Alles wird immer veganer und bio und selbstgekocht? Falsch, 82 Prozent der Deutschen nennen Fleisch als Lieblingsessen. Es kochen immer weniger, es kaufen immer weniger im Bio-Laden ein und es essen immer mehr Fertigprodukte wie z.B. Tiefkühlpizzas. Auch hier klaffen post-faktische Medienwirklichkeit und tatsächliche Realität weit auseinander.

Von Dr. Christian Weilmeier

Der Ernährungsreport 2017, eine Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, bringt einige für die öffentliche Selbstwahrnehmung unangenehme Fakten auf den Tisch. Verfolgt man die Medien und die Verlautbarungen von Lobby-Organisationen, dann könnte man glauben, es wären ganz neue Zeiten angebrochen. Alle strebten nach Veganismus oder wollten zumindest bio essen. Bio-Läden und Märkte seien top Kauf-Locations. Man koche vermehrt selbst, das zeigten doch schon die Kochsendungen oder Leute, die von Medien interviewt werden. Hier ist viel Lobbyismus bestimmter Gruppen im Spiel, aber auch die politisch-korrekte Schere im deutschen Gehirn. In Wahrheit nämlich ist alles ganz anders.

Für 82 Prozent stehen Fleisch (53 Prozent), Fisch (16 Prozent) und Geflügel (13 Prozent) als Lieblingsgericht ganz oben im Speiseplan. Nur noch 39 Prozent kochen täglich. Nur 6 Prozent kaufen im Bio-Laden und 8 Prozent auf einem Markt, beides mit deutlich sinkender Tendenz. 62 Prozent aber kaufen im Supermarkt und 43 Prozent beim Discounter, beides mit stark steigender Tendenz. Der Kauf beim Bauern oder im Hofladen ist binnen eines Jahres regelrecht abgestürzt von 10 auf 5 Prozent. 41 Prozent essen gerne Tiefkühlpizzas und andere Fertigprodukte. 2016 waren es erst 32 Prozent. 55 Prozent wünschen sich eine schnelle und einfache Zubereitung des Essens, 2016 waren es erst 45 Prozent. Immerhin auf die regionale Herkunft legen die Verbraucher tatsächlich größeren Wert, diese kommt gleich nach dem Geschmack.

Und das Tierwohl ist ihnen wichtig, schöne Gütesiegel sollen her. Wie viel echtes Engagement dahintersteckt bleibt unklar und ob man dafür wirklich mehr Geld ausgibt. Teures Tierwohl-Fleisch könnte man schon jetzt im Bio-Laden kaufen, da aber gehen immer weniger hin. Zum Veganismus haben die Deutschen auch eine Meinung: Sie praktizieren ihn nicht, aber er ist kein Modetrend. Ein theoretisches Bekenntnis zu einem vielfach promoteten Trend. Eine oft beobachtete Erscheinung bei Umfragen.

Diese Studie zeigt wieder einmal, wie wenig das Bild, das Medien von Deutschland täglich zeichnen, der Wirklichkeit entspricht. Die Medien spiegeln anscheinend nicht die Wirklichkeit, sondern den Einfluss von Parteien und Lobbys.

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12 thoughts on “Ernährungsreport 2017 entlarvt verzerrte Medien-Wirklichkeit”

  1. wer hat schon noch zeit zum kochen, wenn er 2 jobs braucht, um über die runden zu kommen? klar, dass die meisten dann zu fertigprodukten greifen. natürlich wird das irgendwann an die gesundheit gehen.

  2. In diesem Zusammenhang sollte man auch den Einfluß des Einkommens auf die Kaufgewohnheiten mit einbeziehen.

    Denn die Altparteien haben Deutschland zum größten Niedriglohnsektor Europas gemacht. Dies hat den Effekt, dass sich ein mehrere Milionen zählendes Heer von Minijobern, Hartz4-Empfängern, Armutsrentnern und Zeitarbeitern Bio-Gemüse nicht leisten kann.

    Ich vermute: Bei einem Mindestlohn von 10,50 € würde sich auch das Kauf- und Eßverhalten der Bürger ändern.

    Denn wer will schon auf Bio-Obst und -Gemüse verzichten, wenn er es sich leisten kann?

  3. Deutschland ist nicht das Eldorado. Es ist noch nicht so lange her, vielleicht 5,6 Jahre, da hat es in vielen Städten von Ostdeutschland monatelang keine Milch zu kaufen gegeben. Soviel nur am Rande bemerkt

  4. Wer auf der Seite der Tierschutzorganisation Peta besucht, der wird sehen wie grausam z.B. Schweine gehalten werden.

    Du finazierst diese Grausamkeit, und frisst dich auch noch Krank dabei.

    Ich ernähre mich Vegetarisch, beziehe Harz IV, lebe unter dem Armutsminimum, aber trotzdem ist mir wichtig das unsere Mitgeschöpfe nicht leiden sollen.

    Man muss nicht gleich Vegetarisch werden, aber 1 mal die Woche ein Vegetarisches Produkt kaufen, damit hilfst du viel.

    Außerden kann ich den Bericht von Dr. Christian Weilmeier  nicht beiflichten, in den läden sind Vegetarische Produkte von nahmhaften Lebensmittelherstellern wie Rüdenwalder oder Herta. Die Vegetarische Pallette an Fleischalternativen ist groß.

    Ich bin Vegetarier, und mein Leben geht weiter.

    Einfach mal was neues ausprobieren, nur Mut… 🙂

    1. Ich denke, das die Ernährung nicht so optimal  ist, weil die meisten Menschen heute einfach nicht mehr kochen können.

      Und was nützen all die tollen Kochsendungen, wenn man von diesen nichts lernen kann.  Viele können nicht mal mehr Kartoffeln schälen…. Fenchel und Lauch sind so gut wie unbekannt…

       

    2. Gluten in Mehlprodukten macht krank. Gluten ist in fast jedem Mehl.

      Casein in Milchprodukten macht krank.

      Wer einmal krank ist – und das sind die meisten – kann auch keine oder nur sehr schwer Hülsenfrüchte essen.

      Nüsse sind hochallergn, fallen auchweg.

      Übrig bleiben vielleicht noch Brennesseln aus biologisch-Kontrolliertem Anbau – halt, stopp, wer mit Histamin Probleme hat, sollte das mit den Brenesseln sein lassen.

      Klar ist, das alles mit Zucker inkl. Fruchtzucker auch weg fällt – das macht leider krank.

      Ihre so hoch gelobten veganen Produkte bestehen leider nur aus solchem Dreck. Soja hab ich vergessen, wird ja gerne als Fleischersatz genommen und ist ebenfalls gentechnisch veränderter Dreck.

      So ich bin aber noch nicht fertig. Das ist ja erst der Anfang.

      Damit man den Gehirngewaschenen den Dreck auch verkaufen kann, muss man dafür sorgen dass der Dreck gut aussieht und schmeckt. Das erreicht man, indem man jede Menge Farbstoffe, Geschmacksstoffe, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, künstliche Bindemittel und so weitr, also Chemie, zusetzt.

      Na dann guten Appetit! Wenn Sie mit solch einer Ernährung länger leben sollten, wird Ihr Leben nicht schön sein, denn solch eine Ernährung führt fast unausweichlich zu chronischer Krankheit in irgendweiner Form – je nachdem, wo Ihre körperliche Schwachstelle ist.

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