Spielsucht steigt beim Online-Glücksspiel – der Staat kassiert ab

Bequem von zu Hause aus, immer griffbereit über Smartphone, boomen die Online Casinos und Wettanbieter im Netz. Bei süchtigen Spielern geht der Weg meistens in Richtung Pleite, seelischer Krankheit und sogar Selbstmord. Doch das interessiert nicht, denn der Staat verdient mit Steuereinahnen beim Glücksspiel ordentlich Geld.

Von Edgar Schülter

Die Online-Casinos samt Poker und Roulette dominieren bekannterweise immer mehr das Internet. Schnelle Anmeldungen, die Bequemlichkeit der Anonymität und das Versprechen eines Bonus lockt gerade immer mehr jüngere Leute an. So auch die Geschichten, die auf dem „Açoriano Oriental“ erzählt wurden, wie die von Michael (fiktiver Name) der in den letzten Jahren zu einem  „Zwangsspieler“ wurde, wie schon so viele andere auch. Michael fing vor zirka fünf Jahren an, er probierte die Online-Casinos bis sie zuletzt zu seinen „Gefängnis“ wurden – und verbrachte an manchen Tagen fast 12 Stunden und verlor an die 20.000 Euro.

„Man fängt an aus Spaß zu spielen mit kleinen Wetten, dann wird es zu einer Art Herausforderung. Wenn man gewinnt will man mehr gewinnen, verliert man dagegen ärgert man sich soweit, dass man es unbedingt zurückholen will. Das Geld selbst wird unwichtig. Ich wettete sogar in Sachen die ich nicht kannte wie Hockey und verlor dabei 600 Euro. Dann war sogar ein Wochenende dabei wo ich 4.000 Euro verloren hatte, ich flehte meine Mutter an mir das Geld zu leihen“, so der Spielsüchtige.

Schlimmer noch war die Geschichte von Helena (fiktiver Name). Sie spielte bis in die Nacht hinein mit „Slotmaschines“. Verlust in einer Nacht: 800 Euro! „Es ist so schwierig damit aufzuhören, ich versuchte es bereits einige Male, aber die Leere die ich danach in mir verspürte war einfach zu groß. Man denkt immer wieder 'jetzt schaffst du es', zum Schluss spielte ich stundenlang ohne zu überlegen was überhaupt noch ablief. Ich besorgte mir drei Kredite bei drei verschiedenen Banken, bis hin zu 60.000 Euro.“

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Der Psychologe Dr. Hubert erklärt, dass solche Fälle sehr kompliziert enden, zumal der einmal pleite gegangene Spieler ein Leben lang mit seine Schulden zu kämpfen hat. Somit dann auch der soziale Abstieg, schlaflose Nächte und dann seelische Krankheiten, die sich ergeben. Im Falle unserer Helena trat die letzte Phase ein – nämlich Selbstmord. Helena wollte nicht mehr, ohne Geld und Hoffnungen griff Sie zum Whiskey-Glas und jede Menge Schlaftabletten und erreichte somit den für sie befreienden Tod.  
 
Allein aus der „Unterhaltungsautomatenwirtschaft“ flossen im Jahr 2016 ganze 1,7 Milliarden Euro an den Staat: nämlich durch Vergnügungs-, Umsatz- und Gewerbesteuer. Die Einnahmen durch Lotterien und Spielbanken betrugen sogar über 3 Milliarden Euro. Diese Einnahmen gehen an die Bundesländer, da diese zuständig sind für die Vergabe von Lizenzen. Der Staat sagt zwar, dass er durch das Glücksspielmonopol Spielsucht und Geldwäsche unterbinden möchte, verdient aber nebenbei viel Geld mit seinen Monopol.

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Es ist schon richtig, dass um weniger Steuern zu zahlen, sich die Online-Casinos gerne auf Malta, Granada, Isle of Man oder wo auch immer niederlassen, doch müssen trotzdem Steuern gezahlt werden. Politikern geht es eigentlich ganz gut, zumindest bei Diäten von fast 9.500 Euro monatlich im Bundestag zum Beispiel. Bei allen Privilegien und hohen Pensionen könnte man wohl nicht sagen, dass es denen schlecht geht. Das Geld kommt von Steuern unterschiedlicher Arten natürlich. Aber leider auch von Menschen wie Michael und Helena und so vielen Spielsüchtigen mehr, dessen Anzahl leider weiter zunimmt.

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10 Kommentare

  1. Ich kenne einen Fall bis hin zur Prozessbegleitung gut, bei dem eine Bankangestellte gut eine Million Euro verspielt hat. Die Bankangestellte holte sich das Geld u.a. über Bankguthaben von Kunden und Krediten auf Kunden.Die Kunden blieben grossteils auf ihrem Schaden sitzen.

  2. Das ist kein Wunder, jeder vernümpftige Mensch möchte diesen links grün versifften BRD-Laden verlassen, wir die arbeitende Bevölkerung hat kein Geld ergaunert, um sich diesen sehnsüchtigsten Wunsch zu erfüllen und dieses Irrenhaus weit hinter sich zu lassen.

  3. Glücksspiel, Tabak, Alkohol, (bald auch offiziell )Drogen, … der "Staat" schützt nicht seine Bürger, will er auch gar nicht, sondern quetsch sie aus, wo er nur kann! Vor allem geht es diesem "Staat" nur um das schnelle Geld, denn wenn man sich die Folgen und Kosten der ganzen Süchte anguckt, sind diese viel höher! Aber auch diese Volgekosten kann ja dann das Volk tragen!  Und der Vorwand, das der "Staat" seine Bürger schützen will, weil dieser z.B. nicht angeschnallt ist, ist da dann nur noch der blanke Hohn, denn auch da geht es nur ums Geld, der Bürger! Es ist immer wieder ein Genuß, den Polizei"beamten" zu erleben, wenn dieser großkotzig nach der Gurtbefreiung fragt und man dann sagt, "hier bitte schön"!

     

     

      1. @GEZ… – Wie alt sind Sie denn, das selbst einfachste Begriffe für Sie ein Fremdwort sind? Ansonsten würde ich sagen, GOOGLE ist Ihr Freund!

        Straßenverkehrsamt: Befreiung von der Gurtpflicht

        Von der Gurtanlegepflicht können Personen im Ausnahmefall befreit werden, wenn entweder

        a) das Anlegen der Gurte aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist

        oder

        b) die Körpergröße weniger als 150 cm beträgt (Vorlage Personalausweis).

         

  4. Bankster muss man sein. Dann bekommt man für das Verzocken fremden Eigentums noch einen Bonus. Oder Politiker -, die können "Kathedralen in die Wüste setzen" wie sie lustig sind, ohne selbst etwas zu verlieren. Wie wäre es mit einer Bildergalerie in Spielkasinos, von Kaputten Menschen, die an ihrer Spielsucht zugrunde gegangen sind. (Auf Tabakerzeugnissen hat man ja schon Gruselbilder gedruckt.) Spielsüchtige scheinen für den Fiskus lukrativer zu sein.

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