Rentner auf einer Parkbank.

Jene, die Dank den Fehlentwicklungen eine private Altersvorsorge nötig hätten, können sich diese einfach nicht leisten. Jene die es sich leisten können, brauchen sie nicht wirklich. Es braucht ein anderes System für Rente und Krankenkassen.

Von Marco Maier

Deutschland ginge es gut, wie schon lange nicht mehr. So die standardmäßig immer wieder rezitierte Phrase der Berliner Politik. Und ja, Dank des massiven Exportüberschusses (der mit Schuldscheinen bezahlt wird, wie z.B. über die Target2-Salden oder die Dollar-Bestände) finden viele Menschen (wohl schlussendlich auf Kosten der Bundesbank) eine Arbeit – doch die reicht oftmals lediglich gerade einmal so zum leben. Extras sind – auch mit Mindestlohn – nicht wirklich drin.

Dank der Lobbyarbeit der Versicherungsindustrie und der Finanzwirtschaft heißt es, dass man eben privat vorsorgen müsse, um nicht in die Altersarmut abzurutschen. Tja, um zumindest auf Mindestsicherungsniveau zu kommen und nicht "aufstocken" zu müssen, bräuchte man bei einer Vollzeitstelle schon einen Mindestlohn von 11,50 Euro pro Stunde. Wer weniger verdient (und das sind Millionen von Menschen in Deutschland), könne ja "Riestern". Nur: Das Geld, was man sich von diesem kargen Lohn vom Mund abspart und in die "Riester-Rente" steckt, wird einem im Alter dann noch angerechnet – und man bekommt eben kein Extrageld zum Existenzminimum. Klingt vielleicht blöd, ist aber so.

Die Menschen in Deutschland werden von der Berliner Politik nach Strich und Faden verarscht – und bedanken sich dann auch noch dafür mit weiterhin gehaltener Treue an den Wahlurnen. CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP – all diese Parteien waren in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Regierungsverantwortung und haben genau für diese Entwicklung gesorgt, die sich jetzt manifestiert. Eigentlich muss man sich ja schon fürchten, wenn einer dieser Politiker das Wort "Reformen" auch nur in den Mund nimmt, zumal dahinter nicht selten die Interessen diverser Lobbyisten oder auch der ominösen Bertelsmann Stiftung (ja, das ist jene, die Hartz IV quasi ausgearbeitet hat) stecken.

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An und für sich würde es genügen, wenn man eine Basis-Altersversorgung für alle Menschen einführen würde, die sowohl eine ausreichende Rente (gedeckelt mit maximal dem Doppelten als Höchstbezug) und eine adäquate Gesundheitsversorgung beinhaltet. Und das ohne Beitragsbemessungsgrenze, so dass die Gutverdiener auch ihren solidarischen Beitrag dafür leisten. Denn die Geringverdiener haben derzeit faktisch keine Chance, der Altersarmut zu entrinnen, während die Gutverdiener nicht nur mit hohen Renten rechnen können, sondern sich auch noch einiges an Geld beiseite legen. Letzteres wäre dann immer noch gegeben, so dass sich auch die Besserverdiener nicht vor massiven Einschnitten beim Lebensstandard im Alter fürchten müssten.

Das hieße aber auch: Schluss mit der unsinnigen Trennung zwischen Rentnern (Privatwirtschaft) und Pensionisten (Staatsbediensteten), sowie mit den unzähligen Krankenkassen (privat und staatlich, wobei die privaten Kassen gut dabei verdienen, während die gesetzlichen Kassen fast nur noch die Geringverdiener und Kostenträger haben). Jeweils eine Renten- und Krankenkasse sind ausreichend. Was ja nicht bedeutet, dass sich Besserverdiener mittels privaten Zusatzversicherungen weitere Leistungen erkaufen können. Doch die Grundleistung der einheitlichen Renten- bzw. Krankenkasse muss so hoch sein, dass weder Alter noch Krankheit ein Grund dafür sind, in die Armut zu fallen.

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11 KOMMENTARE

  1. Mit der Arbeitsmigration aus dem Osten und Süden Europas wird gezielt Lohndruck auf die unteren Einkommensbezieher ausgeübt. Die Gewerkschaft hat kein Interesse an dieser Gruppe und Solidarität wird durch Massenmigration, die jede Gruppenidentität als Voraussetzung für Organisation verhindert, untergraben.

