Brexit: Schotten drohen weiter mit Unabhängigkeitsreferendum

Die Schotten gelten mehrheitlich als ausgewiesene "Pro-Europäer". Die schottische Führung droht wegen des Brexit-Prozesses immer heftiger mit einem erneuten Unabhängigkeitsreferendum.

Von Marco Maier

Wenn London in wenigen Wochen den Austrittsprozess gemäß Artikel 50 des EU-Vetrags in Gang setzt, will die schottische Führung offenbar erneut ein Unabhängigkeitsreferendum durchführen. Denn Nicola Sturgeon, die Erste Ministerin Schottlands und SNP-Chefin, erhöht den politischen Druck auf London in feinen Dosen. Man will eben nicht auf den EU-Binnenmarkt verzichten.

In Edinburgh will man versuchen, London dazu zu bringen, den Brexit so weich wie möglich zu gestalten und so zumindest im Genuss einiger wirtschaftlicher Vorteile zu bleiben. Immerhin gelten die Schotten (im Gegensatz zu den Engländern) doch als Pro-Europäer. Sollte die Führung in London eine zu harte Linie fahren und Brüssel zu sehr verprellen, dürfte eine Wiederholung des Unabhängigkeitsreferendums nur noch eine Frage der Zeit sein.

Zwar wäre Schottland dann nicht automatisch wieder EU-Mitglied, allerdings könnten Edinburgh und Brüssel das Ganze beschleunigen und die EU-Verträge Großbritanniens (die ja bis dato auch für Schottland gelten) einfach quasi 1 zu 1 übernehmen. Wenn sich beide Seiten darin einig sind, wäre dies der schnellste Weg für die Schotten, wieder Teil der EU zu werden.

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Ein Kommentar

  1. "Die schottische Führung droht wegen des Brexit-Prozesses immer heftiger mit einem erneuten Unabhängigkeitsreferendum."

    Sie können drohen wie oft es ihnen noch bekommt. Solange sichtbare Fälschungen beim Wahlausgang wie letztes Mal, einsehbar auf youtube, nicht geahndet werden, bleiben sie ein Schuß ins nirvana.

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