Weltwirtschaftsforum: “Fipsi” Rösler ruft zum Neustart der Beziehungen zu Russland auf

Die Führung des Schweizer Weltwirtschaftsforums (WEF) hat zu einer Aussöhnung mit Russland aufgerufen. In einem Interview mit der "NOZ" sagte WEF-Direktor Philipp (Fipsi) Rösler, "ein Neustart in dieser jetzt so verfahrenen Situation wäre wichtig".

Von Redaktion/aek

Das Leben in Europa könne nur gemeinsam und nicht gegeneinander funktionieren. Es sei an der Zeit, beiderseits entsprechende Signale auszusenden. "Dass eine dauerhafte Verständigung auf dem europäischen Kontinent und also mit Russland erstens notwendig und zweitens, vor allen Dingen, Sache der Europäer und nicht der Amerikaner ist, hätte man eher wahrnehmen und dann auch seine Politik danach ausrichten müssen", sagte Rösler mit Blick auf die vergangenen Jahre und Jahrzehnte.

Die Frage, wie nach dem Zerfall der Sowjetunion mit einem nach wie vor ungemein wichtigen Land umgegangen werden solle, sei nie geklärt worden. "Heute sehen wir, welche Konflikte aus diesem Versäumnis erwachsen konnten", sagte der frühere deutsche Bundesminister und Vizekanzler auch mit Blick auf die Lage in Syrien.

Im Vorfeld des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums im Januar in Davos sprach sich Rösler gegen die unlängst verlängerten Ukraine-Sanktionen gegen Russland aus. Der Zusammenhang zwischen der Akzeptanz einer Regierung und verschlechterten Lebensbedingungen sei sehr schwach. Stattdessen litten Unbeteiligte und die eigene Wirtschaft. "Als politisches Mittel sind Sanktionen eher ungeeignet", erklärte der Ex-Wirtschaftsminister.

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Warnung vor Ende der EU

Philipp Rösler hat außerdem vor einem Ende der EU gewarnt. In dem Interview sagte der frühere deutsche Vizekanzler: "Wenn die Länder so weitermachen, wird die großartige Idee Europa verschwinden. Ich frage mich, ob das nicht gesehen wird. Die Frage der Währung, der britische Austritt, andere Streitigkeiten, der Umgang mit Flüchtlingen – in globaler Relation und historischer Dimension sind das letztlich nur kleine Probleme im Vergleich zur Bedeutung und Leistung der europäischen Integration."

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Im Vorfeld des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums im Januar in Davos mahnte der WEF-Direktor zugleich Selbstkritik der europäischen Institutionen an. "So wie man es bisher gehalten hat, nämlich zu sagen, wir haben eine tolle EU, das Problem ist allein, die Leute verstehen das nicht – das wird nicht genügen." Es müsse wieder eine Vision entstehen. "Außerdem ist es in den ganzen Jahrzehnten nicht geschafft worden, eine europäische Öffentlichkeit herzustellen", monierte der frühere FDP-Chef. "Solange die fehlt, gibt es keine hinreichende Kontrolle der Gremien oder zumindest keine hinreichende Wahrnehmung dieser Kontrolle und damit ein Defizit an Legitimität."

Gravierende Folgen eines Brexits erwartet Rösler nicht. "Ich glaube, dass am Ende Kompromisse möglich sind", sagte er. Es bestünde durchaus Spielraum für einen "eleganteren Weg" als harte Verhandlungen und einen konfrontativen Austritt, so Rösler gegenüber der "NOZ".

Reform der deutschen Berufsbildung

Rösler, hat angesichts des digitalen Wandels eine umfassende Reform und Vereinfachung des deutschen Systems der Berufsbildung angeregt. "Wir reden seit Jahrzehnten über Modularität – jetzt wird es ernst". Früher sei er als Bundeswirtschaftsminister mit den Kammern für die Berufsbildung in Deutschland zuständig gewesen. Daher wisse er: "Da gibt es viele Hundert Ausbildungsberufe, wunderbar, aber: Da muss man sich die Frage stellen, ob das in dieser Breite noch sinnvoll ist, und ob es nicht klüger wäre, Module zu lernen, um sich erst später zu spezialisieren."

Hintergrund sei der sich beschleunigende Wandel der Arbeitswelt. "Eine zu spezifische Spezialisierung schadet auf Dauer", sagte Rösler. Nötig sei vielmehr ein Konsens über Grundfertigkeiten, die jeder brauche, um Spezialkenntnisse aufzusetzen, die dann wiederum ersetzbar sein müssten, um sich je nach technischer Entwicklung zu verändern. "Das könnte eine Möglichkeit sein, damit sich der Entfall von Arbeitsplätzen nicht so gravierend auswirkt, wie es andernfalls zu befürchten wäre", sagte Rösler.

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Die deutsche duale Ausbildung stellte der frühere FDP-Chef nicht in Frage. "Deren große und weltweit anerkannte Stärke ist nach wie vor, dass sie eine theoretische Ausbildung in der Schule mit alltagsorientierter Praxis im Unternehmen verzahnt." Dies sei ein unschlagbares Rezept für eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit, dürfe aber nicht heißen, dass man nicht auch diese Ausbildungsgänge an die Anfordernisse der Zeit anpassen sollte.

