Koalitionsexperten beraten über Verbot von Apotheken-Versandhandel

Im Streit zwischen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und dem Koalitionspartner SPD über das von Gröhe geplante Verbot des Apotheken-Onlinehandels soll ein Gespräch mit Branchenvertretern in dieser Woche eine Einigung näherbringen.

Von Redaktion/aek

Nach Informationen der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" wollen sich der für Gesundheitspolitik zuständige Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein (CSU) und der Gesundheitsexperte der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach, an diesem Donnerstag mit Vertretern der stationären Apotheken sowie der deutschen und europäischen Online-Apotheken in Berlin treffen. Während Gröhe einen Gesetzentwurf vorlegte, um den Online-Handel mit rezeptpflichtigen Arzneien zu verbieten, will Lauterbach daran festhalten. "Ich bin gegen ein Verbot des Versandhandels", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post".

Dieser habe insbesondere für Menschen mit chronischen Krankheiten wichtige Vorteile, da manche Präparate von den stationären Apotheken nicht vorgehalten werden könnten. Zudem würden diese Patienten von erheblichen Preisvorteilen profitieren. "Um die flächendeckende Versorgung mit Apotheken nicht zu gefährden, sollten andere Dienstleistungen wie beispielsweise die Beratung besser vergütet werden", sagte Lauterbach. Bisher sei gute Beratung für die Apotheker finanziell ein Minusgeschäft, so der SPD-Politiker.

Gröhe erhöhte nun den Druck für ein Verbot: "Wir werden noch vor der Bundestagswahl ein Gesetz verabschieden", sagte er.

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6 Kommentare

  1. Und warum verbietet man nicht auch Amazon in Deutschland. Stellt dieser Versandhandel keine Gefahr für die Einzelhändler dar? Und beraten können die auch.

    Die Pharmaindustrie sieht wohl eher einen kleinen Nachteil für ihre Gewinnmargen am Horizont. Deshalb wird ein wenig Druck auf die Politik ausgeübt. Und wo kommen wir denn hin, wenn die Patienten einen Kostenvorteil hätten. Nein, die Kranken sind hervorragende Milchkühe, die man auch in Zukunft gerne melken würde.

  2. Seit JAHREN kaufe ich ALLES bei einer Versandapotheke. Die Apotheken vor Ort haben mich nicht ein einziges Mal!!! auf Nebenwirkungen, bzw. Beeinflussung von Medikamenten gegeneinander hingewiesen. Nur von der Versandapothekee erhielt ich immer entsprechende Beratungen, und das schriftlich! Außerdem ist die Preisgestaltung von rezeptfreien Medikamenten wesentlich günstiger! So lange wie die Apoth. vor Ort an ihren oft teureren Medikamenten festhalten, bleibe ich beim diesbezüglichen Versandhandel. Und wenn ich noch sehe, dass sich eine Apoth. mit 2 m Ladentheke 6-8 Angestellte.auf den Geldbeutel ihrer Kunden leistet, so kann es denen noch lange nicht so schlecht gehen!  

    Und wenn ich bedenke, dass eine Stadt mit  27- tausend Einwohnern   trotz  Versandhandel, 9 Apotheken hat, so kann es denen noch lange nicht so schlecht gehen!

    Im Übrigen: Alles nur elendes Lobbyisten Theater!!!!

  3. Sie sollten lieber über den Versandhandel  der kriminellen Fluchthelfer beraten. Medikamente, wers wirklich braucht giebt es auch nicht im Versandhandel fals es welche giebt die wirklich etwas bewirken ausser sich einzubilden jetzt bin ich gesund.

  4. Unsere Apotheker vor Ort (wohl auch Bundesweit) haben Unterschriftenlisten ausliegen – die in der Regel CDU-wählenden Apotheker kriegen kalte Füße, – die Globalisierung macht eben vor keinem halt !

    Apotheker gehörten schon immer zu den Topverdienern – ja, die haben auch ein fettes Studium – aber nun brechen durch den Ausland-Versandhandel die Gewinne ein, das kratzt am Eliten-Status, da schwimmen die Felle weg !

    … mal sehn welche Berufsgruppe als nächstes aufwacht – vielleicht die Steuerberater, die spielen im Verdienstspiegel ganz weit oben mit. Danach triffts auch die Anwälte !

    Gut so, die Elite im Globalisierungswahn schafft sich selbst ab – das hat hoffentlich außerordentliche Wirkung auf so manchen Geist – insofern kann das garnicht schnell genug gehn !

  5. So ein Blödsinn! Sollte es zu einem Verbot von Apotheken-Onlinehandel kommen, wird der Online-Schwarzhandel mit den Medikamenten ohne Apotheken blühen – Internet sei Dank.

    Das können die Herrschenden so wenig abschaffen wie die alternativen Medien. Sie können schon das eine oder andere Online-Portal abmurksen, dann kommt eben in anderer Aufmachung wieder woanders zum Vorschein.

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