Der Borgward BX7 TS. Bild: Wikimedia / Spielvogel CC0 1.0

2018 soll in Bremen ein neues Borgward-Werk mit anfangs ca. 100 Mitarbeitern in Betrieb gehen, das Borgward der BX-Modellreihe für den europäischen Markt montiert. Die zu montierenden Auto- Teile dafür kommen aus China. Was steckt hinter Borgward 2017? Hat der chinesische Drache mit Borgward ein heißes Konkurrenz-Feuer für die europäische Autoindustrie entfacht?

Von Viribus Unitis

Die nachfolgende Darstellung beschäftigt sich einerseits mit Borgward und seinen neuen chinesischen Besitzern und sollte andererseits einen Einblick in die Strukturen und auch die technischen Fortschrittlichkeiten der chinesischen Autoindustrie und deren Verbindungen zur europäischen Autoindustrie geben.

BAIC ist der Mutterkonzern der neuen Borgward Group. An BAIC (also dem Gesamtkonzern – dem Mutterkonzern) ist die DAIMLER AG zu 10,08 Prozent beteiligt. Mit Daimler zusammen baute BAIC 2015 im Rahmen der Firma Beijing-Benz 250.188 Fahrezuge. Zusätzlich zur Beteiligung liest man im Jahresbericht von BAIC auch dies: On February 6, 2015, the Company entered into a joint venture agreement with MBtech Group GmbH & Co. KGaA (“MBtech”) for the establishment of a joint venture, BAIC MB-tech Development Center Co., Ltd.
Man beachte auch, der Sitz der neuen Borgward Group ist auch nicht mehr Bremen (die traditionelle Heimat von Borgward) sondern Stuttgart (die Heimat der Daimler AG).
Leseempfehlung: Wenn Sie mehr über die Muttergesellschaft der neuen Borgward Group erfahren wollen, lesen Sie doch den Jahresbericht von BAIC 2015.

Chinas Automarkt ist sechsmal größer als der Deutsche

Die irrige Meinung im Westen ist meist noch immer, die Chinesen würden optimierte Reiskocher mit Bambus-Vergaser und Gong-Zündung als Autos herstellen, die mit viel Reisschnaps gerade mal eine Kuli-Rikscha überholen könnten. Das war auch mal so ähnlich – ja das hat es gegeben, aber das ist schon lange vorbei.

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Auch den chinesischen Automarkt muss man in seiner wahren Bedeutung und vor allem im wahren Volumen erkennen. Als Faustregel für den chinesischen Automarkt im Vergleich zum deutschen gilt "sechs Mal". Der chinesische Automarkt ist zirka sechs Mal größer als der deutsche. Diese Faustregel war die letzten ca. 8-10 Jahre immer so ungefähr gültig.

2015 wurden in China 21.1 Mio PKW verkauft – im Vergleich dazu wurden in Deutschland 3.206.042 verkauft bzw. abgesetzt. In China wurden sechs Mal so viele PKW verkauft wie in Deutschland.

2015 wurden in China 3.451.300 Nutzfahrzeuge aller Arten verkauft (ein schwerer Absatzeinbruch von ca. 10 Prozent im Vergleich zu 2014) – im Vergleich dazu in Deutschland 536.510. In China wurden mehr als sieben mal so viele Nutzfahrzeuge abgesetzt bzw. verkauft wie in Deutschland.

2015 wurden in China 331.000 Elektro-Fahrzeuge verkauft – im Vergleich dazu in Deutschland 12.363 Elektro- Fahrzeuge. In China werden 26 x (sechs-und-zwanzig mal) mehr Elektro- Fahrzeuge verkauft als in Deutschland.

Größter chinesischer Hersteller in China ist SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation) mit 2014 mehr als 4,5 Mio Fahrzeugen aller Arten. Zweitgrößter Hersteller ist FAW (First Automotive Works), dann kommt an dritter Stelle Dongfeng Motor Corporation (Dongfeng hieß ehemals "Second Autotive Works") mit 2,33 Mio. Einheiten (das ist jener China-Autokonzern der sich an PSA 2014 beteiligt hat), und an vierter Stelle schließlich BAIC (Beijing Automotive Industry Holding Co., Ltd.) die 2014 gesamt 2,25 Mio Fahrzeuge aller Arten produzierte.

