Zukunftsfeindliches Steuersystem

Die Besteuerung von Arbeit ist angesichts der zunehmenden Digitalisierung ein Irrweg. Es braucht ein zukunftsfähiges Steuersystem und eine Staatsreform.

Von Marco Maier

Wie die OECD feststellte, liegt der Anteil der Steuern auf Arbeit und Konsum im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt auf einem Level, wie zuletzt im Jahr 1965. Im Gegenzug ist der Anteil der Unternehmenssteuern alleine in den letzten zehn Jahren um rund 20 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig erreicht die Steuer- und Abgabenquote immer wieder neue Rekordwerte. Dies ist eine dramatische Fehlentwicklung, der man gegensteuern muss.

Denn im Zuge der Digitalisierung und der globalen wirtschaftlichen Veränderungen, sowie aufgrund des Umstandes, dass die Umverteilung von unten nach oben vor allem über den Besitz von Unternehmen und schon vorhandenem Vermögen abläuft, spielen die Löhne und Gehälter der unselbstständig Beschäftigten eine immer geringere Rolle. Ein immer weiter wachsender Teil wird entweder zwischen den Konzernen hin und her geschoben, oder als Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet.

Auch wenn die paar wenigen Vermögenden immer wieder davor warnen, dass eine Vermögenssteuer (inkl. einer stark progressiven Erbschaftssteuer) ja eine "Substanzbesteuerung" sei und diese Vermögen ja schon mit bereits besteuertem Einkommen aufgebaut wurden, so darf man sich bei einer umfassenden Steuerreform davon nicht beirren lassen. Auch wenn es leichter ist, die Massen mit jeweils vergleichsweise geringen Beträgen zu besteuern als die kleine vermögende Oberschicht, so wird man darum über kurz oder lang nicht herumkommen. Man muss das Geld eben von dort holen, wo es ist.

Die meisten Staaten werden angesichts der ohnehin schon hohen Steuer- und Abgabenquoten (Dänemark 46,6, Österreich 43,5, Deutschland 36,9, OECD-Schnitt 34,3 Prozent des BIP) zudem nicht darum herumkommen, auch auf einen schlankeren Staat umzustellen. Eine Reduktion der Bürokratie und ein Abbau beim umfangreichen und nicht selten doppelgleisigen Verwaltungsapparat stellen hierbei schon einen wichtigen Schritt dar. Denn viele Staaten müssen ihre Steuereinnahmen immer weiter erhöhen, weil sie in immer mehr Bereiche hineingreifen und mit den vorhandenen Geldern nicht klarkommen.

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Klar ist auf jeden Fall, dass man nicht hingehen kann und die Steuerlast auf jenen Bereich verlegt, dem die Basis in den nächsten Jahren sukzessive wegbrechen wird. Man muss sich auf jene Bereiche konzentrieren, die auch in Zukunft eine tragfähige Steuerbasis darstellen. Doch das funktioniert nur mit einer radikalen Steuerreform, die auch eine Strukturreform beinhaltet.

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16 Kommentare

  1. Scheint so als wenn das Monopoly-Spiel langsam zu Ende geht..die Goldfische haben sich vollgefressen..ihre Nahrung überlassen sie ihrem Schicksal.

    Adios muchachos…

    1. Auf jeden Fall – ob man für oder gegen Trump ist – wendet sich das Blatt. Hier dazu die Wahleröffnungsrede von Trump, die nie in den Mainstream-Medien 1:1 zu hören war – was doch sehr bezeichnend ist.

      Trumps Wahleröffnungsrede … in den „öffentlich – rechtlichen“ nie zu sehen, HIER IST SIE

      1 Antwort

      Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in 9/11, Allgemein, Aufklärung, Aufwachen der Menschheit, Gehirnwäsche, Lügen, Lobbyisten und getaggt mit Clinton, FED, Rede, Trump, Wahlkampf, Wall-Street am 25. Oktober 2016 von Kraeutermume.

      https://youtu.be/6B5V7AGF0JM

       

  2. Diese assoziale illegale Vereinigung von Darstellern, die sich Politiker nennen, haben kein Recht irgendwelche Steuern zu erheben. Da die BRD kein Staat ist, sondern eine NGO, sollte dieser Haufen sämtlichen Diskurs über irgendwelche Steuerzahlungen bleiben lassen. Im Gegenteil, so bald der ganze Schwindel Hieb und Stichfest aufgeflogen ist, wird das Volk sämtliche illegal erhobene Steuerzahlungen zurüch verlangen.

