NATO-Chef Jens Stoltenberg denkt darüber nach, mehr Truppen der Militärallianz nach Afghanistan zu entsenden.

Von Marco Maier

Offenbar hat die NATO noch nicht genug Chaos in Afghanistan angerichtet. Geht es nach NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, sollen die derzeitigen Militärkontingente wieder aufgestockt werden. Ex-US-Präsident Obama wollte im letzten Jahr jedoch weniger Soldaten dort stationiert sehen. "Die Sicherheitslage in Afghanistan ist eine Herausforderung. Gleichzeitig ist die Stabilisierung des Landes wichtig im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die NATO beschäftigt sich darum im Augenblick mit der Frage, ob wir die Ausbildungsmission 'Resolute Support' mit derzeit rund 13.000 Mann personell weiter aufstocken werden", sagte Stoltenberg der "Welt am Sonntag".

Es gebe Vorschläge aus Kreisen der Militärallianz, die in diese Richtung gingen, erklärte der ehemalige norwegische Ministerpräsident weiter. "Wir beraten auch darüber, die Trainingsmission nicht mehr wie bisher von Jahr zu Jahr zu verlängern, sondern um einen größeren Zeitraum. Damit würden wir eine längerfristige Perspektive schaffen", ergänzte Stoltenberg. Eine Entscheidung darüber solle demnach im Juni fallen.

Die NATO hatte ihren ISAF-Kampfeinsatz, an dem zeitweise bis zu 140.000 Soldaten beteiligt waren, im Jahr 2014 nach 13 Jahren beendet. Seitdem hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan rapide verschlechtert. Anfang 2015 startete das Bündnis die sogenannte Ausbildungsmission 'Resolute Support', bei der es vor allem um die Ausbildung, Beratung und Unterstützung einheimischer Sicherheitskräfte geht. Derzeit sind rund 13.000 Soldaten aus NATO-Ländern und aus Partnerstaaten der Allianz in Afghanistan stationiert, etwa 8.400 von ihnen stellt das US-Militär. Deutschland stellt für 'Resolute Support' bisher bis zu 980 Mann.

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4 thoughts on “Afghanistan: NATO will Truppenpräsenz wieder ausbauen”

  1. Ging von Afghanistan, bevor Großmächte das Land in ihre strategischen Spielchen einbezogen haben, jemals eine Bedrohung für die Welt aus?                                                                                                                                                                                                 Wenn ich richtig informiert bin, wird Afghanistan seit über 37 Jahren von den unterschiedlichsten Kriegsparteien "heimgesucht" und alle wurden bislang in irgendeiner Form vom "Westen" mit Kriegsgütern versorgt.  In Afghanistan werden Terroristen meines Erachtens von Natotruppen produziert.  Ich glaube, je mehr fremde Soldaten dort auflaufen, umso mehr wächst die Gefahr, dass von den vor dem Krieg flüchtenden jungen Menschen in den Asylländern Terror ausgeht.                Oder kann es sein, dass jetzt mit dem Wiedererstarken der Taliban eine Gefahr für die Mohnernten besteht?

  2. "Die NATO ist ein Angriffsbündnis"  Dr. Daniele Ganser
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    – Illegale Kriege – Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren – Eine Chronik von Kuba bis Syrien   https://de.europenews.dk/Illegale-Kriege-Wie-die-NATO-Laender-die-UNO-sabotieren-Eine-Chronik-von-Kuba-bis-Syrien-132496.html

    Daniele Ganser’s Buch trägt den Titel "Illegale Kriege" und schildert insgesamt 13 Kriege und Staatsstreiche der jüngeren Geschichte, angefangen mit dem Putsch gegen die demokratische Regierung im Iran 1953, über die Angriffe auf Kuba und Vietnam in den 1960er Jahren, bis hin zu den Kriegen gegen Serbien, Afghanistan, den Irak, Libyen und schließlich Syrien in der Gegenwart.

    Daniele Ganser erklärt darin, warum diese Kriege alle „illegal“ waren: „Weil sie alle kein Mandat des UNO-Sicherheitsrates hatten und auch keine Verteidigungskriege waren. Es sind alles illegale Angriffskriege, welche nur stattfinden konnten, weil die Bevölkerung in den NATO-Ländern durch Lügen und Feindbilder getäuscht und verwirrt wurde. Ich habe mich in meinem neuen Buch auf illegale Kriege beschränkt, an denen NATO-Länder wie die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland beteiligt waren. Wenn man die lange Liste der Angriffskriege durchgeht, ist es schon erschreckend. Die historischen Fakten zeigen klar: Die NATO ist kein Verteidigungs-, sondern ein Angriffsbündnis.“

  3. Nachricht der Hoffnung:

    Vorsicht Satire: Kriegsministerin  Uschi hat in der Wüste Afrikas eine bislang verschollene Kampfbrigade von General Rommel gefunden! Satire aus! Ernst herbei: Die BW soll den Saudis ihre Armee ausbilden. Nur mit der Technik hat sie ihre Probleme: Panzer mit Besenstiel- kanonen, Gewehre mit Hitzeempfindlichen Läufen, Flieger die nicht fliegen, usw. Bin gespannt wenn im Ergebnis die ersten Invasoren hier auftauchen!

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