US-Army in Europa: Komparsen mit Russischkenntnissen für Kriegsspiele gesucht!

Seit Tagen finden sich im Internet Stellenangebote für Statisten. Die US-Armee sucht russischsprachige Zivilisten, die dem Militär als Komparsen für Rollenspiele dienen sollen. Warum sind dafür Russischkenntnisse nötig? RT Deutsch fragte bei der US-Armee nach.

Via RT Deutsch

Auf behördlichen Internetseiten wie dem Hauptstadtportal Berlin.de oder dem Portal der Arbeitsagentur wirbt die US-Armee derzeit in Stellenanzeigen mit der Überschrift "Russisch – Rollenspieler/innen für NATO-Übungen gesucht" Komparsen an. Diese sollen in "realitätsnahen Übungsszenarios" für die Soldaten die "Zivilbevölkerung in Krisengebieten" darstellen, damit sich die Truppen optimal "auf deren Auslandsmissionen" vorbereiten können.

Ein solcher Vorstoß, und dann auch noch öffentlich ausgeschrieben, klingt ja schon beinahe zu eindeutig nach konkreten Kriegsvorbereitungen mit oder gar in Russland. Die Ansprechpartnerin bei der Agentur Optronics, welche die Anzeige vertreibt, darf der Presse keine Auskunft geben, verspricht uns aber einen Rückruf vom Geschäftsführer, Herrn Truppel. Als dieser wenig später anruft, ist zunächst eine Ansage "Aufzeichnung beginnt" zu hören.

Danke für den Rückruf. Wird das Gespräch aufgezeichnet?

Herr Truppel meint, er könne sich das nicht erklären und ruft von einem anderen Telefon aus an. Es gibt wieder eine Aufnahme, was erneut nicht vom Gesprächspartner, sondern automatisch mitgeteilt wird. Sei's drum, es sind ja keine vertraulichen Gespräche.

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Wir fragen also nach der Stellenanzeige für die so genannten "Civilians on the Battlefield"- Akteure am Kampfplatz, den Rollenspielen – dabei sollen Bewerber für realitätsnahe Übungsszenarios der Armee sorgen?

Dazu dürfe Optronics der Presse aber, trotzdem diese simple Information der Internetseite zu entnehmen ist, keine Auskünfte geben. Der Geschäftsführer verweist auf den zuständigen Kontakt der US-Armee und gibt uns freundlicherweise dessen E-Mail. Mangels Telefonkontakt bekommen wir auch die postalische Adresse beim Joint Multinational Readiness Center (JMRC) sowie dem Kampftrainingszentrum auf europäischem Boden (CTC).

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Nett, aber doch etwas bürokratisch, also mal durchtelefonieren. Nach einigen Versuchen versprechen Kollegen beim JMRC, dass der zuständige Pressekontakt, Captain Bradley, uns zurückrufen würde.

Nach einer für militärische Verhältnisse eher undiszipliniert langen Wartezeit versuchen wir es noch einmal, erreichen unter Captain Bradleys Telefonnummer aber weiterhin niemanden. Also erhält er eine E-Mail mit der Bitte um baldigen Rückruf.

Etwas später antwortet er freundlich per E-Mail, er sei verwundert, dass man ihn nicht anrufen könne, er sei doch unter genau der Nummer zu erreichen. Warum er nicht anruft, bleibt unerwähnt. Einige Anrufversuche unsererseits später antwortet er.

Captain Bradley am Apparat

Am Apparat zeigt sich Captain Bradley sehr freundlich und freut sich wie wir, dass man einander endlich erreicht habe. Sehr schön, also können wir ja zu den recht einfachen Fragen übergehen. Zunächst mal wollen wir wissen, wie lange die Armee bereits mit "Zivilisten am Kampfplatz" übt und wie sich die Anforderungen bezüglich der Sprachkenntnisse in dieser Zeit verändert haben.

Der freundliche Captain antwortet merklich nervös, er habe mittlerweile auch mit der Komparsenagentur gesprochen, diese dürfe uns nun sehr wohl dazu Auskunft geben.

Das ist gut zu wissen, aber wir wollen ja auch über die Aktivitäten der Armee an sich sprechen. Leider könne er uns telefonisch keine Fragen beantworten und nehme diese gern schriftlich an.

Einige E-Mails später antwortet Captain Bradley in professionellem PR-Sprech, dass das Programm Soldaten in der Tat möglichst realistisch trainieren und auf unterschiedliche Situationen vorbereiten soll. Die US- Armee und ihre Verbündeten haben seit 1952 am Standort Hohenfels trainiert. Während dieser Zeit habe sich der Fokus des Trainings dem "Wandel der Umstände in der Welt angepasst".

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Am letzten Training mit so genannten Zivilisten in Krisengebieten nahmen 1.250 Beteiligte der NATO sowie aus Ländern der Partnerschaft für den Frieden (PfP) teil. Diese kamen aus Deutschland, Estland, Frankreich, Italien, Kanada, Lettland, Mazedonien, den Niederlanden, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn.

