Exportwachstum: Deutschland bekommt noch mehr Schuldscheine!

Die deutschen Exportüberschüsse werden in den Target2-Salden "abgelegt", bzw. mit Schuldscheinen bezahlt. Im Januar gab es wieder mehr davon. Ganz großes Kino…

Von Marco Maier

Deutschlands Handelspartner haben wieder einmal etwas zu feiern, zumal sie im Januar erneut mehr deutsche Produkte quasi frei Haus geliefert bekommen haben. Im Januar 2017 sind von Deutschland Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 84,0 Milliarden Euro importiert worden: Damit waren die deutschen Exporte im Januar 2017 um 11,8 Prozent und die Importe um 11,7 Prozent höher als im Januar 2016, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse am Freitag mit. Damit gab es einen Überschuss von 14,8 Milliarden Euro, nachdem dieser im Januar 2016 noch 13,2 Milliarden Euro betragen hatte.

Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im Januar 2017 bei 18,5 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 15,2 Milliarden Euro), Dienstleistungen (- 1,3 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 5,8 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (- 6,8 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Januar 2017 mit einem Überschuss von 12,8 Milliarden Euro ab, teilten die Statistiker weiter mit. Im Januar 2016 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 14,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Ein Blick auf den Handel mit den EU-Staaten zeigt: Exporten im Wert von 58,8 Milliarden Euro standen Importe im Wert von 53,9 Milliarden Euro gegenüber. Im Target2-relevanten Euroraum waren es Exporte im Wert von 37,1 Milliarden Euro, denen Importe im Wert von 36,4 Milliarden Euro gegenüber standen. Das heißt: Bei den Target2-Salden dürfte Deutschland erneut höhere Forderungen gegenüber den anderen Ländern vorweisen können.

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In die Länder außerhalb der Europäischen Union wurden im Januar 2017 Waren im Wert von 40,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 30,1 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Januar 2016 nahmen die Exporte in die Drittländer um 17,7 Prozent und die Importe von dort um 12,4 Prozent zu, so das Statistische Bundesamt. Das heißt: Auch da gab es für die Deutschen vor allem Schuldscheine, deren Einlösung (siehe dauerhafter Handelsüberschuss mit den USA) ohnehin sehr unsicher ist.

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10 Kommentare

  1. Nennen wir es beim Namen: Deutschland wird von den südeuropäischen Ländern bestohlen.

    Ein Schuldbewußtsein bei den Bürgern der südeuropäischen Staaten habe ich noch nicht erkennen können.

    Ein Grund, um, wie es die AfD fordert, in Deutschland einen Volksentscheid zum EU-Austritts Deutschlands durchzuführen.

     

      1. Ugo

        ——-

        Genau so ist es. Selbst von intelligenten Menschen, die clevere Geschäftsleute war oder noch sind, höre ich immer wieder den gleichen Spruch: Aber wir brauchen doch die EU, wg. unseres Exports in die Euro-Zone, die granteiert unseren Wohlstand.

        Man merkt alos, Merkel, das Regime und Blöd-Bild wirken – und wie!

        ——

        Hier mal eine fachkundige Stimme und zwar die des Prof. Werner Sinn, vom Ifo-Institut München. Sinn gehört zwar auch zum 'System' verfügt aber wenigstens -im Gegensatz zu den korrupten, politischen Geisterfahrern- über Sachverstand und hält auch nicht mit Kritik hinterm Berg.

        …."In der Eurokrise haben sich gewaltige Zahlungsbilanzsalden (Target-Salden) zwischen den Euroländern aufgebaut, weil die Europäische Zentralbank (EZB) es den Ländern mit Zahlungsbilanzschwierigkeiten gestattete, ihre Probleme durch eine überproportionale nationale Geldschöpfung zu lösen. In der Summe standen die so gewährten Ersatzkredite aus den nationalen „Druckerpressen“ des Eurosystems im Sommer 2012 bei über 1.000 Milliarden Euro für die sechs Krisenländer Griechenland, Zypern, Italien, Portugal, Spanien und Irland. Sie waren das bei weitem größte Rettungspaket während der Krise, doch fehlte ihnen die demokratische Legitimation.   (…)

        …"Während das Thema von politischer Seite bislang stets beiseite gedrückt wurde, hat der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, seine Sorge über die Target-Forderungen der Bundesbank in einem Brief an den Präsidenten der EZB, Mario Draghi, zum Ausdruck gebracht. Darauf mag es zurückzuführen sein, dass die die EZB seit September 2015 nun endlich eine eigene Datenbank mit den Target-Daten aller Euroländer anbietet.    (….)

