Arbeiter auf einer Baustelle.

Den Menschen in Deutschland selbst bleibt vom Wirtschaftswachstum nicht viel übrig. Das Geld fließt woanders hin. Die Mittelschicht erodiert und die Armen werden immer ärmer.

Von Marco Maier

Eine DIW-Studie zeigt, wie sehr die Geschichte von der "sozialen Marktwirtschaft" ins Reich der Märchen (oder heute würde man dazu "Fake News" sagen) gehört. Denn während das Bruttoinlandsprodukt in den letzten 23 Jahren von 1991 und 2013 real (also abzüglich der Inflation) um 22 Prozent gewachsen ist, stiegen die realen Einkommen der Privathaushalte um lediglich 12 Prozent an.

Klar kann man sagen: "Oh, 12 Prozent real mehr in der Tasche zu haben ist doch auch was!" – doch wenn jene, die eigentlich dieses Plus von 22 Prozent erwirtschaften dann gerade einmal noch rund die Hälfte ihrer realen Wertschöpfungszuwächse abbekommen, dann läuft doch etwas falsch, oder? Wenn man dann noch sieht, dass beim obersten Dezil, also den zehn Prozent der Haushalte mit den höchsten Einkommen, das reale Einkommensplus bei überdurchschnittlichen 27 Prozent liegt, merkt man durchaus, dass da ein Fehler im System ist. Denn gleichzeitig haben die untersten zehn Prozent der Haushalte real sogar Einkommensverluste hinnehmen müssen.

Das heißt: Die deutsche Politik hat dafür gesorgt, dass einerseits ein großer Teil des Wirtschaftswachstums in die Kapitalgesellschaften (bzw. über deren Anteilseigner ins Ausland) floss, was zu einem unterdurchschnittlichen Plus bei den Realeinkommen führte und andererseits dazu, dass sich die Armut weiter manifestiert und die Mittelschicht immer heftiger mit dem Abstieg kämpfen muss. Wohlstand durch Arbeit? Das ist für immer mehr Menschen in Deutschland einfach nicht mehr drin.

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Angesichts solcher Tatsachen wirkt die Berliner Regierungspropaganda von wachsendem Wohlstand, Prosperität und der guten Wirtschaftslage geradezu zynisch. In den politischen Elfenbeintürmen und beim Establishment mag das zwar der Fall sein, doch für immer mehr Menschen nicht. Da zeigt es sich auch, dass wer für CDU/CSU, SPD, Grüne oder FDP stimmt, genau so eine Politik unterstützt. Denn diese Parteien haben in den letzten Jahrzehnten genau zu dieser Entwicklung beigetragen – und deren Wähler dafür, dass vor allem die oberen zehn Prozent profitieren.

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4 KOMMENTARE

  1. Richtig, die Mittelschicht schrumpft seit Jahren und die Armen werden immer ärmer.

    Ein Dank, an Merkels jahrelanger Politik die Reiche immer reicher macht.

  2. Berechnet man die steigenden Ausgaben, tritt bei den Geringverdienern sogar ein Manko ein.

    Auf der einen Seite "gibt man was" auf der anderen nimmt man es wieder ab. Und das Ersparte fängt nicht einmal die Inflation auf. Sodass das auch immer weniger wird. Wer sich um die "ganze Welt" kümmert, kann sich nicht um Deutschland kümmern. Hier geht es nur, den schon Reichen noch besser.

  3. Bin mal gespannt ob sich das ganze auch bei den Wahlen niederschlägt..und die Konsequenzen der deutschen Politik..auch in den Köpfen der Bürger angekommen sind.

    Müssten kriminelle Vereinigungen(Parteien)..nicht verboten werden..?!

  4. jetzt versuch doch dem deutschen michel zu erklären, dass dies so ist, dann kassiert man blöde blicke und sprüche wie: "was soll man denn tun?". und dass alle die, welche fuer solche parteien stimmen, im endeffekt fuer stagnation stimmen, wird offenbar von den betroffenen selbst ignoriert, ausgeblendet oder rudelverhalten an den tag gelegt… einer macht quatsch und verpackt es toll und alle rufen  jawoll, obwohl es das selbe wirtschaftsgeschwafel ist, welches die letzten jahrhunderte schon fuer eine sich immer weiter öffnenden schere gesorgt hat. und wenn man solche leute darauf aufmerksam macht, ist man der böse miesepeter, obwohl alle genau deswegen rumheulen. nichts desto trotz wird merkel kanzlerin bleiben, veränderung tut ja schliesslich so weh… kotzen mich an die meisten menschen… weil sie wirklich idiotie und hirnloses, rudelgesteuertes verhalten an den tag legen, offenbar völlig unfähig eigene denkvorgänge anzustreben. an alle die, also den grossteil der deutschen: f1ckt euch, ihr ruiniert die mittel und unterschicht. wäre alles i.o., gäbe es nur eine mittelschicht und nichts was so extrem nach oben/unten abweicht. die milliardennschweren der welt, wissen durch ihr finanziellen engagement in politik, dies auch zu behindern. viel wichtiger als ein mindestlohn ist imho ein höchstlohn, der mindestlohn in deutlich höherem maße als er jetzt vorliegt, wäre eine logische folge, weil wohin denn sonst mit dem überschuss. kein mensch verrichtet arbeit, wessen angemessene entlohnung 1000 mal höher ist, als die einer person aus der mittelschicht. mir läuft es kalt den rücken runter… es gibt menschen die ein jahr papier durchwühlen, etwas quatschen und dafuer millionen bis milliardenbeträge in der tasche haben… die schere weiter zu schliessen wäre ja irrsin, nicht wahr deutscher michel?! wenn wir das ändern könnten, hätten wir mangels vorhandener eifersucht auch die möglichkeit globale ungleichheit anzupassen, den selbst der deutsche durchschnitt hat noch 2,5 mal soviel in der tasche, wie es bei einer wirklich gleichverteilten welt möglich wäre. nebenbei der grund, weshalb uns die armen der welt die tür einrennen. in anbetracht dieser umstände…, wenn wir uns statistisch schon ende des jahrhunderts an die 10mrd grenze gevög3lt haben, wird die zukunft der menschheit durch kriege und elend bestimmt, während die superreichen in ihren abgeriegelten villages ausharren… ermöglicht durch die arbeit der anderen. frohes unbekümmrtes leben wüsche ich euch allen.

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