Das politische Spiel mit Leben und Tod

Themen wie die Todesstrafe, die Sterbehilfe, die Abtreibung und auch die Kriegseinsätze polarisieren regelmäßig. Dabei zeigen sich immer wieder seltsame Ansichten, Gesetze und gesellschaftliche Normen.

Von Marco Maier

Unsere moderne "westliche Zivilisation" entwickelte eine sonderbare Einstellung zu Leben und Tod. Während die Abtreibung ungeborenen Lebens – ohne auch nur irgendeine Form von "Schuld" auf sich geladen zu haben – in weiten Teilen der Gesellschaft akzeptiert wird, sträubt man sich gegen die ach so "unhumane" Todesstrafe für jene Mitglieder der Gesellschaft, die unermesslich viel Schuld auf sich geladen haben und nun lebenslang hinter Gitter gesperrt werden.

Auch die Sterbehilfe – passiv und aktiv – gilt als verpönt und wird in den meisten Ländern bestraft. Dabei ist es jedoch ethisch mehr als verständlich, dass manche todkranke Menschen ihr unermessliches Leiden nicht noch weiter in die Länge ziehen möchten, sondern dieses endlich beenden und sich dem ohnehin unausweichlichen Dahinscheiden hinzugeben. Dabei ist dies im Endeffekt auch nichts weiter als eine Form des Suizids – auf Verlangen und mit Hilfe.

Gleichzeitig führen die westlichen Nationen blutige (Bomben-)Kriege im Nahen Osten und in Nordafrika, unterstützen dort sogenannte Rebellen, die sich an Massakern und grausamen Folterungen ergötzen. Diese Form der "Sterbehilfe" ist also in Ordnung? Unschuldige Zivilisten in anderen Ländern abzuschlachten, nur um eigene wirtschaftliche und geopolitische Ziele umzusetzen?

Die "westlichen Zivilisationen" haben ein höchst seltsames Verständnis für Leben und Tod entwickelt, wenngleich es natürlich auch genügend konträre Stimmen gibt, die zu den einzelnen Punkten eine andere Meinung vertreten, als jene die in den meisten Ländern Gesetz und Norm sind.

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8 Kommentare

  1. Der Tod darf nur kein Gesicht haben! Solange er anonym bleibt, bei Bombardements, bei Embryos, etc. ist er gesellschaftsfähig. Er darf keinen  Schmerz hervorrufen und keine Empathie entlocken.

    Deshalb wird die Trauer um jemand, die länger als einige Monate die Hinterliebenen begleitet, in der Psychiatrie als krank eingestuft.

    Hat er ein Gesicht, bei Alten und Kranken, oder auch Verbrechern, ist er unerwünscht! Weil persönlich. Und in unserer Gesellschaft, die gerade die Anonymität zelebriert, stößt er ihr auf!

      1. Ja und ? Man stelle sich nur mal vor, Menschen verlören die Angst vor dem Tod, mordete es sich da nicht noch um einiges leichter ?

        Die Angst vor dem Tod, ist nicht nur Erpressungsmittel, sie ist auch die letzte Instanz.

        Habe ich keine Angst vor dem Tod, projiziere ich das auf andere, und was sollte mich dann noch davon abhalten, mir unliebsame einfach zu killen ?

        1. Man stelle sich nur mal vor, Menschen verlören die Angst vor dem Tod, mordete es sich da nicht noch um einiges leichter ?

          darum geht es überhaupt nicht. 

          Habe ich keine Angst vor dem Tod, projiziere ich das auf andere,

          das müssen Sie mir aber mal genauer erklären.

          einen angstfreien Zustand kann man nicht auf andere projizieren.

          1. Na klar kann man das, das kann man nicht nur, das macht man automatisch !

            Frag sie doch, die Allahisten, Terroristen, Profikiller usw., wer keine Angst hat zu sterben tötet besser, leichter, schneller, eher.

            Das hat einen unmittelbaren Zusammenhang !

            Die, die sich scheuen zu töten kriegen Drogen, ja was glaubst du denn, was die Droge mit ihnen macht ?

            Drogen wie z.B. Heroin machen Gefühllos, ein Junkie kann töten ohne Gewissensbisse, er erinnert sich daran dass er sie haben müsste, auch daran wie sie sich anfühlten, aber er empfindet sie nicht mehr.

            Ähnlich und besser verhält es sich mit anderen Mixturen aus Chemikalien.

            Was gibts da überhaupt zu erklären, das versteht sich von selbst !

          2. Was gibts da überhaupt zu erklären, das versteht sich von selbst !

            das ist aber keine Projektion von eigenen Gefühlen auf andere, sondern religiöse Verblendung. In Kombination mit Abwertung aller sogenannten Andersgläubigen.

  2. Den Begriff mögen die Wissenschaftler verklausulieren und besetzen wie sie wollen, ich benutze ihn dafür, weil er treffend ist.

    Ich seh es ziemlich oft, dass Gefühle projiziert werden und vor allem werden sehr oft Gefühle die nicht vorhanden sind, projiziert.

    Als Beispiel : Ein Kind schlägt andere, es erscheint ihm selbst als nicht besonders schlimm, bis zu dem Tag an dem es selbst das Opfer ist, erst dann kann es seine Gewalt andern gegenüber einschätzen.

    Oder ganz simpel : Mir tut irgendwas weh und mein Männe hatte an der Stelle noch nie Schmerzen, was tut er ? Er sagt mir, dass das so weh tut, kann er garnicht verstehen – logisch, er kann es nicht nachvollziehen und projiziert sein nicht Wissen auf mich. Wenn's dicke kommt, sagt der mir dann auch noch glatt : stell dich nicht so an !

    Wie oft war ich bei Ärzten, die zwar ihre Bücher kennen, aber leider nichts nachvollziehen können, ansonsten wüssten sie nämlich, was die Uhr geschlagen hat.

    Zu dem Zweck, gibts ja auch die Schmerzskala 1-10, nach der man dem Arzt verraten kann, wie stark die Schmerzen sind, anders bekommt er keinen Einblick in das Schmerzgeschehen.

    Und so ist das auch mit menschl. Zombies, wer selbst nichts mehr fühlt, blendet die Schmerzen des anderen aus, er projiziert also sein Nicht-Empfinden auf andere und kann natürlich infolgedessen sein mörderisches Werk ohne Skrupel vollbringen.

    Das ist alles eine Frage der Konditionierung, wer lange innerlich tot ist, der geht bei anderen locker flockig über jegliche Empfindungen hinweg – er projiziert !

    Der Begriff stimmt schon. Man muss nur mal überlegen, dass dies nicht nur auf die Gefühle zutrifft die man hat, sondern auch auf die, die man nicht hat.

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