Balkanroute: Slowenien und Österreich warnen

Aus Slowenien und Österreich kommen kritische Stimmen zur Abriegelung der Balkanroute. Man befürchtet eine baldige Verschärfung der Lage. Noch immer kommen tausende Menschen über diesen Weg nach Österreich.

Von Michael Steiner

Gegenüber der "Bild" sagte Österreichs Verteidigungsminister, Hans Peter Doskozil, dass die Balkanroute "nicht dicht" sei.  "Wenn man es mit dem Jahr 2015 vergleicht, dann ist es natürlich ein Erfolg, dass dieses Durchwinken vorbei ist." Viel mehr sei aber noch nicht erreicht, so der Sozialdemokrat. Er warnte davor, den Erfolg der europäischen Grenz- und Flüchtlingspolitik allein am Zeitraum der Flüchtlingskrise zu messen: "Wir könne doch nicht das Katastrophen-Jahr 2015 als Referenz nehmen. Dann wäre ja alles schon ein Erfolg. Um es klar zu sagen: Wir müssen uns die Jahre vorher ansehen und im Vergleich dazu sind wir deutlich über dem Durchschnitt, steuern noch immer auf eine Verdopplung der Zahlen zu."

Laut dem SPÖ-Politiker habe Österreich "allein in den ersten fünf Wochen diesen Jahres" 3.000 Ankünfte und 2.000 Asylanträge, "75 Prozent davon von Migranten, die über die Balkan-Route kamen. Wir haben also nach wie vor hohe Zahlen." Doskozil weiter: "So viel dazu, dass die Route dicht ist." Doskozil, der während der Flüchtlingskrise Polizeichef im Burgenland war, kündigte zudem nationale Maßnahmen an: "Wir werden den Grenzschutz intensivieren – auch mit technischen Mitteln." So werde im Grenzraum die Videoüberwachung eingeführt.

Indessen warnt der für Grenzsicherung und Flüchtlinge zuständige Vize-Innenminister Bostjan Sefic gegenüber dem Springer-Blatt davor, dass auf der Balkanroute "wieder enormer Druck" herrsche. "Viele Länder auf dem Balkan haben noch immer eine hohe Konzentration an Migranten. Allein in Griechenland sitzen 60.000 Flüchtlinge fest. In der Türkei leben etwa 2,5 Millionen Flüchtlinge – und fast alle wollen in die EU." Sefic warnte: "Wenn es zu irgendwelchen Problemen bei der Umsetzung des EU-Türkei-Abkommens kommen sollte, dann stehen wir vor enormen Herausforderungen. Und dann kommen noch Länder wie Serbien und Bulgarien hinzu, wo auch noch sehr viele Flüchtlinge warten."

Mit dem Frühling kämen auch wieder mehr Flüchtlinge: "Derzeit sind die Wetterbedingungen nicht gut für illegale Migration durch Europa. Aber sowie das Wetter besser wird, werden die Flüchtlinge ihren Weg fortsetzen wollen." Dies wird für die lokalen Behörden auf dem Balkan erneut zu einem Problem.

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7 Kommentare

  1. Hoffentich überrennen die dann wieder die bayrische Grenze!!!! Wird dann ein Wahlerfolg für die AFD. Immer herein mit euch !!!!! Schulz brüllt doch, ihr seid wie Gold und unsere Kanzlerin hat bestimmt auch nichts dagegen.

  2. Es ist mir unerklärlich, wieso man sein eigenes Land (als "Politiker") nicht vor solchen Invasionen schützen kann! Und vor allem die Merkel ist mir sehr suspekt -mit Schulz sieht es aber nicht besser aus!

    1. Die (und wir als "Ausführende") könnten schon das eigene Land schützen, sie wollen nur nicht und wir (als "Ausführende") dürfen nicht. Der Eidbruch von Merkel ist doch mehr als offensichtlich. Wer schwört, jeglichen Schaden vom deutschen Volke abzuwenden und das Gegenteil tut, der ist kein Volksvertreter, sondern ein Volksver…ter.

    2. Suspekt?! Junge, wenn du immer noch auf dem Level "Suspekt" bist, ist deine Meinung ungefähr so mobil wie ein Gletscher. Merkel schützt die Grenzen nicht, weil sie nicht will und/oder nicht darf. Das ist nicht suspekt, das ist offensichtlich.

  3. Statt das Bundesheer in Afghanistan und Mali und im Kosovo zu stationieren ,

    das Bundesheer an der österreichischen Grenze? Die politische Verblödung ist so ungeheuerlich, dass die selbstverständlichsten Lösungen nicht in Betracht gezogen werden.

    1. Österreich – Deutschland

      Irgend wo ist ein Resulution verabschiedet worden (UN-od. Nürnberger-Internationalespross).. das besagt eben die Obigen weder Militärische noch Sicherheit auch Wirtschaftliche  jemals "Interessen Verfolgen u. Ausführen dürfen" Diese Resulution verbietet es den Beiden – Internationalen u. Völkerrechtlichenebene..

      Auch der anschluss Österreichs mit der Beitritt in die EU gemeinsam mit Deutschland.. verstosst gegen die Resulution..

      Wenn ich mich nicht irre.. sind diese Attüte in der jeweiligen Judukativen-Gesetztgebung in Beiden Ländern ein Vorschrift u. Bestandteil der Gesellschaftlichenvorgaben..

      Entsprend ist es ein "Mammut-Herausforderung" dieses aus zu hebeln.. aber eben… es würde mich nicht Wunder wenn es ilegal-legalisiert wird..

      Ein Resulution ist keine Parlamentsvotum – Ein Resulution ist immer "International" – Wenn Deutsche od. Österreicher in Votum in Ihren Parlementen erzwingen so ist es kein Resulution sondern ein eiseitiges Sackgasse als Votum od. Auslegung..

      In Anbetracht dieser Vorgabe isst es verwirrend u. täuschend ein Zusammenwirken herbei zu führen.

      Erst einmal müssten die Judikativen diesen ausebnen dann ein Antragstellen so das es auf Internatinalenebene dieses Resulution aufgehoben u. nichtig erklärt werden kann..!!

      Das wäre Rechstaatlich u. International "Konform-Legal"

      1. Für Österreich gilt das Anschlußverbot wie auch die Immerwährende Neutralität gilt – aber um die kümmert sich die Politik schon lange nicht.

        Österreich ist theoretisch Souverän, in der Praxis aber seit 1945 über die Besatzung in Deutschland gelenkt und heute über Transatlantiker und die EU.

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