Wie lange können die USA die Welt noch militärisch dominieren?

Militärisch mögen die USA derzeit noch die stärkste Macht der Erde sein, doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass auch Trumps versprochene Extramilliarden wohl kaum den Niedergang der US-Streitkräfte aufhalten können.

Von Marco Maier

Egal ob nun die Probleme mit der USS Zumwalt, der USS Coronado oder auch dem Kampfjet F-35 – quer durch die Bank werden immer wieder massive Probleme mit dem neuen technischen Gerät bekannt, welches die Vereinigten Staaten für die Fortführung ihres globalen Hegemonialkurses brauchen. Die irrsinnig hohen Entwicklungskosten der US-Rüstungsindustrie und die von der US-Regierung versenkten Unsummen machen sich bemerkbar. Dabei werden sicherlich nur einige Vorfälle bekannt, während andere geflissentlich verschwiegen werden.

Doch Probleme mit dem US-Kriegsgerät selbst, die beispielsweise schon dazu führten, dass die US-Rüstungsexporte bereits seit fünf Jahren in Folge rückläufig sind. Die russischen Erfolge sorgen beispielsweise dafür, dass das Interesse an deren Raketenabwehrsystem S-300 und S-400 international wächst und auch ein Land wie Malaysia hat sich umentschieden und anstelle bei den Amerikanern Schiffe zu kaufen, deckt man sich lieber bei den Chinesen ein. Wer kann, ergänzt sein Waffenarsenal inzwischen mit Produkten aus russischer und chinesischer Produktion.

Allerdings ist das noch längst nicht alles. Weil die US-Truppen – auch Dank des maroden öffentlichen Bildungssystems – zunehmend nur noch "Ausschussware" bekommen, leidet auch die Qualität der Soldaten – die nicht selten Unmengen an Alkohol trinken und zunehmend der Drogensucht verfallen. Immer wieder gibt es Fälle von "friendly fire", die angeblich so "intelligenten" Bomben verwüsten von Zivilisten bewohnte Gebiete und Krankenhäuser und das Verhalten der US-Soldaten wird in immer mehr Ländern massivst kritisiert. Denn Dank ihres "Sonderstatus", der sie im Ausland faktisch nicht anklagbar macht, fahren sie betrunken durch die Straßen, liefern sich Schlägereien mit Einheimischen und sind nicht selten in Vergewaltigungsfälle involviert. In immer mehr Ländern demonstrieren die Menschen gegen die Anwesenheit der US-Soldaten.

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Wie sehr die operative Kampfkraft der USA leidet, offenbar der Kampf gegen den "Islamischen Staat" in Syrien und im Irak. Obwohl die US-Koalition breite Angriffe fliegt und diverse Islamistengruppen unterstützt, die gegen die syrischen Regierungstruppen und gegen den "Islamischen Staat" kämpfen sollen, brauchte es erst das beherzte Eingreifen Russlands, um wirklich tiefgreifende Erfolge gegen die dschihadistischen Mörderbanden feiern zu können. Wenn die Amerikaner (so sie das auch wirklich wollen) schon nicht einmal in der Lage sind, die paar tausend durchgeknallter Islamisten zu bekämpfen – wie wollen sie dann im Kampf gegen Russland oder China bestehen?

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Das US-amerikanische Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. Donald Trump mag zwar noch zusätzliche Milliarden in die US-Armee investieren, doch all das viele Geld wird nicht mehr viel nützen. Schon in wenigen Jahren wird das chinesische Militär sowohl qualitativ als auch quantitativ deutlich besser aufgestellt sein als die Pentagon-Truppe. Und das mit einem deutlich geringeren Budget. Auch die Russen machen technologisch einen großen Fortschritt nach dem anderen – auch mit deutlich weniger Geld.

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17 Kommentare

  1. Diese "Zumwalt" auf dem Bild oben darf keine Gefechtsübung machen

    Jeder Schuss kostet eine knappe Million.

    Typischer Fall von Profit- statt Waffenoptimierung

    1. Nachtrag : Das Schiffchen kostet 4,4 Mrd. Dolares

      Darum kriegt die Navy nur drei davon, anstelle von zwölf, wie vorgesehen.

      Und kleinere Kanonen kriegt sie auch : Pro Schuss "nur" noch 60.000 Dolares

    2. Noch peinlicher wäre es, wenn diese 'Zumwalt', wie die Fregatte USS Samuel B. Roberts von einer  Kontaktmine im Wert von 1.500 US$ beschädigt würde. Die Reparatur der Fregatte kostete 1988 schon 135 Millionen US$. So dürften vor allem die amerikanischen Steuerzahler ins Grübeln kommen, wenn sie allein über das Kosten-Nutzungsverhältnis einer 'Zumwalt' im Rahmen einer Repartur nachzudenken beginnen und hoffen, daß dieses Schiff niemals, schon allein bei solchen Geschoßkosten, in ein Gefecht verwickelt wird.

