Der Front National und die linksnationalistische Stoßrichtung

Der Linksnationalismus hat in Frankreich Tradition, so dass diese Stoßrichtung des Front National nur konsequent ist. Doch in der Partei selbst ist dieser Kurs umstritten.

Von Marco Maier

In der französischen Politik haben sich seit der Revolution 1789 immer wieder republikanische, sozialistische und nationalistische Ideen miteinander verschmolzen. Dieses Erbe machte auch die Parteien die gesellschaftspolitisch rechts der Mitte standen immer wieder offen für linke Ideen. Der Front National, der lange Zeit als klassisch rechtskonservative Partei auch ein entsprechend wirtschaftsliberales Modell forcierte, betont unter dem als "Chefideologen" geltenden stellvertretenden Vorsitzenden Florian Philippot jedoch immer stärker das sozialstaatliche Modell und einen interventionalistischen Staat.

Wenn nun einerseits die Schlagworte Souveränität, Identität und Sicherheit das Programm des Front National deutlich prägen, so sorgt die zunehmend starke Verwurzelung der Partei in der Arbeiterschaft und den jungen Wählern dafür, dass man sich seitens des FN eben entsprechend ausrichtet. Dies schließt auch eine Öffnung zur politischen Mitte ein, indem man seitens des "modernen Flügels" (unter Regie von Marine Le Pen und Florian Philippot) auch weniger aggressiv auftritt. Der "traditionelle Flügel", der von Marines Nichte Marion Maréchal-Le Pen geführt wird, möchte jedoch am alten Kurs festhalten.

Bei den Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr könnte Marine Le Pen angesichts ihrer hohen Umfragewerte in die Stichwahl einziehen und dort auch gegen einen linken Kandidaten (z.B. den Sozialisten Hamon) gewinnen. Doch auch wenn Le Pen die Präsidentschaftswahlen verliert, so stehen bereits im Juni dann die Parlamentswahlen ins Haus, wo der Front National deutlich zulegen dürfte. Damit dürfte Frankreich dann – je nach sonstigen Mehrheitsverhältnissen – gesellschaftspolitisch eher weiter in den rechtskonservativen Bereich rücken, während wirtschaftspolitisch infolge der Akzentuierung des FN weiterhin eine interventionalistische Linie verfolgt werden dürfte. Doch was sich europapolitisch abzeichnet, dürfte insbesondere die deutsche Politik nicht freuen: Sämtliche Spitzenkandidaten gelten als EU-Kritiker bzw. Gegner des von Berlin vorangetriebenen Kurses der "tieferen EU-Integration", weil selbst die Sozialisten diese ablehnen.

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20 Kommentare

  1. Glücklicherweise verfügen wir mit Frau Merkel über eine Kanzlerin, die auch ohne Ratschläge aus Paris weiß, welchen Kurs Europa zu nehmen hat. Deutschland als Führungsmacht der Freien Welt braucht sich um Meinungen außerhalb Berlins nicht zu kümmern. Gott schütze die Kanzlerin.

    1. @ Rüdiger

      Diesen guten Wünschen für unsere einmalige, standhafte Kanzlerin, welche unbeirrbar ihren Kurs (in den Untergang) fortsetzt, schließe ich mich vorbehaltlos an.

      Was schert uns ein Front National, was schert uns eine Marine Le Pen, was schert uns eine Theresa May oder ein Orban – wir wissen, was wir an unserem einmaligen polnisch-jüdisch-deutschen Goldstück, Murksel aka Aniela Kazmierczak, haben.

      Heil unserer Kanzlerin und Heil ihrem rollenden Finanzminister.
       

      1. Richtig..es ist Murksel..die Europa(EU) zerlegt.

        Die Franzosen werden den Briten folgen..sie wollen nichts mehr mit diesem verkommenen Murkselland zu tun haben..aus Murksel's Schatten heraustreten.

        Zu hoch gepokert..zu hoch gereizt..wird das Kartenspiel bald in Flammen aufgehn.

        Der allgemeine deutsche Bürger wird sowieso nur ausgeraubt.

        Viele Hunde sind des Hasen Tod.

        Und in Holland..könnte es ähnlich kommen.

