Ein Leopard 2 Kampfpanzer während einer Übung. Bild: Flickr / U.S. Army Europe Images CC BY 2.0

War die deutsche Panzerwaffe früher noch gefürchtet, so spielt sie heute nicht mehr in der obersten Liga mit. Auf dem modernen Schlachtfeld gegen russische Gegner sind sie verloren.

Von Viribus Unitis

In meinem meinem Artikel über die Leopard 2 A4 -Verluste der Türken in Syrien offenbarten sich die schwächen des alternden Leopard. Nicht angesprochen im Artikel wurden weitergehende Erklärungen zu diesen Schwächen. Inwieweit ist die A7- Ausführung der A4 überlegen? Welchen Einfluß hat die Ausbildung der Besatzung, sowie die Führung der Panzer im Gefecht? Sind die großen Pötte schon veraltet, sind die neuen leichten Panzer die Zukunft? Dies und einiges mehr gilt es zu brücksichtigen.     

Der neue (alte) Light Tank: Kampf-Ergänzung aber nicht Haupt-Kampfeinheit

In meinem Artikel habe ich die beiden neuen „Light Tanks“ aus UK und USA dargestellt. Der „Light Tank“ ist als leichter Panzer durchaus brauchbar, aber niemals ein Ersatz für den MBT, den Main Battle Tank.

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Die Briten wollen Ihre Challenger zur Gänze durch leichte Panzer des Typs Ajax mit einer 40mm Kanone ersetzen. Die Briten wollen Ihre MBT abschaffen, alle Challenger ins Lager stellen und nur mehr „light“-Produkte verwenden.

Light Tanks gab es immer wieder mal. Die Italiener mit Ihrem Centauro, der die Oto Melara 105 mm L/52 als Hauptwaffe hatte. Österreich hatte seinen Schützenpanzer "Saurer" zum "Kürassier" aufgerüstet, mit der französischen 105mm CN 105 L/57 GIAT- Kanone. Vive la France- dort gab es den AMX 13 mit auch dieser CN 105 Kanone.

Das Light- Konzept war im Westen lange Zeit out. Erst in den letzten Jahren wurde die Idee wieder aufgegriffen. USA und UK standen vor der Entscheidung, ihre alten Kampfpanzer ersetzen zu müssen. Mit was? Wieder mit einem MBT oder einem Light Tank?

Die Idee des „Light Tank“ wurde im Übrigen von den Russen am Leben erhalten. Mit ihren Terminator 1 und 2 Modellen zeigten sie was möglich war. Wobei, so light waren die Tanks gar nicht. Sie hatten das Fahrgestell, also die Panzerwanne, also auch den Panzerschutz des T72. Ein sehr überlebensfähiger „Light Panzer“. Die Russen werden auch einen Terminator 3 haben – mit Fahrgestell, also Panzerwanne der Armata-Familie. Die Terminator-3-Besatzungen sind also mit der Afganit-Panzerung der Armata- Familie geschützt. Die Russen titulieren ihn im Übrigen als „Begleitpanzer“.

Kein Vergleich mit der Panzerung des Ajax. General Dynamics verkauft den Briten den Ajax als richtiges Gefechtsfahrzeug, dabei ist er ein Blechdosenpanzer mit 40mm Mini- Bum Bum. Als Begleitpanzer mag der Ajax gut sein, keine Frage, aber ihn als Ersatz für den Challenger zu verkaufen, ist schlicht Etikettenschwindel. Ein Range Rover wird durch einen Mini Cooper ersetzt.

Für den Light Tank sprach und spricht die Beweglichkeit, gegen ihn der meist schlechte Panzerschutz und die zu geringe Feuerkraft. Auch war das Fahrgestell meist mit den großen Kanonen überfordert. So passiert beim US- Stryker MGS 105mm.

Die US- Army hat Ihrem "Stryker" Schützenpanzer einen Turm spendiert, und darin die alte britische Royal Ordnance 105mm L7 Panzerkanone, von den USA M68 genannt, eingebaut. Das nannte man dann M1168 Mobile Gun System (MGS). Der alte Leo 1 hatte die Kanone auch schon, wie auch der japanische Type 74 und die US- Panzer M60 sowie die frühen M1 Abrams. Wozu, darf man sich fragen, ist die Kanone heute noch gut? Moderne Kampfpanzer wie die russischen T80 oder T90 sind von Ihr nicht zu knacken. Vom neuen T14 gar nicht zu reden. Selbst die alten T72 sind nur mit sehr viel Glück damit außer Kraft zu setzen. Gut zwischenzeitlich ist man klüger: “MGS was a failure, which is why they stopped producing them”.