Zum Vergleich: In Deutschland wurden im Jahr 2015 gesamt 5,74 Mio Fahrzeuge aller Arten produziert (davon 4.411.400 exportiert). SAIC allein ist fast so groß wie die gesamte deutsche Autoproduktion. Allein SAIC hat ungefähr ein Produktionsvolumen wie das Gesamtvolumen der deutschen Autoexporte in Stückzahlen.

1961: Das Ende der alten Borgward- Gruppe

Borgward war ein deutscher Autokonzern der 1961 unberechtigter Weise in den Konkurs geschickt wurde. Der Spiegel brachte einen Bericht mit dem Titel "Der Bastler", in dem der Unternehmenschef, C.F.W Borgward, als Pfuscher im Automobilbau dargestellt wurde. Daraufhin wurden sämtliche Kredite – Borgward hatte kurz zuvor massiv in neue Produktionsanlagen investiert – für die Unternehmensgruppe fällig gestellt und daraus folgend musste Insolvenz angemeldet werden.

Zur gleichen Zeit war auch BMW in Insolvenz und der gleich Insolvenzverwalter wie bei BMW wurde als Insolvenzverwalter bei Borgward eingesetzt. BMW überlebte, Borgward wurde in den Konkurs geschickt. Nach Abschluss des Konkursverfahrens und Befriedigung aller Gläubiger blieben 12 Millionen Mark übrig. Das war damals extrem viel Geld. Borgward war nicht überschuldet gewesen, wie behauptet worden war – Borgward war einer Finanz-Vernichtung mit Medien-Unterstützung zum Opfer gefallen.

Nun, es war natürlich gut, dass BMW überlebt hat, keine Frage – aber hätte man nicht auch Borgward überleben lassen können?

Der chinesische Großdrache BAIC haucht Borgward neues Leben ein

Borgward ist kein deutsches Unternehmen mehr, sondern ein chinesisches Unternehmen der Foton Motor Group. Foton baut normalerweise eigentlich Nutzfahrzeuge wie Reisebusse, schwere und leichte LKW, leichte Nutzfahrzeuge nach der Art von VW-Caravelle, VW-Crafter, VW-Transporter und nebenbei auch eine kleine Modellreihe von PKW. PKW sind ein Zusatzgeschäft, und keine Eigenentwicklungen, sondern Lizenzbauten von Fahrzeugen die Foton-Konzernmutter BAIC im Rahmen der Konzerngemeinschaft produziert.

Foton, eigentlich Foton Motor (Beiqi Foton) ist mit Beijing Foton Daimler Automobile Co., Ltd. also Foton Daimler technisch und rechtlich verbunden. Eine Verbindung mit Daimler im PKW und LKW- Bereich. Foton hat selbst 3 PKW-Marken im Programm, nämlich Foton, Forland und neu, die in Deutschland ansässige Marke Borgward.

Foton ist Foton, und auch wieder nicht, denn Foton ist Teil des viertgrößten chinesischen Autoherstellers. Der viertgrößte chinesischer Hersteller, also Fotons Mutterkonzern, heißt BAIC (Beijing Automotive Industry Holding Co., Ltd.). BAIC hat diverse Joint-Ventures und daraus hervorgehend diverse Automarken im Programm. BAIC ist ein zu 100 Prozent in chinesischem Staatsbesitz stehender Betrieb. Dazu gehören die chinesischen Marken BAIC, Beiqi, Foton, Huansu, Weiwang, Changhe, Changhe-Suzuki, Suzuki, Hyundai und der deutsche Premium-Hersteller Mercedes Benz, der auch eine 13-Prozent- Beteiligung an BAIC-Motors hält.

