Diverse Banknoten.

Das Bruttoinlandsprodukt im Rahmen monetärer (sic!) Parameter gilt in der allgemeinen internationalen Polit-PR als das wirtschaftliche Maß aller Dinge im internationalen Wirtschaftsvergleich. Ist es das – darf es das sein? – das BIP als ein internationales Vergleichsmaß?

Von Viribus Unitis

Darum geht es. Wikipedia teilt mit: "Das Bruttoinlandsprodukt, in der Schweiz auch Bruttoinlandprodukt (Abkürzung: BIP; englisch Gross Domestic Product, GDP), gibt den Gesamtwert aller Güter, d. h. Waren und Dienstleistungen an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Endprodukte hergestellt wurden, nach Abzug aller Vorleistungen. Somit werden nur alle finalen Güter, also Güter auf Stufe der Endverwendung, als Wirtschaftsleistung erfasst. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt. Im Unterschied zum Bruttonationaleinkommen werden bei der Berechnung des BIP nur die Leistungen im Inland erfasst, es wird das sogenannte Inlandsprinzip angewendet, die Landesgrenzen sind ausschlaggebend."

Gemessen wird die Produktion im Inland – und als reiner Inlandsvergleich von Jahr zu Jahr, für z. B. Deutschland 2015 zu Deutschland 2016 ist das BIP ein gutes System der Messung der Wirtschaftleistung – wenn man bestimmte Faktoren wie die Inflation herausrechnet um damit die Zahlen national seriös zu machen. Man sollte das BIP im Rahmen dessen nicht mit hedonischer Preisberechnungen darstellen, denn das macht die Zahlen national unseriös. Lässt man die Inflation unberücksichtigt wird der Vergleich auch wieder hochgradig unseriös.

Der internationale Vergleich der Wirtschaftleistung mit monetären Parametern ist hochgradig unseriös. Das "Warum" für diese internationale Nicht-Vergleichbarkeit des BIP mit monetären (sic!) Parametern erklären die nachfolgenden Zeilen.

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Produktionsziffern als seriös vergleichbare Realitäten

In den 1920er und 1930er Jahren konkurrierten die Länder im Rahmen der Wirtschaftleistung mit einer Vergleichszahl, die als Referenzzahl relativ aussagekräftig war, weil sie nahe am Rohstoff war. Es war der Vergleich der Rohstahlproduktion, wobei Deutschland, die Sowjetunion, Großbritannien und die USA jeweils versuchten sich den Rang dahingehend abzulaufen.

Die Fahrzeugindustrie ist heute der wohl größte und aussagekräftigste Industriezweig weltweit. Im Rahmen der Fahrzeugindustrie sind international nur die Rohstoffpreise (die Weltmarktpreise sind) vergleichbar. Stahl ist ein Weltmarkt-Produkt und für Deutschland und China gleich teuer. Bei den Energiekosten sieht es schon wieder anders aus. Strom ist für die deutsche Industrie signifikant teurer als für die chinesische Industrie. Die Lohn- und Lebenshaltungskosten der Auto-Arbeiter sind im Rahmen des BIP von absoluter monetärer Unvergleichbarkeit.

Ob in Deutschland oder China, USA oder sonstwo, die Autoindustrie, PKW, LKW, Fahrzeuge aller Art, ist der jeweils wichtigste Industriezweig. Heute ist die Anzahl der produzierten Autos bzw. Autoteile im Rahmen der Automotive- Industrie eine Vergleichszahl die als Referenz der Wirtschaftleistung tauglich ist.

Man sollte wieder wie ehedem im Rahmen der alten Daten die Wirtschaftsleistungen vergleichen, also im Rahmen realer Produktionsdaten. Die Automotive-Industrie ist eine solche reale Vergleichzahl. Real-Produktion als Vergleichsmaß, die alten Wirtschaftsgelehrten wussten schon was sie taten, als sie den Rohstahl als Vergleichszahl nahmen. Auch damals war schon bekannt: Der internationale Vergleich der Wirtschaftleistung mit monetären Parametern ist hochgradig unseriös.

