Goldbarren

Russland und China setzen verstärkt auf Gold statt US-Dollar. Vor allem US-Staatsanleihen werden abgestoßen. Das hat triftige Gründe.

Von Marco Maier

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Regierungen in Moskau und Peking besonders großen Wert auf den Ausbau der Goldreserven legen. Doch gleichzeitig versuchen beide Länder, die von ihren Zentralbanken gehaltenen US-Staatsanleihen sukzessive loszuwerden, was die Washingtoner Politriege zunehmend in Bedrängnis bringt. Gründe für diese Entwicklung gibt es mehrere.

Ein gewichtiges Argument ist die horrende Staatsverschuldung der USA und das sinkende Vertrauen in die Finanzstabilität des Landes. Da die Inflation zudem höher ist als die Verzinsung der US-Papiere, sind sie zudem ohnehin längerfristig eine schlechte Geldanlage. Immerhin werden Güter für Papiere verkauft, die schlussendlich (sofern sie dann noch einlösbar sind) deutlich weniger Wert sein werden, als die Waren zum Verkaufszeitpunkt.

Dann gibt es noch den Umstand, dass Gold eine "staatenlose Währung" ist, die nicht von den Notenpressen der Zentralbanken beliebig vermehrt werden kann. Sowohl in Moskau als auch in Peking weiß man, dass der jetzige Goldpreis ohnehin durch das ganze "Papiergold" verzerrt wird und mit der Realität auf den Goldmärkten selbst faktisch gar nichts zu tun hat.

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Nicht zu vergessen: Viele US-Anleihen auf den Kapitalmärkten sorgen (zusammen mit dem Handel in eigenen Währungen) für eine Schwächung des US-Dollars. Zudem erschwert dies der US-Regierung, neue Anleihen zu platzieren. Dabei ist Washington darauf angewiesen, zumal die Staatsfinanzen nach wie vor völlig außer Kontrolle sind. Auch so kann man die globale Kriegsmaschinerie der USA ein wenig einbremsen.

China und Russland gehören übrigens zu den weltweit größten (Platz 1 und 3) Goldproduzenten der Welt. Alleine Russland produzierte im vergangenen Jahr schon 288,55 Tonnen an Gold, nachdem im Jahr 2015 noch 289,51 Tonnen produziert wurden. Das beinhaltet auch 237,83 (2015: 234,31) Tonnen Gold aus den Goldminen.

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6 KOMMENTARE

  1. Währungs-,  finanztechnisch  und wirtschaftlich sicher nicht die schlechteste Lösung, für CN, RU und deren Völker. Vermutlich auch ein guter Teil Schadensbegrenzung und Retourkutsche für aggressives US- und NATO-Verhalten. Wäre ja auch noch schöner, wenn Russen und Chinesen – auf Dauer – die Orgien der Schuldenreiter bezahlen müssen. Besonders clever, die doppelten Manipulationen der Gegenseite geschickt zum eigenen Vorteil ausgenutzt, Hut ab…  Würde der Weisen aus der Uckermark nie in den Sinn kommen, die verscherbelt unsere Guthaben in alle Welt, für noch mehr Probleme!

    • Das stimmt nicht Geld kann unendlich ohne Wert gedruckt werden siehe EU Doller …. wertlos und nur was wert weil du es akzeptierst! Gold allerdings gedecktes Geld ist nur soviel draussen wie an wert vorhanden ist und so hat das auch ein wert.

       

  2. " Doch gleichzeitig versuchen beide Länder, die von ihren Zentralbanken gehaltenen US-Staatsanleihen sukzessive loszuwerden, "

     

    hm eigentlich gerade nicht. Der Abbau wäre ja kinderleicht, es müssten nur keine neuen Anleihen gekauft werden und der Bestand würde nach und nach tilgen. Tatsächlich aber stieg der Bestand im Dezember sogar nach sechs Monaten mit Rückgängen ausgehend von einem sehr hohen Niveau wieder an.Mit offiziell 1,058 Bio. USD hält China aber immer noch mehr als jemals vor Juli 2010. Vermutlich sind die Rückgang von Juli bis November auch eher Ergebnis der Kapitalflucht aus China (die Devisenreserven insgesamt sind um 1 Bio. USD gefallen).

     

    Und Russland ist ohnehin kein relevanter Player bei US-Staatsanleihen.

  3. " Nicht zu vergessen: Viele US-Anleihen auf den Kapitalmärkten sorgen (zusammen mit dem Handel in eigenen Währungen) für eine Schwächung des US-Dollars. "

     

    Das wäre ja prima für die US-Wirtschaft, aber tatsächlich hat der USD in den letzten Jahren gegenüber praktisch allen anderen Währungen deutlich aufgewertet – was insbesondere bei China bemerkenswert ist, da gleichzeitig die Devisenreserven deutlich gesunken sind. Der Verkauf der Reserven hätte den CNY eigentlich stärken müssen; stellt sich also die Frage, wieviel Wert der CNY sonst verloren hätte.

  4. China lässt sich schon seit Langem die US-Schulden in Gold anstatt Dollar auszahlen. Russland wurde jüngst (Ukraine-Krise) quasi dazu genötigt sich vom Dollar schnellstmöglich abzuwenden. 

    Das Monopol zum Bestimmen – und somit zum Manipulieren – des Goldpreises hat die City of London nicht mehr, seitdem der Goldverkauf nun auch in Shanghai getätigt wird. 

    Der Untergang des Petro-Dollars läuft bereits auf Hochtouren, fraglich ist nur WANN sich alle von den wertlosen Schuldscheinen trennen werden und WER der größte Verlierer sein wird. 

    Ich tippe mal ganz stark auf die EU, da z.B. Belgien unverhältnismäßig viele Staatsanleihen der Amerikaner dazu kauft. Die USA als Verlierer des Dollar zu sehen, ist schlichtweg lächerlich. Er ist der einzige Grund, warum es die Amis überhaupt so weit gebracht haben bzw. bringen konnten. Dass sie so langsam auch sie Kehrseite See Medaille kennenlernen, liegt einzig am Geldsystem – indem jeder Verbrauchen im Endeffekt nur verlieren kann! 

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