Nach der Kritik der Portugiesen am ewigen Pessimismus der internationalen Institutionen letzte Woche, überraschte die EU-Kommission gestern mit einer ungewohnt optimistischen Vorhersage für die wirtschaftliche Entwicklung des „Krisenstaates“ in Südwest-Europa. Doch woher der Sinneswandel?

Von Rui Filipe Gutschmidt

Die EU-Kommission legte gestern, am 13. Februar, ihre neuste Wirtschaftsprognose für das krisengebeutelte Land Portugal vor. Dabei viel auf, wie ungewöhnlich positiv der Bericht ausfiel und wie die bis Dato so harsch kritisierte Linksregierung Costa auf einmal gelobt wurde. Doch gegen Fakten nutzen keine fadenscheinigen Argumente und selbst Schäubles Fanklub scheint gegenüber Finanzminister Centenos Strategie resigniert zu haben.

Pierre Moscovici lobte also die bisherige Arbeit der Portugiesen und korrigierte die pessimistischen Prognosen vom Herbst deutlich nach oben. Auf der Grundlage der Daten des zweiten Halbjahres 2016, von denen er das Wachstum in der Tourismusbranche besonders hervorhob, erwartet die Kommission jetzt einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,6 Prozent für 2017 und weitere 1,5 Prozent für 2018. Hierbei wird zwar anerkannt, dass das Anheben des Mindestlohns einen positiven Effekt auf die Inlandsnachfrage und somit auf die Binnenwirtschaft hatte, doch wird gleichzeitig davor gewarnt, dass die zusätzlich vorgesehenen Erhöhungen die Arbeitslosigkeit langsamer sinken lassen dürfte, als die Pläne der Regierung der Partido Socialista (PS) es vorsehen. Ganz ohne Kritik geht es auch nicht.

Für 2017 hatte die OECD gerade erst vorhergesagt, dass die Arbeitslosigkeit nicht unter die Marke von 10 Prozent rutschen würde, was Finanzminister Mario Centeno mit Sarkasmus beantwortete. Nun sagt sogar die EU-Kommission eine Arbeitslosenrate von nur 9,4 Prozent voraus und übertrifft sogar die Prognose der Regierung. Doch die wichtigste Aussage ist wohl das „Immer weiter so“, das im krassen Gegensatz zum bisherigen „zurück zur Austeritätspolitik“ steht, das von Wolfgang Schäuble bislang mit erstaunlicher Sturheit vertreten wurde.

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt und Portugal hat tatsächlich noch eine Mammutaufgabe vor sich: Portugals Banken. So sträflich von der Troika und der konservativ-bürgerlichen Ex-Regierung Passos Coelho vernachlässigt, bilden sie die Achillesferse der portugiesischen Wirtschaft und wenn das Problem falsch gehandhabt wird, dann kann alle Anstrengung umsonst gewesen sein. Passos Coelho, als hätte er noch nicht genug Schaden im Namen der Finanzmafia angerichtet, ist gerade bemüht, Finanzminister Centeno in den Schmutz zu ziehen und er versucht ein Scheitern des parlamentarischen Linksbündnisses zu provozieren. Bleibt zu hoffen, dass er auch weiterhin kein Glück damit hat, da seine „Spielchen“ schon viel zu viele Leben zerstört hat. International hat Mario Centeno jedenfalls den Respekt der Wirtschaftswelt gewonnen und könnte dies jetzt nutzen, um bessere Bedingungen in Sachen Schuldentilgung zu erreichen. Gemeinsam mit Alexis Tsipras könnte man sicher einiges erreichen.

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5 thoughts on “Schäuble verliert – EU-Kommission gibt optimistische Prognose für Portugal ab”

  1. Schäubele verliert?!

    ——

    Wieso verliert Schäuble?

    Schäuble ist doch nur der Erfüllungsgehilfe von Goldman & Sucks (Rothschild) und DIE GEWINNEN IMMER!

    Sollte sich auch bis zu Ihnen, Herr Gutschmidt, herumgesprochen haben.

    Oder zahlt Portugal keine Zinsen mehr an die Hochfinanzbankster für das aus der Luft (FIAT Money) geschöpfte Geld, das Portugal auch  selbst und zwar zinsfrei, herstellen könnte! Und wie verhält es sich mit den an die Kredite gebundenen CDS Wetten?

    Das alles wär mal einen Artikel wert!
     

  2. Welchen Sinn macht es eine Konjunktur auf Pump zu feiern, die sich mit ungedeckten Schecks finanziert, die Portugal der EZB andreht?

    Welchen Wert hat eine erhöhte Binnennachfrage, die sich aus Target2-Salden, also auf Kosten anderer Nationen speist?

    Nichts gegen Optimismus im Allgemeinen – doch in meinen Augen leistet sich Portugal da letztlich nur einen von anderen europäischen Staaten geklauten Luxus. Ziemlich miese Nummer!

    1. @ Richard,

      Mann, Richard, da hab' ich doch glatt die Target 1+2 Salden vergessen!

      Mea Culpa!

      Würde mich allerdings im Gesamtzusammenhang interessieren, wo hoch der Schuldendienst Portugals an die Hochfinanzbankster per anno ist und wie sich das im Verhältnis zum Gesamthaushalt Portugals ausdrückt.

      *****

      …"Gemeinsam mit Alexis Tsipras könnte man sicher einiges erreichen".

      Klar, mit dem Soros,  Goldman & Sucks Puppet, dem pseudo-linken Tsipras, kann mal 'viel' erreichen – nämlich die Ausplünderung des Landes und letztendlich der Schuldenhaftungsgemeinschaft EUdSSR Euronenland , wobei dann Deutschland letztendlich den 'schwarzen Peter' hat.

       

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