        Murkselland ist abgebrannt.

    2. herr rüdiger, sie sind doch bestimmt geisteskrank. habe ich sie nicht schonmal mit dem taxi in die klinik nach andernach am rhein gefahren?

  2. Schon wieder Rüdiger ! Der Tag ist jetzt schon wieder "Trollig"versaut ! Bitte erspar uns allen deine schwachmatischen Antifa Kommentare , sowie diesen Geistigen Dünnschiss ! Manche geistigen Tiefflieger werden die Geschichte nie begreifen  ! Waehl immer schön links gruenfaschistisch  ! Ich glaube das solche Personen in ihren Leben noch nie etwas geleistet haben,  und dies auch nicht vorhaben ! Die können sich nur parasitär , auf Kosten der Fleisigen ernähren !

  3. Bei den Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr könnte Marine Le Pen angesichts ihrer hohen Umfragewerte in die Stichwahl einziehen und dort auch gegen einen linken Kandidaten (z.B. den Sozialisten Hamon) gewinnen

    ——-

    Ich denke mal, so wie die politische Situation in Frankreich sich darstellt, dass ein linker Kanditat – nach der Katastrophe Hollande – keine Chance in Frankreich hat.

    Egal wie's läuft, es wird also zu 99,9 Prozent einen 'Rechtsruck' geben! Wenn der dann auch noch einen sozialen Touch hat – umso besser für Frankreich!

    Nichts ist unsozialer als der 'internationale' Sozialismus/Marxismus!
     

    1. War der Kaffee gut?

      Sie sind heute Morgen schon super in Form. Gratuliere und danke für Ihre generelle Präzisionsarbeit (der Aufklärung).

    2. Wir brauchen unideologisierte Parteien die die Realwirtschaft fördern und daher die Interessen von Arbeitgebern u n d  Arbeitnehmern angemessen und der Wohlfahrt der Gesellschaft dienend vertreten. Politische Ideologien sind meistens gefährliche   Instrumente des Betrugs und der Irreführung von menschenverachtenden Machtpolitikern. Die prosperierenden Nationalstaaten Europas, vor den EU Bestrebungen, haben gezeigt, daß eine Politik die vor allem die realen Interessen der Menschen im Auge hat zu wohlfahrtsgesellschaftlichen Verhältnissen führt.

  4. Sollte der FN tatsächlich nationalstaatliche Positionen mit sozialer Wirtschaftspolitik verbinden, hat er das Zeug zu einer Mehrheitspartei.

    Denn Europa leidet ja aktuell unter zwei Übeln: Masseneinwanderung und Neoliberalismus.

    Das Volk will beides beendet sehen. Insofern ist der FN da ausgesprochen rational.

    Die AfD ist was soziale Politik anbetrifft noch etwas zurück, obgleich auch sie den Neoliberalismus zugunsten einer sozialen Marktwirtschaft nach Vorbild Ludwig Erhardts  abschaffen will.

    Etwas konsequenter ist da die Deutsche Mitte von Christoph Hörstel, welche sogar das Zinssystem abschaffen und eine Art bedingungsloses Bürgergeld einführen will.

    Ich würde mir wünschen, in Deutschland käme eine Koalition aus AfD und Deutscher Mitte an die Macht.

    1. Hm, die AFD müsste dann erst mal den Saustall ausräumen und schauen was zu retten ist, so einfach geht das nicht. Im Verbund mir der Deutschen Mitte sehe und vor allen den kompetenten Herren Hörstel, da sehe ich Licht im Tunnel. Ich hoffe auf ein gutes Gelingen damit diese Gaunerbande SED SPD GRÜNE und angehauchte aus unseren Land verschwinden.

    2. Sollte der FN tatsächlich nationalstaatliche Positionen mit sozialer Wirtschaftspolitik verbinden, hat er das Zeug zu einer Mehrheitspartei.

      ———–

      Das hatten wir ja schon mal in den gar schröcklichen 12 oder 13 Jahren.  Und binnen 4 Jahren war Deutschland, das 1932/33 total am Boden lag (mit 6 Mio Arbeitslosen) zur wohlhabendsten und wirtschaftlich stärksten Nation Europas aufgestiegen.

