Das derzeitige Steuersystem ist leistungsfeindlich und nicht zukunftstauglich. Ein kompletter Umbau wäre sinnvoll.

Von Marco Maier

Insgesamt rund 700 Milliarden Euro nimmt der deutsche Fiskus im Jahr an Steuern ein. Davon sind jeweils gut 40 Prozent Steuern auf Arbeit und Gewinne oder auf Konsum (inkl. Energie). Bezahlen muss hierbei vor allem die (obere) Mittelschicht, während die Ärmeren noch vom Sozialstaat profitieren (der jedoch nicht viel mit den Steuern zu tun hat) und sich die Reichen mit guten Steuerberatern und komplexen Modellen steuerschonend in die Sonne legen können. Vermögensbezogene Steuern machen hingegen nur gerade etwa vier Prozent des gesamten Steueraufkommens aus. Zudem wird der Stellenwert von Arbeit infolge der technologischen Fortschritte, der Digitalisierung und Automatisierung, weiterhin abnehmen.

Dabei könnte man hingehen, die Besteuerung von Einkommen und Gewinnen grundsätzlich abschaffen und die gut 300 Milliarden Euro auch über die Besteuerung von Vermögenswerten hereinholen. Angesichts dessen, dass alleine der private Haushaltssektor im Jahr 2015 über ein Gesamtvermögen von rund 12.830 Milliarden Euro brutto verfügte, sprechen wir hier von einer "Substanzbesteuerung" von durchschnittlich etwa 2 bis 2,5 Prozent. Wobei man hier durchaus mit Freibeträgen arbeiten kann, um Besitzer eines Einfamilienhauses oder einer eigenen Wohnung steuerlich nicht in den Abgrund zu reißen. Wer jedoch z.B. 2-3 oder mehr Häuser sein Eigen nennt, dürfte auch über ein entsprechendes Einkommen verfügen, um die Steuern bezahlen zu können. Reduziert wird die Steuerlast dann auch durch eine stark progressive Erbschafts- und Schenkungssteuer, die eine zu massive Vermögenskonzentration unterbinden soll.

Damit könnte man dafür sorgen, dass sich die Arbeit wieder lohnt, Arbeitnehmer ebenso ein bescheidenes Vermögen aufbauen können und der breite Mittelstand entlastet wird. Gleichzeitig werden so jene zur Kasse gebeten, die ihre privilegierte Stellung (Stichwort "Geldadel") zum weiteren Ausbau ihrer finanziellen, wirtschaftlichen und damit auch zur politischen und gesellschaftlichen Macht ausnutzen. Der Anreiz zur Hortung von Vermögen (inklusive der Parkung von Unsummen auf den Kapitalmärkten, die eine unselige gesamtwirtschaftliche Dominanz entwickelten) fällt damit ebenso weg.

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Gleichzeitig wäre es jedoch an der Zeit, die gesamte staatliche Verwaltung (die immer umfassender wird) zurückzudrängen und für einen schlanken Staat zu sorgen. Es ist ein Unding zu denken, der Staat müsse sich in alle Lebensbereiche einmischen. Eine Verwaltungsreform kann hier auch schon die Steuerlast (derzeit etwa 22-23 Prozent des BIP) in Deutschland massiv drücken.

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16 KOMMENTARE

  1. Als Nicht-Vermögender muss ich dennoch sagen …

    dass Geld zu haben nicht bestraft werden sollte. Wer sich sein Vermögen auf ehrliche Art erworben hat, der HAT es schon versteuert.

    Wer sich sein Vermögen durch Betrug erworben hat, für den muss der Steuersatz bei 100% liegen.

    Das heißt dann aber nicht Vernögenssteuer, sondern Beschlagnahme.

    • auf diese weise begibt man sich allerdings in die gefahr, dass die definition des begriffs "betrug" ausgedehnt wird! die BRD neigt insbesondere innerhalb der letzten 20 jahre dazu übergeordnetes recht – bspw. das gemeinschaftsrecht der EU – zu ignorieren. ab wann ist man auf nationaler ein "betrüger" – ab der entscheidung des EUGH oder doch schon davor? 

      wenn die BRD instanzen immer wieder eine möglichkeit finden, die fälle dem eugh jahre oder gar jahrzehnte lang nicht vorzulegen, sind u.U. abertausende von existenzen ruiniert. was soll passieren, wenn die Rechtsanwälte mittels sich heufender analoger fälle, in denen die beschlüsse irgendwann sich selber widersprechen werden, die BRD nun vorzulegen und die entscheidung "unerwartet" zu gunsten des vermeintlichen betrügers ausfällt – soll die staatssimulation dann alle zu unrecht in die betrügerschublade gesteckten rehabilitieren, entschädigen? und die möglicherweise deswegen nicht mehr unter uns weilenden wieder zum leben erwecken? 

      • Du redest über Ausführungsbestimmungen …

        ich rede übers Prinzip.