        Da Draghi bislang weiter lustig die Notenpresse in Gang hält, kann man wohl davon ausgehen, dass sich die Target-GAP erweitert und nicht verkleinert hat.

        WER glaubt, dass wir auch nur einen Cent von den Schulden- und Pleitenländern sehen, dem ist nicht zu helfen.

        In jedem ordentlich geführten Betrieb müssen solche Forderungen als 'uneinbringlich' (also als Totalverlust) ausgewiesen werden. 

         

        1. Nee, ganz bestimmt wandert da kein einziger Cent zurück, wie sollte er auch können ???

          Das ist auch nicht der Plan – Der Plan ist : Nivelierung !

          Man stelle sich vor, Geld sei Niveliermasse – und jetzt fließt die so gemächlich aus den reichen EU-Ländern über die ganze EU – wenn dann alles schön gleichmäßig verteilt ist, ist der Superstaat Europa auf finanzieller Ebene abgeschlossen.

          Und da EUropa mehr arme als reiche Länder hat, sind am Ende alle auf dem Finanzniveau von, sagen wir : Polen – na, bis dahin, vielleicht auch Rumänien – denn die Abzocke grasiert ja unterdessen weiter.

          Wenn das kein perfekter Staat für Sklaven ist, weiß ich's auch nicht !

  2. So dürften im laufe der Jahre aus den zweifelhaften Forderungen uneinbringliche Forderungen geworden sein, denn es ist mehr als zweifelhaft, daß diese Schuldscheine jemals eingelöst werden, so daß man bei der Deutschland Bilanz von einem 'Soll gehabt haben Konto' sprechen kann.

    Deutschland kann nicht mehr raus aus dieser EUROsions-Zone. Die Verluste wären einfach zu hoch, als daß irgendeine Regierung sie politisch überleben würde. Zumal obendrauf ja auch noch die Bürgschaften (wer gebürgt hat, der hat gebürgt, um zu zahlen) aus den diversen Rettungsschirmen kämen. So ist der deutsche Exportweltmeister dazu verdammt seine Waren hauptsächlich in die südeuropäischen Länder weiterhin zum Nullarif zu exportieren. Fragt sich nur wie lange noch und wer soll dieses angerichtete finanzielle Desaster wieder in Ordnung bringen? Bestimmt nicht die EZB mit ihrem 'QE' System, die keine Währungspolitik mehr betreibt, sondern nur noch krampfhaft versucht, alte, verkrustete Finanzstrukturen in einem Zombiebankensystem, mit den Beihilfen zu Insolvenzverschleppungen, aufrecht zu erhalten, womit diese Währungsunion zur Pleiteunion geworden sein dürfte.

    1. "Die Verluste wären einfach zu hoch, als daß irgendeine Regierung sie politisch überleben würde."

      Ja, da könnten sie recht behalten, wenn das oberste Ziel, die Erhaltung der gängigen Parteienlandschaften, also ein Staat im Staate bleibt.

  3. Solange die Schuldscheine,zumindest beim gewöhnlichen Werktätigen,die diese Exportleistungen erbringen; noch in reale Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können,ist doch alles easy oder?

  4. So langsam wird auch der Euro für Deutschland zur Gefahr: er hat die Mehrzahl unserer Kunden ruiniert, und deren Zahlungen sind auf absehbare Zeit nicht zu kassieren. Die Politik der EZB erleichtert es den Schuldnern, sich weiter in den Schlamassel zu reiten. Am Ende stehen ein paar bankrotte Staaten, deren Euro-Schulden auch Deutschland mitreissen können.

    Die Steuerzahler dürfen dann wieder ein paar Banken retten; 480 Milliarden Euro, wie beim letzten Mal, werden da bei Weitem nicht reichen. Typischeweise sitzt an der Spitze der EZB ein Mann von Goldmann Sachs. Zufall ist das nicht.

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