Dank der Monokulturen konnte sich ein Pilz ausbreiten, der die Cavendish-Banane ausrotten könnte. Das ist jene Banane, die in den meisten Supermärkten liegt.

Von Marco Maier

Insgesamt gibt es rund 1.500 Bananensorten weltweit. Doch die am meisten angebaute und in den Supermärkten zu findende Banane ist die Sorte "Cavendish", welche die bis in die 1960er-Jahre verbreitete Sorte "Gros Michel" ersetzte, die von der sogenannten Panamakrankheit (dem Pilzstamm "Tropical Race 1", TR1) dezimiert wurde. Doch nun sorgen die Monokulturen dafür, dass auch diese Bananensorte – die zwar gegen TR1 resistent ist, nicht jedoch gegen TR4 – bald schon verschwinden könnte.

Die Angewohnheit, wegen der besseren maschinellen Verarbeitung auf großangelegte Monokulturen zu setzen, macht die Pflanzen jedoch auch anfälliger für Krankheiten und Pilzbefall. Der Preis für die billigere Produktion, Ernte und Verarbeitung sind geringere Artenvielfalt und die Gefahr, dass eine einzige Pflanzenkrankheit die Nahrungsmittelversorgung beeinträchtigen kann. Dabei sollte es klar sein, dass auch bei Nahrungsmitteln eine "Investition" in eine breite Palette deutlich sinnvoller ist als sich auf einige wenige Sorten zu konzentrieren, die jederzeit durch ein singuläres Ereignis ausgelöscht werden können.

Laut der UN-Welternährungsorganisation FAO gibt es bei dem Pilz das Problem, dass es bislang keine Wirksamen Möglichkeiten zur Ausrottung gebe, zumal dieser jahrzehntelang in der Erde überleben könne. Nach seiner ersten Entdeckung in den 1990er-Jahren in Südostasien breitete sich TR4 auch in Afrika und im Nahen Osten aus. Vernichtend wäre es, sollte der Pilz auch den weltweit größten Bananenproduzenten Indien erreichen oder das größte Exportland Ecuador. Zum Vergleich: In Irland kam es im 19. Jahrhundert zu einer großen Hungersnot mit rund einer Million Toten, weil der Kartoffelanbau damals auf eine einzige Sorte beschränkt war, die durch eine Krankheit zerstört wurde.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

3 thoughts on “Pilzinfektion: Gibt es unsere Bananen bald nicht mehr?”

  1. Ooch…Monsanto wird da schon was finden. Die haben bisher noch jeder Pflanze vernichtet. Damit haben sie zwar auch völlig neue Unkräuter geschaffen aber egal. Die schaffen das.

  2. Ich esse grundsätzlich nur Erzeugnisse von Montesano, mir ist sogar ein drittes Ohr am Hinterkopf gewachsen was bewirkt das ich jetzt völlig natürlich Stereo hören kann egal wo ich bin 🙂 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.