Die Zellstoffindustrie in Portugal verbraucht 8,5 Millionen Kubikmeter Eukalyptusholz pro Jahr, von denen etwa zwei Millionen aus Mangel an Reaktionsfähigkeit des nationalen Waldes importiert werden. Dabei bringt die übermäßige Expansion des Eukalyptus große Umweltprobleme, wie unkontrollierte Waldbrände und Bodenerosion mit sich.

Von Edgar Schülter

Die Eukalyptus-Monokultur bringt wenig Potential für den Wald. Sicher kann man hier schneller Cellulose erwirtschaften, was die Industriellen sich für den Profit gerne wünschen, jedoch sind die Nachteile einfach zu hoch. Nicht nur das ein hoher Wasserverbrauch in Anspruch genommen wird, es verursacht auch noch eine hohe Bodenerosion und unkontrollierte Waldbrände mit schwierigen Feuern.

© Rui Filipe Gutschmidt

In Portugal ist nach den Ergebnissen des Landesforstinventars, Eukalyptus um 13 Prozent zwischen 1995 und 2010 gewachsen, es ist die dominierende Spezies im portugiesischen Wald mit 812 000 Hektar.

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Der Industriesektor findet es als selbstverständlich, dass die Produktion weiterhin erhöht werden muss, ohne Rücksicht auf die leidende Umwelt. Die Regierung jedoch, hat eine Begrenzung der Ausweitung der Eukalyptus Baufläche im Parlament angekündigt.

Auch der „Linke Block“ in Portugal (Bloco de esquerda), hat sich schon immer wegen der großen Nachteile der Eukalypten für eine Forstreform ausgesprochen. Leider kamen früher die Debatten erst immer zu Tage, wenn die Wälder abgebrannt waren und verschwanden auch kurz nachdem sobald die Asche sich wieder abkühlte. Dieses Mal ist es jedoch anders, die Regierung hat endlich die Entscheidung gefällt, nach Verhandlungen mit den Grünen u. a., die nötigen Änderungen der Rechtsvorschriften durchzusetzen. 

So zitierte der Linke Block: „In der Forstreform fehlte der politische Mut, den Monokulturen des Eukalyptus und dem damit verbundenem Cellulose-Monopol ein Ende zu setzen. Es wurde in unserem Land, durch strategische Investition in der Politik und Ausbildung, die Sachlage so manipuliert, dass die Natur nur den Interessen der Cellulose-Industrie dienen sollte. Die Lobby bewegt sich ständig zwischen Ignoranz und Gunst in Mitten der politischen Zyklen. Tausende von Investitionen in Meetings, Schulungen und Pilotprojekte, sollten für eine Akzeptanz der Ideologie der Umweltzerstörung, als unüberwindlich und in vielen Fällen gar als wünschenswert zugunsten der Geldgier beitragen.“

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10 thoughts on “Portugiesische Zellstoffindustrie: Regierung verbietet neue Eukalyptus Anpflanzungen”

  1. Umweltschädigung zugunsten der Profite – typisch Kapitalismus.

    Doch es geht auch anders:

    TheParentTreeFarm in Paraguay – ein Deutscher forstet den Wald wieder neu auf:

    Der deutsche Pionier und Auswanderer Andreas Pfeifer hat in Paraguay einen ökologischen Wald angelegt, in dem er verschiedene für uns Menschen nützliche Baumarten pflanzte. Zwischen diesen Mischwald plfanzte er noch ausgewählte Heilpflanzen.

    Zu den Bausorten zählen Moringa, Zitrone, Papaya, Avocado und viele andere. Auch hochwertiges Holz für Möbel steht dort.

    Dieser ökologische Wald ist für den Menschen vielfältig nützlich und beherbergt auch vom Aussterben bedrohte Tierarten.

    TheParentTreeFarm hat eine eigene Webseite und man findet darüber Videos auf Youtube.

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    Portugal hat ein mildes Klima. Vielleicht wäre ein solcher ökologischer Nutzwald auch eine Alternative für Portugal.

    Ein Wald fürs Volk und nicht für die Konzerne.

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    Stichwort Zellulose:

    Würde Portugal einen solchen ökologischen Wald anlegen, könnte es Papayas und Moringa nach Rußland exportieren und bekäme dafür Holz für die Zellstoffindustrie geliefert.

    Holz für Papier in Portugal anzubauen ist hingegen eine völlige Fehlwirtschaft.

