Naher Osten: Nicht der IS tötet die meisten US-Soldaten

Soldaten, die fernab der Heimat in unwirtlichen Gegenden kämpfen, haben nicht nur die Feinde zu fürchten. Dies zeigen jüngste Berichte über die Todesfälle der US-Soldaten im Nahen Osten.

Von Marco Maier

Es ist der Suizid, und nicht etwa der Kampf gegen Feinde, der die Todesstatistiken bei den US-Soldaten im Nahen Osten anführt, wie "USA Today" unter Berufung auf Pentagon-Statistiken berichtet. Wobei sich die Anzahl der Todesfälle bei den US-Soldaten ohnehin in engen Grenzen hält.

Von den 31 US-Soldaten, die seit der im August 2014 mit einer Bombenkampagne gestarteten "Operation Inherent Resolve", welche angeblich der Bekämpfung des "Islamischen Staates" in Syrien und im Irak dient, bis hin zum 27. Dezember gestorben sind, haben insgesamt elf Suizid begangen. Lediglich acht US-Soldaten kamen bei Kampfhandlungen ums Leben, sieben bei Unfällen und vier durch Krankheiten oder Verletzungen. Ein Todesfall wird noch untersucht. Das heißt: Rund jeder dritte Todesfall bei den US-Truppen in der Region ist auf psychische Probleme zurückzuführen.

Dies zeigt sich auch in den generellen Statistiken des US-Verteidigungsministeriums. Im Jahr 2014 gab es 269 Suizide bei den aktiven US-Truppen, während diese 2013 noch bei 259 lagen. Für 2015 und 2016 wurden noch keine Zahlen veröffentlicht. Wenn man bedenkt, dass laut US-Verteidigungsministerium 2014 gerade einmal 55 US-Soldaten bei feindlichen und nicht-feindlichen Situationen starben, ist dies viel – beinahe das Fünffache. Hinzu kommen unzählige Selbstmorde bei den Veteranen. Alleine im Jahr 2012 gab es laut der "Veterans Administration" rund 8.000 Suizide bei den ehemaligen Soldaten – das entspricht beinahe einem Selbstmord pro Stunde. Wobei es insgesamt 19.000 registrierte Selbstmordversuche gab, von denen eben diese 8.000 "erfolgreich" waren.

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Die US-Kriegsmaschinerie zur Aufrechterhaltung der Kontrolle weiter Teile der Welt durch das US-Establishment fordert nicht nur viele Millionen ausländische Opfer, sondern dazu auch noch viele im eigenen Land. US-Bürger, die der Wahnsinnspropaganda des Establishments – der Politik und den Medien – zum Opfer fielen und einem völlig missverstandenen Patriotismus.

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5 Kommentare

  1. Vermutlich werden die US-Soldaten Zeugen von Kriegsverbrechen an Zivilisten oder müssen sie auf Befehl selber verüben.

    Damit kommt ein normaler Mensch, der irgendwo in den USA auf einer Farm aufwuchs wahrscheinlich nicht klar.

    Dieser Mensch ist dann Täter und zugleich Opfer einer verlogenen US-Propaganda, die ihm vorher versprochen hatte, das er für eine gute Sache kämpft.

    Tragisch.

    1. Mir strömen die Tränen… Tragisch ist was anderes. Es besteht kein Zwang in Uniform zu schlupfen um Tausende von Unschuldigen das Licht des Lebens auszublasen! Die sollen alle in der Hölle schmoren mit ihren Befehlshabern.

      1. Oh doch, der Zwang besteht.

        Einseitige Medienberichterstattung, hohes Ansehen in der Bevölkerung, dazu schlechte Jobaussichten mangels der Möglichkeit ein Studium finanzieren zu können. Die Verpflichtung gibt dann 20-40.tsd auf die Hand und eine überdurchschnittliche Bezahlung. Wenn man dann evtl. für eine Frau+Kind sorgen muss, und dort gibt es kein H4, ist es alles nicht mehr so freiwillig, sondern eben eine der letzten Möglichkeiten.

    1. @ Mona Lisa

      Die größte Gefahr geht dabei von den unter Drogen stehenden Bedienungsmannschaften der Raketenbasen aus, deren bisherige Aktionen den roten Knopf zu drücken, verständlicherweise vom Pentagon unter Verschluß gehalten werden. So sind die in den Anstalten weggeschlossenen Psychopathen oder die bedauernswerten, drogengeschädigten U.S. Veteranen weniger eine Gefahr, als die ebenfalls unter Drogen stehenden U.S. Kommandostellen, die ihre Posten mit Computerspielen verwechseln könnten.

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