In Österreich soll in allen Berufen schrittweise ein Mindestlohn von 1.500 Euro brutto kommen. Netto bleibt da nicht viel übrig. Zudem ist nur ein kleiner Teil der Beschäftigten davon betroffen.

Von Marco Maier

Die Sozialpartner in Österreich arbeiten an einer Einführung eines Mindestlohns, der schrittweise auch in den letzten Berufsgruppen für eine Vollzeitstelle bei 1.500 Euro brutto liegen soll. Im schlimmsten Fall, ohne Freibeträge und dergleichen, wären dies etwa 1.200 Euro netto. Eine Summe, mit der man im Hochpreisland Österreich nicht wirklich etwas machen kann.

Es ist einerseits verständlich, dass insbesondere die Gewerkschaften bessere Einkommen für die Arbeitnehmer erzielen wollen. Andererseits muss man eben auch die Lage der Arbeitgeber verstehen, die unter der wachsenden Steuer- und Abgabenlast ebenso stöhnen wie die Arbeitnehmer (Stichwort: Kalte Progression).

In Österreich verdienen derzeit rund 150.000 Vollzeitbeschäftigte von gut 3,55 Millionen Voll- und Teilzeitbeschäftigten weniger als die geforderten 1.500 Euro brutto. Insofern handelt es sich ja auch nicht um eine allzu große Gruppe an Arbeitnehmern, wobei hier jedoch einzelne Unternehmen durchaus stärker betroffen sein dürften. Hinzu kommt, dass man bei den Teilzeitstellen ja auch entsprechend umrechnen muss.

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Die Arbeitgebervertreter wollen sich den Mindestlohn jedoch nicht ohne entsprechende Gegenangebote der Arbeitnehmerseite entlocken lassen. Insbesondere die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist ihnen ein großes Anliegen – und da vor allem die Entbürokratisierung und eine Vereinfachung bei den Vorschriften.

Insgesamt betrachtet mag zwar ein solcher flächendeckender Mindestlohn für ganz Österreich eine symbolhafte Wirkung haben, doch viel wichtiger wäre es doch, endlich einmal Steuerentlastungen anzugehen und sowohl den Arbeitnehmern selbst, aber auch den Arbeitgebern in Sachen Löhne und Gehälter etwas mehr Geld zu lassen.

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