       

       

  2. Was die bekämpfung der VSA gegen IS betrifft, wird es nicht daran gelegen haben das die Möglichkeiten nicht vorhanden waren/sind. Es war natürlich gewollt das dort so gut wie nix getroffen wurde. Warum liegt eigentlich auf der Hand. Bissle komisch das dies in dem Artikel so aufgeführt ist. Ansonsten stimme ich dem Artikel zu.

  3. " Auch die Russen machen technologisch einen großen Fortschritt nach dem anderen – auch mit deutlich weniger Geld."

     

    Das ist nur in Absolutbeträgen richtig. Russlands gibt allerdings selbst offiziell 5,4% seiner Wirtschaftsleistung für das Militär aus, inofffiziell wohl über 9%. Damit kann kein westlicher Staat auch nur annähernd mithalten. Unter berücksichtigung der Kosten gibt Russland somit also weit mehr aus als etwa die USA.

  4. Die USA dominieren die Welt so lange, so lange sie es zuläßt und sich von den USA nach dem Motto "Divide et impera " auseinanderdivdieren läßt!

    Beziehungsweise so lange, wie die einzelnen Staaten es zulassen, von transatlantisch ausgerichteten Verrätern in den Regierungen und der EU Kommission vorgeführt zu werden! Ohne diese Verräter könnten die USA die Segel streichen!

  5. Wie lange? Nun…nur so lange, wie die restliche Welt am Dollar als Weltleitwährung hängt. Allerdings bröselt diese Anhänglichkeit zusehends. Das bedeutet, die USA sind angezählt und die ganze endlose Dollardruckerei der letzten Jahrzehnte wird sich bitter rächen.

  6. Ob die khasarischen Schlappschwänze überhaupt dominieren oder sich das ganze nicht nur einbilden, wird sich nach einem Krieg USA gegen Russland/China zeigen. Ich habe da heute schon die größten Bedenken, denn bei einem Krieg zählt in der Kampfphase niht mehr das wiferliche Judas-Geld, sodnern Liebe zum Vaterland und da haben diese Ekel nicht die Bohne zu bestellen.

  7. Hier fehlt klar der humanistische Gedanke und zu lesen ist nur Großmannssucht einer Weltmacht. Einer Armee sollte das eigene Land verteidigen, wenn es angegriffen wird und nicht überall auf der Welt Kriege anzetteln. Wir sind offenbar noch nicht aus dem Mittelalter herausgekommen, wo nur das Recht des Stärkeren galt und nicht das des Schutzbedürftigen.

  8. Der Autor hatte hier im Magazin zu diesem Thema bereits einen passenden Artikel verfasst.

    http://www.contra-magazin.com/2015/07/interaktive-karte-216-jahre-der-militaerischen-us-interventionen/

    Die USA geben offiziell fünfmal mehr für die eigenen Streitkräfte aus als die Russen und Chinesen zusammmen. Seit ihrer Gründung führen die USA Krieg gegen den Rest der Welt. Gewonnen haben sie eigentlich nur einmal richtig, und das war als sie Grenada überfallen haben.  1983 Operation “Urgent Fury”: Grenada, 19 tote Soldaten und 24 getötete Zivilisten. Das ist die Heldenbilanz der "rumreichen" Yankees.

    Die Amis können eigentlich nur Bomben werfen. Die Frage müßte sein ob da noch mal einer kommt der auf diesem Gebiet besser ist und vor allem dann so bombt, dass danach endlich mal Ruhe im Karton ist.

  9. Anders gefragt: Wie lange wünschen sich verkommene Staaten weltweit einen Großen Bruder, in dessen Schutz sie besser mit ihren ebenso morschen Nachbarn leben möchten?

  10. es ist nicht richtig USA Erfolglosigkeit bei der Bekämpfung von ISIS zu Last zu legen, weil sie gewollt war. Übrigens ist es das schon ziemlich ärgerliche Uninformiertheit hier gerade, bei der wirklich unabhängigen Presse, wo man es besser wissen sollte. ISIS wurde doch von USA geschaffen und wurde durchgehend, bis heute, unterstützt.

    Bei BBC erschien Nachricht, dass Englands Königin Hausarrest bei ihren Familie bekommen hat, weil in der Weihnachtserklärung wollte sie etwas von sich sagen. Und das war, dass sie mehrere Namen der Personen aufgezählt hat (von der Polit-Elite nehme ich an), die sich großen Verbrechen schuldig gemacht haben. Sie hat das Volk um Verzeihung für ihr langes Schweigen dazu gebeten und angekündigt, dass das kommende Jahr ein Jahr des großen Gemetzels sein wird, welche wir seit dem IIWK nicht gesehen haben.

  11. die technischen probleme bei neuem gerät sollte man nicht überbewerten

    die hirnrissigen kosten sind auch dem umstand geschuldet daß der militärische komplex mit allem was dazu gehört narrenfreiheit genießt.

    trump wird da nicht viel ändern

    die wahre macht der usa liegt eh nicht im militär zumindest nicht dem offiziellem

    geheimdienste, internationale netzwerkbildung und das seit jahrzehnten wodurch die usa bzw. die die in den usa herrschenden faktisch auch in anderen ländern herrschen

    deutschland ist da nur das krasseste beispiel aber sicher nicht das einzige 

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