Eigentlich kann man sagen, dass es eine Art Hassliebe zwischen der israelischen Rechtsregierung und der palästinensischen Hamas gibt. Sie brauchen einander um politisch zu überleben.

Von Marco Maier

Irgendwie ist es eine Symbiose. Jeder Terroranschlag der Hamas oder einer anderen radikalen Palästinenserorganisation stärkt die israelischen Rechtsparteien in der Regierung, die dann ihrerseits mit neuen Repressionen und militärischen Angriffen auf die Palästinenser losgeht. Dies wiederum sorgt für weiteren Zulauf für die radikalen Palästinenserorganisationen. Eine Gewaltspirale, die viele unschuldige Opfer auf beiden Seiten fordert und dem Establishment beider Seiten nutzt.

Immerhin kann die israelische Rechtsregierung so immer wieder darauf hinweisen, dass jede Lockerung von Repressionsmaßnahmen stets neuen Terror ins Land trägt und so auch den zentristischen und linken Parteien des Landes das Wasser abgraben. Und die Hamas? Jeder Militärschlag, jede neue Repression wird propagandistisch ausgeschlachtet und sorgt für den Machterhalt der herrschenden Gruppen.

Es sind die Extremisten auf beiden Seiten, die jede friedliche Lösung des Konfliktes behindern. Denn es spricht nichts gegen einen jüdischen Staat in Palästina und auch die Palästinenser selbst können durchaus einen eigenen Staat haben. Dieser müsste dann jedoch wahrscheinlich von den anderen arabischen Staaten finanziell unterstützt werden, weil dieser wirtschaftlich kaum überlebensfähig sein dürfte.

Den Träumern vom "Erez Israel" in der israelischen Politik (welches Gebiete Ägyptens, des Iraks, Saudi-Arabiens und das Emirat Kuwait mit einschließen würde) könnte man so auch Grenzen aufzeigen. Aber auch die "Treibt die Juden ins Meer"-Fraktion der Araber hätte mit einer gütlichen Einigung kaum mehr eine Angriffsfläche. Aber das ist nicht gewollt, also betreibt man weiterhin eine Spannungspolitik und sorgt für Unsicherheit, Leid und Tod.

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6 thoughts on “Hass & Gewalt: Israels Rechtsregierung und die Hamas brauchen sich”

  1. Es ist natürlich richtig, dass die Extremisten beider Seiten da den Begriff "angegriffen" jeweils für sich mißbrauchen. Doch man sollte dabei nicht die völkerrechtlichen Dinge aus den Augen verlieren.

    Fakt ist ja, dass in Palästina die letzten 2000 Jahre Palästinenser wohnten und nur vereinzelt Juden. 1948 marschierten dann die Juden in Milionenstärke dort ein und vertrieben die Palis unter Anwendung schlimmer Massaker.

    Der Krieg ging also eindeutig von jüdischer Seite aus.

    Wie siehts mit dem Landanspruch nun völkerrechtlich aus?

    Da müßte man fragen, ob der völkerrechtliche Anspruch auf Land nicht irgendwann mal verfällt. 2000 Jahre sind eine lange Zeit. Auch waren die Juden in der Antike wohl nur temporär dort. Eigentlich sollen sie aus dem Irak stammen.

    Die Palis lebten dann also noch länger dort als die Juden. Und sie lebten zeitnah lange dort.

    Eins wird da doch offensichtlich: Die Palis haben mindestens, wenn nicht sogar noch mehr völkerrechtlichen Anspruch auf Palästina. Ihr Völkerrecht muß folglich beachtet werden.

    Was sagt nun die UN-Charta?

    "Mitglieder der Vereinten Nationen, welche die Verantwortung für die Verwaltung von Hoheitsgebieten haben oder übernehmen, deren Völker noch nicht die volle Selbstregierung erreicht haben, bekennen sich zu dem Grundsatz, daß die Interessen der Einwohner dieser Hoheitsgebiete Vorrang haben […] sie übernehmen als heiligen Auftrag die Verpflichtung

    b) die Selbstregierung zu entwickeln, die politischen Bestrebungen dieser Völker gebührend zu berücksichtigen und sie bei der fortschreitenden Entwicklung ihrer freien politischen Einrichtungen zu unterstützen,"

    Mit anderen Worten, der Britische Besatzer hätte 1948 nie einen jüdischen Staat auf dem Land der Palästinenser zulassen dürfen, sondern hätte statt dessen das Entstehen eines Palästinenserstaates fördern müssen.

    Ein jüdischer Staat hätte bestenfalls auf einem kleinen Teil Palästinas gegründet werden dürfen – nicht jedoch in dem Ausmaß, wie es gemacht wurde.

    Fazit: Der reale Staat Israel ist in sich ein völkerrechtswidriges Konstrukt.

    1. Fakt ist ja, dass in Palästina die letzten 2000 Jahre Palästinenser wohnten und nur vereinzelt Juden. 1948 marschierten dann die Juden in Milionenstärke dort ein und vertrieben die Palis unter Anwendung schlimmer Massaker

       

      ———–

      Das ist mal wieder Ihre völlig einseitige Sichtweise und entspricht nicht den historischen Tatsachen.

      Die Besiedlung (gefördert durch den jüdischen Weltkongress und Rothschild) begann schon Ende des 19. Jahrhunderts und wurde forciert durch den Umsiedlungsplan der Nationalsozialisten (im Schulterschluß mit den jüdischen Lobby-Verbänden) gem. Havaara und Rublee-Wohltat Abkommen.