Nun will man Stryker mit einer 30mm Maschinenkanone einsetzen, ähnlich dem britischen Ajax- 40mm- Konzept. Naja, noch hat die US- Army Ihre M1 Abrams. Die Franzosen bekommen Ihre EBRC mit einer 40mm MiniBumBum. Aber auch sie haben noch Ihre Leclerc. Die Bundeswehr hat mit dem Schützenpanzer Marder so einen "Light Tank" im Grunde genommen auch schon. Setzt ihn aber nur als Begleitpanzer ein, wie es auch sein sollte. Und die Bundeswehr hat noch MBT, hat noch Leo2.

Der Light-Panzer hat durchaus seine Berechtigung, ABER, nicht als Hauptkampfmittel auf dem Gefechtsfeld. Als Kampfunterstützung für die Kampfpanzer ist er hoch brauchbar, aber als Ersatz für die Kampfpanzer schlicht zu „light“. Ihn als Begleitpanzer einzusetzen ist grundsätzlich äußerst sinnvoll. Aber als Ersatz für den MBT, wie jetzt in Großbritannien vorgesehen, ist der Light schlicht überfordert.

Die Leopard 2 Panzerkanone: Rheinmetall Rh 120mm L/44 oder L/55

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In einem Artikel habe ich die Schwierigkeiten von Rheinmetall im Kanonenbereich dargestellt. Die Lage darf man durchaus als dramatisch bezeichnen. Die Bundeswehr gibt zu, dass die Panzer-brechende Munition die der Leo 2 verschießt, also eigentlich die Kanone, die Rh120mm verschießt, russische Panzer nicht durchschlagen kann. Das betrifft russische Panzer des Typ T80 (späte Produktionen) und alle T90.

Die Schuld wird der Munition zugeschoben. Das entlastet Rheinmetall nicht, denn die produzieren auch diese Munition. So einfach ist es aber nicht. Jede verwendete Munition muss auf die Kanone abgestimmt sein. Stärkere Munition bedeutet auch, dass die Kanone diese stärkere Munition, diese zusätzliche kinetische Energie, aushalten muss. Vielleicht könnte Rheinmetall stärkere Munition herstellen. Die Frage ist: würde die alte Rh 120mm diese stärkere Munition auch aushalten?

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ soll die Bundeswehr ab 2017 eine Weiterentwicklung der aktuellen Pfeilmunition für ihre Leo 2 erhalten. Diese Munition wird aber von der jüngsten Version des Leopard 2, dem Modell A7, verwendet werden können, weil dazu die Waffenanlage modernisiert werden muss. Neu ist neu, hat der Industrie staatliche Entwicklungsgelder beschert, heißt aber nicht, dass sie so wirksam ist, um die modifizierten T80, die ganzen T90 und die modernen T14 zu killen. Man findet auch keine Publikation die dieser neuen Munition explizit diese Eigenschaft zuordnet.

Dass es einen Kanonenbedarf gibt, und damit ein Kanonenproblem, zeigt Rheinmetalls Versuch eine Rh 140 mm Panzerkanone für den Leo 2 zu entwickeln. Das war ebenso eine Pleite wie die dann versuchte Rh 120mm LLR L/47.  Dann hat man ab 2015 eine Rh130mm Kanone „entwickelt“, und ein Mock-up im März 2016 vorgestellt, einen 3 Tonnen-Koloss.

Im Rahmen des XM360 Programms hatte man in den USA die Rh 120mm optimiert. Es gelang damals – das Programm endete 2009 – das Gewicht des Rh 120mm-Kanonenrohres, von Original 1.330 kg auf 780 kg zu reduzieren. 550 kg Gewichtsersparnis allein beim Rohr! Bezogen auf das Gesamtgewicht der Kanone, also Rohr und Panzer-Turm-Lafette, gelang es ca. 1100 kg Gewicht zu reduzieren – verglichen mit der Normalausführung von Rohr und Lafette der Rh 120mm im M1 Abrams.

Vielleicht sollte Rheinmetall mal die US- Kollegen fragen, wie die das gemacht haben, mit dem Gewicht-Abspecken. Die ersetzten damals – vor ca. 10 Jahren (sic!) – simplen Stahl durch new high-strength gun steels, lightweight alloys, titanium, aluminum, und carbon-fiber composites. Wäre vielleicht eine Idee für Rheinmetall? Hat das 10 Jahre alte Light- Know How aus den USA Rheinmetall bist heute nicht erreicht?

Vielleicht sollte sich Rheinmetall nicht im Wehrbereich verzetteln, indem auch z.B. Sturmgewehre hergestellt werden, sondern die Kanonenentwicklung wieder mehr ins Zentrum stellen?