Diese Rückführung auf den realwirtschaftlichen Warenvergleich ist im Übrigen nicht neu. Er wird seit 1986 von der Zeitschrift "The Economist" im Lebensmittelbereich partiell gemacht, um Währungen bezüglich Ihres wahren Wirtschaftswertes vergleichen zu können. Dieser Realwirtschafts-Index wurde so zum international geachteten Standard, um Wechselkurse abseits der Börsen-Handeslkurse korrekt zu bewerten. Wer kennt ihn nicht, den Big Mac Index.

Warum nicht – angelehnt an den Big Mac Index – einen weltweiten Autoindustrie "VW-Golf" Index installieren. Big Mac und VW Golf mit denen die weltweite Wirtschaftsleistung verglichen wird. Das hat doch was.

Verzerrungsfaktor: Inflation

Man unterscheidet zwischen der offiziellen statistischen Inflation und der realen Inflation. Die statistische ist jene, wie sie vom statistischen Zentralamt im Rahmen eines Warenkorbes erfasst wird, wobei politische Notwendigkeiten partiell diesen Warenkorb und die Datenerfassung mitgestalten.

Reale Inflation ist, wenn der Verbraucher ein Glas Bier in Österreich 1998 um 12-14 Schilling / also 90 Cent bis 1 Euro kaufen konnte, und heute ein Glas Bier im Gasthaus 2,70-3,50 Euro kostet (37 bis 48 Schilling), also um 300 bis 400 Prozent teurer geworden ist. Das ist die Geld-Realität – finden sie mal eine offizielle Statistik die diese Realität bestätigt – es gibt keine!

Unter Kohl galt, dass ein Mindest-BIP-Wachstum von 3 Prozent zwingend notwendig sei. Die damaligen Ökonomen projektierten die durchschnittliche Inflation mit jährlich ca. rund 3 Prozent, und um die Wirtschaftleistung zu halten (von Wachstum keine Rede) waren 3 Prozent Wachstum des BIP notwendig. Diese 3 Prozent waren kein Wachstum, sondern der Inflationsausgleich. Erst mit 4 oder 5 Prozent "Wachstum" bekam man damals 1 bis 2 Prozent Real- Wachstum.

Wenn man also heute das BIP als Inlands-Vergleichparameter verwendet – Deutschland 2015 zu 2016 – dann ist es nur seriös wenn die Inflation herausgerechnet wird. Das macht man aber kaum – die Inflation wird meist nicht herausgerechnet, und die Zahlen einfach so präsentiert – hochgradig unseriös!

Wobei auch diese herausgerechnete Inflation eine Relativität im Rahmen der offiziellen Statistik und der realen Inflations-Geld-Bewegungen darstellt, also auch ungenau ist – ein Näherungswert mit relativer Korrektheit.

Das BIP wurde erst als internationale Wirtschafts-Vergleichszahl möglich, also als irreführender internationaler Polit-PR-Gag, nachdem Hoch-Inflations-Länder wie Italien ihre weiche Währung zu Gunsten des Euro aufgegeben hatten. Italien hatte beispielsweise im Zeitraum 1973-1984 durchgehend Inflationsraten über 10 Prozent. Highlights im Rahmen dessen waren sicherlich die Jahre 1974 mit 25 Prozent (sic!), 1976 mit 21 Prozent und 1980 mit 23 Prozent.

Das waren Zahlen, da hätte man noch ein Inflations-gemachtes BIP-Wachstum mit 21 / 23 / 25 Prozent bestens als Wirtschaftswachstums-Boom verkaufen können – tat es aber nicht, weil man sich bewusst war, dass dies unseriös gewesen wäre.

Fakt ist, dass wenn man das BIP von unterschiedlichen Ländern vergleicht, man nicht weiß, wieviel Inflation im Rahmen offizieller Statistik und im Rahmen realer Inflation in das BIP eingeflossen ist. Ein völlig unberechenbarer Verzerrungsfaktor. Normalerweise werden heutzutage die BIPs ohne Herausrechnung der offiziellen Inflation (sic!) miteinander verglichen. Welche Aussagekraft hat so ein Vergleich? Wie seriös ist so ein Vergleich?

