Hans-Olaf Henkel im Münchner Augustinerkeller, September 2013 - Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Donald Trump hat in einem Interview Bundeskanzlerin Merkels Flüchtlingspolitik kritisiert, das Ende der EU vorausgesagt und deutschen Autokonzerne mit Strafzöllen gedroht. Über Trumps Aussagen sprach Sputnik mit Hans-Olaf Henkel, EU-Parlamentarier von ALFA und Ex-Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Via SputnikNews

Kritik bekommt Trump für seine Drohung, deutsche Autokonzerne mit Strafzöllen von 35 Prozent zu belegen. „Das ist leider sehr ernst zu nehmen. Ich halte das für verantwortungslos und kontraproduktiv“, so Henkel. Zum einen beschädige diese Aussage das Interesse amerikanischer Konsumenten, die gerne BMW und Mercedes fahren und dann mehr bezahlen müssten. Zum anderen schneide sich Trump mit der Drohung ins eigene Fleisch.„Wenn er sich darüber beschwert, dass deutsche Autos einen hohen Marktanteil in Amerika haben und amerikanische bei uns einen niedrigen, dann liegt das an der Qualität der deutschen Fahrzeuge und an der mangelnden der amerikanischen“, meint Henkel.

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Wenn Trump nun einen hohen Marktanteil zum Maßstab für Strafzölle nehme, müsse er sich fragen, was dann mit den vielen amerikanischen IT-Unternehmen wie Facebook passiere. Diese hätten weltweit praktisch ein Monopol, betont der Politiker und Ex-BDI-Chef. „Er muss also vorsichtig sein. Man kann nicht meinen, man dürfe die deutsche Automobilindustrie für ihre Qualität bestrafen, ohne dass Folgen hat für Branchen, in denen die Amerikaner in Europa führend sind.“

Darum sollten die deutschen Unternehmen mit Selbstvertrauen auf Trumps Aussagen reagieren. Und nicht, wie es einige amerikanische Firmen gemacht hätten, ihm schon Versprechungen machen, ehe er überhaupt im Amt ist. Deutsche Unternehmen sollten sich weiter darauf konzentrieren, die besten Produkte der Welt zu bauen, dann werden sie auch in Zukunft einen Trump überleben, so Henkel.

Sputnik möchte wissen, ob das Freihandelsabkommen TTIP nach den Aussagen Trumps in weite Ferne gerückt sei. „Das kann man wohl sagen“, antwortet Henkel. „Ich glaube, das hat große Schwierigkeiten, obwohl er bisher nur das TPP (Transpazifische Freihandelsabkommen) in Frage gestellt hat. Darum nehme ich an, dass Trump mit neuen Forderungen ankommt.“ Da müsse man sich dann auf die europäische Verhandlungsführung verlassen.

Die USA sind seit langem Deutschlands erster Export-Kunde. Ob das unter Trump weiter so bleibt? „Ich nehme an, dass seine Berater ihm klarmachen können, was Sache ist“, antwortet Henkel. Und dann nimmt sich der EU-Abgeordnete die vermeintliche Wirtschaftsexpertise des künftigen US-Präsidenten zur Brust: „Man meint immer, Trump sei ein erfolgreicher Wirtschaftsmensch. Dieser Mann hat sein Geld mit Immobilien gemacht. Und zwar nur mit Immobilien und die kann man nicht exportieren und importieren. Das heißt, er hat keine Ahnung von internationaler Konkurrenz. Er weiß nicht, wie wichtig es ist, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Wirtschaftskompetenz von Trump darf man nicht überbewerten. Sie ist mehr oder weniger auf Immobilien beschränkt.“

Trumps Äußerungen über die Bundeskanzlerin und teilweise auch über die EU findet er dagegen für begründet. „Die Kritik gegen Frau Merkel ist leider berechtigt“, sagt Henkel zu Beginn und verweist auf sein Buch „Deutschland gehört auf die Couch“, das er gemeinsam mit seinem Partei- und Parlamentskollegen Prof. Dr. Joachim Starbatty im vergangenen Jahr veröffentlichte. Darin kritisieren die beiden die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin genau wie Trump als verantwortungslos.