Leopard-2-Modifizierungen: Werbung ersetzt Wirkung

Mythen ranken sich um die Modifizierungen des Leo 2. Da wird die A4-Version als veralteter Oldtimer dargestelt, und die A6, A6M und A7 Versionen als irdische Version von Star Wars 3.0 verkauft.

A6-Modifizierung: Eine Reine Modifizierung von Kanone und Lafette, sowie der Einführung einer neuen Munition. A6-M Modifizierung Das M steht für Miene. Reine Innenraum-Modifizierung. Fahrersitz und anderes. A7-Modifizierung: Diverse Elektronik-Maschinen-Motoren-Modifizierungen und der Waffenanlage für die neue HE-Munition. Für die Panzerung wurde bei allen drei Modifizierungen nichts getan.

Bei der A5-Modifizierung wurde die Panzerung verstärkt (siehe weiter unten), bei der A7-Modifizierung wurde der Leopard für die "Montage einer zusätzlichen Panzerung vorbereitet". Immerhin – vorbereitet – ist auch schon was.

Kampfpanzer: Es war einmal, die Chobham-Panzerung und ihre Derivate

Eine Chobham-Panzerung ist eine Verbund- oder Kompositpanzerung aus verschiedenen Materialien. Es wird und wurde viel geschrieben wie denn die Panzerung genau aufgebaut sei und … ja- naja. Grundsätzlich weiß Niemand außerhalb der Entwicklungsabteilungen und der Werkstätten sowie vermutlich gegnerische Geheimdienste, genau, was denn da wie gemacht wird. Ob US-M1, britischer Challenger, französischer Leclerc oder deutsche Leopard – überall wird das Geheimnis gehütet. Es gibt viele die darüber schreiben, wie korrekt deren Angaben sind ist völlig unklar.

Die Panzerung des Leopard 2 selbst ist durchschnittlich. Diese Chobham-Panzerung basiert auf deutscher Formel. Wie sie denn wirklich ist, und was drin ist, weiß man nicht. Was man weiß ist, dass sie zu schwach ist, sonst hätte der Leopard 2 keine Zusatzpanzerung gebraucht.

Interessant ist, dass die russischen späten T80 und alle T90 keine Zusatzpanzerung brauchen. Deren Normal-Panzerung ist so gut, dass sie von deutschen Panzergeschossen nicht geknackt werden kann – wohl gemerkt – ohne Zusatzpanzerung. Da könnte man fast meinen, die Russen hätten bei der Panzerung einen technologischen Vorsprung. Könnte man nicht nur meinen, es scheint so zu sein.

Die Zusatzpanzerung des Leopard 2

Die Zusatzpanzerung des Leo 2 besteht aus Panzerplatten. Gemacht wurde eine Zusatzpanzerung an der Turmfront, leichte Kettenblenden der zweiten und dritten Generation (Bauform in D-Technologie mit gerader Unterkante), gepanzerte Nabendeckel für die Laufrollen. Geplant aber nicht umgesetzt wurden aus Kostengründen die Turmdachzusatzpanzerung, der Bugschutz des Fahrgestells und der Splitterschutz im Fahrgestell.

Natürlich wurde im Rahmen der Panzerplatten Panzerstahl bester Güte verwendet. Die sind nicht nur teuer, die sind vor allem auch schwer. So stieg das Gesamtgewicht um sieben Tonnen und reduzierte das Leistungsgewicht auf 17,7 kW/t.

Diese Vollplatten-Panzerung macht man heute nicht mehr. Es geht ja nur darum, die Hoholadungsgeschosse, bzw. Raketen abzuhalten. Den selben Effekt kann mit billigen leichten montierten Gittern auch erreichen. Das spart Gewicht, ist billiger, hält den Panzer leichter und erhält so seine Beweglichkeit. Natürlich kosten solche billige Baumarkt-Gitter nicht so viel wie die Voll-Platten. Aber es funktioniert. Natürlich hat der Panzer dann keinen so sexy „Future“ Look mehr, er sieht dann eher aus wie ein fahrender Hamsterkäfig.

Die Platten-Zusatzpanzerung des Leo 2 scheint nicht das Gelbe vom Ei zu sein. Manche Leo 2 die in Afghanistan eingesetzt sind, haben zusätzlich zur Zusatz-Panzerung auch noch den Hamsterkäfig. Wozu die schöne "Future Look"- Zusatzpanzerung wenn man diese Zusatzpanzerung mit Baumarkt-Gittern schützen muss?

T72 in Syrien haben keine Platten- Zusatzpanzerung, sondern neben Kacheln den Hamsterkäfig:

Mit Schutzgitter.