      Der Mann, dessen Namen man besser nicht aussprechen sollte sagte mal:

      "Die Banken haben der Wirtschaft zu dienen und die Wirtschaft dem Volk!"

      Heute läufts genau anders rum: Das Volk hat den Banken zu dienen und die Banken pfeifen auf die Wirtschaft sondern dienen nur sich selbst und ihren obszönen  Boni-Zahlungen.

      P.S.

      Das was Hörstel propagiert ist ja nicht nur vernünftig, sondern die einzige Lösung, sich aus dem Zinsknechtsystem lösen zu können.

      Man darf's ja eigentlich garnicht sagen, aber auch das hat der Mann mit dem Schnauzer vorgemacht: Ab 1935 hat er sein eigenes Geld, zinsfrei und arbeitsgestützt, selbst hergestellt. Ab 1938 war Deutschland schuldenfrei und hatte praktisch keine Arbeitslosen mehr. GB unter der Fuchtel von Rothschild verzeichnete in diesem Jahr 12,9 Prozent Arbeitslose und die USA unter der US-Fed (gleichfalls Rothschild) gar 19,4 Prozent Arbeitslosen.

      War also nix mit F.D. Roosevelts 'New Deal', deshalb musste wieder ein lustiger WK her, damit auch in den USA und GB die Schornsteine rauchen konnten.

       

      1. Würden die Gelder, die heute als Zinszahlungen an die Wallstreet gehen in den privaten Konsum umgeleitet, bedeutete dies ein enormes Konjunkturprogramm.

        Wenn ich mich recht erinnere, dürften die jährlichen Zinszahlungen der BRD irgendwo im Bereich von 40 Mrd. € liegen. Damit könnte man z.B. die Armutsrenten aus der Welt schaffen und eine Menge Arbeitsplätze schaffen.

        Ich kann mir gut vorstellen, dass der Adolf mit einer solchen Wirtschaftspolitik die Konjunktur zum laufen brachte. So ein Beispiel kann weltweit schnell Schule machen, deswegen hat man wohl auch mithilfe von Polen einen neuen Krieg gegen Deutschland bewerkstelligt.

        1. dürften die jährlichen Zinszahlungen der BRD irgendwo im Bereich von 40 Mrd. € liegen

          ————-

          Damit liegst Du im Schnitt goldrichtig.

          Und da zwangsläufig die Schuldenberge wachsen, wird auch die Zinslast immer und immer größer!

           

          1. Mit der Schuldenpolitik haben uns die Altparteien zu Kolonien der Geldverleiher und Spekulanten gemacht und dem echten zerstörerischen nur auf Geldwerte ausgerichteten Kapitalismus zum Schaden der Realwirtschaft ungeheuren Auftrieb verliehen. Bezeichnenderweise  sind es vor allem linke Parteien für die, die Erhöhung der Staatsausgaben auf Schulden immer erstrangiges politisches Programm war. Mit der EU wird nunmehr ein gigantisches Massenenteignungsprogramm umgesetzt. Die Arbeitnehmer aber auch Arbeitgeber werden zu Gunsten der Turbokapitalisten, "Heuschrecken", und Spekulanten in einer jedenfalls nach dem 2.Weltkrieg nie dagewesener Weise brutal enteignet, wobei wiederum die linken Parteien treibende Kraft sind. Der ideologische Sozialismus enteignet nicht die Reichen sondern ist ausschließlich an der Enteignung der Massen interessiert.

    3. das eine ist, was die "deutsche mitte" will, das andere – was sie kann. 

      leider stimmen auf brd-territorium die möglichkeiten nicht mit den wünschen überein. 

  5. Die neoliberalistische Globalisierungsreligion ist als Lügengebäude entlarvt und dem Linksnationalismus gehört die Zukunft.

    Deshalb wird die AFD in ihrer aktuellen Ausrichtung bei 10%plus verrecken, mittelfristig ganz verschwinden und das ist auch gut so.

    Allerdings ist es ein Problem, daß es bisher keine hinreichend organisierten Kräfte gibt, die den Trend erkannt haben.

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