Mossul – das neue “Aleppo”? Aber nicht in den Mainstreammedien!

In Mossul sollen hunderttausende Menschen in der Falle sitzen. Die US-geführte Allianz bombardiert weiter. Doch der Aufschrei der Medien bleibt aus.

Von Marco Maier

Wer erinnert sich noch an die medialen Hasskampagnen gegen Russland und die syrische Armee, als es um die Rückeroberung von Aleppo vom "Islamischen Staat" (IS) ging? Damals ging ein Aufschrei nach dem anderen durch die westliche Medienlandschaft, weil ja hunderttausende Menschen in der Stadt eingeschlossen wären und diese infolge der ausbleibenden Hilfslieferungen, der Kämpfe und Bomben in Lebensgefahr gewesen wären.

Nun, wo die US-geführte Koalition zusammen mit den irakischen Kräften bei Mossul gegen den IS vorgeht, bleibt die mediale Aufregung jedoch aus. So warnt die Hilfsorganisation "Oxfam" davor, dass im dichtbesiedelten Westteil der irakischen Stadt 750.000 "in der Falle sitzen" würden. Auch würden die Kämpfe "höchste Risiken für die Zivilisten" mit sich bringen. Man befürchte den Tod von tausenden Menschen. Doch egal ob in Syrien oder nun eben im Irak: Angaben von Bevölkerungszahlen sind immer nur reine Ratespiele, da die Fluchtbewegungen innerhalb der jeweiligen Länder kaum nachvollzogen werden können.

Interessanterweise bleiben heute im Falle Mossuls die medialen Hasskampagnen gegen die Anti-IS-Koalition aus. Die Amerikaner und deren Verbündeten eignen sich wohl nicht so sehr als Hassobjekte wie Russen und Syrer. Die transatlantische NATO-Presse samt deren Presstituierten interessieren sich einen Dreck um die (teils auch nicht vermeidbaren) Opfer dieser Militärs, doch jeder Tote durch russische Bomben wird dafür genutzt, Moskau zu desavouieren. Dieses messen mit zweierlei Maß ist evident.

Gleichzeitig muss man auch konstatieren, dass ein Krieg immer mit Todesopfern unter der Zivilbevölkerung verbunden ist. Wobei man sich stets auch der Ursachen gewahr sein sollte: Ohne den US-Einmarsch in den Irak samt dem Sturz von Staatschef Saddam Hussein und ohne die gezielte Destabilisierung Syriens durch die westlichen Geheimdienste (siehe hier) gäbe es heute keinen "Islamischen Staat", vor dem man die Menschen in diesen beiden Ländern befreien müsste. All dies sind Aspekte, die in der Berichterstattung der westlichen Leitmedien so gut wie nicht erwähnt werden.

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2 Kommentare

  1. Die Russenhetze geht weiter. Gestern Abend bei Mayschberger: Röttgen. Unerträglich und absolut unterirdich wäre schon mal eine Bezeichnung dafür. Aber: hier wird offen und unverblümt dem Krieg das Wort geredet und das ist ein Verbrechen!

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