  3. Gerade vom neuesten Interview mit diesem Prof. Sinn erfahren. Die Digitalisierung verspricht erheblichen Reibach. Gleichzeitig sieht er die "Ungleichheit" zunehmen. Sehe ich auch so. Vor allem bei Verbrauchssteuern und Sozialbeiträgen scheint mir noch Luft nach oben. Gewinne besteuern ist kaum machbar, von wegen dem Standort und so. Wir sollten besser mal nachdenken über eine "neue Bescheidenheit". Bevor sie ohnehin kommt. Weniger (ver)brauchen rettet auch das Klima und schützt vor Negerfluten:

    http://www.krone.at/welt/erwarten-fluechtlingswelle-von-epischen-ausmassen-militaers-warnen-story-542057

    1. Ob das von Sinn, kommt, der heute so und, wenn er dann gnz offensichtlich daneben liegt, dann so argumentiert, nicht die Kapitalunternehmen, haben zu  bestimmen, wo es lang geht. Letztendlich ist ihre "Botschaft der Ergebenheit", genau das, was die "Initiative neue soziale Marktwirtschaft", seit vielen Jahren, mit teurer, von den Arbeitgeberverbänden finanzierter Propaganda, versucht in den Hirnen der Menschen zu erreichen. Selbst Schulen, werden mit diesem Gehirnwaschmaterial nicht verschont.

  4. Ich überblicke wohl die Zukunftsfeindlichkeit nicht, aber wenn es so sein sollte, ist auch das alles nur kein Zufall oder geistige Inkompetenz. Ich wüßte nicht, dass die satanischen Freunde den Deutschen etwas positives gönnten.

  5. Noch nie, wurden mit Steuersenkungen auch Arbeitsplätze geschaffen. Im Gegenteil. Das zusätzliche Kapital, muss angelegt werden, verlockt nur zu Aufkäufen und Übernahmen anderer Unternehmen, oder über Aktien von Unternehmensteilen. Von da ab, geht es nur noch um die zu erzielende Rendite. Zu weiteren Einsparungen, im erworbenen Betrieb, oder über den ausgeübten Druck des Fonds. Letztendlich, ist dieses Geld nicht mehr für Wirtschaftswachstum dienlich, sondern es erzeugt das ganze Gegenteil, es erzeugt Armut. Die Maßnahmen, die zur Konsolidierung und Rationalisierung führen, führen letztendlich zur "Feisetzung" älterer Arbeitnehmer, über die "Deutsche Rentenversicherung", genannt Altersteilzeit, oder über Frühverrentungen, weil kein Arbeitsplatz für den "alten Mann/Frau", von 55 Jahren mehr geschaffen werden kann, keiner vorhanden ist. Es führt zur Anstellung sehr junger, naiver Arbeitskräfte, die noch bei den Eltern wohnen und sich somit billig veraufen können. Aufteilung ganzer Bereiche in 450.- EURO Mini Jobs und mit Zeitarbeitskräften. Letztendlich ist jede Senkung der Untrnehmenssteuer, auch gleichzeitig die Förderung von Rationalisierung. Wie kommt man endlich aus dem Zwang des Wirtschaftswachstums heraus? Denn selbst die vorgeschobenen Energieeinspamaßnahmen, die sogenannten "Grünen Energien", leben letztendlich vom Umsatzwachstum. Die schamlose Ausbeutung, der armen Bevölkerung über die Energiepreise, kommt wem zugute? Den Kapitalanlegern, die in die "Gift-Grüne" Gülle und Windenergie investierten. Somit subventioniert, das, was sich selbst so Staat nennt, auf Kosten der armen Leute, die Vermögenden, die genug Geld besitzen um dieses anzulegen. Und für diese Leute, werden dann auch noch Legenden vom schädlichen CO2 in die Welt gesetzt. Damit man damit ein neues Feld der Ausbeutung über die Kapitalanlagen schaffen kann.

  6. Eine Putzfrau zahlt prozentual mehr Steuern als ein Konzern

    Obwohl Produktivität der Industrie und BIP durch die Decke gehen haben korrupte Politiker der Altparteien die Steuerschlupflöcher für die Konzerne so ausgebaut, dass manche Konzerne fast keine Steuern zahlen – siehe Apple.