Deshalb ergibt sich als Fazit: Der internationale Vergleich der Inflationsraten selbst UND der Wirtschaftleistung mit monetären Parametern ist hochgradig unseriös.

Verzerrungsfaktor: Wechselkurs

Wechselkurse sind so eine Sache. Sie sind realtiv zur Manipulation des Marktes durch die Marktteilnehmer und ihren Kursinteressen, relativ zur Manipulation der Staaten, wie sie selbst ihren Kurs wollen, und Manipulation im Rahmen dessen wer sich im Gerangel des Kurs-auf-und-abs denn durchsetzt.

Legendär sind die Wechselkurs-Manipulationen, die Börsenschlachten, im Rahmen der Spekulationen gegen das britische Pfund. Es gab Zeiten da verteidigte die britische Nationalbank den Pfund-Kurs, und musste doch, nachdem alle Währungsreserven verschossen waren, klein beigeben und einer Abwertung zustimmen, weil sie gegen die Spekulation – initiiert partiell durch George Soros – an den Märkten nicht ankam.

Wechselkurse sind so also Parameter die im Rahmen von teilweise hochgradig unseriösen Kurs-Kämpfen an den Märkten gemacht werden. Sie haben partiell keine Aussagekraft bezüglich der wahren Konkurrenz der Währung und der Volkswirtschaft im Rahmen des Währungsvergleiches, weil sie wegen der Währungsspekulation verzerrenden Spekulationsmechanismen unterworfen sind.

Um das BIP einzelner Volkswirtschaften international miteinander vergleichen zu können muss man die Währung eines Landes oder einer Staatengemeinschaft – also z. B. Euro – umrechnen in eine gleiche Ebene. Beispielsweise muss man um die Wirtschaftleistung von Deutschland mit der von China vergleichen zu können, die chinesische Wirtschaftleistung, die in Yuan angegeben ist, in Euro umrechnen. Oder wie es üblich ist, die chinesischen Yuan werden in Dollar umgerechnet, die in Deutschland verwendeten Euro auch in Dollar, und die Dollar-Beträge dann miteinander verglichen.

Berücksichtigt man die obigen Parameter ergibt sich rein aus den Umrechnungen ein maximaler Wechselkurs-Verzerrungsfaktor.

Allein China wird ständig vorgeworfen es würde durch die Manipulation des Wechselkurses seiner Währung die Wirtschaftschancen seine Wirtschaft zu unterstützen. Tatsächlich versucht China den Yuan relativ "weich" zu halten, damit die chinesische Exportwirtschaft weiter gute Chancen auf dem Weltmarkt hat. 

Zu dieser chinesischen monetären Basis-Verzerrung kommen dann noch die weiteren monetären Verzerrungen dazu. Die EZB teilt ständig mit, man drücke in Europa auf den Geldwert und auf den Wechselkurs, um in Europa die Inflation sicherzustellen und den Außenwert des Euros zu drücken, damit die Exporte aus dem Euro-Gebiet verbilligt werden (also analog das was auch die Chinesen machen).

Offen dargestellte Währungsmanipulation – und mit solcher Manipulation im Währungswert, also im Wechselkurs, macht man internationale Vergleichsdaten – rechnet BIP-Zahlen um. Wie seriös ist das denn? Brücksichtigt man dies alles, im Rahmen der Wechselkurse und der Umrechnungsfaktoren, so ergibt sich als Fazit: Der internationale Vergleich der Wirtschaftleistung mit monetären Parametern ist hochgradig unseriös.

Verzerrungsfaktor: Produktionsvolumen in monotären (sic!) Parametern

Die BIP-Berechnungen erfolgen mit unterschiedlichen Standards. Das höchst unseriöse hedonische Preisberechnungsverfahren setzt sich dabei immer mehr durch. 

Deutschland hatte 2015 ein BIP (international auch Gross Domestic Product / GDP genannt) von 3.363,45 Milliarden US-Dollar. China hatte 2015 ein BIP/GDP von 11.007,72 Milliarden US-Dollar. Das BIP/GDP von China ist somit 3,27 mal so groß wie das von Deutschland.

