Islamische Staaten: Falsche Feinde – falsche Freunde?

Der Umgang des Westens mit den islamischen Staaten zeigt, dass vor allem wirtschaftliche Belange den politischen Ton angeben. Gerade die Beispiele Iran und Saudi-Arabien zeigen dies.

Von Marco Maier

Das Verhältnis zwischen den westlichen Ländern und den Staaten im islamischen Raum ist immer wieder ambivalent. Interessant ist jedoch, wie gerade an den beiden geopolitisch wichtigsten islamischen Mächten – nämlich dem Iran und Saudi-Arabien – eine an den politischen Realitäten völlig vorbeigehende Außenpolitik zelebriert wird.

Klar, die Regimes in Teheran und in Riad nehmen sich im Endeffekt nicht viel, zumal in beiden Staaten eine äußerst rigide Form des Islams von oben herab verordnet wird. Dennoch gibt es durchaus nennenswerte ideologische und politische Unterschiede zwischen dem Iran und Saudi-Arabien, die man eigentlich berücksichtigen müsste.

Denn im schiitisch dominierten Iran gilt zwar der Islam (wie in Saudi-Arabien) als Staatsreligion, doch die autochthonen Christen (0,4-0,8 Prozent der Bevölkerung) dürfen dort in ihren rund 600 Kirchen ungehindert ihren Glauben leben. In Saudi-Arabien hingegen ist schon der Besitz einer Bibel eine schwerwiegende Straftat. Im Iran gelten die Juden zudem auch als "beschützte Minderheit", die sogar im iranischen Parlament einen Sitz hat. Dies wäre in Saudi-Arabien undenkbar.

Hinzu kommt: Während Saudi-Arabien in den letzten Jahrzehnten mit den Petrodollars rund um die Welt nicht nur radikalislamische Gruppierungen und Milizen unterstützte, dazu beitrug dass Terrorgruppen mit Waffen und Kämpfern versorgt wurden und militärische Konflikte wie in Syrien oder im Jemen massiv anheizte, zeigt sich der Iran diesbezüglich deutlich zurückhaltender. Bis auf eine rudimentäre Unterstützung für die Hisbollah im Libanon und in Syrien gibt es kaum Geld für ausländische Gruppen.

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Trotz alledem wird der Iran in der westlichen Politik und den westlichen Medien als Bösewicht dargestellt, während der Terrorstaat Saudi-Arabien – trotz ab und an geäußerter verhaltener Kritik – weiterhin eine breite Unterstützung erfährt. Eigentlich müsste es angesichts der (geo-)politischen Realitäten umgekehrt sein. Denn der Iran radikalisiert die Muslime in Europa nicht. Ganz im Gegensatz zu Saudi-Arabien und anderen arabischen Golfstaaten. Aber: Gerade die Zusammenarbeit der USA und der Saudis (siehe Taliban, al-Kaida usw.) zeigt hierbei auf, dass ein ganz dreckiges Spiel gespielt wird. Leidtragende sind hier die ganzen Opfer der radikalsunnitischen Terroristen auf der ganzen Welt, sowie die Iraner, die wegen dieser desaströsen Politik leiden müssen.

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8 Kommentare

  1. Beziehungen zu anderen Staaten werden selbstverständlich nur aus der Perspektive der Wirtschaft gestaltet.

    Der alle ethisch moralische Normen eiskalt untergeordnet werden!

    Diese Normen werden nur dann hevorgezaubert, wenn ein Regime sich nicht dem Diktat westlicher Bevormundung unterwirft!

  2. Danke für diese interessante Gegenüberstellung Iran – Saudi Arabien, was die Haltung gegenüber Andersgläubigen und auch zu Kriegshandlungen in anderen Ländern angeht.

  3. Mohammedaner und Europäer sind sich schon ziemlich früh in die Wolle geraten, weil in beiden Kulturräumen Ausbeutungssysteme die Gesellschaften dominieren.

    Die Zukunft liegt in dem, was Leopold Kohr favorisierte: "Small is beautiful". Washington D.C. wird unabhängig genauso wie Brüssel und es werden kleine Staaten gegründet, in den USA beispielsweise sechs und in Belgien zwei oder sie schließen sich einfach den Niederlanden und Frankreich an.

