Michel Temer. Bild: Wikimedia Commons/Foreign and Commonwealth Office -Open Government Licence v1.0
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Statt brasilianischem Fleisch gab es beim großen Festessen von Präsident Temer jedoch welches aus Uruguay, Argentinien oder Bolivien. Angesichts des brasilianischen Gammelfleischskandals ist dies ein Eigentor.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Während dem durchschnittlichen Brasilianer der Appetit auf Fleisch nicht nur aus finanziellen Gründen vergangen ist und der aktuelle Gammelfleischskandal einen der wichtigsten Sektoren der Wirtschaft des Landes schwer schadet, lud Michel Temer, Präsident von Amerikas Gnaden, die Botschafter der 33 größten Abnehmer für brasilianische Fleischprodukte zum „Rodisio“. Brasiliens Regierung ist um Schadensbegrenzung bemüht, schießt jedoch anscheinend ein Eigentor.

Michel Temer, Brasiliens unbeliebtester Präsident bislang, hat ein Problem, mit dem er nicht gerechnet hatte. Die Bundespolizei hat einen großen Gammelfleischskandal aufgedeckt und somit den Ruf des wichtigen Sektors im brasilianischen Außenhandel geschadet. So rügte die „Putschistenregierung“, die Dilma Rousseff mit juristischen Feinheiten aus dem Amt entfernte, die „Panik machende“ und indiskrete Vorgehensweise der Polizei. Auch die Medien würden den Fall aufbauschen und so unnötig viel Staub aufwirbeln. So wäre es für Brasiliens Wirtschaft nicht vorteilhaft so viel Wind um diese Ereignisse zu machen.

Temers Strategie aber war, alles andere als gut durchdacht. In einer Kurzschlussaktion veranstaltete Temer mit Regierungsmitgliedern und den Botschaftern der 33 Hauptabnehmern brasilianischer Fleischprodukte, ein Essen in einem brasilianischen Grillrestaurant – Churrasqueira. Das traditionelle Rodisio ist eine Art „Bunter Teller“, bei dem verschiedene Fleischsorten serviert werden. Der Höhepunkt ist die Picanha. Langsam am Spieß gegrilltes Rindfleisch, dass dann scheibchenweise von dem Fleischspieß herunter geschnitten wird. Der Spieß ist übrigens eine Art Degen, der auf die Herkunft des Gerichts hinweist.  

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Doch anscheinend hat Temers Regierung ein Eigentor geschossen. Die Zeitung „Estado de São Paulo“ nahm Kontakt zur „Churrasqueira Steak Bull“, die von Michel Temer zu Propagandazwecken ausgewählt wurde, auf und befragte einen der Leiter des Etablissements, Rodrigo Carvalho. Als dieser Preis gab, dass auf seinem Grill nur Rindfleisch aus Uruguay, Argentinien oder Bolivien landet, waren die Journalisten erst einmal sprachlos. Dennoch veröffentlicht die Zeitung ihre Erkenntnisse und ein Regierungssprecher leugnet wiederum, dass es sich nicht um brasilianisches Fleisch gehandelt hat.

Oh Michel, gib der Dilma doch den Posten wieder, den du ihr geklaut hast… statt fast 6.000 Euro für ein Bankett auszugeben!

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6 KOMMENTARE

    • Ist jedenfalls lecker. Ich werds dem Brasilianer um die Ecke jedenfalls ausrichten, dass er es falsch schreibt 🙂 Danke für den Hinweiss 😉 

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