzende Politik vollenden können. In den Parlamenten ist Opposition sehr rar geworden, eine außerparlamentarische Opposition kann sich nicht formieren, da sie von der gesamten Medienmacht mit der Extremismuskeule "zerstreut" wird. Es fehlt nicht mehr viel und Europa "hat fertig".

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