Europa hatte im Rahmen seiner Kolonialreiche das, was China heute hat. China hat mit seinen weltweiten wirtschaftlichen Kooperations-Systemen das umgesetzt, was Großbritannien und Frankreich als postkoloniale Wirtschaftsordnung gerne als globale Wirtschaftsordnung gehabt hätten – und auch angestrebt haben.

Von Viribus Unitis

Selbstständige Staaten des ehemaligen Kolonialgefüges, die im Rahmen von Koopertionen im Dunstkreis der Führungsmacht, der ehemaligen Kolonialmacht, ihre wirtschaftliche Zukunft gestalten. Das hätten Briten und Franzosen gerne gehabt, mit ihnen (also Briten und Franzosen) als Führungsmacht. Briten und Franzosen haben das aber nicht geschafft. China ist nun dabei, diese an und für sich sehr gute Idee für sich weltumspannend umzusetzen.

Vorteilhaft ist für die Chinesen dabei sicherlich, dass sie nicht das Negativ-Image tragen müssen, das den ehemaligen europäischen Mächten in ihren ehemaligen Kolonien anhaftet.

Briten und Franzosen: Europa am Ende weil Ex-Kolonialmächte scheiterten

Großbritannien wollte im Rahmen seines Commonwealth of Nations eine derartige Systematik wie diese der heutigen Chinesen umsetzen, schaffte es aber nicht. Die bevölkerungsreichsten Länder des britischen Commonwealth sind Indien und Pakistan – und Indien und Pakistan sind zwischenzeitlich Vollmitglieder der SCO. Das wichtigste afrikanische Land des Commonwealth in Afrika ist Südafrika – zwischenzeitlich im Rahmen der BRICS und der chinesischen FOCAC-Initiativen eng an China gebunden.

Ganz im Gegenteil, Großbritannien selbst ist auf Finanzhilfe der Chinesen angewiesen. Das neue britische Atomkraftwerk in Hinkley könnte nicht gebaut werden, würden nicht die Chinesen den Hauptteil finanzieren. Wie wollen die Briten im Rahmen des Commonwealth wirtschaftlich führen, wenn sie nicht mal im eigenen Land die Kernkraftwerke selbst finanzieren können? "The Commonwealth" ist ein britischer PR-Zombie ohne jede Macht.

Frankreich hat mit der Union française (Französische Union), die nach dem erfolgreichen Putsch gegen die französische IV. Republik am 4. Oktober 1958 durch das Inkrafttreten der Verfassung der V. Republik zur Communauté française (Französische Gemeinschaft) mutierte, ähnliches probiert, wie die Briten mit dem Commonwealth. Hat auch nicht funktioniert. Geblieben ist eine Westafrika-Zone (weiter unten mehr dazu) und das Mutterland.

Wobei zu bemerken ist: seit Jahren geht es der französischen Wirtschaft im Mutterland schlechter und schlechter, eine Besserung ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil, Wirtschafts-Auguren mutmaßen, Frankreich und Italien könnten die nächsten europäischen Staaten sein, die wirtschaftlich zusammenbrechen. Wie will Frankreich im Rest der Welt wirtschaftlich auftrumpfen können, beispielsweise in den Ländern der ehemaligen Communauté française, wenn es doch nicht mal das eigene Überleben im Mutterland Frankreich sicherstellen kann?

Franzosen und Briten haben es nicht geschafft – schaffen momentan nicht mal das eigen Überleben ohne fremde Hilfe. Andere Kolonialmächte haben es auch nicht geschafft. Mit "Belgisch- Kongo" (heute Kongo/Kinshasa) begründete das belgische Königshaus seinen ungeheuren Reichtum – vorbei die Macht der Belgier in Afrika. Wer erinnert sich denn noch an die Niederländisch-Indonesische Union. Aus der ist auch nichts geworden, vorbei die Macht der Niederländer in Asien. Von anderen ehemals weltumspannenden europäischen Welt-Kolonialmächten wie Spanien und Portugal ist in diesem Zusammenhang schon gar keine Rede mehr. Beide Länder hängen am Tropf von EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF), und werden nur durch diese Geldströme am Leben erhalten.

