Weißes Haus, Washington, USA Bild: Flickr / Diego Cambiaso CC BY-SA 2.0

Derzeit läuft ein schleichender Putsch gegen Trump, betrieben vom tiefen Staat.

Von Eric Margolis / Antikrieg

Präsident Dwight Eisenhowers Warnung vor den Gefahren des militärisch-industriellen Komplexes, die er vor einem halben Jahrhundert abgab, klingt heute genauso laut und deutlich. Der weiche Putsch, der von Amerikas „Staat im Staat“ gegen die Regierung Trump durchgeführt wird, erreichte diese Woche eine neue Intensität, als spezielle Interessen um die Kontrolle über Washington kämpften.

Der neu ernannte nationale Sicherheitsberater, Generalleutnant Michael Flynn, wurde von Trump aufgrund seiner Gespräche mit dem russischen Botschafter gefeuert, und was er darüber Vizepräsident Pence gesagt haben mag oder auch nicht. Der Fenstersturz Flynns schien von unseren nationalen Geheimdiensten in Zusammenarbeit mit den Massenmedien und gewissen Demokraten betrieben worden zu sein.

Flynns Verbrechen? Mit den verflixten Russen vor und nach der Wahl zu sprechen. Eine schlimme, schlimme Angelegenheit. Das ist das, was Sicherheitsberater eigentlich machen sollten: einen Kanal zu anderen großen Mächten und Alliierten offenhalten. Das ist auch die Aufgabe unserer Geheimdienste.

In internationalen Angelegenheit gibt es kein Gut und Böse. Die kindische Auffassung von „guten Leuten“ und „bösen Leuten“ kommt aus der Ära Bush, als einfach gestrickte Wähler überzeugt werden mussten, dass Amerika irgendwie in großer Gefahr schwebte aufgrund eines Haufens verärgerter Ziegenhirten im Nahen Osten.

Loading...

Die einzigen Länder, die die Existenz Amerikas bedrohen könnten, sind die Atommächte Russland, China, Indien, Frankreich, Britannien und Israel (und vielleicht Pakistan) – in dieser Reihenfolge.

Russland hat Tausende von Atomsprengköpfen auf das Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika gerichtet. Jeder reale Krieg mit Russland würde den Untergang beider Länder heraufbeschwören. Zwei Fast-Treffer sind mehr als genug. Erinnern Sie sich an die Raketenkrise 1962 um Kuba und an den erschreckenden Able Archer-Zwischenfall 1983 – Beinahe-Atomkrieg verursacht durch Ronald Reagans antirussische Hysterie und Moskaus panische Reaktion.

Margolis Regel Nummer 1 für internationale Beziehungen: sei nett und habe ein gutes Verhältnis zu Ländern, die Atomwaffen auf dich gerichtet haben. Vermeide Geplänkel in so gut wie allen Angelegenheiten. Geheimdienste spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts des nuklearen Schreckens und bei der Vermeidung von Missverständnissen, die Krieg verursachen können.

General Flynn war ein überzeugter antiislamischer Fanatiker. Er war, um es in Trump-Sprech auszudrücken, ein großer schrecklicher Fehlgriff. Ich bin froh, dass er weg ist. Flynns Sünde war jedoch, dass er übergeschnappt war, nicht dass er mit dem russischen Botschafter telefoniert hat. Das Weiße Haus und die nationalen Geheimdienste sollten jeden Tag mit Moskau reden, und wenn auch nur „hi Boris, was gibt´s neues bei euch?“ „Hier auch nicht viel, außer dass der Verkehr wieder einmal furchtbar ist.“ …

Das derzeitige Gezeter in den Vereinigten Staaten von Amerika über Flynns angebliche Übertretung ist ganz und gar ein fingierter politischer Anschlag, um der Administration Trump einen lähmenden Schlag zu verpassen. Trump hat viel zu schnell klein beigegeben. Der „Staat im Staate“ ist auf seinen Skalp aus: er hat gedroht, das Jahresbudget von 80 Milliarden Dollar für die Geheimdienste zu kürzen, welches allein, Buben und Mädchen aufgepasst, mehr ausmacht als das gesamte Verteidigungsbudget Russlands. Er spricht über die Ausmerzung von Verschwendung aus dem Budget des Pentagon von fast einer Billion Dollars, über weniger Ausgaben für die NATO und über die Beendigung von einigen imperialen Kriegen Amerikas im Ausland.

Was ist auch schon Liebenswürdiges an Trump, wenn man Mitglied der Kriegspartei und des militärisch-industriellen-geheimdienstlichen-Wall Street-Komplexes ist. Der Komplex will sein Golden Girl Hillary Clinton in der Führung. Sie hat den derzeitigen Tsunami der antirussischen Hysterie und Dämonisierung von Vladimir Putin entfesselt, was – ja es ist zum Weinen – zeigt, dass viele Amerikaner noch nicht über die Zeiten des Joe McCarty hinausgewachsen sind.

