Der Besuch der FPÖ-Spitze in Moskau und die Zusammenarbeit mit der Regierungspartei Einiges Russland stößt insbesondere bei Transatlantikern und Linken auf Kritik.

Von Michael Steiner

Als die FPÖ-Spitze am vergangenen Wochenende zu "Arbeitsgesprächen" nach Moskau flog, rätselten die österreichischen Medien darüber, was die Politiker dort denn machen wollen. Bereits am Montag präsentierte man dann einen "Fünfjahrespakt" mit der Regierungspartei Einiges Russland, in dem auch zehn Punkte zur Zusammenarbeit vereinbart wurden.

Wie zu erwarten, übte man seitens der transatlantisch orientierten Presse heftige Kritik daran. Warum? Weil man ja mit den "bösen Russen" nicht zusammenarbeiten darf. Gut, Österreich hatte mit Alfred Gusenbauer (SPÖ) auch schon einen Bundeskanzler, der in Moskau den Boden küsste (und das nicht nur sinnbildlich), Ex-Präsident Heinz Fischer (SPÖ) und Wirtschaftskammer-Präsident Christof Leitl (ÖVP) verstehen sich ebenfalls gut mit Präsident Putin und auch das ÖVP-geführte Außenministerium ist stets darum bemüht, Wien als diplomatischen Standort zu stärken. Aber das interessiert in den Redaktionen und beim politischen Mitbewerber ja kaum jemanden.

Die politische Linke stößt sich ja zudem auch daran, dass in dem Übereinkommen zur Zusammenarbeit auch die "Erziehung der Jugend zu Patriotismus und Arbeitsamkeit" festgeschrieben wurde. Nun ja, die FPÖ ist eine patriotische Partei, wie auch die Partei Einiges Russland. Moskau ist inzwischen die Hauptstadt der Russischen Föderation und nicht jene der Sowjetunion (und selbst dort gab es einen gewissen Patriotismus).

Infam sind vor allem die Unterstellungen, die Freiheitlichen würden vom Kreml finanziert werden und Putin so Einfluss auf die österreichische Politik nehmen. Da wäre es schon interessant zu wissen, wie sehr beispielsweise Washington oder auch die Bilderberger Einfluss auf die österreichische Parteienlandschaft nehmen. Wie viel Geld fließt dort?

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Ein gutes Verhältnis zu Russland ist für Österreich essentiell und wenn die Freiheitlichen, die wohl bei den nächsten Nationalratswahlen zur stärksten Partei avancieren dürften, sowohl Kontakte nach Moskau als auch zur Administration von Donald Trump pflegen, ist dies auf lange Sicht doch nur positiv für Österreich. Eine strikte transatlantisch orientierte Politik, wie sie Deutschland derzeit übt, ist absolut fehl am Platz. Vor allem für ein Land, welches zumindest offiziell noch als neutral gilt.

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15 thoughts on “Warum das Theater um den FPÖ-Besuch in Moskau?”

  1. Muß es da doch irgendwo einen extrem hochgestellten Erdenbewohner geben, der ein Wahnsystem, in dem die RF eine besondere Stellung einnimmt, sich im Laufe einiger Jahre aufgebaut hat. Von diesem Wahnsystem dürften manche auch naschen, obwohl sie nicht wissen, warum. Langsam wird auf der Erde eine riesige Psychiatrie etabliert. Das was heute auf der Erde angezettelt wird, hat nichts mit Kritikfähigkeit, Überlegung, Weitblick, Vernunft, Nächstenliebe und Liebe zur Erde zutun. Dürften sich wirklich einige von der Realität in eine irreale Welt begeben haben. Kann man die sicher nicht mehr von dort entfernen.

  2. Die FPÖ durchbricht da die antirussische Hetzerei der Nato. Das gefällt Washington und seinen Vasallen natürlich überhaupt nicht.

    Aber es ist begrüßenswert, dass es in Westeuropa mittlerweile Parteien gibt, die auf Kooperation statt auf Konfrontation setzen.

    In der Kooperation mit Rußland liegt nicht nur für Österreich, sondern auch für Deutschland eine große Chance. Denn Rußland hat riesige Rohstoffvorkommen, Deutschland hingegen einen effektiven Maschinenbau. Da bieten sich hervoragende Handelsmöglichkeiten. 

    Auch die AfD strebt eine Normalisierung der Beziehungen zu Rußland an. Ebenso will sie die aliierten Truppen der Nato aus Deutschland ausweisen. Dies schreibt sie bereits in ihrem Parteiprogramm:

    "Das Verhältnis zu Rußland ist für Deutschland, Europa und der Nato von maßgeblicher Bedeutung, denn Sicherheit in und für Europa kann ohne Rußlands Einbindung nicht gelingen. […]

    Die AfD setzt sich für den Abzug aller auf deutschem Boden stationierten aliierten Truppen, insbesondere ihrer Atomwaffen ein."

    Ich vermute, dass man mit dem Abzug der US-Atomraketen aus Deutschland auch ein Verhandlungs-Werkzeug hat, um mit Rußland über die Rückgabe der Krim und Ostpreußens zu verhandeln. Quasi Sicherheit für Rußland im Gegenzug zum Rückzug russischer Truppen aus besetzten Gebieten. Vielleicht geht da was.