Fazit: Bis auf Deutschland sind alle so genannten "Europäischen Großmächte", also Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich wirtschaftliche Krisenzonen und/oder Pleite-Kandidaten. Es sind streng genommen keine Mächte mehr, schon gar keine Großmächte, es sind partiell völlig hilflose Staaten gefangen im Strudel wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Probleme.

"SCO": Zwei Drittel – also mehr als 3 Milliarden – aller asiatischen Konsumenten sind in der von China und Russland geführten Organisation eingebunden 

Asien hat mit Abstand den größten Bevölkerungsanteil im Rahmen der Welt-Aufteilung. Über 60 Prozent der Weltbevölkerung also ca. 4,14 Milliarden Menschen leben in Asien. Von diesen 4,14 Milliarden Einwohnern und Konsumenten sind 3,03 Milliarden in die Shanghai Cooperation Organisation (SCO) als Vollmitglieder eingebunden. Unter anderem sind Indien, Pakistan, Russland und China Teil der SCO, wobei Russland und China als Gründungsstaaten die SCO führen. Im Rahmen dieser SCO-Zählung sind nur die Vollmitglieder gezählt – und diese Vollmitglieder ergeben die 3,03 Milliarden.

Die mächtigsten Länder der SCO sind auch in der BRICS verbündet – also Russland, Indien und China. Mit Brasilien stellt die SCO im Rahmen der BRICS einen Südamerika-Kontakt sicher, und mit Südafrika ist die stärkste Wirtschaftmacht Afrikas mit den mächtigsten SCO-Ländern verbunden.

Um Vollmitglied der SCO zu werden muss man sich zuerst als SCO-Beobachter bewährt haben, die Staaten mit Beobachterstatus in der SCO sind Weißrussland, Mongolei, Afghanistan und Iran mit weiteren 120 Millionen Einwohnern / Konsumenten. Um SCO-Beobachter werden zu können, muss man sich zuerst als SCO-Dialogpartner bewährt haben.

SCO-Dialogpartner sind das mit der SCO-Führungsmacht Russland eng verbündete CSTO und EAEU-Mitglied Armenien, die Nachbarstaaten von Indien, Nepal und Sri Lanka, das zentrale Land im Rahmen der Greater Mekon Subregion (GMS), nämlich Kambodscha und die gerade von Europa heftig geprügelte Türkei, die der SCO die Landbrücke auf den Balkan – hin zu den dort lokalisierten China CEEC-Ländern bringt. Zusammen 141 Millionen Einwohner und Kosumenten. Jeweils aber sind diese Dialogpartner keine Zufälle sondern strategische Zielstaaten.

Die SCO hat also quasi 3,03 Milliarden Voll-Mitglieder, 120 Millionen Beobachter und 141 Millionen Dialogpartner – was einem Gesamt-SCO-Stand von 3,26 Milliarden Konsumenten entspricht. Berücksichtigt man einige Zahlen-Unschärfen, so kann man grob sagen, dass ca. zwei Drittel aller Asiaten im Rahmen der SCO organisiert sind. 

Die von der ADB (Asian Development Bank – Chinas asiatische Antwort auf den IWF und die Weltbank) geführte Greater Mekong Subregion besteht aus Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam – also 231 Millionen Einwohnern und Konsumenten. Die 1992 gegründete Sub- Region versucht unter anderem in Ihrem Bereich den Handel weg vom Dollar hin zu lokalen Währungen, oder als überregionalem Ersatz, hin zum chinesichen Yuan umzupolen. Die Chinesen sind in dieser Region sehr organisiert auf dem Vormarsch, die USA haben dem die letzten 8 Jahre im Rahmen des Obamismus- Hillaryismus nichts entgegengesetzt. Trump hat hier keine Basis auf die er aufbauen kann – keine leichte Aufgabe für die Trump- Truppe.

