Bereit für einen Krieg gegen den Iran?

Die US-Generäle sind offenbar für einen Krieg gegen den Iran bereit. Sie auch?

Von William J. Astore / Antikrieg

General Joseph Votel, der Befehlshaber des US-Centcom, sagte diese Woche vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses für die bewaffneten Kräfte, dass die größte destabilisierende Kraft im Mittleren Osten der Iran ist, und dass die Vereinigten Staaten von Amerika darauf vorbereitet sein müssen, die iranische Gefahr für die Region mit „militärischen Mitteln“ zu konfrontieren und zu bezwingen.

Kein Zweifel, der Iran ist ein Plagegeist für die Entwürfe der Vereinigten Staaten von Amerika für den Mittleren Osten. Kein Zweifel, der Iran ist kein Freund Israels. Aber die größte destabilisierende Kraft im Größeren Mittleren Osten? Das sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir sind diejenigen, die 2003 den Irak über den Haufen stießen, nicht anders als die rechtmäßige Regierung des Iran 50 Jahre zuvor.

Der Iran/Persien besteht im Größeren Mittleren Osten 2.500 Jahre lang und hat diesen zeitweise beherrscht. Im Vergleich dazu sind die Vereinigten Staaten von Amerika neu in diesem Bereich. Dennoch sind es die Iraner, die destabilisieren, die in einer ruchlosen „grauen Zone“ zwischen Frieden und Krieg operieren, zumindest wenn es nach den US-Generälen geht.

Abgesehen von der desaströsen Invasion in den Irak 2003, die zufällig auch dem Iran half, verkaufen die Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin riesige Mengen von Waffen an Rivalen des Iran, in erster Linie Saudiarabien. Amerikanische Militäroperationen in Jemen, Syrien, Irak und anderswo im Mittleren Osten haben sowohl die Region destabilisiert als auch Märkte für US-Waffen und Gelegenheiten für die wirtschaftliche Ausbeutung durch multinationale Konzerne geschaffen.

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Ich bin kein Fan des Iran und seiner Anführer, aber kann man diese beschuldigen, weil sie sich gegen das US-Militär und wirtschaftliche Eingriffe in ihre Einflusssphäre wehren? Erinnern Sie sich, wie wir reagierten, als die Russen Raketen nach Kuba brachten. Beachten Sie die ganze feindselige gegen Mexiko und seine angeblich unfairen Handelspraktiken gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika gerichtete Rhetorik.

Vergessen wir nicht, dass der Schah 25 Jahre lang (1953-78) ein amerikanischer Verbündeter war. Das US-Militär verkaufte ihm liebend gern unsere höchstentwickelten Waffen, zu denen damals F-14 Tomcat-Kriegsflugzeuge und HAWK-Raketensysteme gehörten. Diese lauschige Beziehung hörte auf mit der iranischen Revolution 1979. Der Verbündete wurde zum Feind, als die Vereinigten Staaten von Amerika Saddam Hussein und den Irak in dem blutigen Krieg des Irak gegen den Iran in den 1980er Jahren unterstützten.

Dennoch, ungeachtet all dieser Geschichte, ungeachtet aller Einmischungen Washingtons, aller Waffenverkäufe, ungeachtet all der Invasionen und Sanktionen sind die Iraner die destabilisierende Kraft, diejenigen, die mehr „eingreifende“ militärische Aktion der Vereinigten Staaten von Amerika verdienen.

Wenn Amerikas Entwürfe im Mittleren Osten zunichtegemacht werden, schauen amerikanische Generäle nie in den Spiegel, um ihre eigene Schuld und Fehler zu sehen. Stattdessen sehen sie sich um nach neuen Ländern, um denen die Schuld zu geben – und sie anzugreifen. Der Iran ist scheinbar der nächste auf der Liste, ein Land, von dem General Mattis, amerikanischer Verteidigungsminister sagte, dass es „die nachhaltigste Gefahr für Stabilität und Frieden im Mittleren Osten ist.“

Ist jemand für Krieg gegen den Iran? Die US-Generäle sind bereit.

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16 Kommentare

  1. Seit 1945 haben die US-Generäle keinen Krieg mehr gewonnen! Und das wird auch so bleiben! Die US-Schokoboys werden gegen die biologischen Iraner kriegerisch nichts ausrichten!

    1. Wozu einen Krieg gewinnen,

      wenn failed states und permanenter Terror ausreichen, um die Vorherrschaft des Imperiums USrael zu sichern?

      Die Frage ist, wie weit sich die Politik in Europa vor den radikaler werdenden Karren der Achse Israel-SaudiArabien spannen läßt . Die Chance für prosperierendes Europa wäre ein offener und friedlicher eurasischer Kontinent .

      1. Die Chance für prosperierendes Europa wäre ein offener und friedlicher "eurasischer" Kontinent .                                                                     Sie müssen auf beiden Augen blind sein !                                        … unter der Führung des Islam, hätten Sie noch hinschreiben müssen. Dann wäre Ihr geistiger Tiefflug  erkennbarer gewesen!

         

         

  2. 'dreams are cheap'! Diese Vorstellungen einer militärischen Agression der U.S.A. scheitern allein schon an der maroden Finanzierung dieses Pleitelands, welches nicht einmal mehr seine sozialen Probleme von den Kranken- bis zu den Rentenversicherungen in den Griff bekommt.

    Obwohl Trump einer der größten bullshiter aller Zeiten ist, so ist er doch Realist genug um zu erkennen, daß er auf diese Art und Weise niemals Amerika auf seine alte Größe, die hauptsächlich aufgrund seiner Militärausgaben finanziell am Boden liegt, wieder zurückführen kann.

  3. Wollen tun sie vieleicht die bedauernswerten verwirrten Amis . Aber ob sie sich auch getrauen wollen ? Da hat er doch so seine scheins berechtigten Zweifel . Notwendiger Weise war die  Gegenseite , die das unverschämte Treiben der Amis aus den bereits bekannten Gründen nicht mehr hinnehmen können oder wollen , gezwungen bei Bedarf den Amis im Bündnis zu antworten . Also warten wirs ab in wieweit man bereit ist sich seine Wünsche auf der einen und Abkommen auf der anderen Seide zu realisieren .

  4.  

    Ein Trick kann man nur höchstens ein mal benutzen. Solche Propaganda, um ein Angstatmosphäre zu bilden würden die Iraner nicht einschüchtern. Krieg in der Region hat zu eindringler mehr als 20 mal höhere Kosten als für Einheimischer, die so oder so dort leben müssen und nicht weg getrieben werden können. Außerdem Iran ist nicht so stark, dass allein in der Region bestimmen kann, wie es propagandistisch behauptet wird aber ist auch nicht so schwach, dass paar Länder ihn gewinnen können und ohne große Schaden rauskommen konnten, wenn es zum Krieg käme.Deshalb sage ich Krieeeeg macht man zu zweit, Iran ist dafür bereit.Küssen auch.

  5. ihr seid alle dumm und wisst nicht wovon ihr spricht, ihr kennt weder das land noch die bevölkerungs iran bzw deren mentalität und denkweise

    Fazit: wer dumm und unwissend ist, sollte den mund halten

     

  6. USA = williger Speer des Odet Yinon Planes. Oder anders gesehen: sich gewinnbringend am Nasenring durch die Manege führen lassen.
    Der nächste große Krieg da unten kommt, aber: man quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es könnte geladen sein!

  7. der Dorn im Fleisch der Araber ist Israel , das muss fuer alle seiten annehmbar geregelt werden. Ansonsten verhaelt sich die gegend wie ein Dampfkessel immer unter Druck

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