Eine andere Meinung als der künftige US-Präsident vertritt Henkel beim Thema Europäische Union. Während Trump das Ende des Bündnisses voraussagt, betont Henkel: „Ich bin für die EU und natürlich für Europa. Ich bin nur gegen den Euro!“ Allerdings befürchtet er für die Zukunft des Bündnisses wenig Gutes: „Wenn Juncker, Schulz und die Euro-Politiker Schäuble, Draghi und Merkel so weitermachen wie bisher, dann ist die Gefahr, dass die EU großen Schaden leidet, sehr groß“, mahnt der frühere Präsident des BDI an. Henkel deutet Trumps-Interview darum als Mahnung an die Euro-mantischen Politiker.

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26 KOMMENTARE

  1. Die Bücher von Hans-Olaf Henkel habe ich gerne gelesen. Interessant fand ich auch wie er auf seine eigenen Managementfehler eingegangen ist, die er als Vorstand bei IBM machte was die Ausrichtung auf die Zukunft angeht. Einen Termin mit Bill Gates? Da hat er die Möglichkeiten gar nicht erkannt. Früher war IBM neben Siemens DIE Instanz und heute dank seiner Kompetenz des Managements?
     Mir fallen viele Spieler im IT Bereich ein aber IBM hat seine pole position überhaupt nicht genutzt, mehr noch vollkommen abgeloost. Wann war dafür die Weichenstellung?

    Ich denke, daß es Hans-Olaf henkel nicht zusteht über die Wirtschaftskompetenz anderer zu urteilen.

    Sehen wir uns mal seine Projekte der jüngeren Vergangenheit an. AfD (bis er dann austrat und nachtrat), Der Euro für den er so stark warb und den er später bekämpfte.

    Bemerkenswert ist an Hans-Olaf Henkel, daß er immer erst sich enorm und auch wirklich gut argumentativ dafür einsetzt, später dann frustiert ist und es nach seiner Abkehr bekämpft.

    Ist das gutes Management?

    MIr fehlen daher nur die Worte des Dichter und Philosophen Trappatori "Was erlauben Strunz" ein. Adaptiert auf die Situation: "Was erlauben Henkel"

     

  2. „Trumps Wirtschaftskompetenz darf man nicht überbewerten“ – Ihre aber auch nicht Herr Henkel. Wer selber in dem Bereich nicht viel Ahnung hat, sollte einfach die Klappe halten.

  3. Die Wirtschaftskompetenz von Trump darf man nicht überbewerten. Sie ist mehr oder weniger auf Immobilien beschränkt.“

    ———-

    Auch Henkels 'Wirtschaftskompetenz' darf man nicht über bewerten. Er ist Teil des Systems  (das Trump auf die Hörner nehmen will) und war immer nur 'leitender Angestellter'.

    Trump hingegen hat ein Immobilien-Imperium geführt und kann auf hervorragende Management-Leistungen zurückblicken. Außerdem ist er der geborene Team-Player und daher hervorragend für das schwierige Amt des US-Präsidenten geeignet. Vor allen Dingen das schwierige Zusammenspiel zwischen Präsidenten und US-Kongress ist ja nicht einfach und bedarf eines Team-Players.

    Und welcher US-Präsident war den ein Wirtschafts-Fachmann?

    Mir fällt außer Bush sen. KEINER  ein!

    Alles dummes Gequatsche eines in die Jahre gekommenen Wichtigtuers.
     

    • Warum beleidigen sie die Leute? Setzten sie sich mit den Dingen sachlich auseinander und verzichten sie bitte auf " dummes Gequatsche oder Wichtigtuer ". Ich kenne ihre Ausbildung, bzw. Lebensleistung natürlich nicht. Die von Herrn Henkel ist aber bekannt.

      Können sie tatsächlich die Wirtschaftskompetenz von Herrn Henkel beurteilen?

      • Die Frage ist, ob Henkel wohl die Leistung des Immobilien-Milliardärs Trump wirklich beurteilen kann! Ich finde Trumps Leistung jedenfalls um Längen eindrucksvoller als die von Henkel, dessen Lebensleistung es wohl ist, sich wie ein Fähnchen im Winde zu drehen! Aber das ist wohl alles Geschmachssache!

  4. Objekt und Subjekt, beide sind volkswirtschaftliche Analphabeten.

    Daneben erscheint Trump auch als historischer Analphabet oder typischer amerikanischer Geschichten-Opportunist (re. "Nazi-Deutschland" oder "EU für Deutschland gut").