Kampfpanzer: Der neue Panzerungs-Quattro

Quattro 1 / Die Panzerung des Panzers selbst: Die neue Panzerung des T14 ist eine Afganit-Panzerung. Die genaue Zusammensetzung weiß außer einigen wenigen Russen keiner. Auch die Abwehrstärke ist unbekannt. Als sicher kann gelten, dass wenn der Leo 2 mit der derzeitigen Kanone und der Munition es nicht schafft T80 und T90 abzuschießen, er es auch nicht schaffen wird, den T14 zu killen. Die Panzerung des T14 darf wohl als für den Europäischen Kriegsschauplatz genügend eingestuft werden.

Quattro 2 / Die Kachel- Zusatzpanzerung: Die Zusatzpanzerung neuerer Art ist nicht so neu. Es sind Kacheln unterschiedlicher Ausführung, und das Neue daran ist das Material. Die alten waren aus Blech, die neuen können durchaus aus hochwertigem Verbundwerkstoff bestehen. Auch aus dem gleichen Material, mit dem moderne Panzer gebaut werden. Genaueres sagen die Panzerhersteller nicht – durchaus verständlich.

Kacheln kann man nicht nur Bäder, auch T72:

T-72 3 mit Kacheln

Quattro 3 / Aktive Abwehrpanzerung: Das Abwehrgeschoss, das damit gemeint ist, muss man sich so vorstellen, dass aus Röhren, ziemlich gleich aussehend jenen Röhren die man normalerweise für Nebelgranaten nimmt, ein Abwehrgeschoss herausspringt und die angreifende Rakete wenige Meter vor dem Panzer zur Explosion bringt. Die Russen haben sowas, nennen es Arena.

Quattro 4 / Der Schutzschirm: Den Schutzschirm muss man sich vorstellen wie beim Raumschiff Enterprise (Star Trek). Ungefähr so ist es hier. Der Schutzschirm lenkt entweder die Raketen ab, weil die Raketen das Ziel wegen des Schirms nicht mehr erkennen können, ODER, er irritiert die Raketen und bringt sie weit vor dem Panzer zur Explosion. Bei den Russen heißt dieses System für Panzer L-370W52 „Vitebsk“, das sie auch schon in Syrien einsetzten . Sie haben aber auch eines für Hubschrauber und Flugzeuge, da wird es L 370-5 „President S“ genannt (Putins Hubschrauber hat das auch). Vitebsk ist die Basis für beide Systeme. Die Israelis haben sowas für ihre Merkavas und sonstiges auch schon, natürlich.

So ausgestattet wird ein moderner Kampfpanzer mehr oder weniger zu einem fahrenden Bunker. Nichts kann ihn aufhalten. Man stelle sich vor, ein T14 trifft auf eine Horde britischer Ajax-Blechdosen mit Mini-Bum Bum. Auch wenn sie schnell und wendig herumfahren, es nützt nichts. Mit Raketen erreichen sie nichts. Mit der 40mm Mini-Bum Bum gibt es Lackschäden am T14, mehr nicht. Sollte der T14 mit seiner 125mm Kanone eine solche Ajax-Dose treffen, wird sie augenblicklich ein Fall für den Recyclinghof.

Nicht dass der russische T14 unbesiegbar wäre. Eine A10 mit Ihrer mörderischen GAU-8 Avenger 30mm Kanone von hinten oben, und auch der Super-T14 steht. Man kann einen Motor nicht so kapseln, dass er nicht knackbar wäre, über Lüftungsschlitze etc. Nur, das ist nicht möglich, weil es kein westliches Flugzeug gibt, das die russische Luftabwehr durchdringen kann. Wer jetzt an die mystische Stealth-Überlegenheit von F22 und F35 denkt sollte den Gedanken verwerfen. Die beiden sehen gut aus, keine Frage, das ist aber auch schon alles.

Welchen Einfluß hat die Ausbildung der Besatzung, sowie die Führung der Panzer im Gefecht? Eigentlich nur mehr nachrangigen, weil die technologische Seite alles bestimmt. Was nützt die beste Besatzung, und die beste Führung, wenn sie in einer Belchdose wie dem Ajax sitzt. Oder in einem Oldtimer wie dem Leopard 2?

Man kann auch nachrüsten. Die Russen spendierten den Syrern T72 Modifizierungen, die einerseits eine Zusatzpanzerung vorsahen, meist mit einfachen Stahl-Kacheln und des Weiteren auch Vitebsk als Nachrüstsatz montiert gegeben. Seither überleben die Syrer gut, der IS mit deren amerikanischen TOW ist frustriert.

