Portugal: Öffentliche Tierheime schläfern trotz Verbot noch ein Drittel der Tiere ein

Ein Drittel der eingefangenen Streuner – meist Hunde und Katzen – wurden im Jahr 2016 in den öffentlichen Tierheimen Portugals eingeschläfert. Tierschützer sind über die mangelnde Umsetzung der neuen Gesetzgebung enttäuscht.

Von Edgar Schülter

Laut die portugiesische Zeitung „JN – Jornal de Notícias“ wurden 9.462 von insgesamt 28.555 Tieren, von eingeschläfert. Das geschah, weil nur jetzt die Stadträte das neu eingeführte Gesetz, das dieses Verfahren verbietet, umsetzen können. Das neue Gesetz zum Verbot der Einschläferung von Haustieren entstand wegen einer Petition, bei der man 47 000 Unterschriften gesammelt hatte. Das Gesetz wurde am 9. Juni 2016 verabschiedet, tritt jedoch auf Grund bürokratischer Hindernisse erst 2018 vollständig in Kraft. Die Stadträte bekamen eine Frist von sechs Monaten um ihre Vorgehensweise auf Sterilisierung und Adoption der Tiere umzustellen. Aus diesem Grund werden viele Gemeinden jetzt erst aktiv, um die Prozedur der Einschläferung umzukehren.

Die städtischen Tierheime hätten keine andere Antwort auf die Überfüllung 

So bedauert der Präsident des Tierschutzvereins, dass es leider noch viele „dunkle“ Flecken auf der Landkarte gäbe. Es gibt leider noch zu viele städtische Tierheime, die herrenlose Straßenhunde einfangen und innerhalb von vier Tagen einschläfern, falls diese nicht reklamiert oder adoptiert werden.

Es gibt das Problem der Überfüllung der Tierheime und man weiß nicht mehr wohin mit so vielen Tieren. Die "menschlichere" Lösung ist eben die Sterilisierung um eine Überbevölkerung dieser Haustiere zu vermeiden.

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Alleine in der Gemeinde Évora steht jedem Tierheim frei, ein Tier einzuschläfern falls innerhalb von 60 Tagen keine Interessenten zur Adoption erscheinen. Das erfolgt sobald die Tierheime eine Überfüllung ihrer Räumlichkeiten feststellen. Der portugiesische Verein „Tiere und Natur“ stellte fest, dass es einfacher ist Gemeinden aufzuzählen die schon die Einschläferung eingestellt haben, als solche die weiterhin diese „Beseitigungspolitik“ durchführen.

Weniger Adoptionen 2016

Während größere Gemeinden in Nordportugal schon die neue Norm eingeführt haben, wird gerade die zweitgrößte Stadt Porto, als schlechtes Beispiel vom Tierschutzverein angeprangert. Nicht nur die Bedingungen des Tierheims sind in einen erbärmlichen Zustand, auch wird leider nur allzu schnell eingeschläfert. Erst jetzt kommt langsam mehr Bewegung in das Sterilisierungsprojekt und in die Förderung zur Tieradoption. Die Adoption von Tieren jedoch, stieg nur auf bescheidene 10 Prozent im letzten Jahr an. Das führte dazu, dass die Behörden in der Stadt Porto eine Kampagne starteten, die 100 Euro als Prämie anbieten, falls jemand ein Tier adoptieren möchte. 

Leider sehen hier aber die statistischen Zahlen noch sehr schwach aus. Während 2015 noch an die 12.567 Katzen und Hunde adoptiert wurden, waren es 2016 nur 10.438 herrenlose Haustiere.

Der Tierschutz ist nicht nur bei den Portugiesen aus dem Blickfeld geraten. Die Krise hat andere Prioritäten gesetzt. Dennoch können Tiere uns Menschen sehr viel geben und Tierbesitzer sind – bis auf wenige Ausnahmen – die besseren Menschen und Haustiere sorgen für eine seelische Stabilität und eine Ausgeglichenheit bei ihren Besitzern, die sich nachweislich positiv auf deren Gesundheit auswirkt. Wer das auch möchte, der sollte ein Tier aus dem Tierheim holen und sich dort auch informieren, welches Tier das geeignete ist.

Insofern, in Portugal, Deutschland oder Spanien: Adoptieren statt kaufen – geben Sie einem Tier ein neues zu Hause.

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7 Kommentare

  1. So fängt es immer an, Verbrechen an Leben, respeklos der Natur gegenüber. Bei mir tummeln sich Katzen und Hunde die keiner mehr wollte und das ist Leben und vor allem nicht langweilig 🙂

  2. Ich bin auch für Tierschutz, aber alles hat seine Grenzen. Irgendwann muß halt eine andere Lösung als die theoretische, wählereinschmeichelnde her.

  3. Als ich in den 80ern Portugals Küste von oben bis unten abfuhr, traf ich einen Deutschen der die besten, schönsten, treusten zwei Hunde dabei hatte, die man sich nur vorstellen kann. Sie liefen frei rum und hörten auf jeden Pfiff ihres Herrchens sofort.

    Er suchte dort ein Haus für sich und seine Lebensgefährtin, fand auch etwas, baute aus und um – ein Jahr später bekam ich einen Brief mit je einem Foto der tollsten Hunde, die ich je kennengelernt hatte – beide waren elendig zugrunde gegangen – Die portugiesischen Bauern pflegten Giftköder auszulegen !

    Ich nehm stark an, das ist auch heut noch so. Ich sah damals nur privat gehaltene Kettenhunde in fürchterlichem Zustand und ansonsten nur freilebende Hunderudel aus allen Rassen und Mischrassen oder Einzelgänger – alle waren immer lieb und brav und bettelten vorsichtig um Futter.

    In Spanien sah es ähnlich aus, besser, wurden die Zustände erst in Frankreich.

    Portugal und Spanien ist eine sehr, sehr traurige Geschichte menschlichen Umgangs mit seinen Mitgeschöpfen !

     

     

  4. Vielleicht denken sich sich die Portugiesen ja, "erst der (portugiesische) Mensch……….und dann das Tier. Wenn schon kein Geld fuer Menschenheime da ist und Portugiesen auf der Strasse schlafen, woher soll dann das Geld fuer Tierheime kommen? Die Liebe zum Tier ist übrigens etwas, das exklusiv unserer Kultur eigen ist: der Islam kennt keine Tierliebe. Aber hier bin ich zuversichtlich, dass wir uns frueher oder später auch von unseren Tierfreunden trennen werden…(muessen)

     

     

    1. Oh – DAS würd ich aber nicht empfehlen !

      Man kann in Auseinandersetzungen mit Kuffmucken keinen besseren Security an seiner Seite wissen, als ein Hund !

      Viele Obdachlose haben in DE einen Hund, der schützt besser als ein Mensch, – ist treu verbunden und kämpft u.U. bis zu seinem Tod.

      Zudem wollen Kuffmucken NULL Kontakt mit einem Hund erleiden – allein am Hosenbein schnuffeln ist für Kuffmucken Grund genug zuhause die Hose zu wechseln, bevor es wieder in die Moschee zum Beten gehen kann.

      Hunde sind "unrein" – die Hose muss erst gewaschen sein, bevor man damit in Allahs Haus tritt.

      Wo ein Hund wohnt, kann kein Engel Einzug halten, und wo kein Engel wohnt, hat der Teufel leichtes Spiel – so die kranke Vorstellung der Allahisten !

      Also, das letzte, was mir in einem Verteilungs- und Religionskrieg einfallen würde, wäre meinen Hund in die Wüste zu schicken. Eher würde ich für ihn morden, damit er was zum Fressen kriegt.

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