    1. Erst gestern sah ich ein Pilotprojekt in einer portugiesischen Gemeinde, in der alle exotischen Büsche und Bäume durch Obstbäume, Beeren und eben allerlei essbare Vegetation ausgetauscht wird. Ernten darf jeder, sich und seine Familie versorgen. Ob die Gärtner der Stadt Blumen, Rasen und Hecken Pflegen oder Essen produzieren ist egal. Was geschieht, wenn die Supermarktketten weniger Umsatz machen…? Aber auf Leute, die 90 mal so viel verdienen, wie sie ihren Kassierer(innen) zahlen, darf man keine Rücksicht nehmen!

      1. Solche gemeinnützigen Selbstversorger-Projekte können die Blaupause für die Abschaffung der Arbeitslosigkeit sein.

        Man kann darüber nachdenken, solche Projekte auch in anderen Bereichen wie Hausbau oder Bau von Elektroartikeln zu starten.

        Sowas ähnliches habe ich früher hier schon mal mit Staatsbetrieben skizziert. Dazu organisert der Staat die Arbeit und bezahlt die Bevölkerung mit den produzierten Gütern.

         

      2. In Sachsen-Anhalt gab es vor über hundert Jahren mal ein ähnliches Projekt. Der Kaiser ließ verpflichtend an allen neu angelegten Straßen und Alleen Obstbäume setzen, von denen sich jeder bedienen konnte. Ziel war eine Versorgung mit Vitaminen. Kirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen usw. lieferten aufgrund unterschiedlicher Erntezeiten über Monate hinweg Frischobst für jedermann.

        Was davon heute noch steht, ist ungepflegt und den meisten lästig. Niemand will sich bücken. Die Äpfel glänzen nicht so, wie im Supermarkt. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit werden die Bäume umgehauen.

        Solange die Bevölkerung sich so viel Dämlichkeit leisten kann, geht es noch nicht schlecht genug.

        1. Tja, wenn echter Hunger kommt, dann kommt auch das wieder! Als Kind sass ich gerne auf einem altem Kirschbaum in Lindau um schlug mir den Magen voll. Die Riesen Obstplantagen waren vor mir auch nicht sicher und meine Freunde hatten zur Erntezeit immer frisches Obst… Nur gut waschen musste man es und kurz nach dem Spritzen liess ich die Finger lieber ganz von dem Zeug…

          Die Erdbeerbauern liessen die Leute selbst pflücken, obwohl jede zweite ungewogen im Mund landete… Heute haben sie „Sklaven“ für die Ernte, damals gab es welche die uns mit der Schrotflinte jagten. Ach ja, und Pilze suchen oder Angeln machten auch noch Spass. Regel 1 – Es muss gegessen werden, was du der Natur nimmst. Regel 2 – befolge Regel 1!!!

        2. @GEZwungener

          Ganz so negativ ist es wohl nicht. Denn bei uns in der Umgebung gibt es auch solche Obstbäume und da läuft die Bevölkerung im Herbst rein und holt sich eimerweise Äpfel raus. Also das Interesse ist durchaus da. Hängt natürlich auch mit dem Grad der Armut zusammen.

          Darüber hinaus müßte der Staat da auch organisatorisch tätig werden. Er könnte diese Obstbäume pflegen lassen -Arbeitslose haben wir ja genug- und dann das Obst pflücken lassen und an Armutsrentner frei Haus liefern.

          Auch könnte der Staat kleine Läden in der Innenstadt aufmachen, wo dieses Obst billig bis kostenlos an sozial Schwache ausgegeben wird. Der Bedarf ist da, im Kapitalismus bleibt er jedoch ungedeckt.

          Man muß halt nur das kapitalistische System mit seiner Menschenverachtung durchbrechen.

  2. @Richard.  Ich war auf ihrer empfohlenen Website.

    Moment mal, bevor hier der Eindruck verbreitet wird, bei der beworbenen Farm handelt es sich um eine Pionierarbeit. Die blumig verpackte Anführung auf dieser Websitemit "hegte 30 Jahre  den Wunsch einer Heilung des Planeten" ist eine hinterlistige Irreführung; – da die Auswanderung, bzw. die Umsetzung des Traumes aber erst 2007 in Angriff genommen wurde.

    Wenn ich etwas hasse, ist es das, wenn sich Leute mit fremden Federn zu schmücken und den Eindruck zu erwecken versuchen als ob . . . .