Angeblich soll so eine ähnliche Nachrüstung für die letzte Version des Leo 2, also des Leo 2 A8 geplant sein. Rheinmetall Defense hat dahingehend eine Art Technologieträger vorgestellt. Auf Basis des A4 (nicht des A7 – sic!) wurde modernisiert. Dort wird auch eine Art deutsches "Vitebsk"- System getestet – nennt sich AMAP (Advanced Modular Armour Protection) ADS (Active Defence System) ausgestattet.  AMAP-ADS wird von einem Gemeinschaftsunternehmen von IBD Deisenroth und Rheinmetall Defence hergestellt.

So eine Aufrüstung wäre eine Notlösung, die aber nicht gegen die meisten T80, alle T90 und die kommenden T14 hilft. Die können mangels entsprechender Feuerkraft diese Russen- Panzer noch immer nicht abschießen. Aber eine A8- Version könnte selbst nicht so leicht abgeschossen werden. Ist ja auch schon was.

Der Leo 2 ist in den aktuellen Ausführungen für den Bundeswehreinsatz in Mali noch geeignet (so lange die dortigen Rebellen nicht so ausgerüstet werden wie der IS gegen die Türken in Syrien), aber für den europäischen Kriegsschauplatz mit dem Gegner Russland nicht mehr konkurrenzfähig.

Fazit: Die deutsche Politik hat die deutsche Panzerwaffe verkommen lassen  

Die Panzerung des Leo 2 unzureichend, wie auch die Ereignisse in der Türkei zeigen, UND, die Notwendigkeit von Gittern vor dem Zusatzschutz in Afghanistan zeigt. Es gibt keine durchschlagsfähige Munition, die Kanone ist nicht mehr state of the art. Die Gegner, die Russen, sind in allem Überlegen. Ob Panzerung, Kanone oder Munition, überall sind die Russen alleine mit den alten T80 und T90 vorne.

Der Panzerbestand wurde auf 225 Panzer reduziert – jeweils Typen A5 und A6. Dann kaufte man wegen einer vorgeblichen "Russian Aggression" für 22 Millionen Euro 100 Leo 2 von der Industrie zurück, diese hundert waren und sind bis heute auf dem Standard A4. Der erste Leopard 2A7 wurde am 10. Dezember 2014 in München an die Bundeswehr übergeben. Insgesamt sind bisher ca. 40 Leo 2 auf den Stand A7 gebracht worden.

Aktuell hat die Bundeswehr damit im aktiven Dienst ca. 365 Leopard 2, davon 100 Typ A4, 225 A5, A6, A6M und ca. 40 A7. Das bedeutet, 100 aktive Leopard 2 der Bundeswehr sind auf jenem Standard, den die Türken auch haben, und der gegen die ISIS, mit Ihren US-TOW- Rakten, keine großen Chancen hat. 

Die ehemalige furchteinflössende und weltweit respektierte deutsche Panzermacht ist zu einem bunten Bastler-Sammelsurium verkommen. Von Abschreckung kann keine Rede sein. Von einem Plan dahingehend, wie man wieder zu alter militärischer Größe zurückfindet, ist nichts zu bemerken. Stringentes Konzept? Fehlanzeige! Man pfuscht und bastelt etwas herum und das wars.

Es ist ja keine Frage ob die Deutschen technisch in der Lage wären wieder die alte Pracht und Herrlichkeit herzustellen. Das ginge vermutlich. Aber das geht nicht, wenn die politische Führung unfähig ist, die Notwendigkeiten zu erkennen, und die richtigen Schritte zu setzen. Von "Fähigkeit" der Politik ist im Bereich der Panzerwaffe nichts zu bemerken.

Das einzige was wirklich perfekt funktioniert ist die PR. Der Mythos des Leo 2 wird am Leben erhalten, auch wenn die Realitäten des Leo 2 nur ruinierte Reste der ehemaligen militärischen Macht und Stärke sind. Diesen Mythos braucht die Politik auch, damit man Ihre Versäumnisse nicht sieht.

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26 KOMMENTARE

  1. Erstens muss der Panzerkampf geübt sein …

    in einem städtischen Umfeld ist z.B. JEDER Panzr leiche Beute, zweitens ist der abgebildete Panzer nicht der Typ, der abgeschossen wurde.

    Von dieser alten Ausführung gibt es in D. nur noch wenige, und die stehen alle in Museen.

    Und das die Abwehrwaffen, die imstande sind, jeden dieser Dinosaurier zu knacken, vielleicht nur ein hundertstel des Wertes eines MBTs kosten, geht die Zeit der Panzersaurier dem Ende zu.

    Auch der "Marder" ist noch zu groß – die gleiche Kampfkraft erreicht ein "Wiesel" auch, der, klein und schnell, sehr schwierig zu treffen ist und Ersatzteile aus dem PKW-Regal bezieht.

    Zum Beispiel hat er eine VW-TSI-Motor.

