Darum wagt die EZB keine Zinserhöhung

Für die Europäische Zentralbank gibt es einen äußerst gewichtigen Grund, das Zinsniveau nicht so schnell wieder anzuheben. Und das ist nicht die Realwirtschaft.

Von Marco Maier

Offiziell wird seitens der EZB immer wieder betont, man wolle die Zinsen nicht so schnell wieder anheben, weil die Wirtschaft in der Eurozone noch nicht so laufe, wie man es erwarte. Auch wenn das billige Geld vor allem in die Kapitalmärkte fließt und die Realwirtschaft dafür mit steigenden Immobilienpreisen abgestraft wird, hält man an dieser Erklärung fest.

In Wirklichkeit jedoch scheut man sich davor, weil man genau weiß, dass ein steigendes Zinsniveau auch direkte Auswirkungen auf die Verzinsung von Staatsanleihen im Euroraum hat. Angesichts dessen dass, die Schulden der Euro-Staaten inzwischen längst schon die Marke von 9,5 Billionen Euro überschritten haben und damit sogar knapp 60 Prozent über dem Wert von 2007 liegen, ist den Zentralbankern in Frankfurt allerdings auch klar, dass ein steigendes Zinsniveau vor allem die Regierungen vieler Euro-Länder in Bedrängnis bringen wird.

Steigen die Zinssätze für Staatsanleihen der Euro-Staaten wieder auf das Vorkriseniveau, wird dies für einige Länder sehr teuer. Spaniens Verschuldung hat sich beispielsweise seit 2007 beinahe verdreifacht, jene Irlands sogar mehr als vervierfacht, Zypern verzeichnet eine Verdoppelung und selbst angeblich stabile Länder wie Litauen haben inzwischen drei mal so hohe Schulden wie noch vor zehn Jahren.

Für die ohnehin schon angeschlagenen öffentlichen Haushalte wäre dies eine ausgewachsene Katastrophe. Spanien müsste dann anstelle von derzeit rund 31 Milliarden Euro gut 47 Milliarden Euro an Zinsen Italien anstelle von 66 Milliarden Euro gar ganze 109 Milliarden Euro. Das sind gewaltige Summen, die natürlich auch Länder wie Deutschland oder Österreich betreffen würden.

Insofern sind auch die Kritiken von Politikern aus Deutschland oder Österreich an der EZB-Zinspolitik nur rhetorische Manöver. Auch sie wissen ganz genau, welche Auswirkungen eine Zinserhöhung auf die Staatsfinanzen haben werden. Aber wenn es um den "kleinen Sparer" geht, der von seiner Bank Dank der horrenden Gebühren egal bei welchem Zinsniveau ohnehin abgezockt wird, muss man eben auch etwas populistisch in die Pauke hauen.

3 comments

  1. Fakt ist der Euro und die EU sind gescheitert, es kommt wie es kommen muss ! 

    Die EU Völker sind ausgebeutet worden und werden jetzt auch noch durch muslimische,fremde Kulturen unterwandert.

    Ein Hoch auf die Machteliten, Brüssel und Merkel die das umgesetzt haben.

  2. Irgendwann ist Ende im Gelände und wir müsen die Gemeinheiten ausbaden der QualitätsEU

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