Nachdem ich mich lange mit Geheimdienstarbeit im Kalten Krieg beschäftigt habe, bin ich zum Schluss gekommen, dass beide Seiten ziemlich viel darüber wussten, was die andere vorhatte, wenn auch KGB und GRU professioneller und besser ausgebildet waren als westliche Geheimdienste. Es wäre viel einfacher und billiger, sich die Informationen gegenseitig zu verkaufen. Aber das würde das Große Spiel beenden.

Loading...

Es macht mich krank, wenn ich die dreiste Scheinheiligkeit und das Geschwätz in Washington über angebliche russische Spionage und Manipulation beobachte. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben Regierungen im Ausland seit 1945 gekauft und manipuliert. Wir haben sogar das Handy der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört. Diese Woche veröffentlichte WikiLeaks einen Abschnitt über die Spionage und Manipulation der CIA bei den Wahlen in Frankreich 2012. Wir leben in einem riesigen Glashaus.

Die Russen sind nicht unsere Kumpel. Sie sind aber auch nicht das Reich des Bösen. Wir müssen unsere Auffassung über Russland aktualisieren, erwachsen werden und damit aufhören, Moskau als Schwarzen Mann zu verwenden, um unsere eigenen internen politischen Kämpfe auszutragen.

Zur Zeit mache ich mir größere Sorgen wegen der verrückten Rechtsaußen in Trumps Weißem Haus als wegen der Russen und dem bösen Vlad Putin.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

7 KOMMENTARE

  1. In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, welche Fraktion der Tiefenstaatler sich durchsetzt. Wir können es an Trumps politischem, mglw. auch physischem Überleben erkennen.

    Hört euch unbedingt das brandneue (im wahrsten Sinne) Video von einem der mutigsten Aufklärer an. 

    CHAPEAU WERNER ALTNICKEL ❗ :::

    https://m.youtube.com/watch?v=eJ6wpp7R6Mg

  2. Man muß den wohl leicht gestörten Geheimdienstlern ab und an mal den Bauch pinseln und sagen wie "unentbehrlich" sie sind. Man fragt sich doch, wer geht zum Geheimdienst? Patrioten können es wohl nicht sein, wenn sie ihrem Land und der ganzen Welt ihre, mit Verlaub, unerträgliche Wichtigkeit klarmachen wollen.

    Wenn man geschickt, ist baupinselt man sie mit Einladungen ins Weiße Haus oder ins Bundeskanzleramt, macht aber genau die entgegengesetzte Politik! Man erklärt es dann mit der Komplexität, dass man ihre destruktive Strategie nicht umsetzen konnte.

    Wenn Trump das System umbauen will, muß er supertrategisch und taktisch vorgehen. Bluff und Gegenbluff und nochmals Bluff! Die armseligen Geheimdienstler sollen am Rad drehen, nicht mehr wissen was Sache ist. Dass muß Trump machen, ganz langsam aber unwiderruflich den tiefen Staat auflösen! Von mir aus mit Weglobigungen, Orden und fürstlichen Pensionen. Hauptsache die Bagage kann keinen Unfug mehr anrichten!

  3. Habe mir grad heute ähnliches gedacht, wie der Verfasser schreibt. Kann mich nicht erinnern, daß in den USA ein gewählter Präsident, jemals auf so viel Gegenwind gestoßen, und so massiv intern angegriffen wurde. Und das sofort nach der Wahlauszählung.

    Das zeigt uns unmissverständlich auf, wer bisher das Sagen dort hatte. Kein Obama. Kein Bush junior. Das waren vorgeschobene Clowns. Wir bekommen vorgeführt wer alles nicht aus seinen Sätteln will, oder sich durch eine neue Politik des Präsidenten seine "ergaunerten" "Werte" im Wanken sieht.

    Daß das alles mit Demokratie nichts mehr zu tun hat und Handlungsbedarf seitens des Wählers, der hinter Trump steht bedarf, sollte von uns in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Lage ist ernst und sie betrifft jeden auf dieser Erde. Wer glaubt, er habe vorgesorgt oder liegt außerhalb verkennt das Pulverfaß auf dem wir sitzen. Wenn ein Tsunami von 200 m h um den Erdball rast, und sich der Himmel für Monate oder länger verdunkelt, wird aufwachen, aber es ist zu spät.

  4. dass viele Amerikaner noch nicht über die Zeiten des Joe McCarty hinausgewachsen sind.

    ———-

    WAS hat denn der amerikanische Patriot , McCarthy,  mit den jüdischen Neo-Con Kriegsfalken vom Schlage eines Richard Perle, eines Paul Wolfwowitz, eines Robert Kagan, eines William Kristol, eines Douglaus Feith  oder David Wurmser (um mal ein paar Namen zu nennen) zu tun, die Trumps Skalp wollen?

