Tiefkühlkost und Fertiggerichte: So ernähren sich immer mehr Deutsche

Die Deutschen wollen immer weniger Zeit in der Küche verbringen, zumindest wollen sie keine Zeit mehr beim Kochen verlieren. Das Essen muss rasch auf den Tisch, daher ist eine einfache Zubereitung erforderlich. Deshalb werden Tiefkühlkost und Fertiggerichte in deutschen Haushalten immer beliebter, berichtet die Funke-Mediengruppe.

Von Andre Eric Keller

55 Prozent der Deutschen legen inzwischen Wert auf eine einfache und schnelle Zubereitung, 2015 waren es nur 45 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 72 Prozent, bei den über 60-Jährigen hingegen nur 47 Prozent. Auf die Frage, ob sie gerne mal eine Tiefkühlpizza oder andere Fertigprodukte essen, antworteten 2015 drei von zehn Deutschen mit "Ja". 2016 waren es schon vier von zehn, das geht aus der Verbraucherumfrage "Deutschland, wie es isst" hervor, welche für den Ernährungsreport 2017 des Bundeslandwirtschaftsministeriums als Grundlage diente.

Die Frauen sind es vermehrt die auf unkomplizierte Zubereitung stehen, dieser Wunsch ist bei ihnen größer als bei Männern. Zwei von drei Frauen wollen das Essen schnell auf den Tisch bekommen – bei den Männer ist es nicht mal jeder Zweite. Fleischgerichte (53 Prozent) stehen bei den Deutschen ganz oben am Speiseplan, gefolgt von Nudel-Variationen (38 Prozent), welche auch die Lieblingsgerichte darstellen. Auf Platz drei liegen Gemüsegerichte (20 Prozent), gefolgt von Fisch (16 Prozent), Eintopf (15 Prozent), Kartoffelgerichten (14 Prozent) und Pizza (13 Prozent). Auf die Frage nach ihren persönlichen Erwartungen an die Landwirtschaft nennen die meisten eine artgerechte Haltung der Tiere noch vor der Produktqualität. Für tiergerechte Bedingungen sprechen sich auch mehr Frauen (76 Prozent) als Männer (63 Prozent) aus. 

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"Vegetarische und vegane Ernährung nehmen inzwischen einen festen Platz in der Gesellschaft ein", sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt den Funke-Zeitungen und sieht sich durch den Report bestätigt, "dennoch sagen immer noch mehr als die Hälfte aller Befragten, dass sie am liebsten Fleisch essen." Deshalb sei es auch nicht erstaunlich, dass sich immer mehr Menschen damit beschäftigten, wie die Tiere gehalten werden. "Die Menschen wollen mehr Tierwohl in deutschen Ställen. Das muss für Verbraucher aber auch beim Einkauf erkennbar sein." Schmidt will ein nationales Tierwohllabel einführen.

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27 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel – vielleicht der wichtigste überhaupt.

    Man muss für sich und die seinen selbst kochen. Das ist so wichtig!

    Wer auswärts ist, schenkt nicht nur seine eigene Kraft her. Er saugt sich die ganze Gewalt und Negativität der kommerziellen Verköstigung ein. Es ist eine unglaubliche Schwächung der Menschen.

    Selbst kochen! Restaurants meiden! Lieber fasten und hungern und nur drinken, wenn keine Zeit zum Kochen!

  2. Von einer vegan-verschwulten Gesellschaft ist nichts Anderes zu erwarten.Kaum eine jüngere Frau kann heutzutage noch richtig kochen. Man legt keinen Wert mehr darauf ,Gerichte und Tratitionelles Essen an Generationen weiter zu geben, anstatt stopft man sich lieber diesen industriell gekünstelten, krankmachenden Mist in sich rein, rennt danach ins Fitnessstudio, im Glauben so seinen Körper gesund zu halten.