BAIC hat als Tochterunternehmen die Beijing Automobile Works (BAW). Die BAW sind ein Militärbetrieb und bauen eigentlich Jeeps für das chinesische Militär. BAW will aber auch am privaten Automarkt mitnaschen, weshalb man auch zivile Geländewagen, also SUV, entwickelt und baut, die man unter der Marke Huansu vertreibt.

Huansu, also BAW, hat in den letzten Jahren zwei zivile SUV-Modelle auf den Markt gebracht, die sich sehr gut bewährten, nämlich  BAW Huansu S2 und BAW Huansu S3. Sie werden auch für den Export hergestellt – gibt es u.a. auch in Russland zu kaufen – und werden für den Export teilweise auch BAW Magic Speed S2 und BAW Magic Speed S3 genannt. Foton baut den BAW Huansu S3 auch, und nennt ihn Foton Sauvana  (das wäre kein guter Name für den deutschen Markt).

Nun will BAIC den BAW Huansu S2 und S3 und andere Modelle über die Tochter Foton auch in Europa vermarkten. Dazu wurde das Blechkleid etwas modifiziert und der Wagen als Borgward BX5 und BX7 den Kunden in China (Markteinführung im Sommer 2016) und Europa (Markteinführung vermutlich 2017) und vor allem den Deutschen präsentiert bzw. offeriert. Ein weiteres neues Modell, der Borgward BX6 TS (Touring Sport) ist gerade in Arbeit. Alle Modelle haben permanenten elektronisch geregelten Allrad- Antrieb und sind teil-elektrisch, also Plug- in Hybrid.

2005: Das Landwind-Desaster lehrt den Chinesen die Härten und "Seltsamkeiten" des europäischen Marktes

Die ersten Fahrberichte des neuen Borgward BX7 sind sehr positiv. Das heißt aber nichts. Man erinnere sich an 2005 als der Jiangling Landwind auf den deutschen Markt wollte. Rechtzeitig vor der Markteinführung machte der ADAC noch einen Test. 14.09.2005 Crashtest Jiangling Landwind. Das gefährlichste Auto der Welt? Der ADAC-Crashtest stellt dem China-SUV ein vernichtendes Zeugnis aus: Die Überlebenschancen des Fahrers sind gleich null.

Das interessante daran: Diese Art Crashtest war vorher nie bei einem Geländewagen durchgeführt worden – und wurde auch nachher so nie wieder bei einem Gelädewagen gemacht. Honi soit qui mal y pense!

Dass die ersten drei Borgward-Modelle für Borgward SUV in einer Militärfabrik gebaut werden zeigt, dass die Chinesen ihre Landwind-Lektion gelernt haben. Militärische Disziplin soll optimale Qualität sicherstellen und jede Form eines "Landwind- Desasters" mit militärischer Produktionsdisziplin und Qualität verhindern. Aber das ist nicht alles. 

Kein Borgward erreicht Deutschland, bevor der Fahrzeugtyp nicht auch von chinesischen Kunden, die als Testkunden fungieren, auf Herz und Nieren geprüft worden ist. Zuerst wird in China verkauft, die chinesischen Kunden testen die Qualität, und dann geht man mit den geprüften Fahrzeugen nach Europa. Die Chinesen haben die Landwind- Lektion gründlich gelernt. Die Chinesen werden davon profitieren, die europäische Autokonkurrenz unter so einer geprüften Qualität leiden. 

Um auch im Umweltbereich unangreifbar zu sein, sind alle drei aktuellen Borgward- Modelle motorisch als Plug-in Hybrid ausgeführt.

Die Berichterstattung über das Wiederbeleben von Borgward ist gekennzeichnet von einer Ignoranz gegenüber den Gefahren für die europäische Autoindustrie, die diese Wiederbelebung in sich birgt. Man unterschätzt was der chinesische Drache da an Feuer und Hitze für die europäische Autoindustrie bereit hält.