    (Inwiefern Henkel nur ein historischer Analphabet oder ein Lügner und ein Jude ist, kann ich nicht beurteilen).

    Unterm Strich kann man weder von Trump noch von Henkel wirklich Positives für das Deutsche Volk erwarten. (Henkel's Hochverrat mit und in der AfD spricht Bände. Auch fehlt ihm der Charakter das Mandant zurück zu geben).

    Trump wird kaum die Lügen über Deutschland abschaffen. Ganz Amerika würde neben den Juden und ihren scheindeutschen Lakaien aufheulen, wenn sie sich endlich ihr ungeheuerliches Unrecht gegen das Deutsche Volk eingeständen.

    Trump wird einen amerikanischen Putin geben, nicht mehr und nicht weniger.

  5. Tja, und ich sage: Die "Wirtschaftskompetenz" eines Henkels kann man gar nicht niedrig genug einordnen. Null Ahnung von makroökonomischen Zusammenhängen, stehen geblieben in der allseits vom Mainstream propagierten und in wichtigen Kernfragen fundamental falschen neoklassischen (neoliberalen) Ideologie einer schwäbischen Hausfrau! Er kann halt nicht anders – er ist halt das was er ist. Schwamm drüber!

  6. Henkel ist kein Volkswirtschaftler, sondern ein neoliberaler Schwafler

    Henkel propagiert die Notwendigkeit der "Wettbewerbsfähigkeit" der USA. Dies zeigt die Ahnungslosigkeit Henkels bzgl. Volkswirtschaftslehre.

    Denn eine Volkswirtschaft wie die USA muß nicht mit anderen Volkswirtschaften im Wettbewerb stehen, da der nordamerikanische Kontinent so reich an natürlichen Rescourcen ist, dass die USA sich als Markt und Wirtschaft selbst genug ist.

    Henkels neoliberale Betriebswirtschaftslehre nützt den Konzernen – und schadet der Volkswirtschaft.

    Hingegen in einen Wettbewerb mit Billiglohnländern wie China durch Offenmarktpolitik zu treten ist für die Volkswirtschaft absolut kontraproduktiv und führt über Lohn-Wettbewerb zu Produktionsverlagerung nach Fernost sowie zu Massenarbeitslosigkeit in den USA. Eine solche Politik haben die letzten Präsidenten mit verheerenden Folgen praktiziert. Deshalb sind Städte wie Detroit heute pleite.

    Trumps Protektionismus ist volkswirtschaftlich vernünftig

    Da die USA ein Außenhandelsdefizit hat, sorgt Marktschließung im Inland für mehr Arbeitsplätze als durch sinkende Exporte verloren gehen.

    Das Geld der Verbraucher bleibt im Land, da die Produkte nicht importiert, sondern im Inland produziert werden. So wird die Binnenproduktion befeuert und holt exportierte Arbeitsplätze zurück. Außerdem steigen die Steuereinnahmen und senken die Neuverschuldung.

     

    • Danke. Gefällt mir. Sehr guter Kommentar in meinen Augen.

      Wie hoch sind die Import-/Export-Anteile am US-Gross-Domestic-Product?

      12 bzw. 8 Prozent?

  7. Warum auch?

    Er hat aus ein paar geerbten Millionen ein paar Milliarden gemacht.

    Nichts im Vergleich zu einem Sommer, Schrempp, Ackermann, Piech…..

     

  8. Herr Henkel war vor der Euro Einführung ein starker Fürsprecher für den Euro.

    Die Ankündigung, dass in Mexiko gefertigte deutsche Autos in Amerika teurer werden könnten, hat eingeschlagen, wie eine Bombe.

    Dass in Deutschland deutsche Autos teurer verkauft werden, als im Ausland, stört niemanden.

    Wirtschaftspilitik zugunsten des eigenen Landes kommt nicht so gut an, wie Wirtschaftspolitik zugunsten von Autogroßkonzernen, die im Ausland fertigen. Die unterstützt die deutsche Politik z.B. gerne noch zusätzlich mit Steuergeld wie die Abwrackprämie.

