Washingtons viele „nützliche Idioten“ in Europa

Den Systemvertretern in Europa täte mehr Realismus im Umgang mit den Vereinigten Staaten von Amerika gut. Eine Replik.

Von Marco Maier

In seinem Artikel für die österreichische Tageszeitung "Die Presse" schreibt der österreichische Ex-Diplomat Albert Rohan, dass "den Populisten" in Europa "mehr Realismus im Umgang mit Russland" gut täte. Hier nun eine Replik in Bezug auf das Verhältnis der etablierten Politik zu den USA.

Denn das heutige Establishment unterwirft sich den Wünschen und Zielen des US-Establishments, was sich auch im exorbitanten Naheverhältnis zwischen europäischen Politikern, Wirtschaftstreibenden, Medien und Intellektuellen zu den Vereinigten Staaten von Amerika ausdrückt. Die unzähligen transatlantischen Vereinigungen (ob nun die "Atlantik-Brücke", die "Bilderberger" oder unzählige andere solcher Vereine) sprechen hierbei Bände.

Wenn man den Russen vorwirft, die Desintegration der EU voranzutreiben, dann muss man auch sagen, warum die Europäische Union in der heutigen Form ohnehin ein Ende finden muss: Sie ist ein Konstrukt transatlantischer Kräfte, um einen von US-Vasallen regierten Block in Europa zu schaffen, der auf lange Sicht hinaus zu einer politischen Vereinigung Nordamerikas mit Europa führen soll – quasi als Vorstufe zur Neuen Weltordnung der "One World" mit einer einzigen Weltregierung, in der genau diese seit Generationen daran arbeitenden Eliten weiterhin das Sagen haben werden. Aber klar, dass dieses System verteidigt wird – immerhin leben diese Leute davon.

Menschen, die bei "Russia Today" auftreten vorzuwerfen, Desinformation über "Propagandasender" verbreiten zu wollen, ist schon ein Stück für sich. Ist dann jeder, der im transatlantischen Propaganda-TV auftritt auch gleich ein Desinformant? Wohl kaum, oder? Oder aber doch? Immerhin wissen diese Leute ja auch, welche Linie dort vertreten wird. Denn auch wenn man hin und wieder einmal Kritik an den USA (bzw. der US-Politik oder Establishment-Politik) übt, so ist diese zumeist doch nur oberflächlich. Wirklich strukturelle Kritik, z.B. an der NSA-Affäre und dem systematischen Ausspähen der Politik und der Unternehmen in Europa, findet man faktisch kaum.

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Gerade die Europäer sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie schlussendlich eine eigene Linie finden müssen, mit der sie zuerst ihre eigenen Interessen vertreten und dann eine gesunde Außenpolitik in Richtung Washington und Moskau betreiben. Freundschaftliche Beziehungen zu den Amerikanern sind hierbei genauso wenig ein Problem wie freundschaftliche Beziehungen zu den Russen oder den Chinesen. Schlussendlich kann man nur auf einer respektvollen gegenseitigen Beziehung auch an einer Zukunft arbeiten, in der es nicht um Rivalität geht, sondern um die Mehrung von Wohlstand und Gerechtigkeit geht. Dazu braucht es aber derzeit, in einer Epoche der US-Dominanz eben auch ein Gegengewicht – und das sind nun einmal auch die Russen.

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14 Kommentare

  1. Sehr gute Artikel! Sie sind nicht nur Idioten, sondern professionelle moralische Versager, die ihre eigenen Landsleute kaltschnäuzig aus Dummheit und durch eine Profilierungsneurose geleitet, verraten.

    Ohne die transatlantische Muttermilch würden sie nie in diese Positionen aufsteigen, in denen sie diesen Verrat an Europa skrupellos begehen!

    1. Nützliche Idioten in der Politik hat scheins jede Menge ! Aber was ich schon lange am suchen bin ist eine gestandene echte Opposition . Die man auch so nennen  kann . Gibt es nicht ! Nicht in Brüssel und nicht in den meisten EU Ländern . Braucht man nicht macht scheins kein Sinn mehr . Und keiner wundert sich ! Auch gut . Die Amis brauchen ja auch keine .

      Die Mehrzahl der Europäer ist aber scheins sehr zufrieden mit diesen Abgesanden aus Übersee . Das scheint zu passen ! Das die überwiegent Mist bauen ist ja gewollt .  Wer braucht schon ein starkes souveränes Europa .

       

  2. Richtig "nützliche Idioten" und darüberhinaus geldgierig und korrupt. Man kann ja nicht den Eindruck gewinnen, daß das europäische Politpersonal den  amerikanischen Drahtziehern gewachsen ist. Das ist auch der Grund weshalb die EU keine Wirtschafts- oder Politikgemeinschaft ist, schon gar nicht eine Friedens- und Wertegemeinschaft sonder lediglich das Bild einer europäischen  A b w r a c k g e s e l l s c h a f t   abgibt.

