Roman Zozulya. Bild: UEFA

Ist Zozulya ein Nazi? Hat er die ukrainischen Rechtsextremen unterstützt und sympathisiert er noch immer mit dem „Rechtem Block“? Der Spieler selbst leugnet nicht, dass er im Donbasskonflikt auf Seiten der Ukraine steht. Doch Patriotismus ist in dem Bruderkriegsland eher die Norm. Die Fans von Rayo Vallecano aber fragten sich nicht, wie weit seine „Vaterlandsliebe“ geht…

Von Rui Filipe Gutschmidt

Roman Zozulya ist ein ukrainischer Profifußballer mit einem Vertrag beim spanischen Klub Bétis Sevilla. Doch der kleinere der beiden Erstligisten aus Andalusiens Hauptstadt steht finanziell nicht so gut da wie sein Rivale, F. C. Sevilla, und um die Lohnkosten von 1 Million Euro für die Saison zu halbieren, beschlossen die Verantwortlichen, den Spieler für den zweiten Teil der Meisterschaft zu verleihen. Rayo Vallecano war auf der Suche nach einem Stürmer, der dem Verein im Kampf gegen den Abstieg aus der zweiten in die dritte Liga helfen sollte.

Aber die Vereinsmanager haben ihre Rechnung ohne die Fans gemacht. Rayo, ein kleiner Klub aus Madrid, ist für seine politisch linksextrem orientierten Fans bekannt. Aktivisten gegen die Franco-Diktatur identifizierten sich nicht mit den beiden großen Klubs der spanischen Hauptstadt – Real und Atletico Madrid – da diese vom Regime zu Propagandazwecken missbraucht wurden. Als den Fans von Rayo Vallecano – von wem auch immer – zu Ohren kam, dass Zozulya Ukraines Neonazis vom „Rechten Sektor“ unterstützt, haben sie ihm bei seinem ersten Training unmissverständlich klar gemacht, dass sie ihn nicht in der Mannschaft haben wollen. Dieser Vorfall warf Fragen auf, brachte einen Stein ins Rollen und die Diskussion über Ideologie im Fußball kommt mal wieder in Mode.

Die Auswirkungen der Aktion treffen in erster Linie den Spieler, der jetzt laut Regeln der FIFA, bis Ende Juni, keinen anderen Verein repräsentieren darf. Er darf bei Bétis trainieren, aber seine Karriere wird immer mit diesem Vorfall in Verbindung stehen. Was Bétis und Rayo betrifft, so kommen die Vereine auch ohne Zozulya aus, auch wenn die Mannschaft aus Vallecas einen guten Stürmer bräuchte und jetzt für Nichts zahlt. Es ist das diplomatische Parkett, wo überraschenderweise – oder auch nicht – die heftigste Reaktion erfolgte. Javier Tebas, Präsident des spanischen Fußballverbandes erstattete Anzeige gegen 17 bereits identifizierte Rayocano-Fans, nachdem er mit dem ukrainischem Botschafter in Madrid, Anatoliy Scherba, zusammentraf. Weitere Verantwortliche werden ermittelt…. Das lassen wir mal so im Raum stehen.

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Der Abgeordnete aus Sevilla Julián Moreno wiederum, stellte sich auf die Seite der Fans. Dem von der Bürgerplattform „Beteilige Dich, Sevilla“, im Rahmen des Linksbündnisses PODEMOS gewählten Freigeist, waren Diplomatie und eventuelle Geschäftsverbindungen egal und er nahm kein Blatt vor den Mund: „Wie es mich vor den Spielern von Bétis und den Direktoren des spanischen Verbandes ekelt, die den Neonazi Zozulya unterstützen. Genau das! Ich bin immer mehr ein Fan von Rayo!“ Da das Twittern wieder stark in Mode kommt, setzte Moreno noch einen Tweet hinterher: „Und ich glaube, dass ich auch noch Fan des F. C. Bayern werde.“ Denn beim DFB-Pokalspiel des F. C. Bayern gegen den VfL Wolfsburg, zeigten die Fans der Weißbier-Elf ein Plakat auf dem man auf englisch lesen konnte: „Werft die Nazis aus dem Fußball“ und eines mit der spanischen Aufschrift „Zozulya hau ab, sofort!“