  9. Scheiße darf hier nicht mehr Scheiße genannt und Juden dürfen hier nicht mehr als solche identifiziert werden.

    Dann wird es wohl allmählich Zeit zu gehen.

  10. Die  deutschen  sind  weltbekannt  daß sie  gute Qualität herstellen und in  allen bereichen und   so  soll es weiter  bleiben  trotz der + – 1 Million Migranten. In de nähe von der Stadt Joinville,Bundesstaat  Santa  Catarina  wo die deusche Trtadition gepflegt wird produziert die BMW   Autos für  Brasilien.

  11. Man muss Trump mal zugute halten, daß allein die Ankündigung, wenn Ford,… nicht ihre Produktion wieder in die USA verlegen ihnen sehr teuer zustehen kommen werde hatte Milliardeninvestitionen (Bauunternehmen, Maschinenhersteller) und zukünftig mehrere Tausend Jobs in der Produktion zu Folge.

    Wenn man diesen einen "Tweet" mal in Zeit darstellt, dann mit keiner anderen Sache und weniger monetärem und zeitlichem Aufwand jemals mehr erreichen können.

    Wer da also an seiner Wirtschaftlichkeit zweifelt zumal er noch nicht einen Cent Präsidentschaftsgehalt bekommen hat, ist von Sinnen oder hat sich Botox in den Kopf spritzen lassen, um für jüngere Wähler attraktiv erscheinen zu wollen.

    Bei Trump kann man sich sogar vorstellen ähnlich wie bei Putin, daß er das was er sagt auch selbst so meint. Anders als Obama, der drei männliche Redenschreiber und eine weibliche Redenschreiberin hat. UNd wenn unsere Mutti ihre Berliner Weihnachtsmarktrede, ihre TrumpzurWahlgratulationsrede vorleist, dann merkt man das das definitiv nicht ihre Worte sind, denn sie spricht so:

    https://www.youtube.com/watch?v=0f1wSNhfceo

     

  12. Als Adam grub und Eva spann, heia heijo,

    wo war denn da der Henkelmann, heia heijo,

    (Kein Nazilied, das Lied ist älter als die Nazis!)

     

  13. Es ist immer lustig, wenn ein Inkompetenter über die Kompetenz ander Leute urteilt. Ich würde dem Herrn einfach mal nahelegen, künftig den Mund nicht so voll zu nehmen. Dann vertut er sich auch nicht mehr so häufig wie bisher mit seinen Prognosen.

  14. Herr Henkel, bitte nicht böse sein, aber Sie sind ein Vollidiot! Trumps Wirtschaft Kompetenz ist bei weiten gegen den Deutschen überlegen! Herr Trump wird Euch schon sagen wo es langgeht! Sie sollten solche verblödeten Kommentare am besten gar nicht verfassen! Ihr solltet ihn Trump lieber die Stiefel lecken bevor er die deutsche Autowirtschaft vernichtet!

  15. Das Geschwätz dieses Senilen, der auf einem AfD-Ticket im EU-Parlament sitzt, sollte man noch weniger überbewerten!

  16. Trump wird ab Montag loslegen und seinem Land wieder Hoffnung geben.Und er wird es schaffen. Was tut Brüssel? Untergang? Wie das Kaninchen vor der Schlange stehen sie Alle. Wer nicht mit Trump mit zieht wird untergehen, das sollte schon mal klar sein. Wenn ich an die Maische Sendung von gestern Abend denke, wie viel geballte Unkompetenz dort diskutierte, wirds einem übel.

  17. Ich habe letzte Zeit viel gelesen aus Trumps Vita. Ich stellte fest er agiert wie ein Narzist, mit geballter Energie und das noch mit 70. Solche Menschen können Berge versetzen können aber auch verbrannte Erde zurück lassen. Bei Trump wird es ersteres sein, er wird Berge versetzen. Er ist jetzt in einem Alter wo er alles erreicht hat durch Höhen und Tiefen gegangen ist, jetzt will er seinem Land auf seinem letzten Weg noch einen großen gefallen tun, aus Amerika ein Musterland machen. Er hat viele gute Leute um sich die ihn vor Übertreibungen oder Fallen warnen werden . Er wird auf die hören. Ich kenne in meinem Umfeld einige Narzisten mit viel viel weniger Aktionsradius und was die manchmal zustande bringen, schafft kein Normalsterblicher.

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