    Und – für den Preis eines "Leo" bekommt man mindestens 16 "Wiesel", d.h. die vielfache Kampfkraft eines "Leo"

    Und variabel ist er auch – vom Flugabwehr-Leitpanzer über Raketenträger und Panzerknacker bis hin zu Infanteriunterstützung kann er alles.

    Nur Angriffskriege – die kann man mit ihm nicht führen

    Die Zukunft ist klein und leicht.

  2. Kein Nachteil ohne Vorteile.

    Damit erübrigen sich die überflüssigen Auslandsexperimente des sinnlosen Kopf herhaltens im Aurtrage Dritter.

  3. Was sollen eigentlich diese merkwürdigen Artikel von Viribus Unitis in ketzter Zeit? Wen interessiert es, ob unsere Panzer gegen russische bestehen könnten oder nicht? Wir brauchen keine neuen Panzer. Wir haben schließlich nicht vor, in den Krieg zu ziehen…oder doch? Russland hat ja auch nicht vor, Deutschland anzugreifen. Was soll das also alles? Wir sollten unsere Anstrengungen in Richtung Partnerschaften mit Russland gehen lassen und keine neuen Panzer bauen. Die braucht NIEMAND.

    Viribus Unitis, arbeiten Sie zufällig für die Rüstungsindustrie oder für die NATO?

    • Ich denke an jene Bundeswehr- Soldaten die mit unzureichender Ausrüstung in Verwundung oder Tod geschickt werden. Verwundet und Tod wegen dieser unzureichenden Ausrüstung.

      Ich denke es zeugt nicht von Verantwortungsbewusstsein wenn man das macht. Ich denke an die Soldaten, an Ihre Angehörigen. Ich frage mich, wie kann man Entsendungsbeschlüsse treffen, wenn die Material- Voraussetzungen (gute Panzer z. B.) nicht gegeben sind.

      Ich meine es ist gut, wenn darüber informiert wird.

      • Viribus Unitis den Schwachsinn, welchen du hier schreibst, ist meiner Meinung nach nicht vertrettbar. Es kommt nicht nur auf die Ausrüstung an, sondern auch auf die Ausbildung und den Willen. Des Weiteren sind Spekulationen über einen Krieg mit Russland lächerlich, da es im Moment keine Grundlage für solch eine Auseinandersetzung gibt. Verbreite deine hirnrissigen und spekulativen Aussagen und "Zukunftsansichten" sonstwo, danke.

      • Was schreibst du für Stuss? Obama ist nicht mehr Präsident und Merkel war nie sein Vasall. Es gibt keine modernen großen Kriege zwischen Ländern, da diese unwirtschaftlich wären

  4. Die Deutschen Waffen waren doch schon immer Kanonenfutter. Ich erinnere nur an das Milliarden Grab der Eurofighter (Die Jäger-Lüge). Die können doch nur an der Leine im Umkreis von 2.000 Metern um den Stützpunkt fliegen. Der automatische Raketenabwehrsystem "DASS" wurde aus Kostengründen weggelassen. Mit der Bundeswehr kann man noch nicht einmal ein Land verteidgen und hat wohl eher den Namen Bundesweh verdient.

    Uralte Flugzeuge und stark alkoholisierter Oberst spricht über die tatsächlichen Zustände in der Bundeswehr

    https://aufgewachter.wordpress.com/2014/09/25/uralte-flugzeuge-und-stark-alkoholisierter-oberst-spricht-uber-die-tatsachlichen-zustande-in-der-bundeswehr/

    • " Mit der Bundeswehr kann man noch nicht einmal ein Land verteidgen und hat wohl eher den Namen Bundesweh verdient. " – Gegen wen sollten wir Deutschland auch verteidigen müssen? Gegen die Amerikaner? Die sind nämlich die Besatzer…sonst niemand und es will uns auch niemand an den Kragen.

  5. Die Wanne und der Turm des neuen MBT Technologieträgers beruhen ja auch noch auf dem Leopard 2. Irgendwann muss sich das Verteidigungministerium zu einer Neuentwicklung entschließen oder sich auf dem internationalen Panzermarkt umsehen. Der Merkava IV soll ja nicht schlecht sein.

  6. Die zukünftigen Kriege finden nicht als Panzerschlacht im offenen Feld statt, sondern in Städten, mit Zivilisten als Schutzschilder und Kämpfern in Schulen zwischen Kindern verschanzt. 

    Der nächste Leo muß für die Frontlinien zwischen Berlin-Neuköln und Berlin-Schöneberg gebaut sein.