Zum Vergleich: Die mehr oder weniger von Deutschland geführte Europäische Union (EU) umfasst 514 Millionen Einwohner / Konsumenten, gerade mal ein sechstel, also gerade mal ca. 16 Prozent (sechzehn-Prozent) dessen, was die China und Russland geführte SCO an Konsumenten hat. Wobei die EU nicht die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über diese 514 Millionen hat.

Es gibt Brexit, die 64,1 Millionen Briten gehen Ihren eigenen Weg. Der Brüssel- EU bleiben so noch 450 Millionen Einwohner, über die sei regieren kann. Relativ regieren.

Teilweise hat China schon politische Verfügungsgewalt in EU-Europa – wegen wirtschaftlicher Markmacht. Die EU ist zweigeteilt, weil China mit seiner CEEC 16+1- Organisation bei 120 Millionen EU- Konsumenten nachhaltig mitbestimmt. Brüssel regiert so nicht über 450 Millionen sondern – sollte man getrennt zählen – über 330 Millionen relativ absolut und 120 Millionen in relativer Konkurrenz zu den Chinesen. 

Bedenkt man weiter, dass von den 330 Millionen insgesamt 172 Millionen Einwohner der Krisen- und Pleitestaaten Italien, Spanien und Frankreich sind, die als Großmächte gelten, aber wirtschaftliche Krisenmächte sind, bei der die EU nicht international zu präsentierende Macht finden kann, sondern die selbst machtlos wirtschaftliche Hilfe brauchen. Diese Staaten sind für die EU eher Bürde denn Unterstützung. Dann gibt es noch Deutschland, und der EU- Rest sind Kleinstaaten die global keine Bedeutung haben.

Berücksichtigt man das, dann weiß man, dass die EU- Möglichkeiten nicht nur beschränkt sind, die EU hat nach Außen / im Rahmen der Außenpolitik keine Möglichkeiten mehr, weil sie dazu keine wirtschaftliche und politische Kraft mehr hat – von der militärischen Kraft gar nicht zu reden.

"CEEC": 16 Ost-EU- Staaten / 120 Millionen Einwohner und China: 

Wie bereits in einem anderen Artikel dargestellt, hat China einen europäischen Wirtschafts-Kooperations-Club, die "Cooperation between China and Eastern European Countries" (CEEC) der 16 Ost- Europäische EU- Mitgliedsländer mit 120 Millionen Einwohnern umfasst (den ganzen ehemaligen Ost- Block mit Ausnahme der Ukraine). Dieser Club funktioniert für China und die Osteuropäer ganz gut. China sichert sich so politischen Einfluß im ehemaligen Ostblock und Brüssel muss im Rahmen dieser 16 Staaten um seine Macht gegen China kämpfen.

Nun droht man von Seiten Brüssels den China-CEEC- Ungarn und den China-CEEC Polen mit Rauswurf aus der EU: "Würden Budapest und Polen das Flüchtlings-Quoten-System und damit die Übersiedlung von Asylantragstellern nicht akzeptieren, drohe ihnen der Ausschluss aus der Union, zitierte die Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Dienstag. Laut Information des britischen Blattes The Times sei die Zeit des Taktierens vorbei und seitens der EU Härte angesagt. Zu den 23 Staaten würden auch Deutschland und Frankreich gehören. (APA)"

Würde die EU Polen rauswerfen, dann hätte die EU keinen direkten Landweg mehr von Deutschland in die baltischen Staaten. Über die nordischen Staaten gibt es auch keinen Landweg – nur den Seeweg. Die Land-Güterverkehre müssten sich dann eine Route über Tschechien, Slowakei und die Ukraine suchen – das geht. Bevor man in die baltischen Staaten kommt, muss man von der Ukraine über Weißrussland ins Balitkum fahren. Die Weißrussen sind enge Verbündete der Russen.

Wenn die Polen der EU wegen des Rauswurfes die Durchfahrt verweigern und die mit den Russen verbündeten Weißrussen diese Durchfahrt auch verweigern, dann sind die baltischen Staaten für die EU nur mehr auf dem Seeweg erreichbar.