Die West- Denkweise ist, dass wieder mal ein kleiner rückständiger Chinese die große europäische Autoindustrie herausfordern wolle. Man denkt in Dimensionen, wie jenen des "Bubble". Die Mailänder Martin Motors haben ein Model "Bubble" im Programm. Dieses Model hieß vorher "Noble" und musste aus markenrechtlichen Gründen umbenannt werden (eine englische Sportwagenfirma heisst auch Noble). Es ist ein Fahrzeug des chinesischen Autoherstellers Hebei Shuanghuan Auto – und zwar dessen Modell "Shuanghuan Noble". Wer meint, dieser "Shuanghuan Noble" sehe dem Smart zum verwechseln ähnlich und solle diesem wohl nicht nur auf dem chinesischen sondern nun auch auf dem italienischen und europäischen Automarkt Kokurrenz machen, wer also das meint und glaubt, der hat vermutlich recht.

Na was solls – der Bubble hungert sich so durch die Gegend und irgendwann geht dem chinesischen Reiskocher doch die Puste aus, so denken viele. Und die Wiederbelebung von Borgward wird genau so bewertet. Ein chinesischer Baby-Drache mit spuckt etwas Borgward-Feuer – und wenn ihm dann die Puste ausgeht ist er wieder weg. Da versucht man nun mit dem alten Borgward auch irgendwie eine Nische zu erobern – nichts Tragisches – so denkt man – das geht auch vorbei – und genau das ist falsch!

Borgward in Stuttgart mit eingeschränkter Kompetenz: Vertrieb (Marketing und Design) plus Service (mehr nicht)

Die Borgward Group stellt groß heraus, dass ihr Chef-Designer im Vorstand sitze und das sei einmalig in der deutschen Autoführung, weil dort normalerweise die Desing-Abteilung nicht im Vorstand vertreten ist. Man macht damit aus der Not eine PR-Tugend und einen PR-Schlager. Hintergrund ist, dass die Stuttgarter Borgward Group außer beim Design im Rahmen der Autos nichts zu sagen hat. Die ganzen technischen Parameter und alles Sonstige in diesem Zusammenhang wird in China in der Technik- Zentrale von BAIC entschieden.

Das ist so ein System wie bei VW. VW als Konzernmutter produziert eine Kleinwagen Roh-Karosse. Daraus macht dann VW den up!, Seat den Mii, und Skoda verkauft mit der Basis seinen Citigo. Der VW Sharan der auch als Seat Alhambra zu kaufen ist – das gleiche System. Das gleiche Auto, mit unterschiedlichen Marken- und Produktnamen zu unterschiedlichen Preisen (und Gewinnmargen). Dieses System macht jeder große Autohersteller weltweit – und man solls nicht glauben, die Chinesen machen das auch!

Was die Borgward Group entscheidet, ist das Design, das ja so gewählt sein soll, dass der europäische Käufer mit Begeisterung zugreift. Diese Design-Verantwortung ist auch beim VW-Konzern üblich. VW-Technik liefert die Rohkarosse und VW, Audi, SEAT und Skoda setzen jeweils ihre Designs darauf – das ist bei BAIC und Tochterfirma Borgward auch nicht anders.

Eine Zusatzverantwortung hat Borgward noch – den Service- Bereich. Borgward muss ein Händler- und Werkstättennetz in Deutschland und Europa aufbauen, und ist dann auch dafür verantwortlich. Keine leichte Aufgabe für eine Marke die seit mehr als 55 Jahren nicht mehr in Europa zu kaufen war.

Die europäische Auto-Qualitätsmarke – eine dreifache Cash-Cow

Eines ist klar, und das bringt Geld, wenn man nämlich mit einer respektablen Qualitätsmarke im Rahmen von Billigproduktion viel Geld macht. Man hat Borgward als Qualitätsmarke, produziert die Autos sehr billig in China und verkauft sie realaiv teuer in Deutschland und Europa. Das bringt Cash – das macht so eine Konstruktion wie bei Borgward zur Cash-Cow.