Deutschland produzierte 2015 insgesamt 6,03 Millionen Fahrzeuge, gemeint sind damit PKW und "Commercial Vehicles" wie LKW, Lieferwagen, Bagger, Kräne, etc.). China müsste also, um den BIP/GDP- Zahlen gerecht zu werden 3,27 mal mehr Fahrzeuge produziert haben – also 19,71 Millionen. China hat aber erheblich mehr Fahrzeuge produziert, nämlich 24,5 Millionen Fahrzeuge – 4,8 Millionen über dem errechneten BIP- Soll.

Dramatischer sind die Zahlen von 2016. Deutschland steigerte im Jahr 2016 seine Fahrzeugproduktion minimal von 6,03 Mio Fahrzeugen minimal auf 6,06 Mio Fahrzeuge. Das BIP/GDP stieg auch minimal auf 3375 Mrd. Dollar (2015 = 3.133 Mrd. Euro). Berücksichtigt man, dass die reale Inflationsrate mit irgendwie 3 Prozent angenommen wird, die offiziellen statistischen Luftnummern mal außer Acht lassend, dann hat die deutsche Wirtschaft gar kein Wachstum gehabt, nur eine durch die Inflation gegebene Umsatz-Erhöhung die ein Halten der Wirtschaftsleistung darstellt.

Das BIP von China erhöhte sich um 6,7 Prozent auf 11745,23 – was im Vergleich zum Deutschland-BIP von 2016 einen Faktor von 3,48 macht. Die chinesische Fahrzeugproduktion müsste gemäß Faktor auf 21,06 Mio. Fahrzeugen sein (6,06 x 3,48) – in real ist der Wert aber wesentlich höher. Wie geschrieben produzierte China 24,5 Mio. PKW & LKW in 2015, und steigerte auf 28,11 Mio. in 2016, um 7 Millionen Fahrzeuge mehr als im Rahmen der BIP-Direktvergleichs-Rechnung mit Deutschland sein dürften.

7 Millionen Autos mehr als im Rahmen der monetären linearen BIP-Vergleiches sein dürften – der lineare BIP- ergleich ist signifikant verzerrend- irreführend!

Berücksichtigt man dies alles, im Rahmen industrieller Produktion im Gesamten, so ergibt sich als Fazit: Der internationale Vergleich der Wirtschaftleistung mit monetären Parametern ist hochgradig unseriös.

Verzerrungsfaktor: Lohnkosten & Lebenshaltungskosten und landwirtschaftliche Produktion

China hat 1.373.541.000 Einwohner, Deutschland nur ‎82.175.000, China hat also 16,7 mal mehr Einwohner als Deutschland. China muss all diese Einwohner auch ernähren, Nahrungsmittel produzieren. China muss fast 17 mal mehr Nahrungsmittel produzieren als Deutschland, um seine Bevölkerung zu ernähren.

China schafft die nationale Nahrungsmittel-Selbstversorgung, wenn man bedenkt, das einerseits Nahrungsmittel importiert werden, andererseits China auch zum großen Nahrungsmittelexporteur geworden ist. 

All diese Chinesen müssen essen wie die Deutschen auch – ein Chinese verbraucht nicht weniger Kalorien wie ein deutscher Esser. Ein Chinese zahlt aber viel weniger für seine Kalorien als ein Deutscher. Es gibt gewaltige Preisunterschiede für – z. B. 1 kg Schweinefleische oder 1 kg Salat in Deutschland und China.

Die Lebenshaltungskosten sind in China in Geldwerten signifikant anders als in Deutschland – weil dort alles eben viel billiger ist. In Sachwerten sind sie gleich, denn ein Chinese braucht auch so viel Essen, so viele Kalorien, zum guten Überleben wie ein Deutscher. Er braucht auch Kleidung zum Anziehen – seine warme Winterjacke ebenso wie modische Frauenkleidung (der Einheits-Mao-Look ist schon lange out).