    In der Praxis sieht das dann so aus, dass Konzerne Firmenkonstrukte aufbauen, deren Sitz auf den Niederländischen Antillen liegt, wo sie fast keine Steuern zahlen.

    Dieses Geld fehlt nun im Staatshaushalt und deshalb gehen die Politiker in all ihrer Dekadenz dann hin und erfinden immer neue Steuern für die Putzfrau – Anwohnerparkscheine, Mehrwertsteuererhöhung, Autobahn-Maut usw..

    Das Kernproblem ist die Abkopplung von Steuern und Löhne von der Produktivität der Unternehmen. Kurz – die neoliberale Politik.

    Sozialstaat und neoliberale Wirtschaftspolitik sind ein Widerspruch in sich.

    1. In der BRD., lohnt es sich für einfache Menschen nicht mehr zu leben, da diese Ausbeutung und Übersteuerung von Verbrauchssteuern, sowie Steuern, die jeder bezahlen muss, der das Licht anmacht, das leben schlichtweg auffressen. Was da noch übrig bleiben sollte, das frisst einem das Gesundheitssystem weg. Auch das ist so ausgerichtet, das der Akademiker, der Arzt, dadurch ein gutes und gesundes Leben erhält. Nicht jedoch, die Opfer dieses Systems, das nichts mehr leistet. Früher, noch in den 1980er Jahren, ging man zum Zahnarzt um seine Zähne kontrollieren und reparieren zu lassen. Heute, geht man zum Zahnarzt um von diesem mit allen psychologischen Tricks, die er auf CD/DVD erhalten kann, beigebracht zu bekommen, das eine Reparatur nicht mehr lohnt. Das für 2000.- EURO zwei Kronen benötigt werden. Das bei der Bundeswehr, selbst die angeschlagensten Zähne wiederaufgebaut wurden, und dies vor noch einmal vielen Jahrzehnten, ist nicht förderlich für den "Zahnarzt". Heute heißt es, Zähne ziehen, Kasse machen. Mit Frau und Kegel, in die Karibik fahren, und das Haus abzahlen. Das der Patient oder Kunde, aus den Schulden nicht mehr heruakommt, nur, weil ein Akademiker an der Schlüsselstelle sitzt, und ein Gebiss nach dem anderen fertigt, das interessiert das System nicht. Das System, hat ausschließlich für diejnigen da zu sein, für die es geschaffen wurde und die sich dafür immer wieder dankbar erweisen.

      1. Habe ähnliche Erfahrungen auf einer Universitätszahnklinik machen können. Die haben Zähne ruiniert, um dann aufwändige und teure Lösungen anzubieten.

         

      2. Akademiker?

        Akademiker ist nichts besonderes mehr, die Quote nähert sich der 40% in den gerade studierenden Generationen. Ein Haus abbezahlen werden Millionen junge Akademiker nicht mehr, dafür haben sie für ihre Berufsausbildung (dafür ja Bachelor/Master) aber selbst gezahlt und Schulden gemacht, früher gab es für das gleiche spätere Lohnniveau eine Ausbildungsvergütung.

  7. Die Steuererhöhung für den Einzelnen ist mit der Entmündigung des Einzelnen verbunden.

    Die Steuereintreibung hat sich zu einem  Bedienungsladen für Seilschaften und Ideologen und Sektierer und machtgeile Psychopathen entwickelt.

    1. was sich in "Deutschland" mittels der kündigung des personalkontos abwenden lässt! 

      von den aktuellen ~85 mio. sind es 50 mio., die diese möglichkeit haben. die BRD würde keine 4 weiteren quartale überleben. aber das wollt ihr ja nicht. worüber sollte man denn dann tagtäglich seinem unmut luft machen?   

    2. @ brücke

      So sieht's aus. Nicht zu begreifen ist dabei, warum die Deutschen nicht aus diesen Transatlantiker-Parteien CDU, SPD, Linke, Grüne aussteigen. Sie machen alle mit beim Ausplündern der Bevölkerung und deren Wertschaffung durch ihre Arbeit.

      Die Deutschen zahlen viel zu viel Steuern und das Land verschuldet sich durch die Transatlantiker-Politik zunehmend weiter in astronomische Milliardenhöhen. Wann wird diesem ausplünderischen Volksbetrug endlich Einhalt geboten???

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