Das andere Extrem haben die Fans vom ukrainischem Klub Metalist Kharkiv gebracht. Sie nannten die Spanier „Anarcho-Kommunisten“, die Zozulya ungerechtfertigt angegriffen hätten. Sie fordern eine starke Reaktion seitens ihres Außenministeriums und des ukrainischen Fußballverbandes. Wenn diese „nicht imstande sind, einen Sportler, einen Spieler der Nationalmannschaft, Patrioten, Freiwilligen (im Kampf für sein Land) in Schutz zu nehmen, dann sollten sie zurücktreten.“ Um die Wogen etwas zu glätten, nahm der Spieler selbst Stellung zu der Polemik. Dabei erklärte Roman Zozulya, dass er zwar die ukrainische Armee unterstützt habe, um sein Land zu verteidigen, aber er habe nie paramilitärische Gruppierungen, Neonazi-Organisationen oder dergleichen unterstützt. Dabei fühlt er sich in einen Strudel um politisch-ideologische Streitigkeiten zwischen Links- und Rechtsextremen hineingerissen, aus dem er nicht mehr herauskommt.

Es scheint fast, als hätten alle Beteiligten vergessen worum es hier geht. Zuzulya ist Fußballspieler und er hat keinerlei Äußerung gemacht, die auch nur im geringsten zu einem anderem Thema als Fußball gewesen wären. Was also geschieht hier? Das Desinformationszeitalter wie es sich wiedereinmal dem ideologisch verstockten Extremisten Präsentiert. Zozulya ist ein Ukrainer. Ergo ist er ein Nazi, weil manche glauben alle Ukrainer sympathisieren mit den Neonazis vom Rechten Sektor. Hat aber einer nachgefragt? Alle Rechten und alle Linken, vor allem die Extremisten, glauben jedes Wort, das von der eigenen Propaganda ins Internet gestellt wird.

Von den Fans des Rayo Vallecano und des FC Bayern, bis hin zum Propagandaapparat der ukrainischen Regierung, alle führen einen Kampf um die „öffentliche Meinung“. Sicherlich ist das legitim, aber man sollte doch möglichst bei der Wahrheit bleiben, oder zumindest nicht Unbeteiligte in diesen Propagandakrieg hineinreißen. Man kann nicht den Mainstream dafür kritisieren, nur um es dann selbst auch nicht anders zu machen. Roman Zozulya wurde Opfer von nicht überprüften oder gar absichtlich gestreuten Gerüchten. Doch selbst wenn er mit den Neonazis in seinem Land sympathisiert, so hat er sich dennoch nicht politisch geäußert. Daher meine Bitte, ihn einfach spielen zu lassen.

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14 KOMMENTARE

  1. Was in der öffentlichen Diskussion meißt nicht erzählt wird ist die Tatsache, dass im Donbass das Gros der ukrainischen Industrie steht. Und die Krim ist eins der schönsten Teile der Ukraine, welches man auch noch touristisch ausbauen kann.

    Für die Ukraine steht da viel auf dem Spiel. Da ist es nur logisch, dass jeder Ukrainer, der auch nur einen Funken Anstand im Leib hat patriotisch ist und diese Regionen zurück haben will.

    Die Ukrainer fühlen sich da bestimmt von der russischen Minderheit beraubt. Mit "Nazi" hat das nun gar nichts zu tun. Das ist völlig legitimer Patriotismus.

    Linke und Rußlandar…kriecher wollen das meißt nicht wahrhaben und für die sind alle Nazis, die beim Landdiebstahl nicht mitmachen. Ein gänzlich dekadenter russophiler  Abschaum.