Um seine Bevölkerung ernähren zu können braucht China eine Nahrungsmittelproduktion die 16-17 mal höher ist als die deutsche Nahrungsmittelproduktion, weil auch 16-17 mal mehr Menschen mit Nahrung zu versorgen sind. Man beachte dabei: In Geldwerten wird dies aber nicht korrekt im BIP dargestellt, weil die Nahrungsmittel in China signifikant billiger sind als in Deutschland, weil der einzelne Chinese signifikant in Geldwerten weniger verdient als in Deutschland und so weniger für die Lebensmittel ausgeben kann als in Deutschland.

2015 verdiente ein deutscher Durchschnittsverdiener gemäß offizieller Statistik 3600 Euro im Monat, also 43.200 Euro im Jahr. Ein chinesischer Durchschnittsverdiener bekam 2015 ein Jahresgehalt von 62.029 Yuan, also umgerechnet 8.356 Euro, gerundet, 8.400 Euro Jahresverdienst, was einem Monatsverdienst von 700 Euro entspricht.

Mit diesen 700 Euro muss ein chinesischer Durchschnittsverdiener Miete, Heizung, Strom, bezahlen, auch Kleidung und Essen finanzieren, und vielleicht auch noch ein Auto abbezahlen und mehr. Mit 700 Euro! Da darf das Essen nicht viel kosten. Da dürfen die Lebensmittel in ihrer Herstellung und auch im Handel nicht viel kosten.

So gibt es im Rahmen des BIP die sogenannte PPP, also die Purchase Power Parity (Kaufkraftparität), die versucht, die BIP-Relativität ansatzweise abzubilden. Vereinfacht gesagt wird im Rahmen des PPP abgebildet, was denn der einzelne Verbraucher "für sein Geld" bekommt.

Die gesamte Lebensmittelerzeugung ist so – in Geldwerten – im Vergleich zu Deutschland viel zu niedrig im Rahmen der Gestehungskosten und damit im Rahmen der BIP-Zahlen bewertet. China produziert 16-17 mal mehr Lebensmittel als Deutschland – was sich im BIP so nicht wiederspiegelt. Ein Vergleich der Lebensmittelproduktion von Deutschland und China in Geldwerten ist daher höchst unseriös, wird aber im Rahmen des BIP-Vergleiches gemacht, weil da auch die landwirtschaftliche Produktion in Geldwerten mit einfließt.

China produzierte 2014 gesamt 723 Millionen Schweine, Deutschland produzierte im Vergleich dazu 46,3 Mio Schweine. China produziert 15,6 mal so viele Schweine wie Deutschland – was mit dem rechnerischen Lebensmittelbedarf von 16-17 mal mehr als Deutschland korrespondiert. In Real-Wirtschaftszahlen wie der Schweineproduktion sieht man das, im monetären Vergleich im Rahmen des BIP nicht.

Betrachtet man den linearen BIP-Faktor von 3,27, der darstellt, China habe 3,27 mal mehr Wirtschaftsvolumen als Deutschland, dürfte China eigentlich nur 46,3 x 3,27 Millionen Schweine, also 151 Millionen Schweine produzieren. China produziert aber mit 723 Millionen Schweinen fünf mal mehr Schweine als der lineare BIP-Vergleich annehmen lässt – das ist doch irreführend von den BIP-Zahlen – oder?

Berücksichtigt man dies alles, im Rahmen der Lebenshaltungskosten und der landwirtschaftlichen Produktion, so ergibt sich als Fazit: Der internationale Vergleich der BIP-Wirtschaftleistung mit monetären Parametern ist hochgradig unseriös.

Verzerrungsfaktor: Produktionskosten & internationale Wettbewerbsfähgikeit

Die BIP-Vergleiche, so stellen die Medien dar, geben einen darstellenden Vergleich über die Wirtschaftskraft, das Wirtschafts-Volumen und die Konkurrenzfähigkeit der jeweiligen nationalen Wirtschaften als solches.