    Ich war selbst wiederholt in Paraguay betreff einer Geldanlage; das erste mal 96, das letzte Mal 2006.

    Wahre Pioniere der Waldaufforstung dort sind die Gebr. Felber und die schuften sich seit Jahrzehnten dort durch. Carsten Felber hat sich dort vom Ausgangspunkt eines erlernten Schreiners über mehrerer Experimente zum Weg der Waldaufforstung durchgearbeitet. Nach meiner pers. Erfahrung ist er absolut vertrauenswürdig, integer, auch sein Umfeld. Professionell durch und durch sowieso.

    Bis heute dürften die etwa nahezu 10.000 ha aufgeforstet haben. Man muß sich ies mal an Dimension vorstellen. Das müßten etwa an die 10 Mio. Bäume sein.

    Wenn ich dann noch von Heilpflanzen in den Aufforstungsanlagen lese, dann stehen sich mir die Haare zu Berge, denn das können bestenfalls nur geringe Flächen von etwa ein paar tausend qm sein. Die müssen ja auch ganz anders gehegt und gepflegt werden.

    Klingt wie üblich alles easy, sieht von außen locker aus; – kann es auch sein, wenn die Geschäftspartner imstande sind alles zu halten was sie versprechen. Und ich sage euch, auch Geldanagen über Waldaufforstung setzen viel Erfahrung voraus. Wenn ich dabei an die großen Versprechungen eines "Bankelers" von seinem Schreibtischpult aus denke, kann ich nur mehr hellauf lachen.

    Bevor ich zu einer Abkupferung greife, bleibe ich persönlich beim Original.

     

    1. Ihre Kritik verstehe ich nicht.

      Herr Pfeifer pflanzt dort soviel, wie ein Mann in dieser Zeit halt schaffen kann. Das ist doch ok. Um mehr gehts ja nicht.

      Mir ging es um das Pflanz-Konzept – nicht um die Menge, die Herr Pfeifer aufgeforstet hat. Also um einen gesunden Mischwald, der für die Bevölkerung viel Obst, Gemüse, Holz und Heilkräuter liefert.

      Und Portugal hat ein ähnlich mildes Klima, insofern müßte man das Konzept dort kopieren können. Es müßten viele Arbeitslose dort eingespannt werden. Bezahlt werden sie dann mit den Früchten des Waldes. Quasi ein gigantischer Schrebergarten, staatlich organisiert.

      1. Grau bleibt alle Theorie.

        Keiner der Leser hier kann das Pflankonzept übernehmen und selbst realisieren, weil er dazu weder die Zeit, noch das Fachwissen hat, noch den finanziellen Aufwand dazu erbringen kann, denn das ist ein Vollzeitjob, und das ein teurer.

        Mit Arbeitslosen werden sie gleich Schiffbruch erleiden, weil die in aller Regel 2 linke Hände haben, sonst hätten sie ja eine Arbeit. Und jene Arbeitslosen, die sich eignen u. willig sind, da müssen sie erst mal bei deren Frauen eine Audienz einreichen, ob die auch einwilligen. Das ist der erste Praxistest, der schon mal auf der Kippe wippt u. in die Hosen zu gehen droht.

        Ebenso: "bezahlt werden sie dann mit den Früchten des Waldes" läßt sich leicht hinschreiben; es muß aber von der Bepflanzug, Bewässerung, Unkrautfreihaltung, Schädlingsbekämpfung, der Ernte, den Transportmitteln, den Transportwegen, der Lagerung, der Vermarktung, der Auszahlung der Früchte alles durchorganisiert werden.

        Was übrig nach meinem Dafürhalten bleibt ist, daß Leute mit übrigen Geld, guten Willen für eine alternative Natur mit Aussicht auf Rendite sich erwärmen, ihre Portmonnaies zu öffen und sich an jemanden wenden, der ihnen das Ansinnen realisiert, bzw bei so einem Unternehmen mit ins Boot einsteigen. Dazu braucht es eben Fachleute des Vertrauens und wie soll der Normalbürger diese unter schwarzen Schafen herauspicken?

        Zurück zu ihrem Konzept, "das man müßte kopiern können":  ich möchte erleben, wie lange die Emotionen dafür hochgehalten werden können. Was meinen sie warum der Kommunismus immer wieder gescheitert ist? Eben, grau bleibt alle Theorie.

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