        • @Troll Richard

          An Nazi-Fans wie Richard sollte man zwar kein einziges Wort verschwenden aber diesmal eine Ausnahme, weil Worte bei derart menschlichem Abschaum eher selten im Gehirn Restbestände an Synapsen aktivieren, hier ein Bild:

          und bezüglich Bandera diskutiere ich sicherlich niemals, denn ob Mengele zig-tausende oder hunderttausende umbrachte, ist auch keinerlei Diskussionsstoff 🙁

          • @ randy andy

            An Nazi-Fans wie Richard sollte man zwar kein einziges Wort verschwenden

            ——-

            Damit tust Du dem guten Richard bitter Unrecht, der ist alles andere als ein 'Nazi'!

            Und da wir schon einmal bei Bandera sind –  der war auch alles andere als ein 'Nazi'!

            Stepan Bandera hieß mit Klarnamen Szymon Sztefan und war ein polnischer Jude  aus Galizien.

            Nichts ist in der Ukraine, dem ehemaligen jüdischen Großreich Khazaria, so wie es scheint!

             

    • @ Richard

      Die Ukrainer fühlen sich da bestimmt von der russischen Minderheit beraubt.

      ——

      Mann, Richard, seit wann betreibst Du den fake-news?

      In Wirklichkeit ist es doch so, dass der Donbass seit den 90-er Jahren von den jüdischen Oligarchen kontrolliert, ausgeraubt und kulturell massivst unterdrückt wird, wobei sich der Oligarch Ighor Kolomoisky besonders hervorgetan hat.

      DU, der ständig rum jammert, dass Donald Trump ein Puppet der Juden sei, sollte sich doch gelegentlich mal darüber schlau machen, WER die Ukraine tatsächlich kontrolliert und  ausplündert und dabei die beiden Bevölkerungsgruppen,  die kath. Westukrainer gegen die russ. orthodoxen Ostukrainer (und umgekehrt) aufeinander hetzt, damit die sich gegenseitig massakrieren und neutralisieren.

      Alle ukrainische Oligarchen sind Juden – ohne Ausnahme:

      I. Kołomojskij, E. Gurwic, G. Bogolubow, P. Poroszenko (Walcman), D. Firtasz, S. Lewoczkin, W. Hajduk, W, Nemirowskij, K. Żewago, W. Pinczuk, E. Prutnik, R. Achmetow, A. Martynow, W. Kostelman, E. Sigal, B. Kolesnikow, A. Feldman, F. Szpig, N. Szufricz, A. Rodnianskij, I. Dworeckij, A. Abdinow, W. Jermołajew, M. Kiperman, E. Zwiagilskij, F. Żebrowskaja, M. Bekker, S. Ronis, G. Korban, F. Surkis, I. Surkis, W. Szamotij, A. Leszczynskij, I. Rodi.

      Wenn Du weitergehende Infos haben willst, einfach mal googeln:

      justice4poland + from Ukraina to Nowa Chazaria (New Khazaria)

      Kann auf diesem Strang leider nicht direkt verlinken

       

  2. Herr Richard,Ihr Russland Haß ist so offendsichtlich das es Lachhaft ist sich

    mit Ihnen egal was es für ein Thema ist auseinnder zu setzen . Sie sind so peinlich in Ihren Äußerungen das man nur noch darüber mit dem Kopf schüttelt kann.

    Sie können gerne antworten da ich ein Prinzip habe.Ich lese den Artikel  den ich kommentierte nicht noch eimal um eben gerade von Ihnen losgelassende Kommentare nicht zu sehen.Grüßen Sie mir die Springerpresse.

    • Hört sich so an, als hätten Sie Angst vor meiner Antwort.

      Aber das wundert auch nicht, wo Sie nicht mehr als ein paar plumpe Unterstellungen heraus bringen.

      Typisch russophile Pöbler – rumprollen und dann schnell abhauen. Welch charakterliche Armut.

  3. Kinder beruhigt euch.

    Es geht doch nur um die nationalen Befindlichkeiten unserer entfernten Nachbarn.

    Ich finde, dabei sind Spekulationen jedweder Art durchaus legitim.

    Da muss man nicht persönlich werden, nur weil Einer seine Überlegungen einbringt.