Keiner der EU-Akteure – immerhin aus 23 Staaten – hat das vermutlich durchdacht. Man redet nur in der EU – man denkt nicht. Natürlich sind die entsprechenden Landkarten online verfügbar, aber zum Lesen von Karten braucht man Intelligenz. Eine Intelligenz die in EU-Kreisen und in 23 europäischen Staaten offensichtlich so nicht als Wissens-Kompetenz verfügbar ist.

China-CEEC-Ungarn und China-CEEC-Polen wird das nicht kümmern, sie haben einerseits den Rückhalt von China, und wissen, dass die EU sich einen Rausschmiss – unter anderem wegen der CEEC-China-Situation – nicht erlauben kann.

Was die EU hier liefert ist infantiles Drohgehabe ohne Umsetzungsmöglichkeit. Hinlänglich bekannte EU-Großmäuligkeit ohne jede Substanz.

"FOCAC / Forum on China-Africa Cooperation": 50 afrikanische Staaten mit mehr als einer Milliarde Einwohner und China

In Afrika gibt es mehrere Akteure die aktiv sind. Signifikant sind dabei an erster Stelle China zu nennen, die USA partiell aber nicht signifikant prägend, partiell in Nordafrika Russland, sehr prägend / dominierend in Westafrika Frankreich und die EU mit der EZB. 

Reste der obig angesprochenen Communauté française gibt es in Westafrika mit einer 14 Staaten umfassenden Union, mit mehr als 155 Millionen Einwohnern, die mit fixem Wechselkurs sogar an den Euro gebunden ist (es sind also europäisch-französische monetäre Kolonien), und sich "Zone Franc" nennt.  Diese Region ist krisengeschüttelt, wirtschaftlich am Boden (gemäß UN-HDI größtenteils die ärmsten Länder der Welt) und wird durch massiven europäischen Militäreinsatz unter Kontrolle gehalten. Die UN haben hier ihre MINUSMA-Operation im Einsatz, Franzosen nennen diesen Militäreinsatz "Operation Barkane" in Deutschland ist er unter "Mali-Einsatz" bekannt. 

Europa ist hier in einem bisher erfolglosen Kampf. Einerseits gegen Flüchtlinge und andererseits gegen Kriege wie den IS-Krieg in Libyen, Boko Haram (IS-Nigeria) und aufständische Tuareg engagiert. Es gab viele Kämpfe, viele Tote, aber bislang keine richtige Beruhigung der Lage obwohl doch mehr oder weniger die größten NATO-Staaten hier militärisch aktiv sind. NATO ohne jeden Erfolg!

Abseits dieser französisch-europäischen Finanz-Kolonial-Enklave sind die Chinesen in Afrika sehr aktiv.

Das Forum on China-Africa Cooperation (FOCAC) wurde mit einem Treffen in Beijing vom 10-12. Oktober 2000 gegründet. Sitzungen finden regelmäßig alle drei Jahre statt, wobei im Rahmen der Tagungen jeweils Aktionspläne (man könnte sagen 3-Jahres-Pläne) bezüglich des Ausbaues der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen beschlossen werden.

Die letzte Sitzung ist am 25. Dezember 2015 im Südafrikanischen Johannesburg zu Ende gegangen. Beschlossen wurde dort von China und 50 afrikanischen Staaten wieder ein 3-Jahres-Plan, der The Forum on China-Africa Cooperation Johannesburg Action Plan (2016-2018).

Die USA hatten unter Präsident G.W. Bush versucht, Afrika zu bearbeiten. Das war nicht sehr erfolgereich, aber immerhin ein Versuch. Im Rahmen des Obamismus-Hillaryismus in den USA hat man Afrika als unbedeutend bewertet und links liegen lassen – sieht man vom Arabischen Frühling in Nordafrika mal ab, der dortigen Region viele Tote und einen wirtschaftlichen Verlust von mindestens 600 Milliarden Dollar brachte.