Hieb auf die AfD darf nicht fehlen

Der WEF-Direktor Rösler befürchtet einen internationalen Ansehensverlust Deutschlands durch politische Erfolge der AfD: "Die AfD hat sich zu einer rechtspopulistischen Partei mit einem erheblichen Stimmenpotenzial entwickelt, was Deutschland schadet und mich traurig stimmt". Es gebe ähnliche Gruppierungen auch in anderen Staaten der Welt. "Dennoch ist es besonders bedenklich, wenn eine rechtspopulistische Partei ausgerechnet in Deutschland Erfolg hat", warnte Rösler.

Eine Rückkehr in die deutsche Politik schloss der Ex-FDP-Vorsitzende aus. Er sehe mit Freude, dass es seiner Partei besser gehe als zur Zeit der letzten Bundestagswahl. Er selbst aber lebe "voll und ganz in der Schweiz, bin da glücklich und möchte dort nach Möglichkeit auch sehr gerne bleiben", sagte Rösler.

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19 Kommentare

    1. Jetzt erst habe ich begriffen, warum die Schweizer auch den Zuzug von Deutschen in dieses Land von Wilhelm Tell begrenzen wollen ! Weitere Flüchtlinge, also ehemalige Starpolitiker der deutschen Altparteien von Altmeier über Merkel bis Stegner, sind im Interesse eines Fortbestehens des Schweizer Volkes nicht willkommen.

      Klug, dieses Volk !

  1. Bis auf den AFD-Hieb (wer in der Schweiz lebt, kann sich wahrscheinlich die Risiken, mit denen deutsche Großstadtbewohner leben, nicht vorstellen), könnte man sagen: okay – mach mal, die Richtung passt.

    Frieden mit Russland ist bei mir mit ganz vorn auf der Prioritätenliste.

  2. „Fipsi“ Rösler ist einer der dümmsten und charakterlosesten Kretin den ich kenne!

    Current leader- Öttinger-die nächste deutsche "Perle"……

  3. Als Gesundheitsminister ein Totalausfall-wie die anderen allerdings auch!Das mit den Russen ist allerdings Überfällig in der deutschen Politik.Da steht aber Merkel davor die eigentlich Verrat an den Russen begeht wo sie selbst in ihrer Laufbahn profitiert hat.

    1. Vielleicht wird sie auch von Russland gesteuert von den alten Gilden. Aber der KBG kommt auch noch dahinter. Volksverräter und derartige Kunstobjekte wie dieser Fipsi haben in unseren Land nichts zu suchen.

  4. Niemand braucht eine "Elite" aus Davos die nur sich selbst, nicht aber die Gesellschaften bereichert!

    Ja, gewiss, in Davos trifft sich die „Elite“ der hochkriminellen Schwerverbrecher der Menschheit. Die „Elite“ der Taschenvollmacher und Privatjacht- und Sicherheits-Bunkerbesitzer. Dank der grossartigen Organisation von Phipsi Rösler schwadroniert man bei feinem Wein und Nutten in angenehmer Umgebung über das Schicksal reich zu sein, und wie man den Rest der Schafe ääääh… Menschheit dazu anhält bei der Mehrung des eigenen Reichtums zu helfen. Die ebenfalls herbeigeeilten Politstatisten, die sich auch immer ein bisschen elitär halten, lauschen den Superreichen und nehmen dankbar ihre Weisungen entgegen und wenn es gut läuft, dann darf man mitsaufen/ und auch mal eine schicke Dame knattern… tschuldigung poppen.
    Und @Bella – Glaube mir, wir ALLE (D-A-CH) sitzen alle auf derselben Titanic!

  5. War echt froh als der von der Bildfläche verschwunden war.

    Jetzt kriegen die FDpler wieder Oberwasser mit ihrer ekelhaften Heuchelei.

    Der Wind steht günstig, wenn man nur in der richtigen RIchtung rumsülzt, heißt die Devise. 

    Es ist zu befürchten, das der Kerl wieder zurückkommt.

     Richtig ekelhaft.

  6. Eines muß man dem vietnamesischem Milchbubi ja zugute halten – er ist für das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag verantwortlich. Man verleihe ihm das Bundesverdienstkreuz!

    Ansonsten freut es mich, dass dieser Asylbetrüger die deutsche Grenze hinter sich gelassen hat – ein Vorbild für die restlichen ausländischen Schmarotzer.

    Auf Nimmerwiedersehn, neoliberaler Milchbubi! Bleib da, wo der Pfeffer wächst!

  7. Die Afd ist nur die Antwort des deutschen Volkes auf die völlig inhumane und total verfehlte Politik der Einheitsparteien,  und somit nur Notwehr !

  8. WEF-Direktor ? Haben sie den hintenrum schnell zum Frühstücksdirektor gemacht, damit der für den Saftladen FDP wieder in den Ring steigen kann?

  9. Ja ne, is klar: "Die Frage der Währung.." ist ein kleineres Problem als die EU um jeden Preis durchzudrücken. Wer einen solchen Wirtschaftsminister hat, muss auch nicht mehr vorsorgen.

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