Borgward ist Import- Marke in China. Die Import-Autos haben ein gutes Image, weshalb sie sich gut verkaufen. Die Chinesen nützen den "deutschen" Borgward, um mit chinesischen Autos Import-Image zu suggerieren und damit einerseits die Autos teurer zu verkaufen und mehr Gewinn zu machen und andererseits (angenehmer Nebeneffekt), um Import- Marken wie Audi, Mercedes und anderen am chinesischen Automarkt Marktanteile wegzunehmen. Cash-Cow Nummer zwei.

Nicht das das neu wäre. Geely macht das mit Volvo schon lange. Da werden China-Volvos in Europa teuer als skandinavische Qualität verkauft, und China-Volvos in China als Import-Autos ebenso mit Import-Bonus teuer verkauft.

Allerdings, Geely ist schon einen Schritt weiter als Borgward. Geely verkauft seine China-Volvos auch in den USA, mit Preisaufschlag, weil es ja eine europäische Qualitätsmarke ist. 

Dieses System verwenden nicht nur die Chinesen. GM beispielsweise verkauft China-Buick in den USA mit dem Markenbonus dass es eine US-Marke sei. Der Audi TT wird in Györ in Ungarn gebaut, zu Niedrigstlöhnen, aber am West-Markt zu hohen Preisen verkauft, als ob er aus dem Hochlohn-Werk in Ingolstadt kommen würde. Hohe Gewinne werden da gemacht, wie auch beispielsweise die Bilanzen von VW (Abgasskandal-bereinigt) bezeugen.

Die wieder auferstandene Borgward Group mit Sitz in Stuttgart hat viel vor

Was damals Borgwardgruppe hieß, heisst heute neudeutsch "Borgward Group" und ist nicht mehr in Bremen sondern in Stuttgart ansässig. Man hat offensichtlich viel vor. Zur Gruppe gehört unter anderem die Borgward Trademark Holdings GmbH. Sie hält die Rechte an den Logos der Marken Borgward, Lloyd und Goliath, sowie die Namensrechte für IsabellaHansa und Lloyd

OBER-Klasse: Die Borgward-Konzernmarke "Borgward" war für Oberklasse-Autos zuständig. Mit Fahrzeugen wie dem P100 war Borgward damals und wird wohl auch heute wieder ein direkter Konkurrent von Luxusmarken wie Mercedes, BMW und Porsche. Borgward war auch bei Sportwagen aktiv und machte damals mit dem Borgward Hansa 1500 Coupe dem Porsche 356 direkte Konkurrenz.

Ein neuer Borgward Isabella existiert schon als Studie bzw Prototyp. Dass man bei dieser neuen Isabella die Gene des alten Borgward Hansa 2400 erkennen kann, ist sicher gewollt. Dass sich beim neuen Isabella-Design eine Ähnlichkeit zum Porsche Panamera ergeben hat, ist sicherlich ein völlig ungewollter ganz zufälliger Zufall.

MITTEL-Klasse: Die Borgward-Konzernmarke "Hansa" löste mit Viertakt-Motoren die Golitath Zweitakter-Autos ab, und war für Mittelklasse-Autos zuständig. Sie war damals und wäre auch heute ein direkter Konkurrent für VW. 

BAIC hat Saab übernommen und wollte Saab neu auflegen, indem man eine neue Modellfamilie für Saab entwickelte. Saab hat man offenbar zu Gunsten von Borgward zurückgestellt. Die neue Modellfamilie ist zwischenzeitlich als BAIC Senova am chinesischen Markt sehr erfolgreich. Die Senova Fahrzeug-Familie könnte in Deutschland als Borgward Group "Hansa" und in Skandinavien als "Saab" verkauft werden.

KLEIN-Wagen: Die Borgward-Konzernmarke "Lloyd" war für Kleinwagen im Konzern zuständig. Der "Lloyd Alexander" war ein typischer Kleinwagen der damaligen Zeit. Wer glaubt Microvans wären eine Erfindung der Neuzeit, der möge den "Lloyd LT 600 Bus" anschauen, Microvans gab es schon in den 1950ern.