2016 hat dann die Obama-Administration erkannt, dass da in Afrika wohl was laufe, irgendwas mit Chinesen oder so. Man hätte doch die Versuche von Bush weiterführen sollen – ein schwerer Fehler das nicht zu tun – erkannte man 2016. Da es sowieso einen UN-Gipfel wegen Flüchtlingen und Migranten am 19. September 2016 gab, schloss man daran ein U.S. – Africa Business- Forum an, das am 21. September 2016 stattfand. Viel war nicht als Ergebnis zu vermelden.

Trump hat in diesem Bereich von Obama und Hillary keine Baustelle übernommen, sondern eine Wüste. Kein Leichtes für Ihn hier den USA eine gute Position zu verschaffen.

Gerangel: Australien und Ozeanien spüren das Feuer des chinesischen Drachen

In dieser Region, die Europa auch gerne als Südsee bezeichnet, ist ein heftiges politisch-wirtschaftliches Gerangel zwischen China und den USA im Gange.

Australien: Australia-China Business-Council – Was für das 24 Millionen-Volk von Australien gültig ist, darf man auch für die 4,4 Millionen Einwohner von Neuseeland als richtungsweisend ansehen. Das liest sich im halbamtlichen Originalton so: "China and Australia on Friday inked a series of bilateral agreements and moved to expand free trade between the two major Asia-Pacific economies in a vote of confidence for regional cooperation in the face of rising protectionism."

Australien wie auch Neuseeland sind ehemalige britische Kolonien, sie sind Teil des britischen Commonwealth, können aber der Wirtschaftskraft Chinas nicht widerstehen. Auch das ehemalige Mutterland Großbritannien kann dieser chinesischen Wirtschaftsoffensive nichts entgegenstellen, braucht selbst, wie vorig dargestellt, die Finanzhilfe der Chinesen.

OZEANIEN: Ein riesiges Gebiet, das eine Vielzahl von Inselstaaten beherbergt. Viel Meer, wenig Land (nur relativ kleine Inseln), wunderbares tropisches Klima – die Inseln sie die wahr gewordenen Urlaubsträume jedes Wetter-geplagten Mitteleuropäers. Die Inselstaaten der Region sind traditionelles US-Gebiet, mit Ausnahme der französischen Kolonien in der Region.

Frankreich hat Territoires d’outre-mer, T.O.M. (früher hatte man das Kolonien genannt) in der Südsee, namentlich Französisch Polynesien (bekannt wegen der Tropeninsel Tahiti und der französischen Atomtestgebiete Fagataufa- und Muroroa-Atoll), Wallis und Futuna (neben der bekannten Tropeninsel Fiji liegend) und Neukaledonien, das 1988 einen Aufstand gegen die französischen Kolonialherren verübte, der von französischen Kolonialtruppen auf Weisung von Präsident Francois Mitterand blutig niedergeschlagen wurde.

EU-Europa steht diesem französischen Kolonialismus, trotz eines politisch ständig zur Schau getragenen Anti-Kolonialismus, durchaus positiv-aufgeschlossen gegenüber. Ist Europas ständig explizit-peinlich dargestellter Anti-Kolonialismus nur eine PR-Show?

"China-CELAC Forum": 33 latainamerikanische und karibische Staaten / rund 400 Millionen Einwohner: Latainamerika und China

Am 23. Februar 2010 bildeten 33 latainamerikanische und karibische Staaten "The Community of Latin American and Caribbean States (CELAC)". Die Organistion wurde damit zum Nachfolger der "Rio Group" und der "CALC", also "Latin American and Caribbean Summit on Integration and Development (CALC)".

33 Mitgliedsstaaten: Antigua und Barbuda, Argentinien, Bahamas, Barbados,  Belize, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Dominikanische RepubliK, Dominica, Ecuador, El Salvador, Grenada, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaica, Mexico, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Santa Lucia, Saint Kitts and Nevis, Saint Vincent und die Grenadinen, Suriname, Trinidad und Tobago, Uruguay, Venezuela.

Die Chinesen nahmen die CELAC als Basis und schufen ein Forum zwischen der CELAC und China. Das "China-CELAC Forum" – in Langschrift "Community of Latin American and Caribbean States (CELAC) and China".