    Da der amerikanische Patriot McCarthy bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit vergwaltigt wird, hier mal einiges zur Auklärung:

    ..".Es stimmt, daß es einige matte und kraftlose Ansätze einer Reaktion gegeben hat, besonders als Senator Joseph McCarthy seine berühmte Serie von Anhörungen vor dem Senatsunterkomitee für Innere Sicherheit begann. Alles, was jene Anhörungen hervorbrachten, war nicht mehr als ein kleines Rinnsal, das durch den riesigen Deich der offiziellen Geheimhaltung sickerte, der den Ozean von Beweisen dafür zurückhielt, daß die Vereinigten Staaten heimlich von Fremden und von Verrätern in ihren Diensten übernommen worden waren. Aber wenn Deiche zu lecken beginnen, dann brechen sie bald. Und als die Anhörungen von McCarthy begannen, nur ein wenig später, als ich vorhergesagt hatte, sagte ich zu mir selbst: Dies ist es endlich! Das ist der Anfang. Und bald wird dieser große Exodus panischer Ratten beginnen, die vor der gerechten Vergeltung fliehen.
    Aber ich irrte mich wieder. Stattdessen hatte ein Freund von mir recht. Er war zu der Zeit ein Mitglied der Central Intelligence Agency, in der es zu der Zeit einige Amerikaner gab. Und er war am 9. Februar 1950 zufällig in Wheeling, West Virginia, als Senator McCarthy seine berühmte Rede hielt, in der er sagte, daß es 57 Mitglieder der Kommunistischen Partei oder des sowjetischen Spionageapparates in verantwortungsvollen Positionen im Außenministerium gäbe und daß das Außenministerium von ihnen wüßte.

    Nach der Rede fand mein Freund eine Gelegenheit, allein mit McCarthy zu reden. Er sagte ihm: „Senator, Sie sagten, es gebe 57 bekannte Kommunisten im Außenministerium. Wenn Sie Zugang zu den Akten meiner Behörde hätten, dann würden Sie wissen, daß es absolute Beweise dafür gibt, daß es zehnmal so viele sind. Aber Senator, Sie erkennen die Größenordnung und die Macht der Verschwörung nicht, die Sie angreifen. Sie werden Sie vernichten – sie werden Sie total vernichten.“

    Aber Senator McCarthy schüttelte nur den Kopf und sagte: “Nein, das amerikanische Volk wird mich niemals im Stich lassen.“ Sehen Sie, auch er hat sich geirrt.

    Es ist nicht notwendig, hier die Schritte durchzugehen, mit denen McCarthy vernichtet wurde. Er wurde natürlich aus seinem eigenen Stab heraus sabotiert. Die Fremden, die unsere Presse und das Radio und die Glotze kontrollieren, sudelten ihren Schleim über das Land. Schwärme der ignoranten und neurotischen kleinen Gauner, die wir „Intellektuelle“ nennen, kamen aus den Türen der Colleges und Universitäten geströmt, kreischend und spuckend, wie es ihre Gepflogenheit ist. Und all das hatte seine Wirkung. Aber die Verschwörung konnte McCarthy nur durch eine etwas weniger routinemäßige Operation zum Schweigen bringen.

    Sie fanden einen Armeeoffizier, der ein militärischer Versager gewesen war, bis Bernard Baruch ihn zum General beförderte, und der 1945 auf nichts Besseres hätte hoffen können sollen, daß er dem Kriegsgericht entgehen und somit vermeiden könnte, kassiert zu werden, wenn er beweisen könnte, daß all die Greueltaten und all die Sabotage amerikanischer Interessen, deren er sich in Europa schuldig gemacht hatte, gegen seine Protest und unter kategorischem Befehl des Präsidenten ausgeführt worden waren. Die Verschwörung nahm diesen Jemand, und mit Hilfe der Presse führte sie schnell einen Mummenschanz auf und verkleideten ihn als Konservativen. Sie schrieben Reden, die er ohne allzu viel Stümperei aufsagen konnte. Sie zeigten sein Grinsen auf all den Glotzröhren. Und sie wählten ihn zum Präsidenten. Und natürlich wurde „Ike“ mit einem Mandat seiner Herren gewählt, Senator McCarthy in den Rücken zu stechen.

    Und das tat er. Und so stopfte die Verschwörung dieses kleine Leck im Deich."

    Quelle: Professor Revilo Pendelton Oliver (Was wir unseren Parasiten schulden)

    Wer den Namen Mc Carthy missbräuchlich in den Mund nimmt, ist für mich per se äußerst verdächtig!
     

  5. Man kann  von Trump halten was man will , man kann Ihn mögen oder nicht.  Aber ich kann mich,  als fast 60 Jährigen , beim besten Willen nicht daran erinnern, dass jemals so viel Gehaessigkeit und Schmutz ueber einen gewählten U S Präsidenten geschüttet wurde ! 

    Und die BR Politiker immer ganz vorne mit dabei !

  6. Die meisten US-Politiker sowie die von Deutschland und Europa sind doch nur gekaufte Kreaturen eben von diesem möchtigen Komolex in den USA !!

    Genau dies wird durch den Protest gegen Trump immer augenfälliger !!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here