Nutzlose neue Medikamente?

Eine Studie der Krankenkassen zeigt, dass jedes dritte neue Medikament keinen zusätzlichen Nutzen für die Patienten hat. Ist dies das Ergebnis des Gebahrens der Pharmaindustrie, die mehr Geld in die Werbung als in die Forschung steckt?

Von Marco Maier

Die Pharmaindustrie steckt deutlich mehr Geld in Werbung als in die Erforschung neuer Medikamente. Dies macht sich jedoch offenbar auch in der Qualität der neu auf den Markt kommenden Präparate bemerkbar, wie eine Zwischenbilanz der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland zeigt, nachdem in den letzten Jahren alle neuen Medikamente auf ihren Nutzen und ihre Kosten hin untersucht wurden.

Seit 2012 haben die gesetzlichen Krankenkassen und die Pharmahersteller für 129 Medikamente Preisverhandlungen geführt. Von diesen Präparaten hatten nach Angaben der Kassen nur 44, also etwa ein Drittel, einen klar nachweisbaren zusätzlichen Nutzen für die Patienten. Ein weiteres Drittel (41 Präparate) hatte überhaupt keinen Vorteil gegenüber bekannten Therapien, berichten die Zeitungen. Der Rest hatte demnach nur für einen Teil der Patienten zusätzlichen Nutzen, wie die Funke-Zeitungen unter Berufung auf den Zwischenbericht vermelden.

Die Preisverhandlungen und die Nutzenbewertung sind Ergebnis einer Arzneimittelreform von 2011. Sie sollte helfen, die Ausgaben für Medikamente zu begrenzen. Finanziell blieb die Reform unter den Erwartungen, auch das zeigt die Bilanz der Kassen: Seit 2012 konnten sie insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro sparen. Dabei sollten eigentlich jährlich zwei Milliarden Euro an Einsparungen zusammenkommen.

Indessen beklagt der DAK-Vorstandschef, Andreas Storm, die Preise für patentgeschützte Medikamente. "Wir zahlen leider manchmal Mondpreise, und das nicht nur bei Krebsmitteln, bei denen sich die Preise nicht immer am Nutzen und Innovationsgrad der Medikamente orientieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Das geplante Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung ändere daran "leider so gut wie nichts". Denn die geplante Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro, bei der dann rückwirkend ein niedrigerer Erstattungsbeitrag zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung und den pharmazeutischen Unternehmen vereinbart werden soll, sei "viel zu hoch". Demnach seien 2015 nur drei Medikamente davon überhaupt betroffen gewesen.

Loading...
Spread the love
Lesen Sie auch:  Transatlantiker fürchen zweite Trump-Amtszeit

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. Nutzlose Medikamente?  –  Hier ein Beispiel mit Zahlen : Novartis machte 2015 einen Umsatz von knapp 50 Milliarden USDollar und ( jetzt kommt's) einen Gewinn (nach Steuer) von 10,2 Milliarden USDollar. Einen solchen wirtschaftlichen Erfolg erzielt mit nutzlosen Medikamenten??? – Weitere Zahlen: Die Landsleute schlucken pro Kopf/Jahr etwa 1200 Tabletten, der von den Krankenkassen veranlassten Studie zufolge könnten sie 400 in die Tonne kloppen. Oder besser nicht, sie könnten sich auf einmal gesünder fühlen und noch weniger schlucken.  —  Eines scheint doch sicher zu sein, den Großaktionären der Pharmakonzerne ist eine jede geschluckte Tablette von Nutzen und sie werden alles veranlassen, dass es auch so bleibt. 

  2. Chemiedreck in meinen Körper nein, eher sterbe ich einen natürlichen Tod. Wenn man schon aufpassen muss was man isst muss das nicht auch noch sein. Sie erzählen uns irgendeinen Müll über gefährliche Krankheiten die uns alle vernichten werden. Es ist so, Angst macht krank und um so mehr wie wir Angst haben um so kränker werden wir. Sie haben uns die Kontrolle über unsere Körper genommen uns widerstandslos gemacht den eigenen Willen gesund zu sein vernichtet.

  3. Es geht oft so:  Wir haben ein neues Medikament auf den Markt gebracht. Nun benötigen wir noch die passenden Krankheiten dazu.

    Ich sage nur eines: Sehr viele Ärzte sind der Pharmaindustrie Freunde.

    Blutdruckwerte werden heruntergesetzt, wodurch sich die Anzahl der "kranken Patienten" erhöht.

    Ab bestimmtem Alter werden gewisse Medikamente als notwendig verordnet. Und wie auch in den USA werden die lieben Kinderchen schon daran gewöhnt.

    Ich könnte eine Menge hierzu sagen, aber ich habe nicht so viel Geld, um Klagen gewinnen zu können. Es geht ja schliesslich schon lange nicht mehr ums Recht, nur noch um die Umsätze.

  4. Die Medikamente Marco Maier sind doch nicht nutzlos

    Sie erfüllen doch einen Zweck, der Reduzierung der Menschheit, denken wir an die Georgia-Guide-Stones. In USA ist die häufigste Todesursache Medikamente, in Deutschland stehen die Medikamente an dritter Stelle.

    Alles hat einen Sinn, die Handystrahlen verblöden, die Schüler sind nicht mehr aufnahmefähig, die Impfstoffe haben Aluminium und Quecksilber, lösen Krankheiten aus, anstatt zu heilen, sind verantwortlich für Autismus und zerstören das Immunsystem. Die Schöpfung hat sich bei Kinderkrankheiten was gedacht, durch diese wird das Immunsystem gebildet, Impfungen verhindern das.

    Um die Welt zu retten braucht es ein Erdbeben in Rom, da sitzen die Urheber, Vatikan, 33. Grad Freimaurer, Schottische Rite und der Club of Rom und die Ritter von Malta.

     

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.