      Außerdem muss man berücksichtigen, dass die ursprünglichen jüdischen Siedler, gem. den Idealen Theodor Herzl's, hart gearbeitet haben, um ödes Land urbar zu machen. Die deutschen 'Jeckes' haben wiederum dazu beigetragen, das Kapital, Bildung und Know How nach Palästina flossen. Und ohne die deutschen 'Jeckes' wäre die Gründung des israelischen Staates gar nicht erst möglich gewesen.

      Dass die Nakba, die Vertreibung und ethnische 'Ausdünnung' der Palis ein Verbrechen war, darüber müssen wir nicht diskutieren. Im übrigen lief das aber den Vorstellungen eines Theodor Herzl's völlig entgegen, nicht jedoch den Vorstellungen eines Ben Gurion, der einer der Drahtzieher der nakba war.

      Selbstverständlich haben die Palis (völkerrechtsmäßig) Anspruch auf ihr Heimatland, Palästina. Dieses  Heimatrecht gilt aber auch für die Israelis, speziell die, welche schon seit mehreren Generationen dort leben.

      Also muss ein gerechter Ausgleich her und der geht nun mal nicht über eine völlig einseitige Sichtweise, wie von Dir praktiziert.

       

    2. @Richard

      Anzumerken bleibt, dass der von Ihnen oben zitierte Art. 73 UN-Charta vollumfänglich auch für die "Bunte Republik" als typischer Kapitel 11-Verwaltung gilt. Und auch hier treten die "verantwortlichen UN-Mitglieder" (vulgo: Besatzungsmächte) die diesbezüglichen Festlegungen der Charta mit Füßen; von "zwangsweiser Massenmigrations-Überflutung" steht da nämlich nix.

  2. Und die Hamas? Jeder Militärschlag, jede neue Repression wird propagandistisch ausgeschlachtet und sorgt für den Machterhalt der herrschenden Gruppen.

    ——-

    Wenn es die Hamas nicht gäbe, müsste sie glatt von Bibi und dem Mossad erfunden werden (wie Al Kheida u. IS) !

    Global Research: Hamas is a Creation of Mossad
    by Hassane Zerouky

    http://www.globalresearch.ca/articles/ZER403A.html

    Nichts ist so wie es scheint!

     

  3. ….Denn es spricht nichts gegen einen jüdischen Staat in Palästina….

    ——–

    Da muss ich vehement widersprechen: Es spricht eigentlich alles gegen einen jüdischen Staat auf dem Boden Palästinas!

    Die in Israel lebenden Juden werden zu mehr als 90 Prozent von ashkenasischen Juden, also osteuropäischen, Khazaren Juden (den falschen Juden) repräsentiert.

    Und DIE können nicht -wie einen auch immer gearteteten Anspruch– aus der Bibel zum Raub oder Besitz des Landes oder einen Teil des historischen Palästinas, des mystischen Erez Israel, ableiten. Hinzu kommt, dass schon zu Zeiten Jesus Christus ein großer Teil des 'jüdischen Volkes' (wenn nicht sogar der größte Teil) in der Diaspora (von Griechenland über Rome bis Persien und bis an die Säulen des Herkules) lebte.

    Hinzu kommt noch (ws den Wenigsten bekannt sein dürfte) , dass die osteuropäischen Juden, ja schon seit den zwanziger Jahren ihren eigenen Staat, die autonome jüdische Republik OBLAST (Russland) , mit der Hauptstadt Birobidschan, haben. Und die befindet sich auch in etwa in der Region, wo die Khasaren-Juden – ein turko-tatarisches Mischvolk – auch ursprünglich herkommen.

    Komischerweise will da kein Khasaren-Jude hin. Nein, sie alle wollen nach Palästina, in eine völlig fremde Welt, wo sie nix, aber auch gar nichts, zu suchen haben und den Ureinwohnern, den PALIS (auch ein Mischvolk aus Arabern u.a. Völkerschaften, u.a. auch zu einem großen Teil  zum Islam konvertierten Juden) das Land rauben und stehlen.

    So, das ist nun mal die Faktenlage.

    Aber jetzt sind sie ja nun mal da, und eine Menge Juden ja schon über mehrere Generationen. Und für diese Juden gilt -wie für alle Menschen dieser Welt- das sog. 'Heimatrecht' – Auch das ist Fakt.

    Also muss eine Lösung her, die allen Seiten gerecht wird.

    Wie könnte denn eine Lösung aussehen?

    Ich lehne mich da mal ganz weit aus dem Fenster und entwickle mal meine Vorstellung von einer gerechten und friedlichen Lösung:

    * Sofortiger Einwanderungsstopp für alle Juden die von ihrem Recht des 'law of Return' Gebrauch machen wollen (also ein mehrjähriges Moratorium)

    * Rückkehrrecht für alle vertriebenen PALIS im Rahmen der 'nakba' von 1948 und deren direkten Nachkommen.

    * Volle Entschädigung der PALIS für enteigneten oder geraubten Landbesitz und/oder Häuser oder Liegenschaften

    * Gründung eines Versöhnungsrates der paritätisch besetzt sein sollte. Alle Schulbücher müssen von Hass und Gewalt gereinigt werden. 'Interkulturelle' Schulen und Universitäten sind Pflicht.

    * Internationalisierung der 'offenen Stadt Jerusalem', die zum Weltkulturerbe gehört. Überwachung des Status von Jerusalem durch eine Schutztruppe, die paritätisch aus Juden, Moslems und Christen besteht und  deren Sicherheit von den USA, Europa, Russland  und den OIC-Staaten garantiert ist.

    * Gleiche Rechte, aber auch gleiche Pflichten für Palis und und Juden

    * Aufstellung einer gemischten Armee aus Juden und Palis zur Grenzsicherung, die einen rein defensiven Charakter haben sollte.

    * Religion ist Privatsache und hat im öffentlichen Raum keinen Platz

     

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