  7. Was da von westlicher Seite aufgeboten wird ist ein rollender Haufen von Schrott auf Ketten und Rädern der in den Zeiten von Neutronenwaffen besser ins Museum gestellt werden sollte. Neutronenwaffen haben eine tödliche Strahlenwirkung auf Panzerbesatzungen im Umkreis von 700 m, so daß diese Stahlsauriere nicht einmal mehr getroffen werden brauchen um leere Stahlgehäuse ohne Besatzung zurückzulassen. So dürften die Vorstellungen einer konventionellen Panzerschlacht der Vergangenheit angehören und es den amerikanischen Truppen empfohlen werden sich bei ihrem Säbelrasseln auf Manöver zu beschränken. nach dem Mottto: 'make love, no war', wobei man ihnen wünscht, daß sie mehr Anklang bei der osteurop. Weiblickeit, als in Okinawa, finden.

  8. Ja.. die Leo's entpuppen sich als "Marketinggag" Länder die sich damit eingedeckt haben müssen sich neuorientieren..

    ein leichtes Personentransporter… ist kostengünstiger und verfügt über die gleichen Schutzvorrichtung wie ein MTB..

    für den Preis von einem MTB bekommt der käufer nun 30Stk..

    200 MTB Faktor 30 ergibt : 6'000 Einheiten

    • Hi. Diese Panzer gehören nicht in urbanes Gebiet sondern auf ein Schlachtfeld. Die Verwundbarkeit der Seiten von Panzern ist nix neues. Dann noch als Artillerie stehend aufgestellt, was soll man da noch sagen. Da sehen alle Kampfpanzer schlecht aus. Der T 90 ist in derhinsicht nicht groß eingesetzt worden und die anderen Modelle stehen abgeschossen zur genüge rum. Auch die Amerikaner haben so ihre Panzer verloren im Irak. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle als das man es nur am Typ festmachen kann.

  9. hi,

    zwei anmerkungen:

    eine mbt neuentwicklung wird herausgezögert, da es im kriegsfall nicht mehr zu panzerschlachten sondern gefechten (halb)autonomer wafsys kommen wird. eine neuentwicklung bemannter systeme für großkampflagen ist überflüssig (vgl. kosten/leben mbt vs drohne/autonomes wafsys). deshalb ist der britische light tank im pk-einsatz natürlich sehr wertvoll.

    zur angeblich schwachen waffenanlage:   im verteidigungsfall hätte man ke-wolfram auf ke-du umgerüstet.

     

    lg

  10. Diese Eintragen hier sind der letzte Müll. Recherche Leistung kaumVorhanden. Verständnis der Thematik null. Phrasen nichts als Phrasen hier. Eine traurige Armutsseite.

  11. Wer immer diesen Artikel geschrieben hat … hat von Panzertechnik NULL Ahnung…

     

    Leo2 ist alt …und?

    M1 ist genauso alt!

    Challenger ist genauso alt

    T-90 ist noch viel älter… so Dummbeutel wie der Schreiber des Artikels wissen nicht mal das der T-90 nur ein umbenannter T-72 BU ist (T-72B mit Feuerleitanlage des T-80) wegen des desaströsen abscheiden gegen den M1 im Irak brach der T-72 Export für Russland völlig zusammen… also pimpte man den T-72 ein bischen gab ihn ein neuen Namen und jetzt denken "Experten" es handelt sich um einen modernen Panzer… ist er nicht.

    Der T-90 ist so toll das Russland 2010 jeder weiter Bestellung gestopt hat …die russische Armee verfügt nur über 350 T-90…das einzige Land das den T-90 in großer Zahl (2100) betreibt ist Indien…das auch nur weil der T-90 fast baugleich mit dem T-72 ist den Indien seit Jahren in Lizens nachbaut und so kostengünsitg Ersatzteile herstellen kann…

    Russland´s Armee vertraut immer noch auf dem T-72 (T-72B3) bei 2500 Panzern im aktiven Truppengebrauch macht der T-72 mit 1900 Stück immer noch das mit abstand größte Gro aus!

    Die Munition (DM53 und 63) des Leo2 kann mühelos jeden Russischen Panzer zerstören… probleme gabs nur mit dem Restbestand an alten DM33 die nicht mehr up to date waren aber halt nich auf Lager lagen!

    Die 120mm Kanone von Rheinmetal ist so schlecht das sie quasi von allen anderen Nationen (außer Russland) in Lizensproduktion verbaut wird.

    M1A2 USA

    Merkava Israel

    K1 Korea

    K2 Black Panther Korea

    Type 90 Japan

    Type 10 Japan

    Altay Türkei

    Leclerc Frankreich

    Der Leo2 ist mit dem Israelischen LAHAT System ausgerüstet und kann ATGM verschießen die ihre russischen Gegenstücke an Reichweite und Durchschlagsleistung bei weiten in den Schatten stellt… kleiner Nebeneffekt LAHAT verfügt über aktive Jammer die alle russichen aktiven passiven und hard kill systeme kurz vor aufschlag außer Gefecht setzt!