  4. Meister Richard macht es ihnen Spaß hier zu trollen. Noch ist Polen…äh Richard nicht verloren fals er mal sein Gehirn einschaltet 🙂 fals er eines hat.

  5. Von 9 Meinungen sind 4 vom Russenfeind.Alle ohne Substanz.Macht doch die Kommentarfunktion nicht kaputt.Am besten ins Leere (wie sein Kopf) laufen lassen.

  6. Moreno: Wie es mich vor den Spielern von Bétis und den Direktoren des spanischen Verbandes ekelt, die den Neonazi Zozulya unterstützen. Genau das! Ich bin immer mehr ein Fan von Rayo!“ 

    —-

    Tja, so kennen wir sie, die spanischen Anarcho-Bolschewisten, die ihr Land in den 30-jer Jahren an Stalins jüdische Bolschwiken verkauft haben.

    JEWISH COMMUNISTS COMPRISED the largest faction of Stalin’s International Brigade which agitated and participated in the Spanish Civil War of 1936-39.

    Stalin’s International Brigade, comprised mostly of Jews, slaughtered 6,539 Spanish priests, 3000 monks, 300 nuns, and 13 Bishops. Over 20,000 Spanish churches were destroyed by the Bolshevik Jews.

    Stalins Internationale Brigade, die hauptsächlich aus Juden bestand, schlachteten 6.539 spanische Prieter, 3000 Mönche, 300 Nonnen und 13 Bischöfe ab. Mehr als 20.000 spanische Kirch wurden von den bolschewistischen Juden während es span. Bürgerkriegs zerstört, ausgeraubt und geplündert.

    Quellen: The Spanish Civil War, Hugh Thomas;
    The Spanish Civil War, Antony Beevor; History Of The Spanish Civil War, Warren Carroll

    Und Zozulya soll einfach nur den Mund halten, bis der Sturm im Wasserglas vorüber gezogen ist, denn alles was er sagt,  ist irgendwie falsch und schlägt auf ihn zurück:

    Gibt er sich als Unterstützer des Kiewer Regimes zu erkennen, heißt das, dass er eine fremde Macht,unterstützt , nämlich die jüdischen Oligarchen und ihre back-upper,  das Neue Welt Judentum um Mrs. Nuhland (Nudelman), George Soros, John Kerry, Rockefeller/Rothschild & Konsorten, welche die Ukraine fest in ihrem Würgegriff halten und seit den 90-er Jahren gnadenlos ausplündern.

    Im übrigen: Der Hauptmacher, der die Ostkukraine seite Jahren ausplündert und terrorisiert ist der jüdische Oligarch, Ighor Kolomoisky. Kolomoisky, der 3 Staatsbürgerschaften besitzt – Ukraine, Zypern u. Israel –  ist auch  der Warlord und Eigentümer des berühmt berüchtigten Azov Bataillons (Regiments), angeblich eine Neo-Nazi Einheit, die mordend und plündernd durch die Donbass Lande zieht. Ab und zu zeigt diese im Kopf verwahrloste Söldnertruppe auch schon mal die Swastika (Hakenkreuz) um Unbedarfte auf die falsche Fährte zu locken. Will heißen: Hier morden und plündern 'Neo-Nazis' obwohl es in Wirklichkeit der Oligarch Kolomoisky ist, der hier morden und plündern lässt.

    Also Vorsicht Leute, in der Ukraine ist nichts so, wie es erscheint. Wir und die Ukrainer werden am Bullenring durch die Arena geführt.

    Gibt er sich als Ukrainische Patriot, also als 'Rechter' zu erkennnen, ist er ohnehin 'Nazi' und da kann er hundertmal beteuern, dass er kein Nazi sei.

    Im übrigen – entgegen der 'fake news propaganda' sitzt kein einziger 'Nazi' im Kiewer Zentrum der Macht. Die 'Nazis' sind nur die nützlichen I…n und der 'boogey man' , der jüdischen Oligarchen und ihrer Unterstützer, der 'Ostküste'
     

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