Die Chinesen nehmen die Arbeit im Forum sehr ernst. So fanden in 2016 "The Second China-LAC Infrastructure Cooperation Forum" in Macao und am 8. November 2016 das "3rd China-LatAm and the Caribbean Think Tanks Forum" in Peking statt, wo die Beteiligten Ihre Zusammenarbeit im Rahmen von Denken und Planen weiter synchronisierten.

Natürlich, Latainamerika ist seit der Monroe-Doktrin der Hinterhof der USA. Nun ist aber der chinesische Drache mit wirtschaftlichem Feuer in diesem Hinterhof sehr aktiv. Latainamerika ist Machtkampf-Zone zwischen den USA und China.

Obama hat Trump in Lateinamerika einen Scherbenhaufen hinterlassen. Kein leichtes Arbeiten hier, für die Trump-Truppe.

Europa im Größenwahn überschätzt sich und unterschätzt China

Wenn Europa heute unter Führung von Merkel sowohl gegen Putin-Russland wie auch die Trump-USA und (von EU-Präsident Tusk angeregt) gegen China zu Felde zieht, glaubt es an eine Macht Europas – und auch Deutschlands – die es so schon lange nicht mehr gibt. Irgendwie scheint sich die ehemalige und nicht mehr gegebene weltumspannende koloniale Macht Europas im Denken der Politiker eingenistet zu haben. Es sind Schimären vergangener Größe, die den Geist der Handelnden in Europa vernebeln.

China hat nun mit seinen Kooperations- Systemen das, was Europa als nach- koloniale Wirtschaftsordnung angestrebt hatte, und gerne gehabt hätte. Europa hat nichts von dem. Europa steht international mit völlig leeren Händen da. Keine Kooperationssysteme wie die Chinesen – nichts!

Die Medien tun alles, um die Schimäre des mächtigen Europas aufrecht zu erhalten. Forbes setzte Angela Merkel 2016 auf Platz 3 der Liste der mächtigsten Personen der Welt, noch vor dem chinesischen Präsidenten Xi. Das bedeutet, das dargestellt wird, dass Deutschland und Merkel mächtiger sei als China und Xi. Sämtliche Daten sprechen dagegen, ob militärisch, wirtschaftlich oder sonstig, aber das musste sein, Forbes musste es machen, damit Europa nicht aus dem Traum der Macht aufwacht, und in aufgewachter Realität seine Machtlosigkeit erkennt.

Woher soll die politische und wirtschaftliche Macht kommen, mit der Europa die von Tusk angekündigte Anti- China- Initiative gewinnen will? Im Rahmen des internationalen Gewichtes ist – abseits der Forbes- Liste – Europa ein Leichtgewicht, und China in der Heavy- Weight- Klasse. Nochmals gefragt: Wer also sollte sich – aus Europa – diesen machtvollen international vernetzten Chinesen entgegenstellen können? Trump und seine USA haben Möglichkeiten und damit Chancen. Europa nicht.

Europa braucht die USA, um international gehört zu werden – die USA jedoch brauchen Europa nicht. Für die USA ist Europa aktuell in seiner momentan schwachen Verfassung, mit seiner durch nichts gerechtfertigten aggressiven EU- Außenpolitik nur eine zusätzliche Bürde im sowieso schwierigen Umfeld. Das schwache Europa hat nur mehr das was es tut – ohne Substandz das internationale Gesprächsklima zu vergiften. Mehr Macht hat Europa nicht mehr. Und genau das macht Europa für die USA zur Bürde, statt zur helfenden Hand – gegen China und Asien. Europa ist ein schwaches aber lärmendes und mit dem Lärmen das Klima vergiftendes Glied in der internationalen Kette.

Für die vier starken Kettenglieder im internationalen Bereich, China, Indien, Russland und USA, ist dieses schwache Europa in seiner lärmend- Klima- vergiftenden Art, einerseits Lachnummer wegen des dargestellten infantilen Größenwahns, andererseits Ärgernis. Respektierter Gesprächspartner ist Europa schon lange keiner mehr.

