Die Türkei modernisiert das Militär, die Griechen wollen gegen den "Erbfeind" nachziehen. Aufrüstung trotz leerer Kassen scheint gerade angesagt zu sein.

Von Marco Maier

Wenn es um Kriegsgerät geht, kennt man in den meisten Ländern der Welt offenbar keine Scham, auch trotz angespannter Haushaltslage aufzurüsten und sich mit Rüstungsgütern einzudecken. Die Türkei und Griechenland stellen hierbei keine Ausnahme dar. Beide Staaten haben finanzielle und wirtschaftliche Probleme, dennoch soll weiter aufgerüstet werden.

Nachdem die türkische Regierung ankündigte, neben dem russischen S-400-Raketenabwehrsystem auch 30 F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin zu bestellen und die F-35-Flotte bis 2023 auf 100 Stück zu erweitern, will auch Athen bei den Kampfflugzeugen aufrüsten – und zwar ebenfalls mit neuen F-35, um angesichts der anhaltenden Territorialstreitigkeiten in der Ägäis gegen den "Erbfeind" nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Eigentlich wollten die Griechen die bestehende F-16-Flotte technisch aufrüsten, was über mehrere Jahre verteilt immerhin 1,7 Milliarden Euro kosten würde. Für die neuen F-35 würde Athen hingegen bei 20 Stück wohl rund 2,1 Milliarden Euro benötigen und dazu noch mehrere hundert Millionen Euro für Bewaffnung, Ersatzteile und Schulungen (Piloten, Mechaniker…) zu veranschlagen haben. Verteidigungsminister Kammenos (ANEL), der dies besonders forciert, stößt jedoch bei vielen Politikern des Koalitionspartners Syriza auf Widerstand. Diese sehen nämlich verständlicherweise keinen finanziellen Spielraum für solche Aktionen.

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6 thoughts on “Türkisch-griechische Aufrüstungsspirale?”

  1. Das kleine Dänemark mit seinen angeblich 5 Millonen glücklichsten Menschen der Welt, hat ja unlängst auch 27 Kampfjet F35 geordert. Zur  Abwehr der russischen Bedrohung hat das Geld für die ursprünglich geplante Stückzahl von 35 Stück dann doch nicht gereicht. Die Dänen sind irgendwie "Glückspilze" – immerhin haben sie die Kosten für 8 Schrottflugzeuge gespart. 

  2. Diese Spirale gibt es schon seit 40 Jahren.

    Es sagt doch alles, dass die Nato und die EU diesen Konflikt wohl bewußt am laufen halten und nichts dagegen tun. Eine Schande ist das!

    Ich mach mir aber keine Sorgen um die Griechen! Sie haben die besten Piloten der Welt – kein Wunder sie sind ja in ständiger Abwehrübung – und holen die Türken wenns sein muß auch mit dem Doppeldecker vom Himmel!

    Dennoch, Erdowahn könnte jetzt, da erheblich unter Druck, einen Krieg vom Zaun brechen. In Ablenkung von innertürkischen Problemen und bei der Verschleierung seiner eigentlichen Ziele war und ist er ja noch immer ein Meister!

     

  3. Ich bin mindestens so begeistert wie der Vorstandschef von Lokheed und Co. Ein Wetrüsten innerhalb des Eigenen Bündnisses zu initiieren musst erstmal hinkriegen. Nun is man wenigstens in der Beziehung unabhängig vom Russen. ?

  4. Läuft wie geschmiert und nach dem bekannten Muster, war glaube ich, schon bei Napoleon so ähnlich.

    Rothschild-Banken finanzieren beide Seiten und Lockheed-Martin rüstet aus.

    Das ist doch ein geniales Konzept.

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