    1. die krim wurde völkerrechtswidrig aus der rsfsr ausgegliedert und der ukraine gegeben, 

      referenden auf der krim wurden seit anfang der 80er jahre niedergeschlagen, 

      das nun endlich durchgeführte referendum war zu 100% völkerrechtskonform. 

      und du laberst mal wieder nur SCHEISSE! 

      1. Richtig! Die Krim wurde von dem sowjetischen Diktator Nikita CH. der Ukraine  "geschenkt" und das ohne die russische Bevölkerung der Krim zu fragen. Die Wiedereingliederung in die RF nach einer Volksabstimmung war in jeder Weise legitim. Die damaligen kommunistischen und totalitären Machthaber haben mit ähnlicher Menschenverachtung mit ganzen Völkern manipuliert wie die heutigen. Der krankhafte narzisstische Größenwahn und die verantwortungslose Selbstüberschätzung ist die Gemeinsamkeit die sie verbindet.

    2. Rückgabe der Krim? An wen? An diesen Failed State Ukraine?
      Na davon träumst du, was. Mal abgesehen davon, dass ich nicht sehe, warum man das überhaupt tun sollte, denn immerhin wurde dort eine völkerrechtlich konforme Abstimmung über die Abspaltung von der Ukraine gehalten, und das Ergebnis war mehr als eindeutig. Putin kann also gar nichts zurückgeben, außer, er will seinerseits das Völkerrecht brechen. Aber selbst wenn sowas möglich wäre, wäre das wohl der größte politische Knieschuß, den er sich nur ausdenken könnte. Und wofür? damit die Amis ihre paar Hanseln abziehen? Das passiert früher oder später ohnehin von selbst. Geduld bringt Rosen. Dafür opfert man nicht die Krim.

  3. Kann ich nur begrüßen. Das auf transatlantischer Schlagseite liegende Österreich benötigt dringendst eine Balance gegenüber der vor allem gesellschaftlich destruktiv auswirkenden und unkritischen pro USA Haltung!

  4. So wird hoffentlich bald der Tag kommen an dem eine Angela Merkel, auf Anweisung von Donald Trump, nach Moskau reisen muß, und um Vergebung bei Putin für das angerichtete Leid in der Ukraine, verursacht durch die irrsinnigen Assoziationsbemühungen des Osterweiterungswahns dieser 'EU', zu bitten, was als erste staatsmännische bzw. frauliche Tat, dieser Fehlbesetzung einer Kanzlein, in die Geschichte eingehen wird.

  5. Das die Presstituierten nicht unbedingt zum Bildungsbürgertum zählen, weiß man ja. Diese halbgebildeten Schulabrecher und Giftspritzer schaffen es ja noch nicht mal, die grundlegenden Fakten richtig dazustellen, z.B. die Aufgaben von Exekutive und Legislative. Aber Hauptsache sie quasseln fest drauf los.

    Ich denke, das ist für mich der wichtigste Grund, die Mainstream-Medien zu meiden wie der Teufel das Weihwasser, weil dort Leute mit einem geistigen Niveau, das so weit unter meinem eigenen liegt, mir etwas erzählen wollen. Wenn ich mich im Alltag schon nicht mir einfältigen Leuten abgebe, warum soll ich da bei den Medien anders agieren.

  6. Strache: „Nur mit Russland ist eine gedeihliche, nachhaltige und friedliche Entwicklung in Europa möglich.“

    Egal welche politische Richtung dieser politsch engagierte Herr in Österreich in Zukunft vorhat zu gehen, mit diesem Satz hat er durch und durch recht.

    Russland ist überdies europäisches Vorbild geworden, indem es ganz klar die Interessen des eigenen Landes und seiner Bevölkerungen als wichtigste Komponente in seiner Politik bei all seinen Aktivitäten unterstreicht. Trump folgt nun dieser Linie, indem er lautstark postuliert "America first".

    "Der Kurs Russlands der letzten Jahre war eindeutig: Konzerne, die Russland schadeten und parasitär die Bevölkerung ausnutzten, wurden zahlreich entmachtet oder gar des Landes verwiesen. Für das Volk schädliche Einflüsse werden aufgespürt und bekämpft. Und in den zahlreichen Reden des Staatsoberhauptes Putin wird erkennbar, dass das Russland von heute Traditionen, Werte und Identitäten erhalten möchte."

    Und genau so wollen auch die europäischen Länder und ihre Bevölkerungen geführt werden. Dazu aber – und das wird unvermeidlich sein – müssen die meisten europäischen Regierungsmitglieder ausgewechselt werden, flankierend dazu ist die EU zu demontieren bis letztendlich nur noch die monströsen EU-Gebäude sinnentleert in Brüssel vor sich hinvegetieren. Ohne böse Reibereien wird das wohl nicht abgehen. Aber die Richtung ist entschieden, und sie wird von immer mehr obersten Politikern rund um den Globus eingeschlagen, was dann auch entsprechend tönt:

    Ungarn: Wir pfeifen auf Brüssel
    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/28998-Ungarn-Wir-pfeifen-auf-Brssel.html

    Duterte: Die Philippinen brauchen kein Geld von Washington
    https://www.contra-magazin.com/?s=Duterte

    Marine Le Pen wirft Angela Merkel „Hochverrat am Volk“ vor
    http://www.statusquo-news.de/marine-le-pen-wirft-angela-merkel-hochverrat-am-volk-vor/

    Strache-Putin-Vertrag: Wichtig für freies Europa
    http://info-direkt.eu/2016/12/19/strache-putin-vertrag-wichtig-fuer-freies-europa/

     

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