Wegen türkischer Soldaten: Platzt der Flüchtlingspakt?

Türkische Soldaten, die in Griechenland und Deutschland um Asyl ansuchten, könnten den Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei platzen lassen.

Von Michael Steiner

Die Entscheidung des obersten griechischen Gerichts, die acht türkischen Soldaten die in der Putschnacht ins Nachbarland flohen und dort um Asyl ansuchten, nicht an Ankara auszuliefern, sorgte schon vor ein paar Tagen für diplomatische Verstimmungen. Als nun vierzig weitere türkische NATO-Soldaten die in Deutschland stationiert sind in der Bundesrepublik um Asyl ansuchten, drehte sich das diplomatische Eskalationskarussell weiter.

In Ankara ist man massiv verstimmt, zumal die nach Griechenland geflohenen Soldaten Teil der Putschistengruppe waren, die den türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, stürzen wollten. Die etwa 40 türkischen Soldaten, die im Rahmen der NATO in Deutschland stationiert sind und nun um Asyl ansuchten, wollen mit den Putschisten zwar absolut nichts zu tun haben, doch die jüngsten Säuberungsmaßnahmen im türkischen Militär, die sich auch gegen viele NATO-Offiziere richteten, ließen die Soldaten zu diesem Schritt bewegen.

Denn die politische Hexenjagd in der Türkei, in der neben den (vermeintlichen) Anhängern der terroristischen kurdischen PKK auch (vermeintliche) Anhänger des Predigers Fethullah Gülen ins Visier der "Säuberungskommandos" geraten, sorgt auch bei vielen unbeteiligten Soldaten für Unbehagen. Denn in türkischen Medien werden die in Deutschland stationierten NATO-Soldaten als Gülenisten bezeichnet. Wer die Berichte über die türkische Polizei (die nach dem Putschversuch brutal gegen die daran beteiligten Personen vorging) kennt, kann auch nachvollziehen, dass die in Deutschland stationierten türkischen Soldaten nicht gerade große Lust darauf haben, in die Türkei zurückzugehen und dort als Sündenböcke herhalten zu müssen.

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Doch die Entscheidungen der zuständigen Stellen in Athen und Berlin, die Soldaten nicht auszuliefern bzw. die Asylanträge regulär zu prüfen, könnte nun dazu führen, dass Ankara den sogenannten "Flüchtlingsdeal" mit Brüssel nun aufkündigt. Entsprechende Verlautbarungen gab es ja bereits seitens Erdogans und Politikern der Regierungspartei AKP.

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5 Kommentare

  1. Wer so großes im Sinn hat..wie der Führer vom Bosporus..läßt sich auch mal an's Bein pinkeln..auf dem Weg zum Nirwana.

    Murksel besucht ihren Massa diese Woche..mal sehn ob sie auf seinem Diwan sitzen darf..und seine Wasserpfeife halten.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  2. … was denn, was denn, jetzt schon Fahnenflüchtig werden ?

    Uns hier massivst auf den Senkel gehn, in Naziland groß die Klappe aufreißen und jetzt wird sich hinter unserm Ofen verkrochen.

    Ich glaub die haben was falsch verstanden, hier ist nicht klein Istanbul – hinfort mit euch ihr Plagen !

    Ist doch alles toll in der Türkei, was issen jetzt mit dem großen Maul ???

    Ich platz gleich !!!

  3. Es gibt kein Grundrecht auf Desertion. Etwas anders sieht es bei ISIS – Deserteuren aus. Weil denen grundsätzlich die Todesstrafe droht, erhalten sie Asyl.
    Irgendein Grund findet sich immer, sich verfolgt fühlende Mitmenschen gastlich aufzunehmen. Und die meisten darunter sind dann nach einigen Jahren der Integration stolze Deutsche mit Paß und Führerschein.

  4. Irgendwas ist faul an dieser Geschichte.

    Wir wissen, dass die türkische Regierung jagd auf Gülenisten und Putschisten macht.

    Seit wann sind diese Soldaten in Deutschland stationiert ?

    Vor dem Putschversuch? Danach?

    Wenn diesen Soldaten wie sie sagen in der Türkei Gefahr droht, die Türkei sie also haben will, warum lies die Türkei sie bis jetzt in Deutschland? Von einer Rückbeorderung ist keine Rede, weil es diese nicht gibt? 

    Zur Erinnerung, Merkel hat ein Deal mit Erdogan vor, die Grünen wollen die Armenien Resolution.

    Die Grünen ziehen den Antrag zurück, aus Rücksicht auf die Türkei, wie sie selber sagen.

    Merkel fährt zu Erdogan und schließt den Deal ab, die Grünen beantragen erneut die Armenien Resolution, was als "Rücksicht" verkauft wurde, sollte Erdogan zur Weisglut und platzen des Deals führen, was dann in einem politischen Totalschaden Merkels enden würde. Auch das Schmähgedicht konnte den Deal nicht zerbröseln.

    Bald sind Wahlen, Merkel fährt zu Erdogan, da passen diese Soldaten wie die Faust aufs Auge.

     

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