    Die Radikalisierung der Mohammedaner wird von den Marionettenspielern der NWO betrieben, um den Störfaktor Mohammedanismus auszurotten: CIA & Mossad.

    Eine kulturell gespaltene Gesellschaft wie die in den USA zerfällt sichtbar vor unseren Augen: Gewalttaten, Armut und Auslandseinsätze der Soldaten und Geheimdienste, während die private und staatliche Überschuldung ins Unermessliche ansteigt.

    Immer mehr geistig wache und aufgeweckte Menschen in den USA mahnen an, den verführerischen Einfluss von ausbeuterischen Funktionseliten zurückzuweisen, was immer besser gelingt. Auch in den Vasallenstaaten hat der Widerstand gegen Ausbeutung unkontrollierbare Formen angenommen.

    Zusätzlich wurden mohammedanische Terroristen instrumentalisiert, indem sie finanziell und materiell unterstützt worden sind: Die "Liste von Terroranschlägen" kann kein Mensch leugnen.

    http://www.dzig.de/Ende-der-US-Hegemonie-multipolare-Welt-kommt

  4. Im Iran gelten die Juden zudem auch als "beschützte Minderheit", die sogar im iranischen Parlament einen Sitz hat. Dies wäre in Saudi-Arabien undenkbar.

    ———

    Muss es auch nicht, denn die omnipotenten Royals, die Usurpatoren auf dem Hedschas Thron sind Krypto-Juden und stammen ursprünglich aus Basra am persisch-arabischen Golf.  Und der Wahabismus, die Extrem Form des Islam, ist eine krypto-jüdische Ideologie

    Guckst Du hier:

    Jewish Origines of Saudis and Wahabis

    http://www.shoah.org.uk/2015/10/09/jewish-origin-of-saudis-and-wahabis/

    'Beschützte Minderheit' ist gut! Sich bedingungslos unterwerden und div.'Religions-Strafsteuern' zahlen heißt  'sich unter den Schutz des Islam begeben'. Was allerdings nur für Angehörige der ähäm…'Buchreligionen', d.h. Christentum und Judentum möglich ist. Bei allen Anderen heißt es: Entweder Rübe ab, oder das Leben als rechtloser Sklave fristen.

    Und was es heißt, sich unter den 'Schutz des Islam' zu begeben, wird unter Dhimmitude (ggfls. googeln) erklärt.

    1.  

      Nachtrag:

      Dhimmitude und Schutzgelderpressung

      Christen und Juden sind gemäß islamischer Lehre so genannte „Schriftbesitzer“ die nach Einführung der giziya („Schutzsteuer“ sprich: Schutzgelderpressung) zu „Schutzbefohlenen“ (dhimmis) geworden sind. „Schriftbesitzer“ sind sie, weil sie ihre Lehre auf Abraham, Moses, Noah etc. abstützen, Propheten also, auf die sich auch Mohammed beruft. Das Zeugnis dieser Propheten ist für Christen und Juden in ihren heiligen Schriften (Evangelium und Thora) niedergelegt. Da der Inhalt dieser Bücher aber nicht mit dem islamischen Dogma übereinstimmt, werden Christen und Juden der ►Verfälschung der Schrift bezichtigt.
       

      Wie folgende Fatwa (Rechtsgutachten) belegt, beschränkt sich die Sonderregelung für Christen und Juden nicht nur auf den Zwang zur Bezahlung einer Sondersteuer (giziya). Vielmehr müssen sie in einer Art Apartheitssystem weitgehend entrechtet leben:
       

      http://derprophet.info/inhalt/dhimmitude-htm/

       

      1. @ Dietrich von Bern

        Super Link. Danke!

        Schon unglaublich, wenn man erkennen muss, welche abschätzigen tiefgründigen Feindseligkeiten gegenüber Andersgläubigen und überhaupt gegenüber Anderen in diesen Religionen steckt.

        Da macht sich die Sehnsucht breit, die Menschen mögen diesen Religions- und damit auch Machtwahn doch irgendwann bald überwinden können. Solange die Religion nicht säkularisiert werden kann, ist sie nichts als eine riesen Hetze derjenigen "Richtig-Gläubigen", die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit überzeugt sind, besser zu sein, als jene Nicht-Zugehörigen. Das "Auserwählten-Prinzip" ist eine überhebliche hässliche falsch-spielende Fratze.

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