Wo die USA auf Militär, Geheimdienste und politischen Druck setzen, arbeitet China mit sogenannter "Soft Power", um Alliierte zu finden. Doch dabei gibt es auch Probleme und Risiken.

Von Marco Maier

Chinas Einfluss in Südostasien wächst sukzessive an. Nicht nur wegen der wirtschaftlichen Übermacht des Staatsgiganten, sondern auch aufgrund der Bemühungen der chinesischen Führung, sich den Menschen in den südostasiatischen Ländern als Partner vorzustellen und nicht als Hegemonialmacht. Ein Vorhaben, welches durchaus Potential hat, jedoch von Risiken und Problemen begleitet wird.

Die Chinesen sind vor allem als Händler und Spieler bekannt und weniger als Eroberer. Das kommt dem öffentlichen Image Chinas in den meisten südostasiatischen Ländern (ausgenommen Vietnam und dem "Amboy-Land" Philippinen) natürlich zugute – und wird von Peking selbstverständlich auch entsprechend ausgenutzt. Die chinesische Kultur, Bildung und Ideologie sind solche Soft-Power-Punkte, die Gründung von Unternehmen (Schaffung von Arbeitsplätzen) und Investitionskredite dürfen auch nicht vergessen werden. In diesem Bereich hat China bereits die USA und Japan von den führenden Plätzen verdrängt.

Für Peking ist klar, dass man nur mit so einer Strategie langfristig Erfolg haben kann. Wie wenig erfolgreich die US-Strategie ist, wird der kommunistischen Führung ja inzwischen beinahe tagtäglich vor Augen geführt. Und auch den Nachbarstaaten ist klar, dass die Chinesen dies auch aus Eigennutz machen: Gute wirtschaftliche Beziehungen zu den Nachbarstaaten sorgen eben auch für gute politische Beziehungen und weniger Reibereien. Vor allem reduziert sich so die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffes über eben diese Länder, weil sich die Bevölkerung dagegen wehren würde.

Bedenklich ist allerdings auch, dass manche dieser Staaten so von der finanziellen Abhängigkeit von den USA und/oder Japan nun eben in ein solches Abhängigkeitsverhältnis mit China rutschen. Zudem begibt sich Peking damit auch in eine politische Abhängigkeit von diversen autoritären Regierungen (wie z.B. in Kambodscha oder Thailand), die jedoch keinen Rückhalt in der Bevölkerung haben und angesichts der Unterstützung Pekings für diese Regimes antichinesische Gefühle entwickeln. Dies ist eine Gefahr, die Peking nicht unterschätzen sollte.

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4 thoughts on “China: Soft Power in Südostasien”

  1. Chinas Einfluss in Südostasien wächst sukzessive an. Nicht nur wegen der wirtschaftlichen Übermacht des Staatsgiganten, sondern auch aufgrund der Bemühungen der chinesischen Führung, sich den Menschen in den südostasiatischen Ländern als Partner vorzustellen

    ————

    Mal wieder einer der üblichn Jubelberichte über das großartige China, das so gaaaanz, gaanz anders ist als das imperialistische US-rael.

    Wer Südostasien kennt, der weiß, dass dies vollkommen an der Realität vorbei geht. Alle Südostasiatischen Länder begegnen China mit großer Skesis, vor allen Dingen die Laorten und Vietnamesen, aber auch die Indonesier und die Malayen.

    Das hat seinen guten Grund. Die zahlreichen Auslandschinesen haben die Wirtschaften und das Geschäftsleben dieser Länder total im Griff, – aufgrund ihrer ausgefeilten evolutionären Gruppenstrategie. Sie bilden überall Monopole und drängen die Einheimischen mit dubiosen, ja oft kriminellen Geschäftspraktiken aus dem Geschäft.

    Industriespionage in großem Stil, Überschwemmung der Märkte mit Billigprodukten, Herstellung von Raubkopien, fake-Produkten u.ä. sind das Markenzeichen der Chinesen.

    Kleiner Hinweis am Rande: Nicht umsonst gelten die Chinesen als die Juden Asiens!

    1. Es trifft in der Realität zu was sie hier anführen allerdings mit einem Hagen . Es handelt sich in diesen Ländern  nicht  um -Auslandschinesen – sondern um alt eingesessene – Inlandchinesen – ( in Thail. z.B. die Thaichinesen )  . Allerdings sind diese alt eingesessenen Chinesen überwiegent Taiwan orientiert . Diesen Schuh ziehen sich die  Rotchinesen überhaupt nicht gerne an . Und haben meines Erachtens auch plausieble Gründe dafür .  Marken Fälschungen und Raubkopien und der gleichen kommen ursprünglich seit eh und je aus Taiwan ein inniger Verbündeter der Amis . Falls sie das noch nicht gewußt haben sollten .

        1.  

           

          Das mit Taiwan halte ich für ein Gerücht:

          Absatzwirtschaft: China kopiert alles – das frustriert

          Marken- und Produktpiraterie in China – selbst wo sich Markenhersteller formal rechtlich absichern, verläuft die Praxis häufig frustrierend. Die „Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Produktpiraterie“ (VBP) schätzt, dass Hersteller in China bis zu 20 Prozent der Markenprodukte fälschen.

          China kopiert und kopiert. Weltweit gibt es wohl keine größere und besser organisierte Industrie zur Kopie von Markenartikeln. Nach Schätzungen der „Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Produktpiraterie“ (VBP) sind bis zu 20 Prozent aller Markenprodukte in China gefälscht. Insgesamt machen kopierte oder gefälschte Waren derzeit nach aktuellen Schätzungen der Zollbehörden zwischen fünf und neun Prozent des Welthandels aus.
           

          http://www.absatzwirtschaft.de/china-kopiert-alles-das-frustriert-2968/

           

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