Die Sprachfrage wurde irgendwie übergangen, also haken wir erneut nach. Seit wann und warum werden für die Übungen Russischkenntnisse verlangt? Können wir und unsere Leser nun davon ausgehen, dass die Armee sich auf Einsätze in russischsprachigen Umgebungen vorbereitet?

Mehrsprachigkeit ist immer gut

Wie wir wüssten, sei gute Vorbereitung ja grundlegend in der militärischen Ausbildung, so der Captain. Die Teilnehmer sollten auf alles vorbereitet sein. Mehrsprachigkeit sorge für Komplexität der Szenarien und solle die Soldaten realistisch herausfordern.

Die Szenarien seien keine Vorbereitungsübungen für konkrete Missionen, sondern lediglich so konzipiert, dass US-Soldaten und Verbündete ihre Aufgaben in jeglichen Situationen ausführen könnten. Für derart unspezifische Vorbereitungen klangen die Sprachanforderungen, außer Russisch waren Tschechisch und Polnisch angegeben, jedoch ziemlich konkret.

Auf erneute Anfrage teilt die Komparsenagentur uns mit, dass alle Informationen ihrer Internetseite zu entnehmen seien. Wozu die ausdrücklich angeforderten Sprachkenntnisse benötigt werden, bleibt seitens der zuständigen Stellen also unbeantwortet.

Die Stellenanzeige hat bereits einige Wellen geschlagen. So vermutet der stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Tobias Pflüger, dahinter konkrete Hinweise, dass die NATO sich auf Einsätze in Gebieten wie Syrien oder dem Baltikum vorbereitet. Auch die Bundestagsabgeordnete Sarah Wagenknecht findet es unerträglich, dass die NATO russischsprachige Zivilisten für Auslandseinsätze anwirbt. 

Die Linke beabsichtigt, diesbezüglich eine Kleine Anfrage einzubringen. Und wir bleiben aufmerksam am Thema. Zudem ist zu erwarten, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow zeitnah zu der Angelegenheit Stellung nehmen wird. Gestern war die US-Kriegskomparserie im deutschen Bundesland Bayern bereits das große Thema zur Prime Time im russischen Fernsehen. 

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Dieser Artikel erschien zuerst auf RT Deutsch und wurde im Rahmen einer Contentpartnerschaft übernommen.

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20 Kommentare

  1. Super unsere Hartz4ler bekommen endlich Beschäftigung und garantiert ob sie jetzt Russisch können oder nicht. Man braucht Kanonenfutter für den Frieden. So kriegt man sie auch los.

  2. So scheint man sich bei diesen Übungen der Illusion eines Pfadfinderlagers hinzugeben, wobei man sich sehr schnell in der Realität bei einem crashcourse für Russisch in einem russischen Kriegsgefangenlager in Sibirien, wo es ums Überleben geht, wiederfinden könnte. So dürfte es, wenn es eine Rückkehr geben sollte, keinen Mangel mehr an Komparsen aus den eigenen Reihen geben, die Russisch einigermaßen beherrschen.

  3. Das Training mit "russischen Komparsen" spiegelt die Absicht dahinter, die nicht mehr nur als realitätsnahe Übung zu interpretieren ist.

    Im besten Falle als eine impotente Einschüchterung, im schlechtesten Falle eine Inszenierumg für NATO Soldaten, um sich möglichst wirklichkeitsnahe an die russische Sprache zu gewöhnen.

    Allerdings schon als Besatzer, um mit der Bevölkerung besser umgehen zu können!

  4. Der Westen versucht wieder einmal, Russland durch militärischen Druck in eine Rüstungsspirale zu zwingen. Putin dürfte darauf nicht eingehen, denn Russland kann sich bereits verteidigen.

    Der Versuch, Russland durch Überrüstung in die Staatspleite zu führen, wird nicht aufgehen!

    1. Richtig, der Russe hat doch gerade erst bekanntgegeben, sein ohnehin geringes Rüstungsbudget zu senken, der läßt sich auf das Spiel nicht ein und hat er auch gar nicht nötig. 

      Der Russe hat mit viel weniger, eine schlägkräftige und moderne Armee, welche in Syrien zum 1.x dem Westen gezeigt hat, wo sie steht und so für einen Schock nach dem Anderen gesorgt hatte. Es ist wirklich beeindruckend, vor allem wenn man dann noch bedenkt von wie tief unten man gekommen ist.

      Keine Ahnung wie der aktuelle Stand ist, aber wenn der Russe den Rothschild wirklich losgeworden ist(?), dann wird es bald noch viel besser für ihn aussehen.

      Dieses Mal wird sich der korrupte Westen totrüsten! Zumwalt, F-35 u.Co. lassen grüßen!

