IWF: Griechenland braucht einen Schuldenschnitt

Wie man es auch dreht und wendet: Der Schaden ist da. Die einzige Möglichkeit für Griechenland zur Sanierung ist ein Schuldenschnitt.

Von Marco Maier

Wenngleich sich die Brüsseler Eurokraten wie auch die Berliner Politik in der Verbreitung von Fake News übten, obwohl sie es eigentlich besser wussten, haben aufmerksame Beobachter dies schon seit Ausbruch der Schuldenkrise betont. Denn eigentlich war es schon von Anfang an klar, dass Griechenland ohne einen umfangreichen Schuldenschnitt keinen Boden unter den Füßen findet.

Nun kommt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) her und bläst ins gleiche Horn. Er stuft die Schuldenlast Griechenlands als derzeit "unhaltbar" und langfristig "explosiv" ein. "Selbst bei einer vollständigen Umsetzung der im Rettungsprogramm gebilligten Reformen werden die Staatsverschuldung und der Finanzbedarf langfristig explosiv werden", heißt es beim IWF wörtlich. Die Eurozone müsste "glaubwürdigere" Maßnahmen ergreifen, um den Schuldenberg zu verringern.

Einen entsprechenden Vorschlag, wie man dies umsetzen könnte, machten die IWF-Ökonomen ebenfalls: Demnach solle man Griechenland erlauben, die Schuldentilgung bis zum Jahr 2040 komplett auszusetzen und die Laufzeiten der gewährten Kredite bis zum Jahr 2070 auszudehnen. Für Athen hätte dies den Vorteil, in den nächsten 23 Jahren jene Steuergelder die für den Schuldendienst vorgesehen wären für die Restrukturierung der Wirtschaft und des Staates zu verwenden. Durch die allgemeine Inflation im Euroraum wären die Schulden dann deutlich weniger wert. Bei angenommen durchschnittlich zwei Prozent Inflation hätte Griechenland dann in heutiger Kaufkraft gerechnet statt 325 "nur" noch 200 Milliarden Euro an Schulden.

Zudem könnte die sich die griechische Wirtschaft wieder erholen, weil der Steuerdruck dann nicht mehr so hoch sein müsste. Allerdings bräuchte das Land trotzdem noch wirkliche (also nicht die bisherige Linie von Steuern rauf und Ausgaben runter) Reformen in Sachen Steuersystem und Staatsaufbau, damit Athen künftig nicht mehr in solch eine Lage kommt.

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9 Kommentare

  1. – selbst bei einer vollständigen Umsetzung der im (Rettungs-) Programm gebilligten Reformen werden die griech. Staatsverschuldung und der Finanzbedarf langfristig explosiv bleiben –

    So dürfte sich das um eine zu späte Erkenntnis des IWF handeln, für einen Bankenbereich, der sich mit Hilfe der gleichgeschalteten Medien als ein  'too big to fail' hochstilisieren ließ und nun erkennen muß, daß sich das alles als ein 'too big to save' und letztendlich, mit den Beihilfen zur Insolvenzverschleppung, nun dieses gesamte Betrugssystem der EZB vor dem  Zusammenbruch der CDS Spekulationsbereich als ein 'not too big to jail' herausgestellt hat.

    So wurde mit Hilfe des ELA der EZB nur ein bißchen mehr Zeit gekauft, denn für diese CDS gibt es, schon allein aufgrund der Größenordnung der Finanzverluste keine Rettungs-schirme die das noch einmal auffangen könnten.

  2. Der Autor verschweigt, dass Griechenland von Deutschland via ESM Miliardenbeträge angenommen hat um seine Banken zu retten. Deutschland wiederum hat dafür Kredite an der Wallstreet aufgenommen, für die es ebenfalls Zinsen zahlen muß.

    Wenn also Griechenland einen Schuldenschnitt macht und keine Zinsen an Deutschland zahlt, so muß Deutschland dennoch weiter Zinsen an die Wallstreet zahlen und muß praktisch Griechenlands Schuldendienst übernehmen. Das wäre von Griechenland eine Ruchlosigkeit sondergleichen.

    Griechenland ist durch die neoliberale Politik der EU und ihrer eigenen verantwortungsloser Politiker an die Wand gewirtschaftet und wird auch durch Schuldenschnitt nicht auf die Beine kommen, da sie mit den Billiglohnländern Bulgarien und Rumänien nicht konkurrieren kann.

    Die einzige effektive Lösung für Europa insgesamt wäre eine Beendigung der Offenmarktpolitik, ein protektionierter EU-Binnenmarkt, ein Schuldenschnitt mit den Wallstreet-Krediten und ein Wiederaufbau der heimischen Produktion. Doch das bringen die herrschenden EU-Politiker nicht. Dafür braucht es eine LePen oder einen Geert Wilders.

    1. So wird sich das Schulden mit Schuldenbekämpfungskarussell immer schneller drehen, bis Deutschland auf Ramschniveau herabgestuft wird und niemand bereit sein wird irgendwelche Rettungsschirme für diese Pleite BRD aufzuspannen. Vielleicht wird dann dem Export-weltmeister bewußt, daß er u.a. mit dem Target II auf das falsche Pferd gesetzt hat, da schon jetzt kein Land mehr daran denkt diese Target II Salden, die den größten Minus-posten in der Exportbilanz der BRD ausmacht, auszugleichen. So dürfte zwangsläufig nur noch eins alternativlos sein, nämlich das baldige Memorandum für die Zahlungsbilanzen der BRD, auf Kosten der deutschen Steuerzahler.