Wer also sollte sich – aus Europa – diesen machtvollen international vernetzten Chinesen entgegenstellen können? Die Deutschen – eine große Merkel- Klappe macht noch lange kein mächtiges Deutschland im internationalen Bereich. Oder die EU selbst? Briten? Spanier? Italiener? Franzosen? – Wirtschaftliche Krisen- und Pleite- Staaten – wie sollten die das machen? – Mit welchen Mitteln? – Diese Staaten die sich in Selbstüberschätzung als Großmächte sehen, haben keine Mittel um dieser chinesischen System- Offensive zu begegnen!

Dieses aggressive TamTam das Merkel und die EU-Politiker aufführen ist der Schwanengesang im Rahmen von Europas ehemaliger Macht in der Welt. Schwanengesang? Wikipedia teilt mit: Der Ausdruck geht auf einen alten griechischen Mythos zurück, der besagt, dass Schwäne vor ihrem Tode noch einmal mit trauriger, jedoch wunderschöner Stimme ein letztes Lied anstimmen.

5 KOMMENTARE

  1. Diese erschreckende Reduktion von Kultur auf Konsumenten.

    Es ist die Kultur und die Vielfalt der Kulturen der Reichtum und der Erfolg Europas. Und es ist die Globaliserung, die nun hoch erfolgreich diese Kulturen marginalisiert, als Thema ignoriert als auch systematisch zerstört.

    Billig produzieren hat keinen Wert – es ist nur der Ausgangspunkt für eine endlose Abwärtsspirale.

  2. Der Autor spricht von chinesischer "Kooperation" und stellt Europa und die USA als Organistationen mit schlechtem Verhalten dar.

    Dies ist eine eingefärbte, indifferente, nicht objektive Darstellung der Situation.

    Darum hier meine Gegendarstellung:

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    Export-Imperialismus – Chinas gesellschaftsfeindliche Aggression

    Chinas Dumpinglohnproduktion in Kombination mit weltweitem Export, die durch Kinderarbeit und Dumpinglöhnen realisiert wird ist ein aggressiver Angriff auf die Arbeitsplätze und Produktionsstandorte in anderen Ländern.

    Dabei ist Chinas Dumpinglohn-Praktik ein Verstoß gegen das Menschenrecht:

    Artikel 23,3

    "Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung […]"

    China bricht also das Menschenrecht, um sich auf dem Weltmarkt einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und ausländische Märkte feindlich zu übernehmen.

    Diese feindliche Übernahme sorgt im Ausland für Firmenpleiten, Massenarbeitslosigkeit, ein steigendes Außenhandelsdefizit gegenüber China, daraus resultierend Neukreditaufnahme der Staaten, die dann in die Zinsfalle der Bankiers fallen und am Ende zum Staatsbankrott.

    Somit ist Chinas Export-Imperialismus keinesfalls eine "Kooperation", wie es der Autor formuliert, sondern eine gesellschaftsschädigende Imperialpraktik.

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    Protektionismus – die notwendige Abwehrmaßnahme gegen Chinas Dumpinglohn-Exporte

    Ein Staat, dessen Binnenmarkt von ausländischen Dumpinglohnprodukten feindlich erobert wird kann langfristig finanziell nicht bestehen und läuft in die Staatspleite.

    Folglich sind die europäischen Staaten gut beraten, die asiatischen Kinderarbeit-Produkte aus ihrem Binnenmarkt zu verbannen und die heimische Produktion, sowie deren Arbeitsplätze zu schützen.

    Dies kann mit protektionistischen Maßnahmen wie Zöllen realisiert werden.

    Eine gute Lösung wäre auch ein protektionierter europäischer Binnenmarkt, der auf Selbstversorgung ausgerichtet ist und durch staatliche Maßnahmen eine ausgeglichene Außenhandels-Bilanz gegenüber nicht-europäischen Ländern sicher stellt.

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    Fazit: Chinas Export-Politik ist ähnlich feindlich wie schädlich wie der frühere europäische Kolonialismus.

    Es ist die Herausforderung unserer Zeit, Chinas Export-Imperialismus zu bekämpfen, wo immer er auftritt.