       

       

      1. @Peter

        China ist die einzige Großmacht, die wirklich von den US-Globalisten unabhängig ist. Russland scheint leider noch halb und halb unter deren Kontrolle zu stehen. Wie weit die geht, keine Ahnung. Auf jeden Fall Zustimmung: Der „Westen“, also das US-Imperium des Chaos, ist jetzt schon pleite, und wenn es China und Russland nicht mehr besiegen kann, geht es unter.

  5. …………mal sehen wann Komparsen und Laienschauspieler in russische Uniformen gesteckt werden um eine False Flag……einen inzenierten Zwischenfall zu simulieren, um endlich einen Grund zu haben, Russland millitärisch anzugreifen………..das war schon mal da………

  6. Keine Sorge, die meisten Russen können englisch! Ihr werdet sie also verstehen, wenn sie euch erkären, wo es lang geht! Ist noch viel Platz in Sibirien!

  7. Trump is a real Yankee Swindler

     

    Durchsichtiges Theater: Trump hat den russlandfreundlichen Sicherheitsberater Flynn sofort entlassen, als die Presse Geschrei machte – und ZACK – durch einen russlandfeindlichen ersetzt. Auch unter Trump geht die Flutung Deutschlands weiter. Jetzt hat er der CIA-Agentin Merkel sogar zur gewonnenen Saar-Wahl gratuliert. Usw. Trump ist selbst Globalist, der zwar eine Mauer um die USA baut, aber ggü. dem Rest der Welt die Destabilisierungspolitik fortsetzt.

    Trump ist ein Hotel- und Spielhöllenbetreiber.
    Der versteht sich auf Show. Sein Großvater ist mit Bordellen reich geworden. Und gerade in der US-Politik geht’s um Show, das beherrscht Trump. Spielhöllen und Hotels in Atlantic City und Las Vegas. Seine Casinos waren schon vier mal pleite. Warum haben die Banken seine Kredite nicht fällig gestellt, als der Markt unten war, wie sie es normalerweise tun? Was hat ihn denn gerettet, wenn nicht seine Beziehungen zur New Yorker Finanzoligarchie? Und genau diesen Leuten ist er verpflichtet.

    Trump ist ein richtiger Yankee-Schwindler – wie er im Buche steht. Offensichtlicher geht’s nicht. Er zieht eine Show ab. Irgendwann fliegt der Schwindel natürlich auf. Aber es wird reichen, um die Amerikaner eine Zeitlang hinzuhalten. Und nur darum, hinzuhalten und Zeit zu gewinnen, geht es schließlich bei diesem bankrotten Imperium des Chaos.

    Ich gebe zu, ich bin auch auf ihn reingefallen, zusammen mit vielen anderen, sogar die Russen haben anfangs anscheinend an seine Echtheit geglaubt. Und man muss schon sagen, die Show, die er abzieht ist wirklich gut.

    Gegenbeispiel:
    Eike Batista, bis vor kurzem reichster Mann Brasiliens mit Konzernvermögen im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich, vielleicht hat hier jemand genaue Zahlen. Firmen mit Substanz, auch wenn die Propaganda der brasilianischen Systempresse nun etwas anderes vorgaukeln will. Was ist passiert? Ein Kredit bei New Yorker Banken von soweit ich weiß 3 Milliarden Dollar wurde fällig gestellt, was eine Kettenreaktion auslöste. Absicht? Eike Batista verlor jedenfalls fast alles.

    Trump dagegen war definitiv unter Wasser, Vermögen minus Schulden war unter Null, wie er selbst damals sagte. Einmal, als er an einem Bettler vorbeiging, meinte er: „Der ist reicher als ich.“ Trotzdem haben die Banken weiter gestundet.

    1. Flynn und Russland, eine Nebelkerze!

      Er wurde gegangen wegen seiner Verbindung Türkei/Israel im Zusammenhang mit den Gasfeldern, welche Israel beansprucht. Findet man im Netz.

  8. Amerikaner suchen Russen.

    Amerikaner werden Russen finden.

    "Der Russe hat einen beinahe schon kindlichen Sadismus" (Rudolf Steiner).

    Wohl bekomms – und endlich wird es nicht nur in Europa euer Ende und das Ende unserer aller Strippenzieher sein.

  9. „Amerika ist eine Mißgeburt“ –
    „Ich hasse es nicht. Ich bedauere, daß Kolumbus es entdeckt hat.“

    Sigmund Freud (1856 – 1939)

  10. „Ich bin bekannt für meine Ironie.
    Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten,
    wäre selbst ich nicht gekommen.“

    George Bernhard Shaw (1856 – 1950), Literaturnobelpreis 1925

    1. Doch, als Symbol oder als eine Aufforderung, den Kontinent von den Rothschilds zu befreien!

      Die Amerikaner leiden unter dem Stockholmsyndrom.

      Sonst würden sie nicht als Soldaten der US Army ihr Gefängnis verteidigen!

  11. Es wird langsam ernst mit dem dritten Weltkrieg,nach den ersten beiden misslungenen Versuchen (1+2 Weltkrieg) hofft man,Russland nun unter seine  Knute zu zwingen.

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