2015 verdiente ein deutscher Durchschnittsverdiener gemäß offizieller Statistik 3600 Euro im Monat, also 43.200 Euro im Jahr. Ein chinesischer Durchschnittsverdiener bekam 2015 ein Jahresgehalt von 62.029 Yuan, also umgerechnet 8.356 Euro im Jahr, gerundet, 8.400 Euro Jahresverdienst, was einem Monatsverdienst von 700 Euro entspricht. Ein deutsche Durchnittsverdiener ist mehr als 5 mal so teuer für einen Wirtschaftsbetrieb, wie ein chinesischer Durchschnittsverdiener (die Lohnnebenkosten nicht berücksichtigend).

Wenn VW in Deutschland einen Arbeiter am Band stehen hat, der den Druchschnittsverdienst bekommt, dann ist dieser deutsche VW-Golf-Montagearbeiter fünf mal so teuer wie ein chinesischer Durchschnittsverdiener der beim Joint Venture FAW/VW (First Automotive Works) in China am gleichen modernen Band steht, und die gleichen Montagearbeiten bei der Golf-Montage macht.

Diese Logik zieht sich durch alles. Diese Lohnkosten gelten natürlich auch für die Motorenproduktion, Sitze und Interieur, Elektronik – das ganze Auto wird im Rahmen der ganzen Produktionskette signifikant billiger – logischerweise. Das gilt für die gesamte chinesische Industrie. Das BIP, das mit nationalem Geld monetär misst, also die Kosten und Einnahmen in nationalem Geld berücksichtigt, wird durch diese Logik in seiner internationalen Vergleichs-Aussagekraft völlig in Frage gestellt. 

Natürlich macht ein in Frankreich mit französischen Löhnen hergestellter Moulinex- Mixer einen höheren Beitrag zum BIP, als ein in Lohnfertigung in China für Moulinex hergestellter Mixer. Es bleibt aber der Fakt, dass es nur ein Mixer ist, vermutlich sogar der gleiche, nur eben mit anderen Kosten produziert. Für einen in Deutschland produzierten VW Golf, im Vergleich zu einem in China produzierten gilt das Gleiche.

Berücksichtigt man dies alles, im Rahmen der Produktionskosten und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, so ergibt sich als Fazit:

Der internationale Vergleich der Wirtschaftleistung (BIP)
mit monetären Parametern
ist hochgradig unseriös.

Um es nochmal anzusprechen. BIP-Vergleiche national, in Deutschland das deutsche BIP von Jahr zu Jahr, oder in den USA das dortige BIP von Jahr zu Jahr, mit Herausrechnung der Inflationsrate, ist durchaus ein eingermaßen aussagekräftiger Gradmesser. Internationale BIP-Vergleiche, die die nationalen BIP international miteinander vergleichen mit anderen BIP, sind hochgradig unseriös.

Internationale BIP-Vergleiche: Billige Polit-PR von kleveren Politikern für ahnungslose Wähler

Natürlich, für Politiker ist der BIP-Vergleich eine willkommene Möglichkeit, den wahren Wirtschaftsrückstand den Europa gegenüber Asien hat, herunterzuspielen. "China ist doch ein ökonomischer Zwerg. China hat fast 17mal so viele Einwohner wie Deutschland, aber nur die 3,3-fache Wirtschaftsleistung". Ich verstehe deutsche Politiker wenn sie das so sagen, es ist zwar unseriös aber als PR-Gag sehr erfolgreich.

"Deutschland ist ein Autoland und produziert 6,06 Millionen Fahrzeuge in 2016" wird stolz verkündet. Dass China 28,11 Millionen Fahreuge produzierte, also 4,6 mal so viele wie Deutschland, wird nicht erwähnt, weil es sich in Deutschland im Rahmen der Polit-PR nicht so gut macht.

Was man berücksichtigen sollte: Im Rahmen der Autoindustrie fährt China wirtschaftlich mit angezogener Handbremse. Autos sind – im Vergleich zu Europa – sehr teuer in China für Chinesen. Das Basismodell des VW Golf kostete 2014 in China 140.900 Yuan, also ziemlich genau 19.000 Euro. Das hat ein VW Golf damals auch in Deutschland gekostet.