    • Normalerweise müsst man sich bei ihnen Einreihen, Richard. Aber diese Welt ist nicht normal. Hier gehen längst die dümmsten vornweg und alle Applaidiere und sind beigeistert. So dann. China aggiert im Rahmen seiner Möglichkeiten aussergewöhnlich clever. Gelingt es den Pazifischen Raum abzusichern, mit Indien und Pakistan strategische Wirtschaftsbeziehungen zu intensivieren, die NATO aus Afghanistan zu treiben entsteht mit dem Zugriff auf das kaukasischen Becken ein neues Imperium.

      Was Europa angelangt, er Putin es drauf anlegt lässt er den Ukraine Konflikt eskalieren. In den Moment versingt Europa innenpolitisch ins Chaos und ist binnen weniger Tage unregierbar. Bürgerkriegsgebiet. Einzig die stärke Chinas dürft ihn davon abhalten. Die wären der Hauptgewinner einer solchen Entwicklung. Putin sieht wohl Russlands Zukunft eher als Schwergewicht in bzw mit der EU als mit einem mächtigen China. Das vermutlich der einzige Grund warum er Merkel EU noch nicht den Arsch angezündet hat. 😊

  3. Polen und China. Daß ich nich lache. Nichts mehr als Wunschdenken des Authors. Bis jetzt wurden alle chinesische Versuche etwas mit Polen anzufangen einfach Polens Seite arrogant kaputt gemacht. Die Firma Covec (Chinesische Eisenbahn) sollte 20 km Autoban bauen, wurde aber von der Behörde total reingelegt. Sosehr, daß sie ohne Ausrüstung die Baustelle Nachts verlassen haben. Nur die ängstliche Deutsche Bank hat dafür 50 mln Entschädigung bezahlt. Es gibt eine Güterzug Verbindung pro Woche nach China durch Russland. Das Problem ist nur, daß die Waggons von Polen nach China laufen leer.

    Also: Keine chinesische Investitionen, keine Zusammenarbeit. Nur Handel in eine Richtung. Und Polen wegen Flüchtlinge aus der EU zu werfen. Da spinnt der Author.

  4. China ist groß geworden weil unsere privatwirtschaftlichen Unternehmer den Verlockungen des reglementierten chinesischen Marktes zur billigen Produktion von Gütern für den heimischen Markt erlegen sind.

    Sie schreckten nicht vor Kinderarbeit und den unmenschlichen Lebensverhältnissen der Billigarbeiter in China zurück. Es ging ihnen nur um den Profit. China hat das ausgenutzt.

    Mittlerweile steigen die Löhne in China so stark, dass sich der Export vieler Güter aus China heraus in die EU oder anderswohin nicht mehr lohnt und unsere menschenfreundlichen Unternehmer sind gezwungen Arbeitskräfte in andere asiatische und afrikanische Staaten auszubeuten.

    Warum sind dann noch so viele in China geblieben, weitere kommen hinzu, Boeing, Airbus und viele viele andere aber nicht mehr die Billigproduzenten?

    Jetzt ist es der Markt der an Kaufkraft stetig zunimmt und auf den nicht vertreten zu sein sich kein Unternehmen leisten kann. China ist der größte Markt der Welt für zahlreiche Artikel wie Handy, KFZ, IT, Luxusartikel usw. Und das obwohl der Markt dort noch nicht einmal zu 50% erschlossen ist.

    Kein Unternehmer wurde oder wird gezwungen in China zu investieren und dort zu bleiben. Alle kamen und blieben freiwillig.

    Wie war  das doch gleich….. Wandel durch Handel, irgendwann kommt jede Wirtschaft zur freien Markt mit Demokratie und Rechtstaatlichkeit??

    Das Gegenteil scheint der Fall wenn Sie jetzt verlangen unser Markt sollte zur protektionistischen Selbstversorgung zurückkehren.

    Wir müssen uns also eingestehen China hat die überlegene Strategie. Chinas gelenkte Marktwirtschaft mit einem starken staatlichen Sektor scheint unserer freien Marktwirtschaft mit zunehmendem privatem Sektor überlegen zu sein.

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