        Erst muss das Prinzip klar und beschlossen sein – dann kommt die Ausführung.

    • @ Deutscher Michel
      Das heißt dann aber nicht Vernögenssteuer, sondern Beschlagnahme.

      ———

      Genau so isset. Das typische kommunistische Umverteilersystem, an dem sich die wachsende Schar der unproduktiven Parasiten mit Wonne nähren.

      Kein Wunder, dass die wirklich Vermögenden ihre Assets schont längst in steuersparenden 'OFF-Shore' Briefkastenfirmen auf den Bahamas, den Cayman's oder im US-Bundesstaat Delaware, US- Bundesstaat Nevada,  Panama oder sonstwo untergebracht haben.

      Und die Einkommensteuer ist ohnehin ein Witz und in den USA sogar illegal, denn sie dient ausschließlich der Bedienung des Schuldendienstes zu Gunsten  der Hochfinanz-Elite , im Rahmen der ungeheuren Schulden, welche die Bundesregierung (und auch die US-Regierung) bei den Hochfinanzbankstern angehäuft haben.

      Die Bürger der USA und auch die Deutschen im Kaiserreich kannten keine 'Einkommensteuer'. Erst mit der illegalen Einführung des privaten Bankster Kartells, US-Fed, und der ähäm,…..'Privatisierung' der Deutschen Reichsbank für die gleiche Mischpoke, nach dem verlorenen WKI, wurde die ähäm…Einkommen-Steuer eingeführt.

      Das alles wäre nicht nötig, wenn die USA oder Deutschland ihr eigenes Geld zinsfrei gerieren würden und nicht den Umweg über die ähäm…'Märkte' der Hochfinanz-Bankster, nehmen würden, die dafür (für lau und völlig risikofrei) die üblichen Zinsen zwischen 5-7 Prozent abzocken.

      Merke: Staaten die, ihr eigenes Geld (ob gold- oder arbeitsgestützt) zinsfrei gerieren, haben in der Regel keine ähäm….'Staatsschulden' und können, wenn sie sich auf die Kernaufgaben des Staates beschränken (und nicht ungeheure Tribute entrichten müssen) , die  Einkommensteuer ersatzlos streichen!
       

      • "Das alles wäre nicht nötig, wenn die USA oder Deutschland ihr eigenes Geld zinsfrei gerieren würden und nicht den Umweg über die ähäm…'Märkte' der Hochfinanz-Bankster, nehmen würden, die dafür (für lau und völlig risikofrei) die üblichen Zinsen zwischen 5-7 Prozent abzocken."

        ****************************

        Insgesamt gesehen sind es noch mehr Zinsen.

        Der Produzent finanziert seine Produktion über Kredite – das sind die ersten 7%.

        Der Konsument finanziert den Kauf dieser Produkte evtl. NOCH EINMAL über Kredite – nochmal 7-10%, je nach Bonität – Arme zahlen mehr Zinsen.

        So kommen wir auf mindestens 15%, die aus dem Wirtschaftskreislauf permanent abgegriffen werden.

        Wenn man bedenkt, dass die Lebensmittelmärkte mit einer Rendite von 1 – 2 % kalkulieren, bekommt man eine Vorstellung davon, welchen volkswirtschaftlichen Schaden unsere Parasiten anrichten.

        Wer dem mindestens teilweise entgehen will und kauft, nachdem er sich den Kaufpreis zusammengespart hat, wird je nach Temperament des Verkäufers als Idiot oder Krimineller gesehen.

        Ich habe selbst erlebt, wie sich ein Händler rundheraus geweigert hat, mir seine Waren – in diesem Fall ein KfZ – zu verkaufen, weil ich es per Überweisung vorab bezahlen wollte.

        Ohne Kreditvertrag kein Kauf – was wohl daran lag, dass er von der Santander-Bank, die ganz dick im KfZ-Geschäft steckt, einen Knebelvertrag hatte.

        Die neuen Armen sind nicht "arm" – sie sind umgeben von Glitzerzeugs, das ihnen nicht gehört, und das sie dennoch zwei- oder dreimal bezahlen müssen – wie jeder Häuslebauer weiß.

        • @ Deutscher Michel

          US-Okonomen haben ausgerechnet, dass -sollte die US-Regierung ihr Geld selbst herstellen, wozu sie sogar lt. Verfassung verpflichtet ist- dass sämtliche Waren und Dienstleistungen um min. 40 Prozent billiger wären und eine Inflation nahzu ausgeschlossen ist.

          Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, Waren und Dienstleistungen würden sich um rd. 70 Prozent verbilligen.