Was wäre wenn BAIC aus seinem Konzernsortiment einen Kleinwagen, beispielsweise den zusammen mit Suzuki entwickelten "Changhe Ideal" nimmt, und ihn als "Lloyd Ideal" auf den deutschen und europäischen Markt schickt und damit Billig-Marken wie Dacia das Fürchten lehrt? In Brasilien wird der "Changhe Ideal" als Effa M100 verkauft, in Uruguay heisst er Effa Ideal und in Italien haben die Mailänder Martin Motors das Fahrzeug als Ideal 1000 im Programm.

Nachfolger für den Microvan Lloyd LT 600 Bus gäbe es auch schon im BAIC-Sortiment. Beispielsweise den BAIC Weiwang 306, einfach eine neue Markenplakette drauf, schon kann er als Lloyd 306 Deutschland und Europa erobern.

LIEFER-Wagen (LCV): Die Borgward-Konzernmarke "Goliath" war für seine Zweitakter-Autos und für Lieferwagen bekannt, die man heute als LCV (Light Commercial Vehicles) bezeichnet. So war der "Goliath Express" ein direkter Konkurrent zum damaligen VW- Bus/Bulli/Transporter (heute T1 genannt). BAIC hat im Konzern all das verfügbar, was auch VW Commercial Vehicles anbietet. BAIC-Foton hat alles im Programm, Pick UpCaravelle, Crafter, Transporter etc. Das volle Programm könnte man hier gegen VW aufbieten.

Mit den SUV-Modellen Borgward BX 7, BX6 TS (Touring Sport) und BX5 wird Borgward den deutschen Automarkt voraussichtlich 2017 nach mehr als 55-jähriger Abwesenheit wieder betreten.

Borgward B-2000 Ähnlichkeiten mit dem US-Hummer? Gleiche Militär- Notwendigkeiten führen zu ähnlichen Design- Ergebnissen
Nun mögen manche Oldtimer-Puristen meinen, Borgward beginnt sein neues Leben mit einem SUV, das ist doch nicht Borgward. So ist es nicht. SUVs sind von Militärfahrzeugen abgeleitete Zivilfahrzeuge. Aus Militär-Jeeps wurden Zivil-Familienkutschen mit Adventure-Touch. Borgward hat Militär-Tradition. Der Borgward 2000 war so ein Militärfahrzeug für die deutsche Bundeswehr. 

LAST-Wagen (LKW – auch Trucks genannt): Die Borgward-Konzernmarke "Borgward" hat unter diesem Namen auch LKW gebaut. Mal angenommen, BAIC, also die Nutzfahrzeugtochter von BAIC, das ist Foton, der auch formell die Borgward-Group gehört, würde nach einer Möglichkeit suchen, mit seinem Nutzfahrzeugprogramm in Europa Fuß zu fassen. Nun dann macht man auf die Foton-LKW einfach Borgward- Markenzeichen drauf und unterlegt die Bilder von den neuen Foton-Borgward-LKW in den Werbeprospekten mit alten Aufnahmen von Borgward-LKW wie dem Borgward B2000 oder dem Borgward B4500 A und schon ist die für Marketingzwecke durchaus positive historische Genealogie gegeben. BAIC-Foton hat auch Baustellen- und Kran-LKW im Angebot, sowie verschiedene Arten von großen Bussen, sogar Obusse kann man dort kaufen.

ELEKTRO-Fahrzeuge In China wurden 2015 gesamt 331.000 Elektro-Fahrzeuge verkauft. BAIC hat sich mit seinem Elektrofahrzeugprogramm BAIC BJEV ein großes Stück vom chinesischen Elektro-Kuchen geholt. Das Modellprogramm reicht von Kleinwagen über die Familienkutsche bis zum Lieferwagen. Vielleicht sehen wir den Wei Wang 307 Elektro-Lieferwagen als Golitath 307 Elektro-Cargo im Marketing vielleicht als "der Umwelt-Transporter" beworben und bald auf deutschen und europäischen Straßen. Und die elektrischen BAIC-BJEV-PKW werden vielleicht als Borgward, Hansa und Saab-Elektro- PKW in Europa Ihre Volt und Ampere entfalten.