    1. ich erinnere mich noch an den Kochunterricht meiner Nichte ( heute 41 J. )  :

      Rezept serbische Bohnensuppe: 1 Dose weiße Bohnensuppe, 5 Eßlöffel Ketchup unterrühren, aufkochen lassen

        1. es gab keine Hauswirtschaft, nur " kochen ". Ihr Mann hatte sie seinerzeit zum Kochunterricht zu den Müttern geschickt  🙂

  3. Naja, wenn mein Mann immer erst kurzfristig weiß, wenn er nach Hause kommt, aber immer sicher ist, das er spät kommt, gibt es eben öfter Essen, das schnell fertig ist oder leicht aufzuwämen ist. Und wenn ich wieder Vollzeit arbeite, habe ich unter der Woche sowieso keine Zeit mehr, ewig zu kochen. Kind isst mittags in der Schulküche selbst gekochtes, ich könnte abends fasten aber mein Mann hat Hunger abends und ordentlich Fleisch sollte es schon sein.

  4. Ja, die große Küche als Gemeinschaftraum, die gehörte zu den allerersten Wohnungsteilen, welche unsere auerwählten Architekten, die 1933 abhauten und 1945 aufs Neue erschienen, miniaturisierten. Aus der Küche wurde eine Kombüse und aus der Herrin eine Magd, welche an den Herrengesprächen im Essraum nicht mehr teilnehmen konnte! Ach ja, und aus den guten deutschen Nahrungsmitteln wurde Sondermüll! – 

    1. Wir haben jetzt wieder eine Wohnküche. Da kann ich beim Kochen oder Küche aufräumen die Hausaufgaben meiner Kleinen beaufsichtigen.

    1. Da ich Vollzeit berufstätig bin und auch bei mir nicht das Geld auf Bäumen wächst, kann ich auch nicht jeden Tag frisch kochen. Daher werden bei mir immer große Mengen gekocht , die ich dann bei Bedarf aus dem Froster hole.

      1. Das stimmt, nur wenn ich meiner Familie damit öfter als alle zwei Wochen komme, beginnt die zu streiken.

        Im Sommer im Kleingartenurlaub habe ich mir täglich! die Kartoffeln frisch aus dem Acker gegraben, Tomate dazugeschnippelt und Quark aus dem Fass im Dorfladen gekauft. Nach meiner großen, damals noch kleinen Tochter konnte es das nicht oft genug geben. Für Mama gabs noch Erdbeeren im Maßkrug, mit Wein aufgefüllt als Schlaftrunk.

      2. … und Pfeffer? Ist doch selbstverständlich.

        Gemahlener Kümmel vielleicht noch und Leinöl und kleingeschnittene Zwiebel?

        Jeder wie er mag.

      3. Stimmt 1946 geboren waren wir auf Selbstversorgung angewisen der Garten hatte alles was man zum Leben brauchte, der Wald Pilze Schwarzbeeren Himbeeren die Wiesen Champions, bei den Feldern musste man aufpassen das uns die Flurpolizei nicht erwischt 🙂 Das eingeweckte hielt seltsamer Weise über ein Jahr ohne Chemie und wurde im Keller gelagert. Wir waren damals nie krank,mal ne Verkältung. es gab Winter über 40 Grad und das Heizmaterial haben wir uns damals aus den Wald geholt und dann haben wir unser Land auf gebaut mit unserer Arbeit. Und jetzt muss man zusehen wie alles zerstört wird vor den selben Leuten denen wir damals entronnen sind. Traurig ist sowas.

      4. Wenn man das verträgt, ja.

        Zucker und Kohlehydrate sind normalerweise verzichtbar. Quark als Milchprodukt ebenfalls, Milch ist für Kälber gedacht (von der Natur) und nicht für Menschen. Casein in Michl macht den Darm kaputt.

        Aber es ist ja soooooooooooo gesund!

  5. Kochen ohne Chemikalien macht Spaß, man kann seine Geschacksrichtungen einbringen so wie man es mag. Wie oft hat man schon Dreckfraß erwischt mit diesen Fertigzeug der dann in der Mülltonne landete und man stinksauer war. Wenn man eine Tüte Müll in die Pfanne schmeißt nennt man das heut zu Tage Kochen. Man hat ja keine Zeit zum kochen weil der Glotzkasten wartet. Ausserdem wer kann überhaupt noch kochen. Das dieser Fertigdreck krank macht weis so gut wie jeder. dann geht man zum Arzt und lässt sich noch mehr Chemie verschreiben. Arme Welt.