    Das einzige was man beim Leo2 aktuell bemängeln kann ist das er über kein aktives Hard Kill system verfügt… obwohl es zwei Systeme gibt die eingebaut werden könnten…das Israeliche Trophy system (kostet nur $350.000 pro Fahrzeug was angesichts eines 360° Schutz gegen RPG und ATGM ein Schnäppchen ist..zumal dieses System sich seit 2011 bestens bewährt hat…kein damit ausgerüsteter Merkava wurde seitdem von einer RPG oder ATGM getroffen)

     

    Was das Potential des Leo2 behindert sind die Pfennigfuchster in der Politik die auf Soldatenleben scheissen und lieber in ihre eigenen Taschen wirtschaften…

     

    Die Leo2 Platform ist bei weitem noch nicht ausgereizt und hat immer noch sehr viel potential für die Zukunft… wenn ich aber seh was da bestellt und angeschafft wird bekomme ich das kotzen..

     

    Leo2 A7V … keine Zusatzpanzerung auf dem Turmdach, kein Hardkillsystem, keine verbesserung an der Nebelwurfanlage, keine neuen Aufklärungssensoren

  12. Ich weiß nicht was manche Leute glauben wozu Leichtpanzer gut sind. 

    Leichtpanzer sind zur unterstützung von Einheiten gedacht und sollen im besten falle nicht mit gegnerische Panzer ins direkte Feuergefecht kommen sondern höhsten aus deckung agieren. Die meisten (auch moderne) Panzer besitzen Seitlich und im Heck keine mit der Front und Turmpanzerung vergleichbare Panzerung und sind deshalb selbst mit älterne Geschützen an solchen Stellen gut zu durchschlagen.

    Radpanzer wie der Stryker waren nie als Panzer zum direkten Feuergefecht gegen gegnerische Einheit konziepiert sondern nur als Infanterieunterstützung (Was man auch daran sehen konnte das der Stryker nur 18 Schuss mitführte) 

    Diese Russischen "Superpanzer" wie der T-72 und der T-90 (Er hieß ursprünglich T-72BU, wurde aber aus Marketingtechnischen gründen umbenannt da der T-72 in seinen Kampfeinsätzen nicht unbediengt so herrausragent war) sind eigentlich nicht vergleichbar mit Leo. 2 und Co. da sie auf einer ganz anderen Philosophie basieren welchen noch auch den T-34 us dem 2. Weltkrieg zurückzuführen ist und darauf aus ist den Gegner mit großer Mobilität, viel Feuerkraft und möglichst kleinen Fahrzeugen zu überrollen was in Modellen wie dem T-72 endete bei dem die Munition ohne abschirmung zur Besatzung oder irgendwelchen Kettenreaktion die bei Explodieren der Munition ausgelöst werden in der Wanne gelagert wurd. Im Irak krieg sah man dann die Folgen und die berühmten abgesprenten Panzertürme da die Munition oft beim ersten Durchschlag explodierte oder sie bei nicht seltener vorkommenden Bränden explodierte (Fahrzeuge wie der "legendäre" M60 hatten in den Anfangmodellen auch schwierigkeiten mit der Hydraulikflüssigkeit da diese leicht entflammbar war und deswegen die Soldaten in den Fahrzeugen oft verbrannten)

    In Westlichen Panzer wird auch vielmehr auf den Komfore der Besatzungen geachtet, wärend in Russischen Modellen Dinge wie Lüftungsanlagen erst mit den Exportvarianten des T-72 und T-90 erschienen, aber trotzdem nicht für die Besatzung der eigenen Armee bereit gestellt wurde.

    Auch bei ein T-90 könnte bei einem Direkttreffer mit Durchschlag an der Wannefront,-Seite-oder Heck zu einer Explosion der Munition führen da diese noch der eines T-72 entspricht (Auch wenn sie Massiv verbessert wurde in sachen Panzerung)

    Die neue Armata-Platform soll eine Multifunktions-Plattform werden und wiederspricht somit dem Prinzip eine Leichtpanzers da die Armata mit der T-14 ausführung ein KPz ist.

    Der Trennt nach dem Prinzip Feuerkraft dann Mobilität und zuletzt Panzerung wird auch weiterhin Fortgesetzt, und man wird auch weiterhin versuchen mind. ausreichend Gepanzerte Fahrzeuge zu entwickeln welche auch größkaliriegen Waffen standhalten können. 

    Der Leichtpanzer wird den KPz niemals in seiner Rolle ersetzen sondern nur unterstützen.

     

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