Borgward – das Trojanische Pferd, mit dem die Chinesen den europäischen Automarkt aufmischen wollen

Die heutige Borgward-Group ist in der Lage, zu allen Fahrzeug-Klassen die heute aktuell sind – Ausnahme die Elektro-Fahrzeuge – historische Borgward-Genealogien zu liefern. Das ist eine Marketing-Glücks-Situation für BAIC, also die Chinesen.

Mit Borgward haben die Chinesen jene trojanische Pferde-Herde gefunden, mit dem sie einen ganzen chinesischen Autokonzern als deutschen Traditionskonzern installieren können. Natürlich, der chinesische Geely-Konzern hat mit Volvo auch so ein trojanisches Pferd, aber das ist nur eine Marke – ein kleines trojanisches Pferdchen. Die Borgward Group bietet einen ganzen Konzern mit mehreren spezialisierten Marken-Möglichkeiten – eine ganze trojanische Pferde-Herde. Die neue Borgward Group hat sich nicht umsonst "Group" genannt.

Dünne Luft im Europas Auto-Olymp: GM steigt aus

Vom Norden, aus Schweden kommt der chinesische Autohersteller Geely, der mit seiner schwedischen Euro-Marke Volvo den europäischen Automarkt aufmischen will. Von Westen kommt der indische Autohersteller TATA, der mit seinen britischen Euro-Marken Jaguar, Landrover und Range-Rover den europäischen Automarkt aufmischen will. Aus Deutschland will der chinesische Autohersteller BAIC mit seinen deutschen Euro-Marken Borgward, Lloyd, Hansa und Goliath den deutschen und europäischen Automarkt aufmischen will. Dass der unter Artenschutz stehende Smart vom bösen Zwergdrachen "Shuanghuan Noble" bedroht wird, zählt da ja fast gar nicht mehr.

Kann man jetzt verstehen, warum GM, die mächtige GM, sich von ihren beiden Europa-Töchtern Vauxhall und Opel in Europa trennt. Warum GM den europäischen Markt aufgibt? GM gibt nicht auf weil sie wollen, sondern weil sie müssen. Hatte GM Europe (Vauxhall und Opel) 1996 noch 1.532.746 Fahrzeuge verkauft, was einen Marktanteil von 11,97 Prozent entsprach, so waren es 20 Jahre später, also 2016, nur mehr 984.769 Fahrzeuge was einem Marktanteil von 6,56 Prozent entspricht.

BAIC- Borgward kommt, GM- Vauxhall / Opel geht. Dieser Wachwechsel ist eine bemerkenswerte Realität! Die Chinesen steigen ein in den Euro- Markt, GM steigt aus, aus dem Euro- Markt. Was für eine Umwälzung!

Opel sieht – bei dem chinesischen Automarkt-Umfeld – keine Zukunft mehr. Und die einzigen die in Europa kaufen sind die Chinesen. Der Opel-Verkauf an PSA, das bedeutet Opel und Vauxhall werden indirekt vom chinesischen Auto-Multi Dongfeng gekauft, der seit 2014 an PSA/Peugeot SA beteiligt ist.

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3 KOMMENTARE

    • In der Anzahl der Buchstaben, wobei bei Borgward das 1. r  vor dem g geschrieben wird.

      Da keine technischen Daten genannt werden,wird man sich den Rest nur zusammen spinnen können. 

  1. Oh Gott, was für ein lausiger Artikel. Man kann kaum folgen, der Stil ist von unterster Qualität und die Fakten … wirken zusammengereimt. Ich kann nicht beurteilen, ob das Geschriebene stimmt, aber vieles wirkt konstruiert und daher nicht plausibel. Spätestens wenn Borgward an die Börse geht, werden sich die Kräfteverhältnisse ändern. Dann kann auch einem Drachen die Puste ausgehen.

     

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