     

  6. Zwei Sklaven zum Preis von Einem

    Da Frauen aus Günden der Schrumpflöhne immer häufiger mitarbeiten müssen, haben sie gar keine Zeit mehr zum Kochen, ebensowenig wie Männer.

    Also haut man sich Fertigfraß in die Birne.

    Der übrigens nicht in jedem Fall schlecht ist und fast nie gesundheitsschädlich.

    Sonst würden die Leute nicht so alt wie sie es werden.

    1. Genau, gerade eben wieder. Gehaltsangebot beim Vorstellungsgespräch – halber Marktpreis für Vollzeit. Und dafür keine Zeit für den Haushalt und Kind in die Rundumbetreuung.

  7. Die entscheidende Frage ist ja, welche Art von Ernährung ist für den Menschen tatsächlich gesund.

    Und daran forscht die Uni-Heidelberg intensiv. Ihre Ergebnisse hat sie auf ihrer Webseite veröffentlicht. Prof. Ingrid Herr hat dazu auch sehr interessante Vorträge gehalten, die man sich auf Youtube anschauen kann – kann ich nur dringends empfehlen!

    Laut Uni-Heidelberg ist die gesündeste Ernährung eine primär pflanzliche Rohkosternährung mit zusätzlich Nüssen, Beeren, Kräutern, Hülsenfrüchten sowie Öle mit viel Omega3-Fettsäuren, also Lein- und Olivenöl.

    Hier noch ein Rezept für ein gesundes Mittagessen, welches ich gerne mal esse:

    Feldsalat mit Pellkartoffeln:

    1 Paket Feldsalat mit einer Mischung aus Lein- und Olivenöl anrichten. Ein bischen Kurkuma-Pulver hinein. Dazu Porree- und Zwiebelringe. Tomaten und kleingehackter Brokkoli.

    Wenn man mag, noch ein paar Blätter Löwenzahn, Vogelmiere, Brennessel, Zitronenmelisse und Petersilie dazu.

    3 Pellkartoffeln kochen. Dann abkühlen lassen, schälen, klein schneiden und in den Salat untermischen.

    Guten Appetit! – Ein leckeres, nahrhaftes und sehr gesundes Essen.

    1. wobei die meisssten vitamine sich bei der kartoffel gerade in der schale befinden. 

      egal – wenn nicht mit der kompletten schengen-eu-palette, dann aber zumindest mit der der BRD ist es unmöglich, sich gesund zu ernähren. 

      "bio" usw. bringt einen auch nicht wirklich weiter. 

      1. (mal davon ab, dass der menschliche körper in der lage ist, die benötigten "nährstoffe" selbstständig herzustellen, ohne dass er überhaupt jemals irgendwas essen muss). 

      1. Sie haben aber auch immer was zu nörgeln! Denken Sie doch mal postiiv!

        Kartoffeln sind gesund.

        Und wer jeden Tag Sport treibt oder körperliche Arbeit verrichtet, braucht den Zucker für seine Mitochondrien und verbrennt ihn locker.

          1. ich kann mich dunkel an bundesdeutsches fernsehen vor ~10 jahren erinnern. ohne, dass ein(e) konkrete(s) marke / produkt beworben wurde, gab es innerhalb der werbeunterbrechungen so statements, wie "mit zucker lacht das leben" und "esst mehr (geklonten / hormonell gezüchteten) lachs". 

            mit sicherheit gesund – sonst wär's ja nicht im fernsehen! 

  8. Weniger "Zeitverlust" in der Küche bei der Nahrungszubereitung bedeutet mehr Zeit für den Zweit- & Drittjob als Arbeitssklave oder mehr Zeit als "Verbraucher" beim Shopping.

    Flächendeckend schnelle und minderwertige Nahrungsaufnahme anzubieten gehört zum Systemkonzept! Es schafft zusätzliche Abhängigkeiten und beschleunigt somit die gewünschte Verteilung der Ressourcen von unten nach oben.

    Wer ordentlich isst, boykottiert auf gesunde Weise das kranke System!

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