Der Irak wird für die USA zum heißen Pflaster

Immer öfter stoßen die Amerikaner im Irak auf massive Widerstände. Knapp 13 Jahre nach dem Sturz Saddam Husseins verlieren sie das Land langsam wieder.

Von Marco Maier

Im Dezember 2003 nahmen die Amerikaner Saddam Hussein fest. Dreizehn Jahre nach dem Regime-Change, Millionen von toten und verwundeten Irakern, Unsummen der Rüstungs- und Besatzungsausgaben und dem Wüten einer Islamistenmiliz später, gilt der Irak langsam aber sicher als "nicht mehr Teil" der Riege der US-Verbündeten.

Die schiitische Führung und die schiitischen Militärs erkennen langsam, dass sie nur ein kleiner Spielball für das US-Establishment und die Iraker nur wertloses Menschenmaterial. Das ging inzwischen so weit, dass eine schiitische Miliz, die mit der al-Hashd al-Shaabi (Volks-Mobilisiationseinheiten, PMU) verbunden sind, US-Soldaten den Zutritt zu einem Gebiet in der irakischen Provinz Salahuddin verweigerte.

Die US-Truppen, welche irakisches Anti-Terror-Personal für ein Sniper- und Artillerie-Training begleiteten, durften nicht weiter. Dies sei, so berichtet "NSNBC", bereits der zweite Fall in nur zwei Tagen. Laut dem Sprecher der PMU, Ahmed al-Assadi, versperrten die Kämpfer der Hezbollah al-Nojabaa den Weg in die Makhoul-Berge, weil sie über deren Ankunft "nicht informiert" gewesen seien.

Offiziell unterstützen die US-Truppen die irakische Armee beim Kampf gegen die sunnitischen IS-Terroristen. Allerdings weiß man in den schiitischen Reihen auch, dass der "deep state" der Amerikaner, sowie die CIA, als auch die anderen NATO-Staaten den "Islamischen Staat" unterstützten und lange Zeit unbehelligt gewähren ließen. Zudem nimmt man es den Amerikanern übel, die Kurden im Nordirak zu unterstützen, welche sich als eigener Staat loslösen möchten. Zudem unterstützt die im kurdischen Autonomiegebiet regierende KDP-I die kurdischen Milizen im Kurdengebiet des Irans, die sich immer wieder Kämpfe mit den iranischen Revolutionsgarden liefern – welche wiederum Verbündete der irakischen Regierung sind.

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Die Volks-Mobilisierungseinheiten (PMU) wurden im Jahr 2014 durch einen Erlass des obersten schiitischen Klerus des Iraks geschaffen, um den verhassten "Islamischen Staat" zu bekämpfen. Sie gelten als Freiwilligenverbände der schiitischen Mehrheitsbevölkerung, welche die irakische Armee bei der Vernichtung der IS-Terrorbanden helfen. Da die Amerikaner angesichts ihrer Missetaten zunehmend als Feind angesehen werden, dürfte es wohl bald schon mit den freundlichen Beziehungen zwischen Bagdad und Washington vorbei sein. Vor allem dann, wenn sich Präsident Trump von seinen republikanischen Israel-Fans zu einer wieder härteren Linie gegen die Iran hinreißen lässt.

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12 Kommentare

    1. Auch meine Zustimmung!

      Ich würde es aber auf die Erdbevölkerung aller Länder erweitern.

      Hätten die Menschen in Staaten wie den USA, Deutschland, Irak, Iran, Israel, Palästina,…. eine Möglichkeit durch  Direktdemokratie mit zu entscheide, gäbe es nie Krieg!

      Es spielt keine Rolle welche Religion oder Hautfarbe wir haben. Wir sollten uns als Erdenmenschen nicht weiter gegeneinander ausspielen lassen, bzw. uns nicht für die Interessen einiger weniger gegenseitig töten.

      Ich denke, dass wir dank Internet und alternativen Medien auf einem guten Weg sind, eine bessere und friedliche Welt für alle zu erschaffen.

        1. "Menschen"

          Echte Menschen hätten ALLE weibliche Prinzip und männliche Prinzip im Ausgleich.

          Nur: Über Jahrtausende ist alleine das männliche Prinzip durchgesetzt. Mutter Erde ist vernichtet. Scheiße, nur noch die linke Gehirnhälfte beherrscht jetzt diese Welt

  1. Wer würde denn nicht eingefallene Invasoren bekämpfen so hart wie es nur geht ? Die totbringenden Eindringlinge und falschen Demokratiespender, die das Land mit deren Infrastruktur zerstört und mit Uranmunition verseucht haben, sind keinesfalls willkommen. Die vielen Iraker, die getötet wurden über die Lüge von Massenvernichtungswaffen als Angriffsgrund, die krank gemachte Bevölkerung, man kann es ihnen nicht verdenken. Egal wo sich die NATO und deren unterstütze Terrorbanden breit machen, kann  es keinen Frieden geben.

  2. Mein Gott die Usa haben doch für den Irak alles getan was sie konnten. Ein paar hunderttausend Zivilisten umgebracht das Land mit Uranmunition verseucht und die IS geschaffen. Und das  ist jetzt der Dank dafür weil sie für die Demokratie gekämpft haben.

  3. Neues von der moralischen Wahrheitspresse:

    BItte mal den Artikel des Links unten lesen und anschließend die Kommentare. Da wohl die Mehrheit der Kommentare gelöscht wurden mit der Begründung " Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und belegen Sie Aussagen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mk "

    Fällt ein Kommentar des Artikels besonders auf von einem Kommentator, der isch "Sendepause" nennt:

    "Ich würde liebend gerne wissen, ob die vor 4 Jahren weggestrichenen Leserbeiträge nicht genau die Apokalypse beschreiben – freilich noch spekulativ – die wir heute als gegeben zur Kenntnis nehmen müssen. Schöne Grüße auch aus dem Sommer 2016."

    http://www.zeit.de/2012/31/Syrien-Bundesregierung?page=2#comments

     

    Wie kommt es eigentlich, daß die Zeitleser so beleidigende UNtersteller sind, daß hier eine Zensur angesetzt werden muss, die eigntlich laut Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verboten ist?

    Was für Menschen lesen die Zeit deren Worte nicht gesellschaftsfähig und derart verletztend sind, daß sie nicht gezeigt werden dürfen?

    Hat die Zeit eine Ansammlung von Lesern, die man als Radikale bezeichnen würde? Eine Ansammlung von Hasspredigern? Sind das die Frustrierten?

    Oder sind ihre Redakteure einfach nur Verfassungsfeinde? Antidemokraten? Meinungsfreiheitsgefährder?

    Oder sucht die Zeitung selbst nur nach Quellen aufgrund vielleicht mangelnder Qualifikation und nötigt deshalb die Kommentaren ihre eingenen Quellen offen zu legen? Hat man im Hause ein Fachkräftmangel?

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