Russland & Israel: Zickzack-Kurs der Trump-Administration

Die neue US-Administration wirkt verwirrt. Plötzliche Attacken gegen Russland und Israel stehen früheren Aussagen Trumps gegenüber, die deutlich positiver waren.

Von Marco Maier

Entweder hat Donald Trump die eigenen Leute nicht im Griff, oder aber seine Wahlkampf-Rhetorik war lediglich eine Show. Denn das, was die neue Administration inzwischen von sich gibt, passt nicht mit dem zusammen, was Trump zuvor verlautbarte.

So will Washington die Sanktionen gegen Russland nun so lange nicht aufheben, wie die Kontrolle über die Krim wieder an die Ukraine übergeben wurde. Die sogenannten Strafmaßnahmen blieben bestehen, "bis Russland die Kontrolle über die Halbinsel an die Ukraine zurückgegeben hat", so die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Sie halte es für bedauerlich, wenn sie gleich bei ihrem ersten Auftritt im UN-Sicherheitsrat das "aggressive Verhalten Russlands verurteilen" müsse, sagte Haley am Donnerstag in New York. So sollte das ihrer Ansicht nach nicht sein.

"Wir wollen unsere Beziehungen zu Russland verbessern. Allerdings ist die schreckliche Lage in der Ostukraine derart, dass sie eine klare und scharfe Verurteilung des Verhaltens Russlands erfordert", sagte Haley. Die Vereinigten Staaten stünden auf der Seite des ukrainischen Volkes, das seit fast drei Jahren "unter der russischen Besatzung und Militärintervention leiden", sagte Haley. Solange Russland und die separatistischen Kräfte nicht die Souveränität der Ukraine respektierten, "wird diese Krise weitergehen".

Auch in Sachen Siedlungsbau der Israelis im palästinensischen Westjordanland gibt es plötzlich schärfere Töne. "Wir glauben nicht, dass die Existenz von Siedlungen ein Hindernis für Frieden ist", erklärte das US-Präsidialamt. Der Bau neuer Siedlungen und die Ausweitung bestehender Siedlungen seien "vielleicht nicht hilfreich", erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Die Regierung von Präsident Donald Trump habe noch keine offizielle Position zum Siedlungsbau bezogen, so Spicer weiter. Dies sei Gegenstand weiterer Diskussionen, auch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der noch diesen Monat Trump besuchen wird.

Lesen Sie auch:  Biden: Cyberangriffe könnten zu einer "echten kriegerischen Auseinandersetzung" mit einer Großmacht führen

Loading...

Angsichts solcher Äußerungen stellt man sich die Frage, ob der Zickzack-Kurs der Trump-Administration gewollt ist, oder aber ob der Milliardär einfach die falschen Leute auf die neu zu besetzenden Posten gehievt hat. Eigentlich gilt Trump ja als eher Russland-freundlich und absoluter Unterstützer der israelischen Rechtsregierung. Doch offenbar hat man sich da getäuscht.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

11 Kommentare

  1. Ich denke eher, Mr. President wird gebrieft. So langsam aber sicher wird man ihn über die Sachzwänge aufklären und darüber was mit was zusammenhängt im tiefen Staat.

    Es ist halt doch nicht das selbe, ob man ein Wespennest selbst aufbaut oder in ein bestehendes einzieht.

    1. Man merkt ihm an, daß er nicht aus der Politik kommt. Was sich einerseits  auf die Konstruktivität seines Handelns positiv auswirkt andrerseits würde er aber politisches Rüstzeug brauchen um mit seinen überaus charakterlosen Gegnern fertig zu werden.

  2. Die Fernbedienung wurde neu, auf Trump optimiert. Die Narrenfreiheit hat Grenzen. Ja und leider, die Welt ist kein Stück besser geworden.

  3. Die Krim gibt Russland nicht zurück, warum auch(?), sie gehörte 170 Jahre zu Russland, zumal es keine Annektion war und die wahre Annektion, der Krim, unter dem Ukrainer Nikit Chruschtow vollzoge wurde, welcher die Krim einfach der Ukraine übergab!

    Zumal es bewiesen ist, das der Verbrecher und Jud…Lakai  Poroschenko die Krim der USA versprochen hatte, sollten sie ihn zum Präsidenten machen! Und die Vorbereitungen, der USA, für die militärische Besetzung der Krim und dem Vertragsbruch, mit Russland, liefen schon! Dagegen hätte der Westen natürlich nichts gehabt!

    1. Dagegen war der deutsche Michel-Kandidat Schröder viel braver. Er hat sein Wort gehalten und als Dankeschön für die amerikanische Unterstützung im Wahlkampf, beteiligte sich im Balkan-Krieg fleißig. Massenmörder Kriegsverbrecher…

      1. Wie der Zieh-Vater (Herbert Frahm) so der Sohn.

        Schröder war und ist Abschaum. Er verrät jeden und alles.

        Sein wahrer Vater, ein gefallener Wehrmacht-Soldat, dreht sich im Grab. Schröder hat ein Vater-Problem.

        (Die meisten Deutschen haben ein Vater-Problem. Dazu haben auch die Yugos, insbesondere die Serben, ihren allerschäbigsten Beitrag geleistet.)

  4. Das Problem mit Donald Trump ist, daß er nicht die Probleme im Griff hat, sondern die Probleme ihn und er sich dadurch selbst zum Problem gemacht hat. Ein Zeichen der Zeit in der die Probleme den verantwortlichen Leuten über den Kopf gewachsen sind, wie auch das Beispiel Angela Merkel zeigt.

  5. Wenn Trump etwas ändern will muss er erst einmal im eigenen Hinterhof aufräumen. Dort gibt es aber eine unzählige Tretminen mit der Aufschrift "Demokratie". Das wird ein sehr schmerzvoller Prozess für ihn werden. 

  6. Die Roten Nazis haben die USA auch schon im Würgegriff.

    Die Rote Nazis sind der Brandbeschleuniger der für Unfreiheit, Meinungsdiktatur und Nationalhasser.

    Rot heisst Tot.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.