           

  2. Der Skandal besteht in der kriminellen Verwaltung der Steuereinnahmen sowie der ebenfalls kriminellen Steuerungerechtigkeit

     

     

  3. Die Lohnsteuer ist doch gar nicht das Hauptproblem der unselbständig Beschäftigten sondern die unerträglich hohen Sozialabgaben. Daraus entstehen anonymisierte Geldtöpfe, aus denen sich jeder bedienen kann. Viele Gelder aus diesen Töpfen werden zweckentfremdet wie zuletzt die Entnahme aus dem Fond der KV wegen der Versorgung der Flüchtlinge. Auch die deutsche Wiedervereinigung wurde großenteils aus diesen Töpfen finanziert.

    Richtig ist natürlich, daß wir endlich wieder wegkommen müssen von einem Staatsanteil, der mittlerweile bei deutlich über 50% liegt. Passieren wird diesbzgl. aber nicht nur nichts sondern gar nichts, denn die Nettostaatsprofiteure stellen die Mehrheit in unserem Land. Die produktiv arbeitenden Steuerzahler sind zur Minderheit geworden.

  4. Einkommensteuer und Vermögenssteuer sind gleichermaßen unsinnig. Die einzige Steuer sollte eine Verbrauchssteuer auf Endprodukte und Enddienstleistungen sein.

    http://www.dzig.de/einfache-Steuer

    MwSt einheitlich 25% – EkSt weg

    29. Dezember 2016 | Die Mitarbeiter der Finanzverwaltungen werden schrittweise aus dem Bereich Einkommensteuer freigesetzt, um kostenneutral Flüchtlinge zu betreuen. Ab 1. April 2017 entfällt die Einkommensteuer in sämtlichen Erhebungsformen. Vorübergehend beträgt die Umsatzsteuer einheitlich 25 Prozent.

    Zug um Zug fallen auch alle anderen Steuerarten, Abgaben und sonstige Zahlungen an Behörden ersatzlos weg. Es gibt keine Steuervorteile und keine Subventionen mehr. So entfallen Personalkosten, Kapitalkosten und Schuldendienste der Behörden. Jedes Jahr wird geprüft, um wieviel Prozent der Umsatzsteuersatz gesenkt wird, bis voraussichtlich fünf Prozent erreicht sind. Das Konzept "einfache Steuer" der Deutschen ZivilGesellschaft stammt aus dem April 2008, wurde damals aber verworfen.

    • Jau, prima – der Arme zahlt denn die volle Steuer ….

      …. weil er sein gesamtes Einkommen verwenden muss, um zu existieren, der Reiche hingegen nur auf den Bruchteil seines Einkommens, den ER ausgibt.

      Warum nicht gleich die Aristokratie wieder einführen ?

      Wie wir sehen, sind die Fragen, mit denen wir es hier zu tun haben, einfach.

      Die Antworten sind es nicht.

  5. Jeder der unbedingt und froh Steuer zahlen will, läuft gerne in die Wahlkabine und bettelt um Zugabe. Buchtipp: "Schluss mit Demokratie und Pöbelherrschaft" von Andreas Tögel. Euch Deutschen muß mal wieder von einem Österreicher gesagt werden was Sache ist.. Und Hans Hoppe ist Volkswirt der österreichischen Schule. Buchtipp weiter oben.

    •  

      @ willy

      Und Hans Hoppe ist Volkswirt der österreichischen Schule.

      ——–
      Au weia, das klingt verdächtig nach v. Hayeck und Popper und der krypto-kommunistischen Fabian Society mit ihrem Tool, der London School of Economics!

      Man verschone uns mit dieser Pest.
       

      •  

        @ DvB:

        Nein, da gehts um Anarchokapitalismus. Genauer beschrieben in: "Demokratie, der Gott der keiner ist."

        Sonst ist von ihm im Netz noch allerlei zu finden.

        Willi.

         

         

         

      • Das hab ich noch gefunden:

        Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe, Philosoph und Volkswirt, ist einer der führenden Vertreter der Österreichischen Schule der Ökonomie und zählt zu den bedeutendsten Sozialwissenschaftlern der Gegenwart. Er lehrte von 1986 bis zu seiner Emeritierung 2008 an der University of Nevada, Las Vegas, USA. Er ist Distinguished Fellow des Ludwig von Mises Institute in Auburn, Alabama, USA, und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Ludwig von Mises Institut Deutschland. Hoppe lehrt und hält Vorträge weltweit. Seine Schriften sind in 30 Sprachen übersetzt worden. Er ist Gründer und Präsident der Property and Freedom Society und lebt heute als Privatgelehrter in Istanbul. Zu seinen Büchern gehören u.a. „Die Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung“, „Eigentum, Anarchie und Staat“, „A Theory of Socialism and Capitalism“, „The Economics and Ethics of Private Property“, „The Myth of National Defense“, „Demokratie. Der Gott, der keiner ist.“, „Der Wettbewerb der Gauner“, „The Great Fiction: Property, Economy, Society, and the Politics of Decline“, „From Aristocracy to Monarchy to Democracy“ und „A Short History of Man: Progress and Decline“.
        Weitere Informationen auf http://www.hanshoppe.com und http://www.propertyandfreedom.org.

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