Chinas Vizepremier sagt den Statistikfälschern den Kampf an

Die Wirtschaftsdaten Chinas werden immer wieder angezweifelt. Nun will Vizepremier Zhang Gaoli die Beschönigungen bekämpfen und endlich verlässliches Datenmaterial bekommen.

Von Marco Maier

Bislang gab es bei den veröffentlichten Wirtschaftsdaten des Reichs der Mitte immer wieder Zweifel an der Korrektheit, wie auch schon große Differenzen zwischen den von China und den Handelspartnern veröffentlichten Daten zeigten. Auch das Zugeständnis einer chinesischen Provinz, die Wirtschaftsdaten für ganze drei Jahre einfach fabriziert zu haben, zeigt, dass es wohl doch nicht so gut um die chinesische Wirtschaft steht, wie es nach außen hin immer wieder behauptet wird.

Nun sagte Vizepremier Zhang Gaoli laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, dass die wirtschaftlichen Statistiken "nicht fabriziert werden müssen" und dass jene, die bei der Manipulation erwischt werden, bestraft werden und Konsequenzen bei ihrer Karriere spüren sollen. Denn die chinesische Regierung sei darauf angewiesen, auch verlässliche Daten zu erhalten, um entsprechende wirtschaftspolitische Maßnahmen setzen zu können. Erhält Peking falsche Zahlen, wird auch nicht adäquat auf etwaige Probleme reagiert.

Zhang rief die lokalen Behörden und andere Agenturen dazu auf, ihre Arbeit besser zu koordinieren und statistische Reformen umzusetzen. Zudem verkündete Peking erst vor wenigen Wochen, dass man Schritte plane, die Unabhängigkeit der Datensammlung zu verbessern und den Einfluss der lokalen Regierungen deutlich zu minimieren. So erhofft man sich davon genauere Datensätze, weil es weniger Manipulationsmöglichkeiten gebe.

Nun stellt sich dennoch die Frage, ob die zu Jahresbeginn gemeldeten Zahlen von einem Exportwachstum von 7,9 Prozent und einem Plus bei den Importen von 16,7 Prozent so überhaupt korrekt sind. Insgesamt wurden im Januar demnach Güter im Wert von 183 Milliarden Dollar exportiert und dabei Waren im Wert von 131 Milliarden Dollar importiert.

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2 Kommentare

  1. Das geilste an der Sache dieser "leicht geschönten" Zahlen ist ja, dass sich die westl.Kotzgemeinschaft keineswegs darüber beschwert, denn damit können sie auch ihre eigenen Zahlen besser darstellen als sie tatsächlich sind ^^^^^^

    1. Ist doch gut, wenn die Chinesen auf geschönte Zahlen genauer schauen und diese überprüfen.

      Nur, das sollte der angklagende Westen auch machen. Denn keine globale Region lügt so gut wie diese. Die Daten, die vom Mainstream kommen, sind alle, aber restlos alle geschönt und wissentlich falsch angegeben. Der Westen sollte diesbezüglich mal ein paar Runden fein hübsch die Klappe halten. Wenn wieder die Konjunkturdaten – egal von welchem Land – dick in den Zeitungen steht, kann man getrost davon ausgehen, dass ein guter Teil davon geschönt ist. Hier im Westen muss man sich als Nichtrichtenleser darauf spezialisieren, herauszufinden, welcher Teil des Lügentextes der Realität entsprechen könnte, und was mit Sicherheit gelogen ist.

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