Jedoch, ein deutscher Durchschnittsverdiener musste nur 5,27 Monate dafür arbeiten, um den Golf bezahlen zu können – ein Chinese mit dem bereits beschriebenen Durchschnitts-Jahreseinkommen von 8.400 Euro / also 700 Euro im Monat muss über 27 Monate, also über 2 Jahre arbeiten, um einen VW Golf zu bezahlen. Viermal so lange. Da zahlt er dann aber nur am Auto mit seinem ganzen Einkommen. Autos sind in China teuer. Förderungen gibt es in China nur für Elektro-Autos, und von denen wurden 2016 "nur" 351.000 verkauft.

Obama hätte sagen können, "Wir die USA haben 12,2 Millionen Fahrzeuge  in 2016 produziert". Natürlich würde er nicht dazu sagen, dass dies nur 44 Prozent jener Fahrzeugproduktions-Stückzahl ist, die in China produziert worden ist.  

Ein Kollege stellte in seinem Artikel dar, dass man seit 2005 weiß, dass durch die hedonische Preisberechnung das BIP mit über 20 Volumens-Prozent überbewertet ist, und die Wirtschaftleistung gemäß Berechnungszahlen zwar steige, real aber seit 2004 ständig gesunken ist.

Diese Zahlen-Trickersereien, und die bedrohliche Wirtschaftsmacht Chinas, hat Trump erkannt. Sein "Make Amerika great again" oder "USA first" kommt nicht von ungefähr. Trump und seine Berater fallen nicht auf simple BIP-Vergleiche herein, sie stützen sich auf die Real-Wirtschaftsdaten. Genau deshalb sind sie auch so alarmiert. Mit Recht, wie man bemerken darf.

Für Europa kann man sagen – die wirtschaftliche Lage ist dramatisch – zum Nachteil Europas dramatisch! Die Politik schafft es aber, im Rahmen von Nebelbomben, mit Mechanismen wie dem unseriösen internationalen BIP-Vergleich, diese Dramatik der Bevölkerung zu verheimlichen.

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9 KOMMENTARE

  1. selten so einen uniformierten Quatsch gelesen. Wenn von 3% BIP-Wachstum die Rede ist, ist immer das reale Wachstum gemeint, nicht das nominale. Die Verbraucherpreisinflation spielt zudem für das reale BIP überhaupt keine Rolle, für die Umrechnung von realem zu nominalem BIP ist der BIP-Deflator die relevante Größe.

    Ein Preisanstieg von 1 Euro auf 2,7 Euro ist ferner kein Anstieg um 300 bis 400 Prozent, wie behauptet, sondern um 170%, was pro Jahr 3% Preissteigerung entspricht – klingt irgendwie nicht so dramtatisch, oder?

     

    " Ein Kollege stellte in seinem Artikel dar, dass man seit 2005 weiß, dass durch die hedonische Preisberechnung das BIP mit über 20 Volumens-Prozent überbewertet ist, und die Wirtschaftleistung gemäß Berechnungszahlen zwar steige, real aber seit 2004 ständig gesunken ist. "

    Nein, der "Kollege" stellt das nicht dar, sondern behauptet das mit einem Verweis auf einem Artikel, wo praktisch das Gegenteil dargelegt wird, nämlich dass die hedonische Berechnung einen Einfluß von maximal 1% hat.

     

     

     

    • Erstens: Der Link des Kollegen stellt dies korrekt dar. Ihre Aussage ist nicht korrekt – wie auch Ihre Aussage über die 3 % falsch ist.

      Zweitens: Wo haben sie rechnen gelernt – die Zahlen wie folgt:

      Wenn das Bier 1,Euro vor 19 Jahren kostete und es wären jährlich nur 3 % Inflation gewesen, so würde das Bier 2017 nun 1,75 Euro kosten – tut es aber nicht – es kostet 2,70-3,50 Euro. Das bedeutet, es gab eine Inflation von 5,5 % bezogen auf 2,70 Euro / und mehr denn der Preis geht bis 3,50 – bei diesem Produkt.

      Jahr für Jahr seit 1998 mindestens 5,5 % Inflation – bei diesem Produkt. 