  3. Das ist aber nett: jetzt, nachedem die griechischen Schulden kaum noch privat sind, d.h. nachdem der europäische Steuerzahler dafür haftet, statt die Banken, darf es einen Schnitt geben. Mit Verlaub, das stinkt zum Himmel nach Bestechung und übelster Korruption. Und da wundern sich die europäischen Institutionen, dass sie keinen Rückhalt in der Bevölkerung haben.

    Ihr vertretet nicht die Interessen der Steuerzaheler, sondern die der Banken und Hedgefonds! Es wird Zeit, dass die Europäer solches Polit-Personal in die Wüste schicken.

    Das Problem des Wählers: es bleiben in Deutschland nur die Linke und die AfD – wobei die Linke wahrscheinlich das kleinere Übel wäre – aber die hat keine Chance.

  4. Die "Griechenland – Rettungsanker" wird von Berlin sichergestellt

    Vor einem Woche.. (bevor nun ofiziell von der IWF ausposaunt wurde) teilte er-der-wahrhaftige "SCHÄUBLE" mit die Griechen von der IWF loszulösen..

    Schäuble hat ein neues "Millarden-Kreditpaket" zugeschnürrt das einzig-alleine von Deutschland getragen wird .. dieser wird dem nächst auch verkündet werden.

    Den der Ausverkauf des Griechenlands kommt nicht richig in Schwung daher soll nun am "Stück der Ausverkauf" erfolgen anstatt nur Partionsweise..

    "Finanz-Genie hat die zustimmung von den Rothschild's u. Co. erhalten" nun muss es umgesetzt werden.. sobald dies der Fall ist – werden die Rothshild's an den "Eingerstaat Deutschland" wenden und die Zinsen-Einkassieren..

    Die Griechen müssen kein Cent rückerstatten.. den der "Gross-Kuchen" kann nicht unter 100ten Gläubigern aufgeteilt werden – Da sind sich die Rothshilds einig,, daher wird ein dieses durch ein "Haupt-Eigner" ersetzt und die anderen Gläubiger werden "chronologisch" auf den hintersten Gläubiger-Liste hingestellt..

    Was bedeutet.. die anderen Gläubiger werden niemals ausbezahlt.. den es gibt ein "Gross-Eigner" und das ist eben "Rothschild's" die Ihren Deutschland-Karte einbringen werden.

  5. Einen entsprechenden Vorschlag für 23jh. wird nicht funktionaglen..

    Kein Gläubiger wird zum zweitenmal ein solches hinnehmen – kann sich gleich "Abschreiben"

    Ein Wirtschaftliches-Aufschwung – kann nicht zu stande kommen,, da das Land bereits von klein u.gross Gläubigern in die "Ketten gelegt wurde" um ein Wettbewerbsfähigkeit ein zu bringen müsste in Griechenland nun die 4./5. Industrie-Revulution eingeführt werden..

    Die Griechische Industrie war schon im 2001 auf dem Stand von 1970 (schon damals hinkten Sie 30jh im Rückstand) mit der eigens zurechtgelegten Überschuldungswahn (Gefälschte-Daten) und dem einzug von Balkan-Konkurenz kann niemals erholen..

    Das Land ist somit erneut auf dem Niveau von 1914 und 1946 angelangt..

    Die Schuldlast von 1914/1946/1976 ist noch immer nicht abgetilgt.. die Gäubiger sind immer die Gleichen,, Engländer-Amis-Russen..!!

    Seit dem vorkommnissen ab 2001 – kann keiner die Apokaliptische-Gaunermasche durchschauen und Verwertbare-Zahlen bringen und reinen "Tisch machen"

    1. Lösungsvariante:
    – Staatspleite somit ein neues Griechenland (Günstigst u. Genial)
    – Einführung von Drahme,, raus aus der EURO-Zone (Bitteres Nachspiel mit Altlasten)
    – TroikaGeschäfte mit Deutschland das zum Haupt-Eigner wird..
    – Troika Geschäfte mit IWF u. EZB das zur tausendfachen klein-eignern führt.

    2. Lösungsvariante:

    Da sind sich die "Rothshild's" und EU-Zentrale einig "unruhigen Russen" wenn sich der Russische-Bär nicht besämpftigen lässt könnten die Griechen von den Russen an die Schlachtbank geführt werden..daher wird das Verschuldungsprogramm vorangetrieben,,

    Den Tsipras "Plan-B" sieht wie folgt aus,, mit Russland entsprechende "Arrangements" ausgehandeln um es an Russland zu für die nächsten 49jahren zu verpachten,,
    den so kann die Schuldenpflicht gegen über "EZB-Deutschland-IWF" kompremisslos ohne ein Cent rückzuestatten sich entledigen…

    **MALLORCA** jedes jahr mehr als 13mio. Turi's auf der Insel..
    Die Russen könnten sich hier ein neues Militärisches-Turistisches "Balkan-Enklave" herrichten im Warmen gewässern..??

  6. Ach, sag an! Plötzlich ist die Schuldenlast untragbar. Warum war sie das denn nicht schon vor 5 Jahren? Was hat sich geändert?

    Des Rätsels Lösung: Für die griechischen Schulden wird gebürgt, und zwar vollumfänglich von den Europäern, vorneweg natürlich wie immer Blödland. Wenn also Griechenland für 23 Jahre keinen Schulddienst übernimmt, blecht dafür der Europäer, vorneweg natürlich wie immer der Michel. War alles vorhersehbar, und genauso ist es gekommen. Die EU ist eine vermögensraubende und vermögensvernichtende Kleptokratie, bei der sogar die Sowjetunion vor Neid erblassen würde.

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