    Das Kapital ist organisiert und im Ziel einig, die Bevölkerung atomisiert.

    • Die unsere sozialsysteme immens belastende und gefährdende Massenmigration darf dennoch nicht als Ursache isoliert betrachtet werden.

      Wer sich mit fhlern des jetzigen, herrschenden Geldsystems beschäftigt, stößt auch auf die Tatsache, dass das Zinsessinssystem zerstörerisch wirkt.

      Man beachte dabei u.a. den immer größer werdenden Anteil der Zinlast im Bundeshaushalt, sidass zu Verteilen an anderer Stelle weniger übrig bleibt. So wird deshalb eher im Sozialbereich gestrichen, nicht aber bei militärischen Mitteln. Dennoch kommt der gesamte haushalt zusehens unter Druck.. Denn ewiges Wirtschaftswachstum kann es halt nicht geben.

      Zudem ist das jetzige Geld nicht umlaufgesichert, wie in der sogenannten Freiwirtschaft – siehe dazu Sivio Gesell.  Das bedeutet, dass Geldbesitzer bei nicht wunschgemäßen bedienen der geforderten Zinsen ihr Geld straffrei horten, also dem Wirtschaftskreislauf entziehen können. Die arbeitsplatzschaffende Mittelklasse kommt so immer schwieriger an benötigte Geldmittel und gerät allgemein enorm unter Druck 8Preise können nicht akut erhöht werden, ohne selbstfährdend zu sein), woraus u.a. Lohndumping resultiert.

      Im hiesigen Rahmen lassen sich die ursächlichen Problem nur unzreichend und sehr oberflächlich andeuten. Aber es lohnt sich generell, sich dazu mal mit Silvio Gesell und aktuellen Freigeldinitiativen (Regionalgeld) zu beschäftigen.

       

  2. Der Autor hat da in vielen Punkten Recht.

    Die Riesterrente der SPD war ein Betrugsmodell, mit dem Ziel die Finanzindustrie an der Rente verdienen zu lassen.

    Schröder und Riester sollen da von der Finanzindustrie geschmiert worden sein. Walter Riester soll von der Finanzindustrie über 181.000 € für Vorträge und weitere Sachleistungen erhalten haben. Offene Korruption.

    Die Rot-Grüne Regierung war in vieler Hinsicht unfassbar korrupt.

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    Finanzminister Eichel hat damals eine Unternehmenssteuerreform eingeführt, welche die Konzerne um mehrstellige Miliardenbeträge an Steuern erleichtert hat.

    Man sollte diese Unternehmenssteuerreform rückgängig machen und diese Steuergelder dafür einsetzen, um eine Mindestrente von -wie es die Linken fordern- 1050 € einzuführen. Eine saubere Gegenfinanzierung.

    Es ist nicht hinnehmbar, dass im Land des Exportweltmeisters Massenarmut existiert. Dies ist ein grundlegender Systemfehler, eine Fehlpolitik.

  3. Beamtenpensionen deckeln

    Wozu braucht ein solcher 8.000 monatlich, wenn er nur noch auf dem Scheißeimer sitzt!

     

  4. Privatvorsorge..ist das nicht dieses perfide Zusammenspiel korrupter Politik mit der Versicherungswirtschaft..zum zwecke der Bereicherung?!

    Wirklich Arme Leute können dieses ''Spiel'' gar nicht mitmachen.

    So zieht sich ein Staat aus der Verantwortung..und überlässt den Bürger sich selbst.

    Wenn es den Egoismus und die Selbstsucht des Individuums nicht gäbe..wäre dieses Konstrukt welches sich ''Staat'' nennt..wohl längst in Flammen aufgegangen.

    • @HansWurst – Danke für den Link! Man stelle sich vor, das wäre einer von der AfD gewesen, dann wäre es tagelang, in den MSM, hoch und runter gelaufen!

       

  5. Es gibt nur eine sichere Privat/Altervorsorge – (nicht registiertes) Edelmetall !

    Denn auch unser "Betongold" wird man uns früher oder später wegnehmen, oder uns Schritt für Schritt enteignen (z.B. Zwangshypotheken und "Eigentum verpflichtet", siehe GG). So wie man es auch mit dem Bargeld vor hat und mit der eigenen Mobilität.

    Unsere ganzen Vorfahren wußten schon, warum sie (gerade in Krisen) Gold hatten und dieses vergraben hatten. 

     

     

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