      Ganze einfach in Zinsezins- Rechner zu berechnen:

      https://www.zinsen-berechnen.de/zinsrechner.php

      Ich hatte Ihnen schon einmal in einem anderen Artikel geschrieben, sie sollten zuerst prüfen und dann schreiben!

      • @Viribus Unitis

        Sorry aber ich muss mich wiederholen "don´t feed the ™Troll".

        Ich antworte "tm" schon gar nicht mehr, weil ich ihm schon oft genug seine dummen Trollversuche zerlegt habe. Er hat absolut keine Ahnung von Wirtschaftsdaten, wie bis dato all seinen Kommentare zeigten.

        zum Topic: guter Artikel ! für mich die "kreativste" Berechnung haben ja die Amis mit ihrer Gewichtung des Dollars als Welthandelswährung im BIP ; wo sie die weltweiten Transaktionserfolge des Dollars ins BIP reinrechnen ^^^^^^

        • Danke für die netten Zeilen – sie haben recht.

          Das Problem ist nur, dass die Falschdarstellungen von tm von jenen die tm-Qualität nicht kennen, als richtige Darstellungen wahrgenommen werden könnten, weshalb die Korrekturen notwendig sind. 

          Ob tm eine Person ist, oder eines jener TechCamps, also ein TechCamp Aktivist, der überwachend / kommentierend Publikationen wie das Contra- Magazin begeleiten darf man vermuten – ohne es beweisen zu können.

    • PainInTheButt, da es nur 100 Prozent geben kann (und nicht "170 %") ist entweder vom Ist-Zustand – 100 Prozent aktuelles BIP – auszugehen oder zu faktorisieren.

      1 ./. 2,7 = 0,37037037… folglich beträgt die Steigerung von 1 um 1,7 auf 2,7 62,962962 %; rd. 63 Prozent.

      Re. Inflation: Bundesbank- und EZB-Statisken erfassten in den letzten 12 Jahren eine mittlere Inflation von 5,2 %.

      Die "Glättung" des BIP durch den Preisindex (neudeutsch: fake-index) des BA f. Stats ist relativ zu den realwirtschaftlichen Anzeigen der Zentralbanken Selbstbetrug.

      Sowohl die Reallöhne als auch die Vermögenswerte sind (trotz der aktuellen künstlichen Immobilien-Hausse) durch den Euro-Betrug halbiert.

      Unterm Strich bringt der Artikel es schon auf den Punkt: Jeder im Lande Schaffende merkt, dass nichts hängen bleibt und alles mehr und mehr schleift und sich reduziert, sprich effektiver BIP-Rückgang bei erhöhter, verschärfter Besteuerung und Eintreibung (mit zunehmend rechtswidrigen Methoden der Steuerämter).

      • Anale Inflation: per anum – jährliche Inflation von ca. 5 %…

        Vorn rein, hinten raus, nichts bleibt hängen, Magerkur fürn Michel; Speck für die Invasoren – neue und alte Verbrecher.

        Im Judenstaat muss man dann "natürlich" ganz normal noch den Zinseszins-Effekt rechnen:

        Bei einem Geldumsatz von 12 – der Monatslohn ist ausgegeben sobald er auf dem Konto ist – errechnet sich eine interne Rate von 8,33 Prozent. Im Beispiel des obigen Aufsatzes handelt es sich um einen Zeitraum von ca. 20 Jahren.

        1,95583 DEM (1 Euro) des Jahrgangs 1998 inflationiert (entwertet) mit ca. 5 % p.a. bei einem Zinsfuß von 8,33 % gleicht jetzt in 2017 10,28883027 DEM bzw. 5,26 Euro.

        Antwort: Der Wirt muss fürs Bier weit mehr als 5,26 Euro verlangen, sonst bejudet er sich selbst.

        Lösung: Wer nichts wird wird Wirt und macht dicht und sauft sein Bier alleine, bis er so dicht ist, dass ihn kein Ferkel mehr juckt.

         

        • Da hab ich doch eben glatt "Anale Infiltration" gelsesn, denke  mal wegen dem "Anale"

          "AnUale Inflation" und sorry, normalerweise überseh ich Tippfehler weil uninteressant, aber hier musste ich dann doch schmunzeln 🙂

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