  3. Zerren und Reißen an EUropa und es nimmt kein Ende !

    Manchmal denk ich, die Erde soll sich auftun und EUropa soll versinken, dann könnten sich USA, Russland und die arabische Welt Wasserschlachten in Mittelozeanien liefern.

    Es gibt doch keinen Erdteil der heftiger umworben und umkämpft wird als EUropa – als hätten die EUropäer nicht genug innereuropäische Probleme zu lösen …. zum Kotzen diese permanenten Übernahme-Anwartschaften, am liebsten würde man sich in Luft auflösen !

    Hier nochmal eine Stimme, die die musl. Einnahme-Versuche exakt beleuchtet :

    https://politikstube.com/ungarischer-geheimdienst-tausende-migranten-bereiten-buergerkrieg-in-deutschland-vor/

  4. Niemand sollte sich von anderen vorschreiben lassen, mit wem er befreundet sein darf oder wen er hassen und beköämpfen muss. Das darf und muss jeder für sich entscheiden. Das gilt auch und ganz besonders für Deutschland.

  5. Der Artikel findet meinen Beifall. Ergänzen möchte ich aber, dass sich deutsche Politiker nicht nur unterwerfen, sondern dass die seit Ende des 2. Weltkrieges betriebene Gehirnwäsche – Amerika gut – Russland böse – sich so tief bei der deutschen Versagerelite eingegraben hat, dass die Unterwerfung bereits in voraus eilendem Gehorsam geschieht. Von kritischem Hinterfragen keine Spur, von Formulieren und Vertreten deutscher Interessen erst recht nicht. Bestes Beispiel TTIP!

  6. Dazu bräuchte es erst einmal Freiheit von der amerikanischen Besatzung.

    Ein Besatzer kann kein Freund sein.

    Spiegel der Besatzung sind die transatlantisch gesteuerten Medien – fast ausnahmslos.

    Die Leute lachen noch darüber, ausgenommen, besetzt und belogen zu werden, in Satiresendungen wie Die Anstalt. Ich habe das nie verstanden. Was ist daran lustig, besetzt zu sein, und der Meinungsfreiheit verlustig gegangen zu seihn? Wieso lachen die alle, diese Schlafschafe?

    Es geht ja so weit, daß man Meinungsfreiheit sogar noch einklagen muß:BGH erlaubt Satire über transatlantische Netzwerke: http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/zeit-journalisten-scheitern-in-streit-mit-die-anstalt-bgh-erlaubt-satire-ueber-transatlantische-netzwerke-a2020479.html

    und die Wahrheit darf nur noch bestenfalls in Satireform gesagt werden.

  7. So sollten sich vor allem die Service-Clubs der WASP ( White Anglo Saxon Protestants) in den U.S.A. und an ihre Ableger in der EU an ihre Grundsätze erinnern:

    Wie Rotary so verpflichtet auch Lions International seine Mitglieder auf bestimmte moralische Grundprinzipien, zu denen in erster Linie ethische Leitsätze für das Berufsleben zählen. Zweifelhafte Geschäftsmethoden wird von Lions eine eindeutige Absage erteilt, indem  der Club von seinen Mitgliedern verlangt, sich zu verdeutlichen, ' daß es zum Aufbau meiner Existenz nicht notwendig ist, diejenigen eines anderen zu zerstören'; darüber hinaus wird von jedem 'Bruder' der Organisation erwartet, daß er bei seinen geschäftlichen Aktivitäten den 'ethischen Grundsatz drei' beherzigt, der verlangt, 'loyal zu sein zu meinem Kunden oder Geschäftsfreunden und wahrhaftig zu mir selbst'. Geschäftlicher Erfolg um jeden Preis wird von sämtlichen Service-Clubs negativ bewertet, gleichwohl eine steile Karriere – ganz in der Tradition des Calvinismus – grundsätzlich  als Zeichen dafür   interpretiert, gottgefällig zu leben und zu handeln.

    Betrachtet man das Verhältnis U.S.A. – Europa in unseren Tagen, so sind von diesen guten Vorsätzen nur sehr wenige übrig geblieben und es dürfte an der Zeit sein, daß sich diese Service Clubs schnellsten wiederfinden und mit ihrem nicht unbedeutenden Einfluß ihrer Mitglieder zu einem besseren Verhältnis U.S.A. – Europa beitragen und vor allem den Aufbau von Feindbildern bekämpfen, die, wie wir wissen, in der Vergangenheit nur destruktive anstatt konstruktive Auswirkungen zur folge hatten, wie wir an den irrationalen Sanktionen gegen Rußland sehen können.

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