Kurz bevor das britische Parlament die Weichen für den Brexit stellte, kündigte die schottische Ministerpräsidentin an, ein zweites Unabhängigkeitsreferendum durchführen zu wollen.

Von Marco Maier

Wenn Großbritannien die EU verlässt, dann soll Schottland eben das Vereinigte Königreich verlassen – so sieht es wohl die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) und Ministerpräsidentin Schottlands, Nicola Sturgeon. Ihr ist die Zugehörigkeit Schottlands zur Europäischen Union wichtiger als die Rückerlangung der britischen Unabhängigkeit.

Sturgeon erklärte, dass es nicht nur um das zukünftige Verhältnis zu Europa, sondern auch um "die Art von Gesellschaft, die wir sein wollen" gehe. Deshalb kündigte sie auch konkrete Schritte für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum an. Dies stieß jedoch bei Premierministerin Theresa May erwartungsgemäß auf Unverständnis. Sie verteufelte den Plan der Schotten als "zutiefst bedauerlichen Tunnelblick der Nationalisten".

Dabei waren es ja vor allem nationalistische Tendenzen, die zum Brexit führten, weil viele Briten von der Brüsseler Eurokratie einfach die Schnauze voll hatten. Wäre die ohnehin eher sozialdemokratisch orientierte SNP so nationalistisch, wie es May ihnen vorwirft, würden sie nicht danach streben, Schottland in der EU zu halten.

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4 thoughts on “Schottland: Neues Unabhängigkeitsreferendum soll kommen”

  1. Jeder der noch etwas Versand hat wird versuchen die EU zu verlassen. Schottland kann auch alleine in Freiheit und Wohlstand leben. Viele andere Länder ohne Einwohner machen es vor.

    1. Länder ohne Einwohner?

      Coole Meinung, wenn Schottland zu >40% von EU Fördergeldern lebt. 

      Erst informieren, dann denken, dann quatschen…

  2. "Nationalisten" hat halt verschiedene Bedeutungen.  Bei Mays Sprachgebrauch geht es gar nicht darum, jemanden zu verteufeln.  "Nationalismus" wird anderswo nicht unbedingt abwertend gebraucht.  Es bedeutet hier so viel wie "Separatismus".   Es geht einfach um die Feststellung, dass die Schotten mit Erzählungen von nationalen Eigenheiten Politik machen  wollen.  Die neue Nationalerzählung maskiert andere Gegensätze.  Eine Weile ging es um Bodenschätze.  Dann um Sozialtransfers.  Jedes mal war die Drohung mit Spaltung ein Mittel um Druck aufzubauen.  Daher "divisive nationalists".  Und mit wirklicher Eigenständigkeit hat Sturgeon natürlich nichts im Sinn.  SNP sind bunte Globalisten, die mit den Grünen in einer Fraktion sitzen und Tories ebenso hassen wie sie Brüssel und alle Globalisten-Projekte lieben.  Ohne das Bündnis mit Brüssel würden die jetzt nicht aktiv.  Auch hier geht es darum, die potenzielle Eigenständigkeit zu nutzen, um in eigenem Interesse oder für Brüssel von London etwas herauszuschlagen.

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